Minkorrekt Folge 155 “Leicht zu beschwurbeln”

Wir sind nominiert für den Youlius-Award! Juhu! Die Gala ist am 25.01.2020 in Bochum. Wir sind sehr gespannt.

Apropos Award….werft mal ein Blick auf unseren Tourtrailer, den haben bisher viel zu wenige Leute gesehen!

Wir müssen zum Mars! Naja, früher oder später…mit dem Brettspiel Terraforming Mars könnt ihr ja schonmal ein wenig üben.

Nach der letzten Sendung habt ihr uns darauf hingewiesen, dass es da ein besseres Übersetzungsprogramm als google iTranslate gibt und zwar DeepL. Danke dafür.

Thema 1:Kohlenstoff Rosinenkuchenwände” – Nicolas erzählt in diesem Thema von der eigenen Forschung. Es geht genauer um das Patent von dem er schon in den alten Folgen mal erzählt hatte. Kohlenstoffnanowände in die Platinpartikel eingebracht werden. Ein extrem interessanter Werkstoff für Batterien und Brennstoffzellen. In diesem Video seht ihr die Wände in Nahaufnahme unter dem STM.

Thema 2:Keine Angst vorm Eisberg” – Metall schwimmt nicht weil es eine größere Dichte hat als Wasser. Mit geschickter Nanostrukturierung und einer geeigneten Geometrie ist es Forschern gelungen ein “unsinkbares” Werkstück zu bauen.

Experiment der Woche: „Hydrophobe Nanobeschichtung DIY“ – Im Experiment der Woche schauen wir uns die hydrophoben Eigenschaften einer Rußschicht mal etwas genauer an. Eine dicke Rußschicht wirkt im Wasser durch den umgebenden Luftfilm wieder glänzend.

Musik:Confounds the Science – (Parody of) Sound of Silence – REMIX | Don Caron / Linda Gower” schuld ist Twitter

Thema 3:We want Moor” – Die von uns trockengelegten Moore sind tatsächlich ein Faktor der bei der Betrachtung der Klimaerwärmung eine Rolle spielt. Aber was tun? Die Moore wieder bewässern?

Thema 4:Jetzt auch mit Gefühl“ – In diesem Thema geht es um ein vollmetrisches Display das zusätzlich noch haptisches Feedback gibt und Ton erzeugen kann. Hier gibt es das angesprochene Video.

Schwurbel der Woche: Das Bein muss ab! Es sei denn ihr habt diesen tollen Laserpointer für 1000€...wobei ne, das ist ja ne nur ne magische LED. Ach was wissen wir schon hier erklärt es der Hersteller.

Tourtermine: Feiert mit uns die Wissenschaft live! Es gibt noch insgesamt 4 Termine für die aktuelle Show! Im nächsten Jahr gibt es allerdings ne neue…..was und wann erfahrt ihr in den nächsten Tagen.

Rausschmeißer:Lifehack: Einfacher MERKSATZ, um alle Elemente des Periodensystems auswendig zu lernen” schuld ist Nicolas.

Vielen Dank für euere Unterstützung! Support your Podcast! 🙂

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Intro war: Die peinlichste Pressekonferenz seit TicTacToe

93 Gedanken zu „Minkorrekt Folge 155 “Leicht zu beschwurbeln”

  1. Zu dem Argument mit dem Schwurblern würde mir spontan folgendes einfallen:

    Die Frage ist schon falsch gestellt. Die Beweislast hat per Definition immer derjenige der irgendeine Idee verbreiten will.

    Denn es ist per Definition unmöglich zu beweisen, dass etwas NICHT funktioniert. Man kann nur Stichproben und Indizien sammeln.

    Auf diese DIskussion darf man sich eben garnicht erst einlassen. Wenn jemand behauptet, dass Wolken aus Zuckerwatte sind und Du sagst “Ich bin hochgeflogen und hab geschaut und sie waren aus Wasser” kann der Schwurbler immer die Argumentation bringen “Ja, aber Du hast ja nicht überall geschaut” – und das ist im Prinzip genau das gleiche was hier gemacht wurde.

    Man kann nicht beweisen, dass Wolken NICHT aus Zuckerwatte sind. Das ist unmöglich. Man kann nur einen positiven Beweis bringen.

    Daher ist immer derjenige der eine Theorie aufstellt in der Beweislast. “Zeig mir EINE Wolke aus Zuckerwatte” und dann reden wir weiter.

    • Auf diese Folge wollte ich auch gerade hinweisen. Definitiv eines der Forschergeist-Highlights mit vielen Infos und beeindruckenden Zahlen 🙂

    • Ja, wollte ich auch hier ergänzen. Eine der besten Sendungen überhaupt und hat mich für das Thema echt sensibilisiert. Dringende Hörempfehlung!

    • sorry, ich finds schwierig zu hören. und ich bleibe bei forschenden und studierenden immer wieder geistig hängen, so dass ich dem eigentlichen Inhalt nicht mehr folge. Und ich arbeite in einem mehrheitlich weiblichen Laden und fühle mich keineswegs diskriminiert, wenn ich mal wieder unter die Kolleginnen falle, obwohl ich nachweislich männlich bin. .-D

      • Die Nutzung der Partizipkonstruktion ist leider in den meisten Fällen falsch.

        Bin ich gehend, befinde ich mich in der Bewegung. Bin ich forschend, kann ich gerade (gut je nach Fach) gerade nicht auf der Toilette sitzen.

        Jegliche Form die versucht Geschlechter “sichtbar” zu machen, widerspricht leider der gültigen Grammatik.

      • Dann bist du aber echt leicht aus der Fassung zu bringen… Wenn ich “Studierende”, “ForscherInnen” oder “Schülerinnen und Schüler” im Text sehe, lese ich das sowieso nicht bewusst, ich überfliege es, da mir klar ist, was da steht.

        • Wieso schwer aus der FassUng zu BrinGen.

          MiR ist es WichtG Texte auch bewuSSt leseN zu können und mÖchte nach MöGLichkeit nicht von flahsc eingesetzten Buchstaben irritiert werden.

          Es hat doch schon seinen Sinn, dass wir eine gewisse Grammatik und Rechtschreibung nutzen. Denn Diese hat auch einen direkten Einfluss auf den Sinn dieser Texte..

        • Könnte sein, dass es nur eine Frage der Gewöhnung ist. Asylbewerber stört meinen Lesefluss ja auch nicht mehr, obwohl es für mich Jahrzehnte ein Asylant war. Dann war es ein Flüchtling und jetzt ein(e) Geflüchtete(r). Macht für mich in meiner privaten Bewertung des dahinterliegenden Menschen keinen Unterschied. Lediglich bei “Asylant” schleicht sich im Hinterkopf ein Gefühl ein, als hätte ich gerade “Neger” gesagt, was ich hier nur sehr ausnahmsweise tue, um den Umstand zu verdeutlichen.

    • Mich als Mann freut es auch! Alle die sich aktuell damit schwer tun, werden lernen es zu akzeptieren. 50% zumindest der deutschsprachigen Weltbevölkerung haben es auch lange akzeptieren müssen.

      • ” werden lernen es zu akzeptieren” Auch so ein Satz, der in das Gendermarketing fällt.
        Noch schöner finde ich die Konstruktion:” für Toleranz und Akzeptanz”.
        Entweder erdulde ich etwas oder nehme es an. Beides in Kombination, wenn es auch noch als Forderung dargestellt wird, ist der schlimmste Zwang, den man sich vorstellen kann, zumal er in diesem Zusammenhang als “sozial” daherkommt.

        Genus war nie Sexus. Nur wer Genus und Sexus gleichsetzt, hat ein Problem unsere Sprache richtig zu verstehen. Ich möchte mich nicht der ungebildeten Masse anschließen und werde es nicht akzeptieren, wenn Diese sich ein Deutungsmonopol über die Grammatik und unseren Sprachgebrauch unter den Nagel reißt.

        Vor kurzem habe ich ein Interview mit einer rüstigen Feministin aus den 60ern gehört, die zum Gendertheme in etwa folgendes sagte: Wir haben gekämpft um nicht mehr eine Sonderrolle zu bekommen, bzw. gesondert genannt zu werden und nun wird es von den aktuellen Feministen wieder eingefordert.

        Einen positiven Aspekt hat die Genderei. Historiker werden gegenderte Texte, die sie in tausenden von Jahren finden werden, in eine sehr kurze Epoche einordnen können.

        • Lieber Wolfram,
          da dir dieses Thema anscheinend so sehr am Herzen liegt werde ich in Zukunft nicht mehr versuchen gelegentlich gendergerechte Sprache zu nutzen sondern einfach immer von Forscherinnen, Studentinnen, Hörerinnen usw. sprechen…das wäre ok oder?

          Lieben Gruß
          Reinhard

          • Ich würde es begrüßen, weil mich interessiert, wie lange du das durchhältst. In der Regel ist nach der Begrüßung und zwei, drei Sätzen Schluss und man formuliert wie bisher.

            Grundsätzlich würde mich auch interessieren, ob es dir nur um Gleichberechtigtung und Gleichbehandlung von Männern und Frauen geht, oder ob du auch Transsexuelle, Intersexuelle etc. berücksichtigst? Nach aktuellem Stand der Genderwissenschaften müssen wir unser binäres Denken im Bezug auf Geschlechter durch quantentheoretische Prinzipien ersetzen, denn es gibt unendlich viele Geschlechter zwischen Mann und Frau und diese auch noch gleichzeitig bzw. in Superposition.

            Wie sagte Holgi noch? Glaubst du einen Schitt, glaubst du jeden.

          • Hallo Reinhard,

            ich verstehe deine Beitrag nicht ganz oder nur als Provokation.. In meinen Beiträgen haben ich doch schon deutlich gemacht, dass mMn das generische Mask. ebenso wie das Fem. ihren Stellenwert haben.
            Warum sollten wir unsere Sprache derart sexualisieren? (nochmal Genus ist nicht Sexus)
            Ich würde mich viel mehr freuen, wenn es wieder eine Rückkehr zur Sprache gibt, die keine Redundanzen, großgeschriebene Buchstaben im Wort oder falsch eingesetzte Partizipkonstruktionen nutzt.
            Ich wette diese Sprache würdest du besser sprechen können, als alle generischen Maskulina zu Feminina zu machen.

            Gendern ist für mich wie dieser Sprachjammer, den ihr in eurer Sendung hattet. Vielleicht fällt es dir dann auch auf, wenn du alle generischen Maskulina feminisierst.

            Ich hoffe, dass du meine Worte nicht als Angriff verstehst. Aus beruflichen Gründen muss ich mich mit diesem Thema sehr rumplagen und sehe, dass diese Betrachtung der Sprache, aber auch das Menschenbild, das dahintersteht, sehr exkludierend ist (ich habe bereits auf einfache Sprache und Blinde verwiesen), was meiner humanistischen Weltanschauung widerspricht.

            Liebe Grüße und einen schönen Tag.

