Mi353 – „Wald- und Wiesenmuseum“

Minkorrekt Live: Wir sind mit „Das M!perium schlägt zurück“ auf Tour! Tickets bekommt ihr hier – möge die Wissenschaft mit euch sein!

Alle Werbepartner findet ihr in diesem Linktree!

Inhalt

00:00:00 Intro

00:00:42 Berlin und Tour

00:09:37 Blasorchester

00:18:50 Reini und London

00:58:56 Thema 1: „DIY-Blut aus dem Labor“

01:21:41 Snackable Science

01:28:03 Thema 2 „Der Gerät wird nicht müde, der Gerät schwitzt nicht!“

01:52:55 Hausmeisterei

01:56:12 Outro

Keine weiteren Tourtermine: Aus diversen Gründen werden wir 2026 keine neuen Termine für „Das M!perium schlägt zurück“ anbieten können. Unter anderem, weil sich der liebe Reini seiner Titan-Hüfte entledigen wird und es dann auch gesundheitlich schwer wird. Daher freuen wir uns wahnsinnig, wenn ihr zu den bestehenden Terminen kommt!

Blasorchester und Quanten: am 05. Oktober 2025 wird Nicolas wieder gemeinsam mit einem Orchester auf der Bühne stehen! Alle Infos findet ihr hier.

London: Reini und Sontka waren in London und waren unter anderem im Science Museum.

Thema 1 (Nicolas): DIY-Blut aus dem Labor“ – ein internationales Forschungsteam hat das Signal CXCL12 als Auslöser für die Zellkern-Abstoßung bei roten Blutkörperchen identifiziert – ein entscheidender Schritt in deren Entwicklung. Diese Erkenntnis könnte erstmals die industrielle Herstellung künstlichen Bluts ermöglichen. Die Chemokin-Rezeptoren wirken dabei nicht nur an der Zelloberfläche, sondern auch im Zellinneren. An dieser Stelle erinnern wir wie immer gerne an unsere Folge „Blutspende Live!

Science Snack: „Komplexität von Sprache bei Hitze“ – bei Hitze reden Politiker simpler: kürzere Wörter, weniger Komplexität. Laut Studie sinkt die Sprachleistung an heißen Tagen spürbar, vor allem bei älteren Männern. Demokratie braucht offenbar nicht nur klare Köpfe, sondern auch kühle Räume …

Thema 2 (Reini):Der Gerät wird nicht müde, der Gerät schwitzt nicht! – ein OP Roboter hat gelernt, Gallenblasen ganz ohne menschliche Hilfe zu entfernen, und zwar mit beeindruckender Präzision. Mithilfe von OP-Videos, Feedback und Sprachkommandos trainiert, passt er sich sogar unerwarteten Komplikationen an. Der Roboter operiert dabei wie ein junger Assistenzarzt!

Hausmeisterei: Wir sind auf Tour und einige Termine sind ausverkauft. Trotzdem lohnt es sich, da hin und wieder mal zu schauen, ob es nicht doch noch Tickets gibt. Manchmal werden einzelne Tickets doch noch kurzfristig frei.

Minkorrekt live: Das sind die nächsten Termine:

14.09.2025 Bielefeld
20.09.2025 Freiburg
04.10.2025 Lübeck (AUSVERKAUFT)
11.10.2025 Mainz am Rhein
12.10.2025 Mainz am Rhein
08.11.2025 Gießen
09.11.2025 Köln
15.11.2025 Fürth (AUSVERKAUFT!)
22.11.2025 Oldenburg
23.11.2025 Osnabrück

TERMINE 2026
21.02.2026 Duisburg
22.02.2026 Dortmund

Outro: Intro aus Folge 82 „Erlkönig“

Wichtige Adressen:

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27 Gedanken zu „Mi353 – „Wald- und Wiesenmuseum“

  1. Sonntag war ein Fest! 😀
    Nur das Arschloch hinten links (Pendel) hat nicht richtig mitgespielt. 😉

    Bei der nächsten Tournee in ein paar Jahren bin ich wieder dabei, war ein lohnender Abend.

    London ist immer eine Reise wert, bei der nächsten Reise geht es aber auch ~100km nördlich nach Bletchley (Milton Keynes), da ist das Computermuseum – und historisch interessanter die Wirkungsstätte von Alan Turing mit der Enigma-Entschlüsselung. Das wird bestimmt auch toll.

  2. Auf die Gefahr hin, dass schon unzählige Zuschriften dazu kamen:

    Die Geschichte der Längengradmessung ist auch nachzuhören in Geschichten aus der Geschichte Folge GAG508 vom 18.06.2025: „Die Jagd nach der exaten Uhrzeit & über Vogelkot und Brot aus der Luft“, wo Richard und Daniel aus ihrem Buch vorlesen.
    Sehr empfehlenswert!

    Danke für euren tollen Podcast + Shows! Dieses Jahr habe ich 10jähriges Minkorrekt-Hörerjubiläum 🙂

  3. Zum Thema eurer Live-Show: Könntet ihr bitte bei den Planungen für die nächste Show darauf achten, dass die Tickets nicht wieder exklusiv über Ticketmaster verkauft werden? Mir ist es nicht gelungen mich dort zu registrieren, um ein Ticket zu kaufen, da die Website zu sehr mit Trackern voll war. Dankenswerterweise konnte ich über Mattermost an ein Ticket für eure Show in Münster kommen.

  4. Hallo,

    Zum Thema exakte Uhrzeit zur Navigation gab es kürzlich eine Folge dws Podcasts Geschichten aus der Geschichte, Nummer 508. Darin wird die wesentliche Geschichte des Uhrmachers und alles weitere erläutert.
    Grüße

  5. Das System der Prepaid-Karten im ÖPNV hatte ich schon 2015 und 2019 in Melbourne und Sydney erlebt. Ich fand es einfach toll, dass man sich keinen Kopf über Tarifzonen machen muss, die es tatsächlich gab, und man sich auch nicht vorher überlegen musste, ob man ein Ticket für ne Stunde oder nen Tag etc. benötigt. Das lief alles automatisch: Hat man den Preis einer Tageskarte erreicht, wird für den Rest des Tages einfach nichts mehr abgezogen. Insgesamt war es auch günstiger als in deutschen Großstädten, und sonntags war es in Sydney nochmal günstiger.
    Und als Besonderheit in Melbourne ist die Straßenbahn in der Innenstadt komplett kostenlos – genau wie die „S–Bahn“, wenn man morgens vor 7 Ihr in die Stadt fährt. Wenn man sich trotzdem ein- und auscheckt, weiß das System das natürlich.

    • „Day-Cap“ (also Maximalbetrag für den Tag) haben leider nicht viele Systeme (Sydney ja, London, Dublin auch, bei vielen anderen leider nicht), finde ich aber sehr nette Idee.

      Aber auch so ist das Ein- und Auschecken und den richtigen Tarif zu bezahlen, die logische Variante. Geht bei uns nicht, weil dann könnte ja jemand hier betrügen oder es funktioniert mal nicht, und dann brauchen wir einen Mitarbeiter, der das korrigieren kann. Bahnhofspersonal haben wir seit vielen Jahren doch eingespart, viiiiel zu teuer. :rolleyes:
      In Japan kann man auch mit wenigen Cent auf der Karte durch die Gates, und dann auch viel zu weit fahren. Du kommst dann nicht mehr raus aus dem Gate, kannst aber an dem auch innenstehenden Automaten deine Karte aufladen um genau den nötigen Betrag zu bezahlen. Hier bei uns setzt man doch lieber drauf, daß der Kunde aus Unwissenheit lieber Wabe42 kauft, damit er ja nicht nachher als Schwarzfahrer gilt und dann noch Strafe zahlen muß. Der böse Betrüger, echt!
      Diese Ticketgates sind in Japan übrigens immer offen, und schließen sich, wenn man _nicht_ die Karte vorzeigt. Es ist einfach in der Rushhour schneller, da dann 3 Leute pro Sekunde durchzulassen. Hier dauerten die ersten Karten dann beim freundlichen Kontroletti 5 (!) Sekunden, bis der grüne Haken angezeigt wurde. Was haben wir da nur wieder gebaut. Aber die offenen Gates zeigen pragmatisch erstmal das Gute im Menschen und nicht sofort daran, daß sich ja jemand was erschleichen könnte….