          • Hallo Wolfram,

            mir persönlich geht das gendern auch auf den Keks, da ich beim Lesen oder beim Sprechen immer stolpere. Dennoch muss ich eingestehen, dass sich aufgrund der historischen Entwicklung die Situation ergeben hat, dass unsere Sprache momentan unzureichende Möglichkeiten hat männliche, weibliche und beide Gruppen zusammen anzusprechen. Es gibt drei Gruppen und im allgemeinen nur feminin und maskulin, das geht nicht auf. Dies führt zu Benachteiligungen. Beispiel: “Wir brauchen einen neuen Abteilungsleiter!” Da hat man erstmal einen Mann im Kopf, an eine Frau denkt dabei kaum jemand zuerst.
            Die aktuellen Lösungsvorschläge zielen meist darauf ab ein Wort zu kreieren, das für beide Gruppen steht, z.B. StudentInnen, Student:innen, usw., aber die feminine Form dabei deutlicher betont. Das finde ich persönlich eigentlich den Männern gegenüber als Benachteiligung, doch muss man auch sagen, dass die Frauen jetzt so lange benachteiligt wurden, dass die Gesellschaft eine solche Phase der Bevorzugung braucht. Ich persönlich fände es am besten, wenn die aktuelle maskuline Form als unisex umzudefiniert würde und eine neue maskuline Form eingeführt wird. Dann wären alle alten Texte und die Sprache automatisch gegendert, ohne dass man die Grammatik oder seine Zunge brechen muss.

            Weiterhin viel Erfolg beim gendern. Je mehr mitmachen, desto größer die Chance, dass das Thema mal wahrgenommen wird und sich eine möglichst gute Lösung etablieren kann.

    • Huiuiui, ich bin immer wieder überrascht, wie sehr das Thema die Herrschaften aufregt (entscheidet bitte evidenzbasiert, ob ich Frauen da mitmeine).

      Ich finde es gut, wenn gerade in einem “zwei Männer unterhalten sich”-Podcast auch darauf geachtet wird, Frauen explizit anzusprechen – da brauche ich nicht erst überlegen, ob das Maskulinum generisch gemeint war. Was ich bisher nicht wusste: dass ich auch häufiger explizit sagen sollte, dass ich es gut finde. Die Studienlage weist aktuell auch drauf hin, dass Mädchen sich eher in Berufen sehen, wenn die weibliche Form bei der Frage verwendet wird; die Lesbarkeit sinkt nicht durch gendergerechte Sprache und die neu eingeführte neutrale Formulierung in Schweden zeigt erste positive Effekte (ich traue Minkorrekt-Hörerinnen und -Hörern das Nachgoogeln zu).

      Danke, dass Ihr drauf achtet. Ich tue das auch vermehrt, seit ich podcaste (und da waren wir bei BldgAltEntf ja auch sehr von Euch beeinflusst). Vielleicht sind die Folgen dann 30s länger, das glaube ich aber nicht, denn als Frau spreche ich natürlich sehr schnell.

  2. Zu eurem Schwurbel der Woche:
    Mal abgesehen von der Frechheit, ne LED-Lampe als Wundermittel zu verticken – wie kommen die auf Diabetes Typ 4? Wenn ich der Wikipedia glauben schenken kann, wird der Begriff höchstens für die sogenannte Schwangerschaftsdiabetes verwendet (https://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaftsdiabetes). Das hat nichts mit amputierten Beinen zu tun, wahrscheinlich ein typisches “Was ist schlimmer als Typ II? TYP IV!!!”.
    Oder hab ich da was übersehen?
    Übrigens habe ich es immer noch nicht geschafft, ein Minkorrekt-Bingo zusammenzubekommen. Beim nächsten Mal müsst ihr nochmal über Dr. Das oder den ollen Jupp reden ;-)! Vielen Dank für die Folge.

  3. Mal unabhängig von der Wirkung von Homöopathie, was ihr ja diskutiert habt, wenn Wasser Informationen speichert dann alles: Dinopipi von vor 120 Mio Jahren, Koks und Medikamente was die Kläranlagen überlebt hat, jedes Industrieabwasser was je in den Rhein geflossen ist, Abwasser von Fukushima.

    Wenn das alles in dem Wasser gespeichert ist was bei mir aus dem Wasserhahn kommt, dann gute Nacht. 🙂

  4. Hi,
    Da Nicolas ja nun schon seit einiger Zeit daran knabbert, wie er mit Schwurblern/Leugnern/Flatearthern und sonstigen Verwirrten diskutieren und umgehen soll hier mal eine kleine Hörempfehlung dazu:
    Die Atheist Community of Austin (kurz ACA) hat seit über 15 Jahren eine Call-In-Show namens „The Atheist Experience“ in der sie mit größtenteils religiösen Anrufern diskutieren. Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, kann da mal reinhören. Die Hosts der Sendung schaffen es auf meist sehr zivile Art und Weise den religiös Verwirrten die Fehler in ihren Denkmustern aufzuzeigen.
    Die Gespräche sind inhaltlich natürlich auf einem etwas anderen Feld angesiedelt als die Homeopathie, aber die Art mit Irrationalität umzugehen sollte einigermaßen übertragbar sein. Die Sendung ist sowohl als Podcast, als auch bei YouTube abrufbar.

    Dann noch ein Gedanke zu der Homeopathie-Diskussion: Die Beweislast für die Wirksamkeit von Homeopathie liegt, wie schon von anderen ausgeführt, bei den Schwurblern. Das etwas nicht existiert, muss, bzw. kann nicht bewiesen werden. Das Teekannenbeispiel ist in diesem Zusammenhang eine schöne Analogie.

    Vielen Dank für euren Podcast, es ist mir immer wieder eine Freude.

  5. Hallo Reinhard,

    du hattest im Podcast nach Erfahrungen mit Interrail gefragt. Ich bin am Anfang des Jahres von Spanien zurück nach Deutschland gereist. An sich ist das eine schöne Sache, zumal ich das Ticket in einer Weihnachts-Promo Aktion günstiger bekommen habe. Was man in Spanien und Frankreich jedoch beachten sollte, sind die notwendigen Reservierungsgebühren für Schnellzüge. Diese liegen bei rund 10€ pro Zug (https://www.interrail.eu/de/reise-planen/reservierungen/reservierungsgebuhren). Dadurch werden Fahrten mit vielen Umstiegen schnell sehr teuer. Reservierungen für internationale Züge sind oftmals noch teurer. Im Nachhinein würde ich vorher vergleichen, ob Einzelfahrten preiswerter sind.

    Viele Grüße
    Joel

      • Hallo Reinhard,
        ich kann dir gern auch noch kurz etwas zum Interrail-Reisen erzählen. Dieses Jahr bin ich mit Frau und knapp zweijährigem Kind während unseres dreiwöchigen Sommerurlaubs per Interrail gereist. Insgesamt waren das fünf Strecken, wobei wir einen Teil auch außerhalb des Interrail-Tickets abgedeckt haben: Dresden – Freiburg – Provence (Frankreich) – Barcelona – Andorra – Dresden.

        Ich würde gern darauf hinweisen, dass man mit dem Interrail-Global-Pass in Deutschland nur einen Tag zum Rausfahren und einen zum Reinfahren nutzen kann. Bei eurer Lage wird das vielleicht weniger ein Problem sein, aber wir mussten quasi den Grenzübertritt von Freiburg nach Frankreich noch einmal separat bezahlen.

        Weiterhin ist die Nachtzugregelung spannend. Dort wird dann nur der Tag der Abfahrt als Fahrttag gerechnet. Wir sind von Andorra nach Paris mit dem Nachtzug gefahren. Das war ein spannendes Erlebnis auch für den Knirps. Zum Schlafen reichen die 6er Abteile vollkommen aus. Nur wenn alle darin viel Gepäck haben, wird es schwierig. Und wenn man wach ist, hat man auch nicht viele Optionen. Leider haben wir auf einen Zug deutlich verspäteten Zug warten müssen, so dass wir auf dieser Fahrt zwei Stunden später in Paris ankamen. Dafür haben wir dann auch online mit 5 Minuten Aufwand 25 % unserer Reservierungsgebühren erstattet bekommen. Nichts mit Fahrgastrechteformular. 😉
        Ansonsten kann ich das Nachtzugfahren aber voll empfehlen. Man kann da weite Strecke gut verschlafen.

        In den meisten Ländern muss man zwingend reservieren und Reservierungsgebühren für die Schnellzüge bezahlen. Das hat mich tatsächlich schon gestört. Das nimmt zum einen die Spontanität etwas weg, zum anderen wird es dadurch dann noch einmal teurer. Und leider ist das Verfahren auch nicht einheitlich. Teilweise kann man sich seine Online-Reservierung selbst über das Interrail-Portal klicken, zum Teil muss man warten, bis deren Büro sich darum gekümmert hat und das Ticket per Express aus Irland zugeschickt hat. Innerhalb Frankreichs haben wir die Züge direkt über das Portal der SNCF sowie innerhalb Deutschlands über die DB reservieren können, was am bequemsten und billigsten war.

        Und insgesamt fand ich das Reisen im Zug mit Kind auch auf dieser langen Distanz sehr angenehm und eigentlich recht entspannt. Mir fehlt aber auch der Vergleich, wie es mit PKW gewesen wäre.

        Wenn du noch konkrete Fragen hast, immer her damit und würde auch das Interrail-Reisen empfehlen, auch wenn es an manchen Stellen einfacher und spontaner sein könnte. 🙂

        Ob es sich auch für die relativ kurzen Wege von euch nach Benelux lohnt, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht gibt es da auch günstigere Möglichkeiten.

        Viele Grüße
        Carsten

        • Hallo Reinhard,
          ich kann dir gern auch noch etwas zum Interrail-Reisen erzählen. Ich bin mit meiner Tochter vor zwei Jahren mittels Interrail nach Schottland gefahren. Das hat Spass gemacht und hat auch alles wunderbar funktioniert. Sogar den Eurostar konnten wir benutzen, mussten allerdings, wie schon erwähntm dafür Plätze reservieren aber dafür ist der Nervenkitzel unter dem Meer zu fahren auch nicht schlecht. Es gibt AFAIK verschiedene Modelle was die Karten angeht je nachdem ob ihr an vielen Tagen fahren wollt oder nur mal hin und zurück kann das was ausmachen. Vielen Dank für eure tolle Arbeit! Gruß
          Rüdiger

  6. Hi ihr beiden. Ein kurzer Einwurf zur Homöopathie-Thematik:

    Obwohl ich inhaltlich komplett bei euch bin, finde ich die Superlativen mit der ihr die Relevanz dieses Themas überhöht, angesichts der aktuellen politischen Situation unangebracht. Ihr sprecht von einem No-Go. Ein No-Go ist es für mich, Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen oder in die Folterknäste, aus denen sie kommen, zurückschicken zu wollen. Ein No-Go ist, Maßnahmen zu blockieren, welche die Lebensgrundlagen für die nächste Generation erhalten sollen. Die Sonderbehandlung von Homöopathie nicht abschaffen zu wollen, ist sicherlich fragwürdig, aber auch nicht mehr.

    Ihr konstruiert die Relevanz des Themas aus einer Slippery-Slope-Argumentation heraus, das ist prinzipiell etwas sehr hypothetisches. Ihr behauptet, wer heute Homöopathie nimmt, leugnet morgen den Klimawandel. Ich kann genauso gut das Gegenteil behaupten: Wer Homöopathie nimmt, kanalisiert seine Irrationalität genau dorthin, wo sie niemandem ernsthaft schadet und sie selbst immerhin einen kleinen (Placebo-)Nutzen haben.