      In Hongkong konnte man an einer Stelle auch ~30ct aufladen, wenn man läuft.

      Ich hoffe ja, umso länger das Deutschlandticket existiert, umso mehr Tarifwaben/Verbundsysteme werden sterben. Dieses heilige Tarifgebiet deutscher Nationen (gibt das Witzbild) ist einfach nur vollkommen dämlich.

  6. Zu spät, um auf die Folge von Geschichten aus der Geschichte hinzuweisen, aber das dort auch erwähnte Buch von Dava Sobel „Längengrad“ kann ich sehr empfehlen.

    Und zweite Anmerkung: ich war 1995 in London zum Schüleraustausch und bin mir sehr sicher, schon damals auf dem Förderband an den Kronjuwelen vorbeigefahren zu sein. Hab leider kein Foto davon. 😉

  7. Natürlich gibt es auch zur Erforschung der Aale eine Episode bei Geschichten aus der Geschichte: GaG 334 Rachel Carson und der stumme Frühling.
    LG aus Franken von Elke

  8. Hallo liebes Minkorrekt-Team!
    Zu Nicholas Blut-Thematik:
    Als Biochemiker finde ich es immer wieder faszinierend, wie wenig wir über Blut wissen, vor allem auch im Vergleich zu anderen Organen. Vermutlich liegt es auch an der „delokalisierten“ Natur des Blutes, und dass es mit allem anderen Geweben direkt interagiert.

    Ich selbst arbeite zum Beispiel an der Blutgerinnung. Und wir wissen bis heute nicht, was die Faktoren XI und XII in vivo überhaupt für eine Rolle spielen. Eigentlich sind diese komplett redundant und „überflüssig“ für gesunde Blutgerinnung. Menschen mit einer FXII Deletion haben scheinbar normale Gerinnung, bei FXI reicht es von minimaler Verlängerung der Gerinnungszeit (nicht medizinisch relevant), bis hin zu schweren Gerinnungsstörungen. Das seltsamste daran ist vor allem wie unterschiedlich das bei verschiedenen Betroffenen ist, obwohl es oberflächlich die gleiche Ursache hat.

    Weiteres Beispiel, um mal Reini’s Aal-Vergleich aufzugreifen: Erst 2006 (da war ich in der Schule) wurde vollständig aufgeklärt, wie die Blutplättchen (also die für die Gerinnung zuständigen Zellen) im Falle einer Verletzung überhaupt aktiviert werden. Daran war u.a. mein aktueller Chef beteiligt.

    Ich habe oft das Gefühl, dass wir in Physik und Ingenieurswissenschaften mithilfe von Computern extrem weit gekommen sind, während wir Biologen noch immer die gleichen Methoden wie vor 50 bis 60 Jahren verwenden (zugegebenermaßen mit besserem Equipment). Einzige Ausnahme dazu bildet ein bisschen die Genetik bzw. DNA-Analyse. Und so langsam halten modernere Computer- und Algorithmusgestützte Methoden auch im Rest der Biologie Einzug.

  9. An Raini, wir waren wohl zur gleichen Zeit in London, und ja, die Westminster Abbey war wegen dem Besuch von Macron geschlossen. Der hat aber nicht die Abbey besucht, sondern direkt daneben das House of Parliament. Am Nachmittag war dann die ganze Umgebung gesperrt, gerade dass wir von der Station Westminster über die Brücke kamen. Zum Glück haben sie unsere vorher gekauften Karten am nächsten Tag auch noch akzeptiert & ich konnte ein Foto von der Ecke Newton – Dirac – Faraday – Hawking machen.