    Ich glaube, ihr überschätzt wie viele Gedanken sich die Leute dazu machen. Dass jemand etwas von Raumzeit und Quantenmechanik im Kontext von Homöopathie erzählt, ist meines Erachtens die absolute Ausnahme. Die allermeisten wollen bei Schnupfen oder Übelkeit einfach irgendwas einschmeißen, was im weitesten Sinne unter dem Label Medikament gehandelt wird. Natürlich ist es bedauerlich, dass diese Menschen kein reflektierteres Verhältnis zu ihrem Körper und zu Medizin im Allgemeinen haben und das evtl. auch noch bezahlt bekommen, aber keiner von denen wird schlagartig erleuchtet, wenn sich das Arzneimittelgesetz ändert. Im Zweifelsfall fangen viele Leute an, unnötigerweise Medikamente mit echten Wirkstoffen und echten Nebenwirkungen zu nehmen, was im Falle von Antibiotika sogar Nebenwirkungen für die ganze Menschheit wären, und Verstopfen die Wartezimmer von Ärzten oder Notaufnahmen mit ihren Leiden, die keine sind. Ein pragmatischer Politiker wählt hier vielleicht erst mal das geringste Übel, ungeachtet dessen wie er selbst zu Homöopathie steht.

    Wenn man mich konkret fragt, bin ich natürlich auch für die Abschaffung der Sonderbehandlung, aber das als wichtigstes Thema überhaupt in den Raum zu stellen empfinde ich als engstirnig und ignorant angesichts der sonstigen Probleme, die wir so haben.

    • Hi Til,
      ich verstehe deine Standpunkt, kann dir da aber leider nur teilweise Zustimmen. Für mich ist es ein sehr grundlegendes Problem wenn wir, lapidar gesagt, bei so Kleinigkeiten wie Homöopathie mal Fünf gerade eine lassen. Du sagst ja es z.B. dass es gerade größere Probleme gibt…ja das stimmt…aber wie willst du für diese Probleme argumentieren? Nehmen wir mal den Klimawandel. Ich könnte mich ja jetzt mal hinstellen und sagen den Klimawandel gibt es nicht, lasst uns neue Kohlekraftwerke bauen…Kohle wächst ja auch nach wie wir wissen. Ja das ist alles kompletter Schwachsinn und natürlich extrem überspitzt. Das Problem ist nur, dass wir hier keine Argumentationsgrundlage mehr haben wenn wir unser wissenschaftliches Weltbild einmal wissend über Bord geworfen haben.

      Lieben Gruß
      Reinhard

      • So sieht es leider aus. In meinem Umfeld sind die Überschneidungen von Leuten die Homöopathie zugeneigt sind mit denen die z.B. das Klima-Thema für übertrieben halten erschreckend hoch. Wenn man erstmal die Grenze der Wissenschaftlichkeit hinter sich gelassen hat, kommt da eben erstmal keine weitere mehr…

      • Zitat minkorrekt:”Nehmen wir mal den Klimawandel.”

        https://www.youtube.com/watch?v=kJiE_M9m_iY
        da macht Fabian Köster mit Frau Roth genau das gleiche… die BESTE Stelle des kompletten Beitrags.
        Erst Homöopathie ansprechen (ja, müssen wir in Ruhe disktuieren [als ob]), dann die Frage ob pro oder kontra Wissenschaft (es gibt so eine und so eine Wissenschaft…), aber das sagt ja auch die AfD mit dem Klimawandel – da ist die Roth sowas von aufgelaufen auf die Falle und weiß sich nicht anders zu helfen als zu sagen, dass Vergleiche mit der AfD unter die Gürtellinie gehen.
        Die Grünen werden Homöophatie nicht angehen, weil sie nicht deren eigene Wähler vergraulen wollen. Ich kenne genügende eher weibliche, finanziell eher gut gestellte Frauen die nicht erst seit 10 Jahren wählen (aber noch genug Jahre vor der Rentne haben) und pro Homöophatie (teilweise sehr weit fortgeschritten) sind und die Grünen wählen.

    • > Wer Homöopathie nimmt, kanalisiert seine Irrationalität genau dorthin, wo sie niemandem ernsthaft schadet

      … mal von dem ein oder anderen toten Kind abgesehen: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/internationales/mittelohrentzuendung-siebenjaehriger-tot-homoeopathie/

      > Die allermeisten wollen bei Schnupfen oder Übelkeit einfach irgendwas einschmeißen

      Die Haltung “da muss es doch was dagegen geben” führt dazu, dass gestandene Ärzte Homöopathie verschreiben. Ist mir erst passiert, als ich zwecks Krankschreibung zum Arzt ging, der mir dann ungefragt ein Rezept für sowas ausstellte. Gegen einen grippalen Effekt gibt’s halt nichts (und braucht es normalerweise auch nichts), aber die Erwartungshaltung der Patienten ist so und wer kein Rezept ausstellt, verliert dann den Patienten.

      > Wenn man mich konkret fragt, bin ich natürlich auch für die Abschaffung der Sonderbehandlung, aber das als wichtigstes Thema überhaupt in den Raum zu stellen empfinde ich als engstirnig und ignorant angesichts der sonstigen Probleme, die wir so haben.

      Auch hier ein massives Contra gegen den von dir vorgebrachten Whataboutism. Es gibt immer Schlimmeres neben dem gerade behandelten Thema, es deswegen unter den Tisch fallen zu lassen ist aber falsch. Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob jemand für sich entscheidet, statt Antibiotika ein Globulo einzuwerfen. Die Konsequenzen muss die Person dann ganz für sich alleine ausmachen. Leider ziehen diese Personen aber schnell Dritte mit rein und schaden diese, potentiell dauerhaft.

      • Nochmal der Versuch, meine Argumentation zu präzisieren, da sie scheinbar bislang überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wurde.

        Slippery-Slope-Argumente, wie ihr eins in Bezug auf die Homöopathie macht, sind grundsätzlich immer fragwürdig, da sie im wesentlichen auf Spekulation beruhen. Wenn ihr harte Fakten dazu kennt, dass Homöopathie-Anwender tatsächlich besonders empfänglich für z.B. Klimawandel-Leugnung, Impfgegnerschaft etc. sind, würde es mich freuen, mehr darüber zu erfahren. Nur dass ihr das glaubt, reicht mir hier nicht, die Relevanz des Themas zu belegen. Wenn jemand Globuli wie andere Kamillentee einnimmt, dann wissen sie im einen wie im anderen Fall nicht, ob und wie es wirkt. Hier besteht vielleicht ein Problem bzgl. irreführender Werbung (Stichwort: natürliche Medizin) und Profitgier der vertreibenden Unternehmen, aber bestimmt nicht im Bezug aufs wissenschaftliche Weltbild.

        > … mal von dem ein oder anderen toten Kind abgesehen: […]

        Ein zwei Jahre alter Fall aus Italien, ich bin mir unsicher, ob das die Dringlichkeit hinreichend gut demonstriert. Wenn du in ganz Europa suchst, wirst du über die Jahre sicherlich ein paar Fälle finden, wo Leute gestorben sind, weil sie zu spät zum Arzt gegangen sind, aus diversen Gründen. Das ist alles erst mal nur anekdotisch und belegt kein strukturelles Problem.

        > Die Haltung “da muss es doch was dagegen geben” führt dazu, dass gestandene Ärzte Homöopathie verschreiben. Ist mir erst passiert, als ich zwecks Krankschreibung zum Arzt ging, der mir dann ungefragt ein Rezept für sowas ausstellte. Gegen einen grippalen Effekt gibt’s halt nichts (und braucht es normalerweise auch nichts), aber die Erwartungshaltung der Patienten ist so und wer kein Rezept ausstellt, verliert dann den Patienten.

        Das ist eine korrekte Zustandsbeschreibung und ich finde diesen, wie bereits geschrieben, bedauerlich. An dieser Erwartungshaltung wirst du allerdings nichts ändern, indem du die Sonderbehandlung der Homöopathie abschaffst. Genau diese von dir beschriebene Situation wird in dem Fall eher verschlimmert, wenn die Ärzte anfangen, unnötigerweise echte Wirkstoffe zu verschreiben. In diesem Kontext:

        > Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob jemand für sich entscheidet, statt Antibiotika ein Globulo einzuwerfen.

        Antibiotika werden massenhaft unsachgemäß eingesetzt, wir werden uns noch ganz schön umgucken, was Antibiotika-Resistenzen angeht. In dieser Hinsicht wäre es also durchaus zu begrüßen, wenn in den entsprechenden Fällen Placebos statt Antibiotika eingenommen würden. Homöopathie ist lediglich ein Symptom eines größeren Problems im Gesundheitswesen bzw. dem Verhältnis von Menschen zu Medizin, aber aus einer persönlichen emotionalen Betroffenheit heraus genau hier den Hebel ansetzen zu wollen ohne Rücksicht auf Verluste ist ignorant.

        Am Ende muss jeder selbst entscheiden, inwiefern man sich politische Handlungsspielräume für wichtige Themen verbauen will, indem man andere als unverhandelbar positioniert, nachdem man sich deren Relevanz fadenscheinig hochgejazzt hat. Ich finde es auch unerträglich, dass Homöopathie so populär ist, aber zu glauben, man könnte mit einem Parteitagsbeschluss alle Menschen über Nacht ändern und dem deswegen alles andere unterordnen, führt genau nirgendwohin.

        • > Wenn ihr harte Fakten dazu kennt, dass Homöopathie-Anwender tatsächlich besonders empfänglich für z.B. Klimawandel-Leugnung, Impfgegnerschaft etc. sind, würde es mich freuen

          Ich kenne keine Studie, aber bezüglich Impfgegnerschaft kann man schon einen gewissen Zusammenhang sehen, wenn z.B. auf diversen Seiten, bei denen es um Homöopathie geht auch Informationen zu Impfungen zu finden sind. Mal am Beispiel https://www.naturheilkunde.co/selbstbehandlung/ohrenschmerzen/ (eins der Googleergebnisse nach dem konkreten, oben verlinkten Fall, wo ein Kind starb) wo ein Menüpunkt weiter über homöopathische Impfungen geredet wird.

          Die Korrelation Homöopathiesympathisant und Impfgegner habe ich auch in persönlichen Gesprächen regelmäßig angetroffen. Das stellt zwar keine wissenschaftliche Studie dar, sollte die aber mal gemacht werden, würde es mich jedenfalls nicht überraschen, wenn man das auch dort feststellen würde.

          > aber zu glauben, man könnte mit einem Parteitagsbeschluss alle Menschen über Nacht ändern und dem deswegen alles andere unterordnen, führt genau nirgendwohin.

          Ein Parteitagsbeschluß ändert vielleicht keine Menschen, würde aber nach außen den Standpunkt einer Partei zu einem Thema kommunizieren. Die Grünen können sich das aber im Prinzip auch sparen, da sie in Bayern ja schon gezeigt haben, wo sie stehen, als sie für die Durchführung einer Untersuchung stimmten, die feststellen soll, ob Globuli Antibiotika in Krankenhäusern ersetzen können.

  7. Zu Nicolas’ Jugendsprache (1:23:09): Erinnert ihr euch an die frühen Folgen, als Nicolas immer „Biittee!“ gezischt hat, wenn Reinhard „Scheiße“ gesagt hat? Das ist schon sehr lange nicht mehr vorgekommen. Nicht, weil Reinhard aufgehört hätte mit der Scheiße, sondern weil Nicolas selber damit angefangen hat. Ich glaube, Nicolas kann auch casual. Nichts anderes ist diese ominöse Jugendsprache, von der immer alle reden.
    Nicht ganz ernstgemeinter Bookmarktip dazu: https://sprachnudel.de

  8. Über den Umgang mit der Aussage, dass ein Schwurbel – wie hier z.B. Homöopathie – evtl. nur mit heuten Methoden nicht nachweisbar ist, habe ich in der Vergangenheit schon länger nachgedacht.

    Ich denke, der Trick, der einen Wissenschaftler hier in Erklärungsnot bringt, ist, dass zwei wesentliche Aspekte (bleiben wir mal bei Homöopathie) vermischt werden:
    Es mag ja sein, dass wir heute nicht verstehen, wie der WIRKMECHANISMUS von Homöopathie funktioniert (Information in Wasser? Engelsenergie? Strahlen von Aldebaraan? $SchwurbelDeinerWahl? …), das hat aber nichts damit zu tun, ob wir eine WIRKSAMKEIT (über den Placebo-Effekt hinaus) nachweisen können, also ob in einer sauberen Studie (doppelblind, …) tatsächlich Menschen/Tiere/Lebewesen geheilt werden.

    Sollte es der Homöopathie wirklich gelingen, eine WIRKSAMKEIT zu zeigen (was bisher in unzähligen Studien eben nicht funktioniert hat), dann können wir damit anfangen, uns zu überlegen, mit welchen technischen Mitteln oder Erkenntnissen wir uns auf die Suche nach dem WIRKMECHANISMUS machen könnten. Denn die WIRKSAMKEIT als solche (Menschen werden Gesund) wäre ja per Definition heute messbar bzw. nachweisbar – und das ohne Verständnis über den WIRKMECHANISMUS.
    Analog konnte auch in der Antike das Herunterfallen von Gegenständen (WIRKSAMKEIT der Gravitation) gemessen/wahrgenommen werden, ohne, dass der WIRKMECHANISMUS der Gravitation verstanden/gemessen/belegt werden konnte.

    Also, vergesst alle Diskussionen über WIRKMECHANISMEN (die können wir nicht gewinnen, da zu recht behauptet werden kann, dass wir ggf. heute nicht über die entsprechende Sensorik etc. verfügen, um diese zu messen) sondern fokussiert euch darauf, über die WIRKSAMKEIT von Homöopathie zu sprechen. Und so lange die nicht in sauberen Studien erbracht wurde, brauchen wir uns mit dem Thema nicht weiter wissenschaftlich zu befassen.

    • Hups, ich hatte zu schnell geschrieben, bevor ich den Block komplett zu Ende gehört hatte. Nicolas beschreibt ja inhaltlich genau den Punkt selbst noch. Mea Culpa! 🙂

  9. Eines frage ich mich bei diesen irrationalen Debatten um Homöopathie immer (und die Antwort mit der Wirksamkeit hätte ich ebenfalls gebracht). Sollte es stimmen, dass es deutlich mehr Dimensionen gibt als die, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können: wie steht es dann mit dem wissenschaftlichen Nachweis irgendwelcher Theorien, die damit zusammenhängen? Letztendlich sind die ja auch nicht zu überprüfen. Ist es dann nicht vielleicht sogar arrogant von der Wissenschaft, etwas zu negieren, was sich “nur” nicht nachweisen lässt? Die Frage beschäftigt mich schon länger und vielleicht mögt Ihr ja mal bei Gelegenheit darüber diskutieren (oder mir erklären, warum die Frage Quatsch ist). Wäre echt dankbar. LG

    • @Maasianer
      In der Physik geht es (unter anderem) darum, zu erklären wie die Natur funktioniert. Dazu werden zunächst Theorien aufgestellt und danach Experimente mit Messungen durchgeführt. Wenn die Messungen nicht den Vorhersagen der Theorie entsprechen, dann ist die Theorie offenbar falsch (oder zumindest nicht anwendbar, oder ungenau). Die Theorie muss also durch Messungen als falsch entlarvt (falsifiziert) werden können. Als Anforderung an die Experimente gilt, dass sie genau beschrieben und vor Allem mit gleichem Ergebnis wiederholbar sein müssen.
      Zum Beispiel kann man die Physik nach Newton in der Praxis prüfen:
      Wenn Du aus einem fahrenden Auto einen Ball heraus wirfst, dann addieren sich die Geschwindigkeiten des Wurfs und die des Autos.
      Leider stimmen diese Gesetzmäßigkeiten aber nicht mehr, wenn die Geschwindigkeiten in die Nähe der Lichtgeschwindigkeit kommen. Dort stimmt die Theorie nicht mit den Messungen überein. Die Theorie von Einstein schafft es aber auch in der Nähe der Lichtgeschwindigkeit die Messungen zu erklären. Möglicherweise ist die Theorie von Einstein auch falsch, aber wir haben noch kein Experiment gefunden, wo die Vorhersage der Theorie den Messungen widerspricht.
      Es gibt zahlreiche Theorien dazu, dass es mehr als die Dimensionen gibt, die wir wahrnehmen können (z.B. Multiversen). Aber wir haben auch keine Ahnung, wie wir diese Theorien widerlegen könnten – wir haben oftmals noch kein passendes Experiment dafür gefunden. Solange das so ist gibt es mehrere Theorien und keiner weiß, was wirklich ist. Da würde wohl auch kaum ein Wissenschaftler widersprechen.
      Wenn es mehrere Theorien gibt, die alle Messungen erklären, dann ist die Vermutung, dass die einfachere Theorie (z.B. die, die mit weniger Annahmen auskommt) wahrscheinlich die richtige ist.

      Bei der Homöopathie sagen die Messungen, dass sie genau so wirksam ist (und nicht mehr!), wie ein Placebo. Und die Wissenschaft soll jetzt herausfinden, wie Homöopathie funktioniert. Die Antwort ist, sie funktioniert genau wie der Placebo-Effekt!

      @minkorrekt
      Es wäre echt super, wenn Ihr mal ein Thema machen würdet, in dem Ihr ausführlich erklärt, was ist Wissenschaft, wie sind die Vorgehensweisen, was ist saubere Wissenschaft, was nicht.
      Und vor Allem: “Was ist methodisch inkorrekt?”

      LG

  10. *Dieser Beitrag wurde von der Redaktion (Reinhard) korrigiert aber inhaltlich nicht geändert*

    Dass Nicolas auf der einen Seite Schwurbel jeglicher Art kritisiert, aber gendergerechte Sprache (hier stand wie im kompletten Rest dieses Kommentars mal Gendergaga…ich war so frei diesen sehr abwertenden Begriff zu korrigieren. Wir können ja gerne diskutieren, aber dann bitte auf einem vernünftigem Niveau und mit einem vernünftigen Umgang. Lieben Gruß Reinhard) für unterstützenswert hält, ärgert mich. Neben Nähe zu esoterischem Gedankengut, prinzipienloser Kriegsunterstützung sind die Grünen für mich auch wegen gendergerechter Sprache unwählbar. Wer sich mit soviel Unsinn aufhält, der wird keinen Klimawandel bremsen.

    Wer behauptet, dass Gleichberechtigung wegen grammatischer Eigenheiten der deutschen Sprache verhindert wird, der ist entweder ziemlich gedankenlos oder unreflektiert. In der DDR war man dem Hörensagen nach deutlich weiter mit Gleichberechtigung als in der BRD. Dabei wurde in der DDR auch Deutsch gesprochen und zwar ohne gendergerechte Sprache. Englisch dürfte den meisten Lesern nicht ganz fremd sein. Im Englischen gibt es nahezu keine geschlechtsspezifischen Begriffe. Ausnahmen sind z.B. actress, waitress, princess, aber die Regel sind geschlechtsneutrale Begriffe: teacher, physicist, engineer, medic etc. Ist der Anteil an Frauen in typischen Männerberufen also höher? Nein. Es gibt viele Sprachen, in denen sprachlich nicht zwischen weiblichen und männlichen Personen unterschieden wird: Japanisch, Türkisch, Ungarisch um nur drei zu nennen. Es gibt nicht einmal eine Korrelation zwischen Gleichberechtigung und genderneutraler Sprache. Man kann trotzdem extrem sexistisch sein und handeln. Ursprünglich gab es auch im Deutschen keine weiblichen Formen. Die Endung -in wurde irgendwann zusätzlich eingeführt. Man kann daher auch den Standpunkt vertreten, dass die weibliche Bevölkerung durch die Sprache bevorzugt behandelt wird. Man kann aber auch feststellen, dass das vermutlich eine dumme Idee und überflüssig war. Denn da wo es wirklich von Belang ist, kann man immer ein Attribut wie weiblich oder männlich mitgeben. Leider hat man die Ausnahme zur Regel gemacht und hat nun ein generisches Maskulin. Andererseits hatte damit bis vor ein paar Jahren niemand ein Problem. Vermutlich war die Bildung da noch besser und die Menschen wussten, dass das generische Maskulin inklusiv ist. Man wusste auch, dass grammatischenls Geschlecht und biologisches Geschlecht wenig bis nichts miteinander zu tun haben. Warum ist sonst ein phallischer Gegenstand wie eine Kerze weiblich, ein Stab aber männlich? Mir tut jeder Sprachfremde leid, der sich die Geschlechter deutscher Wörter merken soll. Denn dafür gibt es kein System. Gleichzeitig bemerkt jeder Muttersprachler hier sofort Fehler, was es Migranten unnötig schwer macht, nicht aufzufallen. Fehler in der Sprache führen intuitiv sofort dazu, dass man eine Person weniger intelligent einschätzt. Wollte man Diskriminierung aufgrund von Sprache bekämpfen wollen, müsste man sie vereinfachen und nicht unnötig verkomplizieren. Das hat man auch erfolgreich in den letzten Jahrzehnten getan. Kennt überhaupt noch jemand die komplizierten Regeln fürs Trennen, das ß, das Zusammenschreiben, die bis in die 1990er galten?

    Ganz schlimm ist natürlich auch Denglisch wie Barkeeperin oder Userin. Bardame klingt vermutlich zu anrüchig, genauso wie das “obszöne” Friseuse, die ja als Friseurin viel seriöser wirkt und deswegen bestimmt doppelt so viel verdient. Und Benutzer klingt natürlich viel zu sehr nach Deutschtümelei.
    Gendergerechte Sprache schafft einfach nur einen Nebenschauplatz und doktort an Symptomen herum. Die Zeit und Energie könnte man besser für sinnvolle Analysen und Maßnahmen für Gleichberechtigung investieren. Darüberhinaus vergrault man so auch Menschen statt Mitstreiter und Sympathisanten zu gewinnen.