  10. Liebes Minkorrekt-Team

    Zuerst mal ein riesiges Danke schön! – für 353 unglaublich unterhaltsame, lehrreiche und immer wieder überraschende Folgen einer meiner absoluten Lieblingspodcasts. Ihr seid für mich wie eine kleine Wissenschafts-Auszeit mitten im Alltag – und dafür habt ihr euch mehr als ein Krönchen verdient. 👑

    In einer eurer letzten Folgen habt ihr erwähnt, dass Blasmusik in unserer Altersliga quasi am Aussterben sei. Da möchte ich gerne eine kleine Gegenrede aus Luzern einbringen – quasi als musikalischen Widerspruch in Blech. 🎺

    Denn hier bei uns in Luzern ist Blasmusik (oder besser gesagt: Guggenmusik) alles andere als tot. Im Gegenteil: Sie lebt, lärmt und pulsiert! Spontan würde ich sagen, dass rund 20 % der Jugendlichen zwischen 18 und 25 in einer Guggenmusik aktiv sind. Für alle Nicht-Zentralschweizer hier ein kleiner Auszug aus Wikipedia:

    Unter Guggenmusik versteht man Blasmusik, die im alemannischen Raum zur Fasnacht gespielt wird. Stark rhythmisch, scheinbar „falsch“, oft schräg – aber im Idealfall mehrstimmig und mit ordentlich Wumms. Dazu Verkleidungen, Masken und eine ordentliche Portion Selbstironie.

    Das Ganze ist weniger ein Wettbewerb der Virtuosen als vielmehr ein Fest der Freude, Gemeinschaft und des kontrollierten Chaos. Die meisten würden sich nie als professionelle Musiker bezeichnen – aber sie spielen mit Herz, mit Leidenschaft und mit einem gewissen Hang zum latenten Alkoholismus.

    Es wird überall gespielt: auf Bühnen, in Gassen, spontan in Beizen – ganz ohne Anspruch auf Perfektion, aber mit jeder Menge Spass. Manche Gruppen investieren Wochen in Bühnendeko und Kostüme, andere tauchen einfach mit Trompete und Pauke auf und legen los. Alles hat Platz. Und genau das macht’s so grossartig.

    Und falls ihr euch das Ganze mal bildlich (oder besser gesagt: ohrenbetäubend visuell) vorstellen wollt – hier kurze Videos, die einen kleinen Einblick in das Chaos mit Herz geben:

    Grüenspan🎭 live an der Fasnacht 2025 – „Griechischer Wein“ 🍷 im Zöpfli Luzern
    https://youtu.be/t72s4t3BSCE?si=1Jje6UNeeChie5bH

    Loschtmölch – Luzerner Fasnacht 2023
    https://youtu.be/0-SeeluJP3A?si=m_ZWC-gUJ1mp_LsN

    ROTSEE-HUSAREN EXPLOSIV 2025 inkl. Zugabe
    https://youtu.be/pFbi0vprYts?si=0U_7jF9xeRzegAGX

    Eigentlich müsste man das mal wissenschaftlich untersuchen: ein System mit hoher Teilnehmendenzahl, komplett selbst organisiert, quer durch alle sozialen Schichten – und das jedes Jahr wieder. Blasmusik ist hier keine nostalgische Erinnerung, sondern gelebte Kultur mit Ohrstöpselpflicht.

    Falls ihr mal zur Fasnachtszeit in Luzern seid – meldet euch gern bei grünspan.ch. Da gibt’s ein heisses Tässchen Tee (mit oder ohne extra Zucker) für euch. ☕😉

    Danke für euren wundervollen Podcast, eure Art, Wissenschaft nahbar zu machen – und sorry fürs kleine Guggen-Geflame. Aber ich dachte, ich bring mal meine Sicht aus dem Herzen der Fasnachtszone mit ein.

    Mit den besten Grüssen aus Luzern –
    Euer Koni

  11. Kleine Info: Material vom Trinity-Ground-Zero kann man in Kleinstmengen im Mineralienhandel bekommen. Einfach mal nach „Trinitit“ googeln.

    Viele Grüße
    Jörg

  12. Zur Redegewandheit bei erhöhter Temperatur: Ich habe vor vielen Jahren mal in einer geophysikalischen Zeitschrift (EOS) einen kurzen Hinweis darauf gesehen, dass die Lufttemperatur in Washington positiv mit der Zahl der Sentassitzungen korrelliert: Politiker erzeugen heiße Luft.