    Zuletzt aber nicht geleased: Ausdrücke wie “stiefmütterlich behandeln” sollte man vermeiden, wenn man nicht durch Sprache diskriminieren möchte. Stiefmüttern per se zu unterstellen, sie seien schlechte Mütter ist ziemlich mies. Meiner Meinung nach richten solche Sprachbilder mehr Schaden an als jedes generische Maskulinum.

    • Um es kurz zu machen, Studien widersprechen dir. Gendergerechte Sprache hat Einfluss auf die Wahrnehmung von Geschlechterrollen.
      Hättest du denn ein Problem mit dem generischen Femininum?

      • Ein generisches Feminium, wäre sicherlich das kleinere Übel im Vergleich zu den anderen Varianten. Dass man es nicht braucht, zeigen zahlreiche Sprachen auf der Welt. Das Thema gendergerechte Sprache ist schon sehr alt, so dass es mir schon vor 20 oder mehr Jahren übel aufgestoßen ist. Damals breitete sich neben der Zweigliederung (“Schülerinnen und Schüler”) das Binnen-I (“SchülerInnen”) aus. Tatsächlich war einer meiner Gedanken damals, das Feminium zur Normalform zu machen, weil ich diese Verhunzung und Aufblähung der sowieso schon nicht sehr kompakten deutschen Sprache als lästig empfand. Leider hat man es nicht so gemacht, sonst hätte auch der Letzte längst verstanden, dass das nichts bringt. Das war übrigens lange bevor Begriffe wie gender oder political correctness in aller Munde waren.

        Trotzdem spricht bis heute quasi niemand so. Man findet diese Formen fast nur in schriftlicher Form in offiziellen bzw. öffentlichen Texten. Das ist für mich ein starkes Indiz, dass es auf das Denken wenig Einfluss hat. Denn dass ein Lehrer (zumindest in der Grundschule) oder ein Kindergärtner grundsätzlich weiblich ist, dass wissen wir aus Erfahrung unabhängig von grammatischen Befindlichkeiten. Ab und zu mal gendern, so wie Nicolas es vorschlägt, finde ich besonders unklug. Auf der einen Seite schwächt man damit den Status des generischen Maskulinums, auf der anderen Seite ist man nicht konsequent, sodass sich Frauen dann zurecht ausgeschlossen fühlen dürfen. Bei Bezeichnungen wie Feuerwehrmann oder Kaufmann bin ich durchaus dafür einen neutralen Begriff zu finden, der nicht “mann” enthält. Allerdings bezweifle ich, dass diese Begriffe entstanden sind, um zu diskriminieren. Das waren früher schlichtweg nur Männer.

        Dass es Studien gibt, ist schön und gut, aber die haben Schwurbler auch. Schlechte Studien gibt es wie Sand am Meer. Wenn man alle Studien ignorierte, die nicht zwischen Korrelation und Kausalität unterscheiden, bliebe nicht viel übrig. Was sagen denn diese Studien zur Türkei, Ungarn, Japan oder den USA? Ich frage mich, warum ausgerechnet diese vorgeblich weltoffenen und belesenen Menschen einen derart offensichtlichen Tunnelblick haben.

        Allerdings finde ich es interessant, wie altmodisch hier argumentiert wird, so als ob Alice Schwarzer noch immer die führende Feministin wäre. Mit männlich und weiblich kommen wir nicht sehr weit. Es gibt viel mehr Geschlechter und Geschlechtslose bzw. Geschlechtsvariable. Längst steht in jeder Stellenausschreibung “(m/w/d)” – männlich, weiblich, divers. Aber nicht etwa, weil die HR-Abteilung genderneutrale Feministinnen (finde den Fehler) wären, sondern weil sie nicht verklagt werden wollen. Glaub mir, mit dem falschen Sternzeichen bekommst du die Stelle sowieso nicht.

        Habt Ihr noch nie von Professx Lann Hornscheidt gehört? So muss gender!

        https://spiegel.de/article.do?id=965843

        Ein viel einfacherer Weg zu Gleichbehandlung wäre also, dass man sein Geschlecht aus der Geburtsurkunde streichen lässt und auf die männliche Anrede besteht.

        Interessant auch, dass nahezu ausschließlich nur in positiven Kontexten gegendert wird. Verbrecher_Innen, Täter_Innen, Faschist_Innen habe ich noch nie gelesen. Aber angeblich begehen Frauen ja auch weniger Straftaten. Das liegt dann offenbar daran, dass sie sich von der kriminellen Szene sprachlich ausgegrenzt fühlen. Ein generisches Femininum würde zu deutlich mehr Straftaten durch Frauen führen und weniger durch Männer. Letztlich bin ich überzeugt, dass diese gendergerechten Errungenschaften den Klimawandel nicht überdauern werden. Für mich ist die Beschäftigung mit gendergerechter Sprache gesellschaftliche Prokrastenie.

        Zum Schluss noch: Ich bin absoluter Verfechter von Gleichberechtigung und genau deshalb weder Feminist, Maskulinist und schon gar kein Befürworter vermeintlich gendergerechter Sprache, hinter der nichts anderes als ein billiges Prinzip der Sorte “Teile und Herrsche” steckt und im schlimmsten Fall geheuchelte Sprachkosmetik ist.

      • Warum sollte man ein Problem mit dem generischen Femininum haben, nur weil man das Gendern ablehnt?

        Ich habe kein Problem damit, dass man mich mal als Bürokraft, als Abteilungsleitung und nun als Geschäftsführung tituliert. Alles Feminina und ich bin männlich…

        Du gehst von falschen Annahmen in Bezug auf unser Genussystem aus. Genus ist nicht Sexus.

        “Geschlechterrollen” gibt es nicht (mehr). Dieses Weltbild war schon vor 20 Jahren zumindest in D veraltet. Aber jetzt wird damit argumentiert…

    • > Englisch dürfte den meisten Lesern nicht ganz fremd sein. Im Englischen gibt es nahezu keine geschlechtsspezifischen Begriffe.

      Jeder Begriff hat aber ein Geschlecht, auch wenn es in den typischen Sätzen nicht zum Vorschein kommt.

      Schon länger wird in englischen Fachbüchern einfach pauschal die weibliche Form verwendet, zumindest in den regelmäßig von mir verwendeten (Softwareentwicklung, Administration). Das erste mal, ist mir das schon vor über 20 Jahren aufgefallen.

      > Ursprünglich gab es auch im Deutschen keine weiblichen Formen. Die Endung -in wurde irgendwann zusätzlich eingeführt. Man kann daher auch den Standpunkt vertreten, dass die weibliche Bevölkerung durch die Sprache bevorzugt behandelt wird.

      Ich weiss nicht, wann sie eingeführt wurden, aber eventuell war das zu der Zeit, als Frauen berufstätig in Erscheinung getreten ist. In Deutschland war es bis in die 70er Jahre auch noch erforderlich, vom Ehemann die Erlaubnis einzuholen, bevor eine Frau eine Arbeit annehmen durfte.

      > Fehler in der Sprache führen intuitiv sofort dazu, dass man eine Person weniger intelligent einschätzt.

      Ähm… nein? Wenn klar ist, dass es sich um eine Fremdsprache für den Betreffenden handelt, der mit mir redet, führt das eher zu Respekt, dass sich jemand die Mühe macht. Das ist jedenfalls die Reaktion, die mir gegenüber in Italien und anderen Ländern entgegen gebracht wurde, als ich vor mich hinradebrecht habe.

      • “> Ursprünglich gab es auch im Deutschen keine weiblichen Formen. Die Endung -in wurde irgendwann zusätzlich eingeführt. Man kann daher auch den Standpunkt vertreten, dass die weibliche Bevölkerung durch die Sprache bevorzugt behandelt wird.

        Ich weiss nicht, wann sie eingeführt wurden, aber eventuell war das zu der Zeit, als Frauen berufstätig in Erscheinung getreten ist.”

        Mit diesem -in wurde die Zugehörigkeit zum Mann verdeutlicht.
        Bäuerin war die Frau des Bauern, auch (eher selten) wenn sie nichts mit dem Feld und den Tieren zu tun hatte..

  11. Die Schwurbler erklären sogar Diabetes falsch, ich als Typ 1 Diabetiker kann nur sagen, dass Typ 1&2 Diabetes volkommen unterschiedliche Krankheiten sind (nur mit ähnlichen Symptomen) und von typ 4 hab ich in den 15 Jahren in denen ich Diabetes habe noch nie etwas gehört😂😂. Und das Risiko für Amputationen ist bei Typ 1 auch noch höher als bei 2. Die reisen aber auch echt alles aus dem Zusammenhang für ihre Werbung. Und kommen immer wieder mit Diabetes ist heilbar um die Ecke…
    Sorry für die Aufregung und viele Grüße
    Stefan

  12. “Christian sagte am November 20, 2019 um 21:30 : ” Christian for president. Volle Zustimmung.

    Ich habe euren Podcast erst jetzt entdeckt (verlinkt von dem mega Podcast Freakshow). Dabei bin ich schon Podcasthörer seit ein paar Jahren und habe eure Show schon mal im Netz gesehen.
    Diese Folge hat mich so begeistert, dass ich einen Dauerauftrag einrichten werde.

    Einzig was ich gerne ungehört hätte war der Teil mit Grudeinkommen +- 2 Minuten. Irgendwie unnötig. Für linksversiffte Ideen sind schon andere Podcasts zuständig. Nicht ihr auch noch… Bitte… (Ich meine: Müll wegfahren kann jeder, einen Menschen operieren wenige)

    Eure Show würde ich gerne live erleben. Warum seid ihr nicht in Süddeutschland unterwegs (2x Stuttgart habe ich verpasst, wie wäre es mit München im Deutschen Museum)?

    Jetzt muss ich mir Zeit nehmen euren durohr Kanal anzuschauen. Ich hoffe dort ein paar Nachmachexperimente zu finden, die ich einem Erstklässler zeigen kann (Macht auch bitte was für Kinder)

      • Dann reduziere ich meine großzügige Spendenbereitschaft und überweise halbjährlich nur die Hälfte meiner angedachten Jahresspende.
        Dann bekommt ihr nur noch ein Viertel. Das ist hart, aber so bin ich….

        🙂

          • Smiley nicht gesehen?

            Außerdem habe ich eine kleine Logikaufgabe in meinem Post versteckt. Diese meine Intention hätte klar werden lassen sollen…

            Hat der Cafe nicht geschmeckt oder im Streß gewesen?

            Ihr werdet nie 100% den Geschmack Aller treffen. Mir sind ein paar LGV Kommentare lieber als Dumpfbackenhetze aus dem anderen Lager.

  13. Moin,
    schöne Sendung! Nur eine kleine Anmerkung zum Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren. Ihr habt von 25% gesprochen. Das stimmt allerdings nur für kleine Motoren, welche in ungünstigen Bereichen betrieben werden. Z.B. ein PKW im Stadtverkehr. Je nach Größe kann ein Diesel im stationären Betrieb im optimalen Bereich z.B. einen Wirkungsgrad zwischen 40-50% erreichen.