  13. Ich wurde eine Woche vor dem Berliner Auftritt daran erinnert, dass ich dafür eine Karte habe. Um dann festzustellen, dass eine Geburtstagsfeier auf dem Tag lag. Tausch auf Sonntag wollte Ticketmaster natürlich nicht. Echt schade.

    Wie schon von anderen berichtet, wird bei mehrmaliger Busfahrt der Preis bei der Tageskarte gedeckelt, später bei der Wochenkarte und vermutlich auch bei der Monatskarte.

    Ich kann auch sehr die animierte Version von Tim Minchin’s Beat Poem(!) „Storm“ empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=HhGuXCuDb1U

    Wart ihr auch beim richtigen 0-Meridian? ^^ (Stand-up Maths: https://www.youtube.com/watch?v=XB5xuAhrkWE)

    Tatsächlich würde mich ein Taschentuchmuseum (vllt. eher eine Ausstellung) mehr interessieren als ein Kunstmuseum. Also nicht benutzte Taschentücher von Person X, sondern Taschentücherherstellung und -verwendung im Laufe der Zeit.
    Ich hatte im Science Museum schon Stunden damit zugebracht, die Infotafeln über die Dampfmaschine im Eingangsbereich zu lesen. Eindrücklich fand ich auch eine Tafel, auf der das Erbgut des Coronavirus stand. Hat auf eine recht kleine Tafel gepasst.
    Neulich ist mir bei Mastodon dieses Kunstwerk entgegengespült worden: Eine Boje, die live die Bewegung einer echten Boje nachstellt: https://chaos.social/@necrosis/114684265523882740 Hat mich angesprochen, warum auch immer.

    Ich hatte nie drüber nachgedacht, dass Blutkörperchen sich aus etwas mit einem Zellkern entwickeln müssen. Waren für mich weniger Zellen, sondern eher sowas wie Botenstoffe, die aber Last tragen können.
    Das erinnert mich auch an die Animationen der faszinierenden Motorenproteine Kinesin und Dynein. Große Empfehlung, sich von denen Mal Videos anzugucken. Die meisten Videos sind leider schon an die zehn Jahre alt, aber immer noch so gut, was sich da für biologische Maschinen gebildet haben.
    Auch unglaublich, wie das Auseinanderziehen der Chromosomen bei der Zellteilung molekular funktioniert. 😮

  14. Als jemand der sowohl einen Master of fine Arts hat und ein (technisches) Fach an einer Kunstuniversität unterrichtet folge ich euren periodisch wiederkehrenden Anmerkungen zu moderner Kunst mit einem leichten Schmunzeln.

    Nicolas hat heute mehrere Punkte ausgesprochen worin die Faszination in moderner Kunst dann doch bestehen kann, wenn man sich auf sie einlässt. Zum einen kann Kunst ähnlich gewissen Memes ganz schön selbst-referenziell und Teil einer Historie von Kunst die vorher und nebenher passiert ist sein. Ein totales Meta-Meme das Reini dann witzig findet hätte seinen Großeltern dann vielleicht nur ein „Häh, versteh‘ ich nicht?“ entlockt, weil ihnen der Kontext der anderen Memes fehlt. Es gibt in allen Feldern der Kunst Werke die nur mit Kenntnis des Kontextes überhaupt erst Sinn machen. Das ist übrigens auch bei Filmen oder in der Musik so.

    Und Musik ist auch der Grund warum ich es witzig finde warum Reini mit moderner Kunst nix anfangen kann. Reini hatte ich immer als einen Freund sperriger, harter und etwas unkommerzieller Musik wahrgenommen. Und auch die funktioniert letzten Endes nach einem ähnlichen Prinzip, nur das wir kulturell anders rangehen. Bei Kunst glauben alle immer (vllt. von amerikanischen Filmen und Fernsehn beinflusst), dass „der Künstler uns etwas sagen will“ und dass dann implizit jene doof sind, die es nicht sofort verstanden haben. Das mit der Botschaft des Künstlers sagen zwar selbst manche Museumsführer, aber das ist bullshit (sage ich als jemand der jeden Tag mit den Leuten zu tun hat). Was KünstlerInnen wollen (so sie denn überhaupt was wollen) ist Gedanken und Stimmungen anzuregen und meistens ist das Ziel nicht, dass die Betrachter das dann „verstanden“ haben und weitergehen, sondern eher die Erfahrung die Nicolas mit den Caviar Plates von Georg Herold hatte: irgendwas ist da und man trägt es mit sich rum.