    LG

  14. Hi,
    bitte seid mir nicht böse.
    Aber mit der Genderei seid ihr meiner Meinung nach einem Schwurbel aufgesessen.
    Beim Gendern wird Sexus und grammatisches Genus gleichgesetzt. Was schon bei der Löwe, die Schnecke, die Katze, der Hund, das Haustier… irgendwie nicht passt. Dann wird gern die Endung -er vermieden. Eine Form des generischen Maskulinum.
    Diese leitet sich aus der lateinischen Endung -arius (m.)/ -aria (f.) ab. In unserer Sprache blieb das -ar (Bibliothekar) bzw. -er übrig. Die Endung -us und -a die auf das Sexus hinweisen wurden getilgt und genau so nutzen wir unsere Sprache eigentlich auch. Weil es in der Sendung vorkam nutze ich einfach mal “Lehrer” um es zu verdeutlichen.
    1. Lena ist der beste Lehrer der Schule.
    2. Lena ist die beste Lehrerin der Schule.
    Variante eins lässt nicht zu, dass Tom besser ist, im zweiten Fall allerdings schon.
    Probieren wir das gleiche mit Tom:
    1. Tom ist der beste Lehrer.
    2. Tom ist der beste männliche Lehrer.
    Beim ersten Beispiel ist Tom der beste Lehrer. Im zweiten Beispiel wird ausgedrückt, dass es sich um einen männlichen Lehrer handelt und Lena besser sein könnte, indem “männlich” auch direkt genutzt wird.
    Es ist nur ein Beispiel um zu verdeutlichen, dass das generische Maskulinum, genau so wie das generische Femininum (Schulleitung) nicht auf das Sexus des Subjekts hinweist und durch das Gendern weitere Exklusionen enstehen.
    Auf der anderen Seite finde ich den Hinweis auf die Sonderzeichen in den Texten absolut valide. Diese sind schwer Barrierefrei zu gestalten. Für Blinde sind diese Texte unbestreitbar eine Herausforderung. Fand ich ein wenig schade, dass dieser Punkt belächelt wurde. In meinem Berufsfeld habe ich auch immer wieder mit der Nutzung der leichten Sprache zu tun, die sich mMn überhaupt nicht mit dem Gendern vereinbaren lässt.

    Ein weiterer Punkt der mich extrem stört ist “die Sichtbarmachung der Geschlechter”. Ich setze mich sehr dafür ein, dass wir mit unserem Geschlecht bitte so umgehen, wie wir auch leben: Wir verhüllen es. Würde ich mein Geschlecht ständig “sichtbar” machen, hätte ich ganz schnell eine Auseinandersetzung mit dem Gesetz…

    Das Gendern zur “Gerechtigkeit” führt, mag ich vor dem Hintergrund, dass z.B. im Türkischen gar kein Genussystem vorhanden ist, doch stark bezweifeln.

    Schaut euch noch mal die “Studien” zum generischen Maskulinum an. Derartige suggestiv gestellte Fragen, wären sonst nirgends erlaubt..

    Ich weiß, dass ihr es nur gut meint, aber geht es den Homöopathen nicht genau so?
    Vielen Dank für euren Podcast, bis auf die Genderei höre ich mir alles gern an 😉

    • Ich kann der Argumentation nicht folgen.
      “Lena ist der beste Lehrer der Schule” ist einfach falsch, außer Lena ist der Vorname eines Mannes. Andernfalls ist sie eine Lehrerin. Auch und gerade im üblichen Sprachgebrauch. Wenn die Aussage wäre: “Von allen Lehrern der Schule ist Lena die beste” könnte ich noch partiell mitgehen.
      Außerdem lässt “Tom ist der beste Lehrer” eben auch offen, ob es nicht eine bessere Lehrerin gibt.

      Gerade bei Berufsbezeichnungen o.ä., den denen es eine gebräuchliche Form mit -in gibt, ist das “generische Maskulinum” eben ein Maskulinum und erzeugt somit im Kopf erstmal das Bild einer männlichen Person. Schwurbelig ist da überhaupt nix.

      Das Argument zur Barrierefreiheit und Sonderzeichen (/in, *in, _in) kann ich nachvollziehen, wenn auch technisch lösbar, wenn man die Vorlesesysteme entsprechend umsetzt.

      Ich bin in meinem Sprachgebrauch dazu übergegangen, häufig die männliche und die weibliche Form relativ beliebig aber bewusst auszutauschen. Also quasi das Femininum mit -in ebenso “generisch” zu verwenden wie das Maskulinum. Funktioniert für gesprochene Sprache eigentlich ganz gut und stört den Sprachfluss auch nicht sonderlich. Und die leichte Irritation, die es bei bestimmten Leuten erzeugt, ist auch ganz hilfreich 😉

      • “Ich bin in meinem Sprachgebrauch dazu übergegangen, häufig die männliche und die weibliche Form relativ beliebig aber bewusst auszutauschen. Also quasi das Femininum mit -in ebenso “generisch” zu verwenden wie das Maskulinum. Funktioniert für gesprochene Sprache eigentlich ganz gut und stört den Sprachfluss auch nicht sonderlich. Und die leichte Irritation, die es bei bestimmten Leuten erzeugt, ist auch ganz hilfreich 😉”

        Ich nutze Sprache um Informationen auszutauschen. Dir hat man den Umgang mit der deutschen Grammatik offenbar ziemlich versaut.
        Lena ist der beste Lehrer (der Schule). Ist richtiges und gebräuchliches Deutsch. Dieses -in hat mal die Zugehörigkeit zum Mann ausgedrückt. Bäckerin, Bäuerin… waren die Frauen der Bauernund Bäcker. Also wird hier auf eine ganz böse patriachale Konstruktion zurückgegriffen.
        Wer eine richtige Grammatik benutzt hat eben keine Lust “Irritationen zu erzeugen” sondern möchte Information übertragen.
        Aber dieser “Irritationenquatsch” passt leider genau in die Genderideologie. Tuider spricht von Verwirrung…
        Auch dieses “Im Kopf das Bild einer bla” wenn ich von einem Betrachter rede, dann ist das einzig wichtige, dass dieser Mensch sich etwas betrachtet. Wenn du dir drum herum um noch einen Menschen inklusive Geschlecht “mitdenken” musst, dann sind derartige Grammatikverdrehungen und Redundanzen wichtig. Es gibt aber auch noch Unirritierte.

        • “Dir hat man…”, “…ganz böse patriachale…”, “Genderideologie”, “Verwirrung”, “Unirritierte”.
          Eine wirklich angenehm sachliche Diskussion auf der Ebene der reinen Informationsübertragung.

          Vielen Dank für diese schöne Demonstration dessen, was ich mit meinem letzten Satz meinte!

      • “Also quasi das Femininum mit -in ebenso “generisch” zu verwenden.”

        Ich habe letztens ein Paper gelesen wo statt der üblichen “bei der männlichen Form sind auch … ” Floskel drin stand das sie absichtlich beide Formen austauschbar nutzen.

    • Das ist ein kitzeliges Thema und ich habe lange überlegt wie ich es am besten formuliere ohne in Zynismus zu verfallen. Wolfram hat es geschafft und spricht mir aus der Seele – Selbst bei der Formulierung “Schwurbel”
      Im Grunde genommen sollt meine Aussage mit der Wolframs mehr oder weniger übereinstimmen, wenn auch anders formuliert.

      Vorab: Ich bin mit einer Feministin verheiratet, mir/uns ist es egal welches Geschlecht, Hautfarbe, Orientierung oder ähnliches mein gegenüber hat, solange er/sie/es nett ist und/oder seinen Job macht.

      Die explizite Trennen von männlich und weiblich ist offenkundig Sexismus.

      Wie schon angemerkt gibt es Sprachen wie Spanisch oder Italienisch, bei denen ist das Geschlecht dem Wort als Endung angehängt ist.
      Andere Sprachen arbeiten unter Umständen mit Markierungen, im Deutschen wird üblicherweise die weibliche Form markiert.

      Beispiel “Lehrer”:
      EIN Lehrer (unmarkiert) ist eine Person (männlich oder weiblich) die anderen etwas beibringt.
      DER Lehrer (unmarkiert) ist ein männlicher Lehrer
      DIE Lehrerin (markiert) ist ein weiblicher Lehrer

      Bei “Lena ist die beste Lehrerin der Schule” wird hier eindeutig von Lena gesprochen, sie ist als Frau also “Lehrerin” (markiert). Bei “Von allen Lehrern der Schule ist Lena die beste” wird von der Gruppe der Lehrer gesprochen, und die Markierung von “Lehrerin” auf den Artikel “DIE beste” verschoben.

      Es geht hier um eine einzige individuelle Eigenschaft, nämlich das Lena einen sehr guten Job macht, unabhängig davon was das Geschlecht, die Hautfarbe oder das Lieblingsessen der Kollegen ist – Lenas Person wird mit der wahrscheinlich grundlegendsten Eigenschaft nach „Lena ist ein Mensch“ beschrieben.
      Man kann die Person Lena weiter beschreiben, beispielsweise daß sie immer gut gelaunt ist und/oder auf dem Weg zur Schule gerne Musik von Cannibal Corpse hört: „Die immer gut gelaunte Lena ist die beste Lehrerin der Schule“

      Tauschen wir Lena gegen Uli aus, fügen persönliche und gruppenspezifische Eigenschaften ein und ignorieren das Geschlecht:
      “Uli mag Pizza und ist ??? beste Lehrer?? der Schule”.
      Und der Satz „Uli mag Pizza und ist ??? beste Lehrer?? unter den rechtshänder Lehrer?? und den linkshänder Lehrer?? der Schule“ enthält plötzlich irrelevanten Informationen.

      Es geht nicht darum, ob sie die beste unter der Gruppe der Lehrerinnen (Frauen) oder besser ist als die Gruppe der männlichen Lehrer, sondern sie ist die beste von allen Kollegen (Lehrern).

      Wenn Lenas Kollege Tom der beste Lehrer mit der beschränkenden Eigenschaft „männlich“ oder „rechtshänder“ ist (es ist also möglich, dass es bessere weibliche/linkshändige Lehrer wie Lena gibt) müssen wir natürlich entsprechend umformulieren und auf diese zusätzliche Eigenschaft, neben „macht einen tollen Job“ hinweisen hinweisen.
      „Tom ist der beste männliche Lehrer der Schule“ klingt zwar nicht schön, passt aber genau wie „Tom ist der beste rechtshändige Lehrer der Schule“.

      Wenn man sich mal die „Studien“ über das „generisches Männerbild“ anschaut, welches angeblich bei der althergebrachten Sprechweise aufgebaut, wird sehen, dass diese These in etwa so gut belegt wird wie die heilende Wirkung von Homöopathie (über den Placeboeffekt hinaus).
      Darüber hinaus hatte ich diesbezüglich ein längeres Gespräch mit einer befreundeten Psychologin, die (stark verkürzt) das Problem an anderen Stellen sah.
      Es scheint also eher fraglich als „richtig und wichtig“ bei der Sprache explizit zwischen Männern und Frauen zu unterscheiden.

      Ohne ins Absurde abdriften zu wollen, denken wir mal weiter und merken, dass auch praktizierte geschlechtsspezifische sprachliche Trennung, angenommen sie sei die richtige Form, nicht korrekt angewendet wird:
      Laut Verfassungsgericht müssen Stellenanzeigen genderneutral gehalten sein, was auch Personen betrifft die weder männlich noch weiblich sind (Gesucht wird eine Lehrkraft (m/w/d)).
      Dies müsste sich auch in der Sprache widerspiegeln, das passiert jedoch nicht.

      Ja, auch wenn sich in den letzten Jahren einiges getan hat, gibt noch Probleme bezüglich der Gleichstellung. Den Fokus wird auf diesen Nebenkriegsschauplatz zu verlegen scheint mir eher schädlich zu sein.

      Zur Frage von Nicolas und Reinhard im Podcast:
      Bisher habe ich die explizite sprachliche Trennung nach Geschlecht als Quatsch belächelt, es fängt aber zunehmend an mich ernsthaft zu nerven.

      • “Bisher habe ich die explizite sprachliche Trennung nach Geschlecht als Quatsch belächelt, es fängt aber zunehmend an mich ernsthaft zu nerven.”

        Jup so geht es mir auch und deswegen versuche ich immer sobald dieses Thema aufkommt etwas dazu (dagegen) zu sagen.

        Es ist mittlerweile ein Graus, dass mich Kollegen zum Gendern hin verschlimmbessern. Im allgemeinen Genderdiskurs wird immer wieder davon gesprochen, dass jeder seine Sprache sprechen soll und es auf gar keinen Fall ein Diktat zum Gendern gibt. Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall und diejenigen die dieses Diktat durchsetzen, merken es leider nicht, welche Übergriffe sie in diesem Zusammenhang begehen.
        Die angehenden Lehrer müssen in ihren Arbeiten immer von SuS schreiben (wenn sie diese Abkürzung nutzen möchten), welches für Schülerinnen und Schüler stehen soll. Wofür nutzen wir Abkürzungen um sie dann sexualisiert wieder zu verlängern?!

        MMn muss man dem Gendern etwas entgegensetzen. Es geht leider von einem völlig falschen Weltbild aus und lässt dieses: “[…]mir/uns ist es egal welches Geschlecht, Hautfarbe, Orientierung oder ähnliches mein gegenüber hat, solange er/sie/es nett ist[…]” gar nicht erst zu.

  15. Hier nur mal eine kleine Frage zum “wording” in der Wissenschaft. Ihr habt die Stringtheorie eine Theorie genannt. Ist die Stringtheorie nicht eher eine Hypothese? Eine Theorie ist doch, wenn ich mich recht entsinne, etwas gesichertes.
    Also zum Beispiel wäre dann die Relativitätstheorie (egal welche) eine Theorie, während die Stringtheorie (z. Bsp. aufgrund fehlender Nachweise durch Experimente) lediglich eine Hypothese ist.
    Oder irre ich mich hier?

    Und während ich das schreibe, beginne ich zu finden, dass ihr wenig so Zeugs wie Stringtheorie, dunke Materie, schwarze Löcher und Co berichtet.. Aber vielleicht fasziniert das ja nur mich als Nicht-Physiker… 😉

    LG

  16. Moin,
    ich war vorhin auf change.org um eine meiner Meinung nach “sinnvolle” Petition zu unterstützen.
    Dabei viel mir auf wie viele, sagen wir mal “weniger sinnvolle” Petitionen da laufen, die thematisch zu diesem Podcast passen.

    Ein paar Beispiele (mit teilweise erschreckend hoher Beteiligung):
    https://www.change.org/p/b%C3%BCndnis-90-die-gr%C3%BCnen-rettedeinehom%C3%B6opathie-petition-an-b%C3%BCndnis-90-die-gr%C3%BCnen
    https://www.change.org/p/bundespr%C3%A4sident-frank-walter-steinmeier-sagen-sie-nein-zu-zwangsimpfungen-in-deutschland
    https://www.change.org/p/bundesnetzagentur-stop-5g-netzausbau
    Und noch von Björn Lucke:
    https://www.change.org/p/lieber-ein-milligrad-w%C3%A4rmer-als-um-eine-halbe-million-arbeitspl%C3%A4tze-%C3%A4rmer

    Die Kommentare dort zu lesen tut stellenweise echt weh.

  17. Hallo ihr Lieben,

    ich mag eure Überlegungen zur Einstellung zu anderen Berufen und der Neugieride reinzuschnuppern. Ich bin von Beruf Dolmetscherin und komme an viele verschiedene Arbeitsplätze und kann in den beruflichen Alltag vieler Leute/Branchen reinschnuppern. Das ist nicht nur total spannend (ich nenne es immer meine persönlichen Lach- und Sachgeschichten), sondern führte mich auch sehr bald zu genau der Überlegung wie du, Nicolas, sie erwähntest. Ich wurde auf gewisse Art milde und erwäge meist die Umstände, warum etwas so ist wie es sich darstellt. Oft bin ich dann diejenige, die bei anderen versucht Verständnis und Nachsicht zu erwirken. Klar bin ich auch mal ungeduldig usw., aber meistens denke ich an den Hintergrund den etwas haben kann. Es kann etwas nervig sein, ich neige dann auch zu raschen Problemlösungsvorschlägen, weil ich wenig Lust auf langes und allgemeines Gemecker habe, das ist mir zu destruktiv. Alternativ halte ich es je nach Situation auch mal damit einfach mal still zu sein, anstatt in nicht aufzuhaltendes Gemecker zu unterstützen.

    Das an den Arbeitsplatz von vielen Leuten kommen bietet auch Einblick in Einstellungen usw., ich finde es immer sehr schade, wenn ich auf Leute treffe die im Klage-Sumpf als selbst empfundene Angestellten-Opfer versunken zu sein scheinen und nur noch unzufrieden oder auch absichtlich untätig oder schädigtend tätig sind. Als Freiberufler kann ich mir nicht vorstellen wie man das freiwillig mit sich macht oder machen lässt und bin dann auch froh, dass ich wieder gehen darf. Die Welt könnte ein freundlicherer Ort sein, wenn diese unsinnige Art der Unzufriedenheit reflektiert würde. Das würde sich so gut auf die Gesellschaft (Wirtschaft und Wahlergebnisse) auswirken.

    Danke für diesen schönen Denkansatz für alle Hörer! Und einer von mir: wenn man nicht zufrieden ist, bitte arbeitet daran und wenn es etwas ist, das ihr nicht beeinflussen könnt, macht euren Frieden damit.

    Herzliche Grüße

  18. Hey ihr Süßen,
    vielen Dank für die tolle Sendung. Je eine Anmerkung und Frage dazu:
    1.) Vorsicht! Auf deepl.com sind Tracker von google-analytics.com, CSS von googleapis.com und Fonts von gstatic.com eingebunden. Ohne entsprechende Vorkehrungen versorgt man Google dort also auch mit Daten(, wie leider auch auf vielen anderen Webseiten). Also bitte nicht einer falschen gefühlten Google-Freiheit verfallen.
    2.) Wie stabil ist denn das “unsinkbare” Metall aus Thema 2?
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass es mit den Lufteinschlüssen bei gleicher Materialdicke dieselbe Stabilität erreichen würde. Wenn man dieselbe Menge Metall nimmt wie bei gewöhnlicher Metallverarbeitung, hat man vermutlich immer noch eine geringere Stabilität bei etwas erhöhter Dicke, oder? Exakte Zahlen bzw. Verhältnis-Angaben fände ich äußerst interessant. Vielleicht wisst ihr ja was.

    Danke und viele Grüße 🙂

  19. Moin,
    es gab ja ein bisschen Diskussion um das 2000 in Blume 2000. Durch Zufall habe ich neulich mal gehört, dass 2000 ist ein Bezug auf die alte Postleitzahl von Hamburg, die vor der Umstellung 2000 war.

    LG

  20. Moin,
    ich würde gerne an der Stelle noch einwerfen, dass auch der Wissenschaftsbegriff und die Beschäftigung mit Homöpathie historisch gewachsen sind. In ein paar Themen habt ihr die historische Genese von Ideen (unsinkbare Titanic, wusste man damals nicht besser, heute lernen die Kinder früher englisch, war bei uns anders) ja schon angesprochen. Ich bin inhaltlich voll auf Eurer Seite, was die Homöpathie angeht, bin aber immer skeptisch, ob das in Bausch und Bogen verdammen der Anhänger*innen so zielführend ist. Auch die Grünen sind in historisch bedingten Umfeldern aufgewachsen/entstanden. Gerade in den 1960er und 1970er Jahren herrschte ein Technik- und Zukunftsoptimismus, der von einer wissenschaftlichen Planbarkeit ausgegangen ist. Das betrifft sowohl sozialwissenschaftliche Ansätze als auch z.B. Atomkraft und (bis heute) die Wirtschaftswissenschaften. Damit ist die Gesellschaft spätestens in den 1980er Jahren “auf die Schnauze” gefallen. (Inflation, Ölpreisschock, Massenarbeitslosigkeit, AIDS, Atomkriegsangst, etc.) Das führte dazu, dass es Protestbewegungen gab (Anti-Atomkraft, Friedensbewegung, Umweltbewegung), aber natürlich auch Flucht in Okkultismus, Esoterik, etc. Man könnte jetzt überspitzt formulieren, dass die Homopäthie von einer (aus der Perspektive der Zeit) verständlichen Wissenschaftsskeptik profitiert hat. Und die Leute, die diese Erfahrung mitgemacht haben, sind natürlich dieser “Subkultur” erhalten geblieben. Daher finde ich die Idee, Wissenschaftsbild (dazu gehören ja nicht nur die Naturwissenschaften…) am Bsp. Homöopathie zu diskutieren, gar nicht so verkehrt, auch wenn Reinhard natürlich recht hat und das erstmal ein Abschiebebahnhof ist. Aber ich möchte dafür werben, die Genese zu verstehen.

    Zum Thema gendern, weil das hier im Blog gerade viel kommentiert wird: Ich habe für mich festgestellt, dass ich, wenn ich an “Historiker” denke (mein Fach), an ältere Männer mit Jackets und Ellenbogenschoner denke und nicht an Frauen. Dass ich bei Zwangsarbeitern an Männer denke und nicht an Frauen, die in großer Zahl Zwangsarbeiterinnen waren. Et cetera. Von daher versuche ich nach Möglichkeit zu gendern und das auch so konsequent durchzuziehen, wie es mir möglich ist. Danke, dass Ihr das auch macht.
    (Alternativ ein Experiment: Sprecht die nächsten 45 Folgen doch immer nur von Frauen: Hörerinnen, Forscherinnen etc. Es wird ja sicherlich niemanden meiner Geschlechtsgenossen stören, wenn er mitgemeint ist. Oder?)

    Viele Grüße und bitte hört nicht mit dem Realtalk auf.
    Jan

    • “mitgemeint” ist eine der schlimmsten Wortkonstruktionen.
      Werden immer Arme und Beine mitgemeint, wenn wir vom Menschen sprechen? Dieses Beispiel könnten wir weiterführen, bis wir nicht mehr Zweibeiner zum Menschen sagen dürfen…
      Im Deutschen wird nie etwas mitgemeint und das Geschlecht wird einfach nicht benannt, wenn es nicht benannt wird.
      Warum sollten wir unsere Sprache derart sexualisieren?