    Man stelle sich vor wir würden Musik so konsumieren. Man hört sich irgendein hartes Stück Musik an und versucht es zu „verstehen“ und eine eindeutige „Botschaft“ zu extrahieren, wenn das nicht gerade Kopfmusik wie die zitierten Dream Theater ist, dann gibts da oft nixht viel zu verstehen, weil darum geht es aber gar nicht, bei Musik geht es um Energie, Stimmung und was das anhören mit einem macht. Deshalb hat Reini auch richtig erkannt, dass diese Touri-Nepp-Projektions-Dinger seelenlose Bildschirmschoner sind. Gute Kunst bringt zum nachdenken, löst komplexe Gefühle aus oder hat vielleicht noch einen Punk-Spirit oder so. Kunst die einfach nur „schön“ ist und einlullt ist typischerweise die Art von Kunst die Faschisten und Diktatoren bevorzugen, wie auch die Nazis. Ist ja aich witzig sich zu fragen warum die Nazis eigentlich so ein Problem mit abstakter Kunst hatten. Tut ja niemandem was, könnte man meinen. Aber tut es ebeben doch.

  15. Hallo liebe MinkorrektInnen!

    *Hier bitte alle schon 1000mal geäußerten Komplimente einsetzen*

    Die Tipps zu London waren mal wieder grandios. Ich muss da unbedingt mal wieder hin.

    Und dann hast Du, Reini, vom Allgäu gesprochen. In welcher Folge wurde das denn erwähnt. Hast Du dazu auch Tipps? Oder kann mir jemand sagen, in welcher Folge ich die nachhören kann?

    Bitte macht weiter so. Viele Grüße
    Markus

  16. Hallo Reini, lieber Nicolas,

    Schade, dass es nichts wird aus den geplanten Auftritten in Österreich 2026. Aber die Gründe sind absolut nachvollziehbar. Ich habe mich schon vor Monaten gewundert, dass ihr bei eurer Tourplanung eine Pause für das Rausoperieren vom Nagel nicht miterwähnt habt.

    Wie dem auch sei: bitte, bitte, bitte, bitte schaut, dass euer aktuelles Programm ein Mal ordentlich auf Video aufgezeichnet wird!

    Entweder es finden sich Freiwillige unter euren Fans (als ob sich *dieses* tolle Publikum nicht dafür qualifiziert) oder ihr lasst euch das ein paar Euro kosten.

    Danach könnt ihr überlegen, ob ihr das als DVD in euer Merch aufnimmt oder einfach 1-2 Jahre nach eurer Programm-Premiere das Video zwecks Wissenschaftskommunikation für die breite Masse frei verfügbar veröffentlicht. Genau sowas hat dann im Internet einen großen Impact.

    Ich hätte mich schon sehr gefreut, wenn ich beispielsweise auch euer 1. Programm gesehen hätte. Während des Programms wolltet ihr – aus nachvollziehbaren Gründen – im Podcast nix spoilern. Danach war’s vorbei und offenbar gab es da auch nie eine Aufzeichnung.

    Finde ich sehr schade.

    • So einen Video-Gedanken hatte ich auch gleich. Ich würde die DVD kaufen, habe ich doch fest mit einem Termin in Stuttgart 2026 gerechnet. Falls keine DVD vertrieben wird, werfe einen 20er in den Hut, falls es ein kostenloses Video gibt.

  17. Ein- und Auschecken im ÖPNV:

    Das mag ja wirklich toll sein, dass man sich so nicht mit Tarifzonen etc. beschäftigen muss.
    Leider weiß man dann aber auch vor der Fahrt nicht, was diese kosten wird. Um das vorher zu ermitteln müsste man nämlich – Achtung! – die Tarifzonen in Erfahrung bringen. (Mit Glück kann man die Strecke auf der Webseite der Verkehrsgesellschaft suchen und kriegt dort einen Preis angezeigt.)
    Auch „der Bus kostet einfach 1.80“ finde ich jetzt nur auf längeren Strecken attraktiv. Gerade wenn man dank der unkomplizierten Zahlungsmögichkeit andauernd schnell für 1-2 Haltestellen in den Bus hüpft, ist das nicht so richtig günstig.

  18. Ahoi,
    Dass das skeptische Stück von Minchin, das Nicolas erwähnt hat, „Storm“ heißt und auch eine schön animierte Version hat, hat oben schon jemad geschrieben. Ich kann es empfehlen.

    Zur Bestimmung der Uhrzeit: dazu hat Geschichten aus der Geschicht auch ein Kapitel in ihrem Buch, das aber auch vor Kurzem kostenlos als Hörbuch im Podcast erschienen ist: https://www.geschichte.fm/archiv/gag508/

    Gruß,
    Guido

  19. Hi Nicolas,
    ich denke dieses Paper könnte für dich deutlich interessanter sein als für Raini, daher wähle ich dich mal als Adressaten: https://www.jsc-journal.com/index.php/JSC/article/view/975/840. Drauf gekommen bin ich über diesen Telepolis-Artikel: https://www.telepolis.de/features/Ausdauer-Experiment-Was-passiert-wenn-Hobbysportler-die-Tour-de-France-fahren-10487640.html

    … und natürlich stimme ich in die Begeisterungsstürme mit ein für die vielen tollen Folgen und euer Bühnenprogramm. Habe eure beiden Shows in Summe drei mal gesehen und freue mich schon auf die nächste nach eurer kommen Pause. Hoffentlich seid ihr dann wieder in Braunschweig 😀

    Herzliche Grüße,
    Eike

  20. Als Schlagzeuger mein persönliches Highlight zur Stoiber-Rede.😆
    Ich komme immer wieder auf dieses Video zurück, weil ich die Idee so brilliant finde:
    https://youtu.be/9Vg2h_nW0bA?si=ogO_ZpN4FO_N7YOt

    Vielen Dank für all die unzähligen, tollen Folgen!🤗 Ihr versüßt mir fast täglich meinen Arbeitsalltag. Was mach ich nur, wenn ich irgendwann bei Folge 1 durch bin?

  21. Eure Sonntagsshow in Berlin war wirklich mega gut! Plant ihr das sehr unterhaltsame Introvideo zu veröffentlichen (vielleicht nach dem letzten Auftritt dieser Show)?

    Ja, so ein symphonisches Blasorchester (Holz + Blech + Schlagwerk) ist ein extrem vielseitiger Klangkörper womit man nicht nur Marsch und Polka spielen kann. Ich selbst spiele Posaune in einer solchen Gruppe (unter anderem). Als Blechbläser kann man zwar auch ordentlich schmettern, aber es sind trotzdem tatsächlich sehr weiche und zarte Klänge möglich. Das ist aber zugegeben nicht ganz einfach. Hier mal ein Beispiel, wie das auf einer Posaune klingen kann: https://youtu.be/tkGXWph7B5I

    Die Physik hinter den (Blech)blasinstrumenten finde ich total spannend. Spielt man durch ein einfaches Rohr, sind eigentlich nur ungerade Vielfache der Grundfrequenz möglich zum Klingen zu bringen. Erst durch die Form von Mundstück und Schalltrichter ist eine stimmige Naturtonreihe (alle ganzzahligen Vielfachen) spielbar. Und durch Ventile oder eben den Posaunenzug kann man die Länge der schwingenden Luftsäule anpassen, um die Töne dazwischen zu erreichen. Und dann gibt es noch eine Reihe von Effekten, die den Klang, Ansprache und Projektion in verschiedenen Dynamikbereichen beeinflussen…

    Die Nummer mit dem Feuer funktioniert übrigens auch mit einer Trompete: https://youtu.be/o0Gl4tfh3KA

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