  21. Hi,
    Reinhard hatte gefragt, wie man nur von solchen Schwurblern Geld annehmen könne. Für mich ist ganz klar, dass es wissenschaftliche Studien geben sollte, mit dem Ziel herauszufinden ob an Wasserverwirbelung etwas dran ist oder nicht. Und wenn die Firmen selbst dafür zahlen – wieso nicht?
    Wichtig ist, dass es methodisch korrekte Studien sind, an denen nicht herum manipuliert wurde.
    Umgekehrt: Wenn es keine Wissenschaftler gäbe, die das untersuchen, dann könnte man die Schwurbelei ja auch nicht als solche entlarven!

    Gruß,
    Christoph

  22. Wow ! Weil die Diskussionen zwar immer noch recht zivilisiert, aber für dieses Format etwas aus dem Ruder zu geraten scheinen:

    Konstruktiv diskutieren und sachliche Argumente austauschen: gut
    Sich von jedem Kommentar triggern lassen: eher kontraproduktiv
    Drohen: ganz schlecht
    Allgemein sollte man Religion und Politik, nicht nur bei Partys, meiden.

    Ich vermute ich bin nicht der Einzige der den Podcast unter anderem so schätzt, weil Nicolas und Reinhard es geschafft haben sich, üblicher Weise, an diese allgemeinen Regeln halten, Themen und Botschaften nur selten durch eine (kontroverse) Meinung zu färben und trotzdem persönlich zu bleiben.
    Ebenso sollten wir Hörer uns so verhalten – was, wenn ich das richtig einschätze, glücklicher Weise hier auch die Regel ist.

    Andere, auch kontroverse Meinungen finde ich persönlich an sich erst mal interessant, dabei bin ich aber vor allem an den Gedankengängen dahinter interessiert…vielleicht ist ja sogar was dran.
    In den letzten Jahren hat sich diesbezüglich, zumindest Gefühlt, die Phrasendrescherei durchgesetzt (“Wer heilt hat recht”, “Chemtrails sind richtig und wichtig”, etc), echte Begründungen bis auf Behauptungen wie “Mir hat’s geholfen” oder “Chemtrails sind Realität” höre man dafür immer seltener. Zunehmend werden Meinungen auch ungefragt gestreut, gerne auch aggressiv – ist das eine Schwurbeltaktik ?
    In meinem Umfeld fingen/fangen nun mehrere Personen, deren Meinung und Expertise ich sehr schätze, ebenfalls damit an ihre unterschiedlichen, teils radikalen Ansichten durch leeren Phrasen zu stützen und keine Alternativen zulassen.
    Warum schreibe ich das ? Zum einen möchte ich diese Beobachtung teilen und hoffe das wir es besser machen.
    Zum anderen ist es manchmal vergeudete Energie nach Argumenten zu suchen und besser einfach kopfschüttelnd zu gehen.

    • Es ist die Frage was Du erreichen möchtest.
      Wenn ausreichend viele Menschen allgemein Politik und Religion als Thema meiden, dann sind erfolgreich zwei neue Tabus etabliert.
      Meiner Erfahrung nach sind Tabus für eine Gesellschaft eher suboptimal. Daher würde ich kein Thema generell vermeiden.
      Viel interessanter sind ja auch die Gespräche, in denen nicht Meinung A gegen Meinung B debattiert wird, sondern in denen Probleme und mögliche Lösungsansätze diskutiert werden.

      Klar mag es vergeudete Energie mit unbelehrbaren zu diskutieren, andererseits vermindert es die Gefahr, dass wir zu einem Volk der Mitläufer werden.

      “Meine Meinung steht fest! Bitte verwirren Sie mich nicht mit Fakten.”

      • @Christoph:
        Ja, wir sind einer Meinung und Du rennst offene Türen ein !

        Ich vermute der Unterton nicht angekommen und Du dich an “…nicht nur auf Partys meiden” störst:
        Soll heißen, dass man nicht stets, ständig und unter allen Umständen jedes Thema auf den Tisch legen sollte.

        Es gibt Situationen, z.B. Partys (gelöste Stimmung, angetrunkene Gäste, alle haben Spaß) oder Kommentarspalten/Foren (stockender Austausch, die wenigsten lesen alles, fehlende Mimik) bei denen man es (meiner Ansicht nach) besser für den Moment lässt.

        Extreme sind allgemein sehr schnell ein Problem, das gilt für zerreden, tabuisieren und natürlich vieles mehr.
        Alle(s) gleichzuschalten ist illusorisch, es wird immer gesellschaftliche Extreme geben die akzeptiert müssen/sollten. Die Herausforderung ist, wie Du schon sagtest, diese nicht die überhand gewinnen zu lassen, um uns beispielsweise nicht „ein Volk der Mitläufer“ oder zuckerkügelchenschluckender Kranker werden zu lassen.

        Ernsthaft mit einem Fanatiker zu Diskutieren bringt erfahrungsgemäß schlicht einfach nichts…und glaub mir, ich bin geübt – die Schilde sind sofort oben, Fakten verpuffen und es werden Phrasen geschwungen.
        Natürlich kann man es versuchen, aufs Beste hoffen und aus gemachten Fehlern lernen.
        Die Frage ist, ob und was man erreichen will, ob sich das Wert ist und ob diese oder eine andere Strategie erfolgsversprechender ist.
        So oder so, nehme ich jeden Tip dankbar an.

        “Schwurbler” (toller Begriff) sehe ich übrigens als eine Untergruppe der “Fanatiker” und diese setze ich nicht mit “hat eine gefestigte/fundierte Meinung” gleich – mit letzteren konnte ich eigentlich immer gut reden. Es liegt die Vermutung nahe das Fanatiker davon überzeugt sind, sie hätten nur eine gefestigte/fundierte Meinung, das ist jedoch ein anderes Thema.
        Irgend jemand setzte mal Fanatismus mit Pseudoreligion(en) gleich. Persönlich fand ich den Vergleich aus verschiedenen Gründen ganz treffend.

        Ich bin sicher wir könnten noch viele viele wertvolle Idee, Erfahrungen und Kritiken austauschen, aber das bequatsche ich lieber bei einem Bier als hier 🙂

  23. Von diesem Podidingsbums hatte ich zum Glück noch nicht gehört. Für mich sind dss einfach nur Trittbrettfahrer oder gleich Parasiten.

    Leider hat Dezentralität seit Facebook immer weniger stellenwert und man opfert alles der Bequemlichkeit auf Nutzerseite und der Reichweite auf Anbieterseite. Zum Einen gibt man einigen Wenigen dsmit sehr viel Kontrolle und Daten, zum Anderen ist man dadurch auch nur einer von vielen und andere beherrschen Clickbait trotz dünnerer Inhalte vielleicht besser.

    Dass Ihr Spotify so kritiklos gegenüber steht, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Felix von Leitner stellt das mit freiwilligen Teilnahme etwas dar:

    https://blog.fefe.de/?ts=a3443563

  24. Moin!

    Zu erst sei einmal gesagt, dass Overleaf bestimmt ein toller Service ist und wenn Ihr die Gelder dafür bekommt: viel Spaß!

    Als alternative zum gemeinsamen Arbeiten an einem (großen) Latex Dokument bietet sich Git und Github (oder Gitlab oder…) an. Letztlich ist Latex mehr Quellcode als Schriftdokument und eignet sich deshalb sehr gut um mit Git versioniert zu werden.

    Gleichzeitig könntet Ihr dann die Booklets als OER auf Github/lab veröffentlichen (wenn das die Uni erlaubt?) und andere Leute könnten die Sachen forken bzw. beitragen!

    Hier noch ein paar Links die mir zu dem Thema eingefallen sind:
    – Git lernen
    * https://www.schlosser.info/git-latex-versionieren/
    * https://www.youtube.com/watch?v=BCQHnlnPusY
    – VSC https://code.visualstudio.com/insiders/
    * mMn der beste Editor/IDE die es zur Zeit gibt, super personalisierbar und mit
    Extensions auf alle Bedürfnisse anpassbar. Sehr gute Git integration etc.
    * Für Latex empfehle ich die Extensions Latex-Workshop und Latex-Utilities,
    ersetzt damit für mich TexStudio/Maker.
    – yLatex – https://github.com/HarveySheppard/yLaTeX
    * Eine Sammlung an sehr hübschen Latex Klassen für verschiedene Uni-
    Anwendungen
    * Für die Booklets könnte infoBulle besonders interessant sein, sind schicke
    Hinweis/Warn/Merk-Boxen

  25. Wenn niemand darauf hingewiesen hätte, hätte ich wohl gar nicht weiter auf gendergerechte Sprache geachtet. Soviel zu meiner Aufmerksamkeit.
    Kurz: ich kann es nicht nachvollziehen, sich dadurch gestört zu fühlen.

  26. Terraforming Mars, hach…ja, dieses Spiel hat sich in unserer Spielrunde auch als Dauerbrenner festgefressen. Hab es damals, als es aufgrund Mangels für weit über 100€ auf eBay gehandelt wurde, für viel zu viel Geld gekauft, aber das Spiel ist inzwischen so oft gespielt worden, dass sich die Investition gelohnt hat. Die AddOns sind auch einen Blick wert, zumindest das Venus-AddOn und das mit den Kolonien haben wir regelmäßig im Spiel.

    In 2 Stunden kommen wir allerdings nie durch – unter 4 geht nix, eher 5. Wir draften aber auch die Projekte (kann ich als Regeloption wärmstens empfehlen, das fügt ein ganz neues Konkurrenz-Element hinzu, so ala “eigentlich brauch ich das Projekt hier nicht, aber ich nehm es jetzt, sonst geht es weiter an den Nachbarn für den das vermutlich der Oberhammer wäre”) und spielen ab der Hälfte des Spiels massiv strategisch, und zwar alle – heißt, jeder braucht ewig zum Überlegen und Züge durchrechnen, aber keiner kann sich deswegen beschweren, weil’s ja jeder macht ;-).

    Das Spiel ist in meinen Augen eines der Top-Brettspiele der letzten Jahre, zusammen mit Pandemic Legacy (1 und 2).

  27. Zu Terraforming Mars:
    Meines Erachtens nach das overhypteste Brettspiel der letzten Jahre. Zunächst ist die Produktionsqualität den Preis nicht wert. Bis auf dem Spielplan sind das alles Billigkomponenten.
    Zum Spiel (und ich habe bestimmt 30 Partien gespielt). Nach den ersten 2 Spielen fühlt es sich toll an. Oh Strategie, Oh Wissenschaft, Oh komplex….
    Dann aber merkt man schnell, dass es eigentlich nur purer Zufall ist. Hoffe, gute Karten zu bekommen. Nach den ersten 5 Runden ist in 90% der Fälle klar, wer gewinnt. Es existiert keinerlei Spielerinteraktion außer etwas Streit um Positionen auf der Map. Auch im Draftmode (Karten aussuchen und weitergeben) ist der Zufallsfkator so hoch, dass Strategie und Taktik in den Hintergrund rücken.
    Ich werde regelmässig bei Spieletreffen für diese Meinung gehasst, aber das beste an Terraforming Mars war, dass ich es verkaufen konnte.

    Wenn es ein Mars Game sein soll, haltet ausschau nach “On Mars” – das kommt in Kürze raus.

    Ich persönlich stehe eher auf Spiele wie “Twilight Imperium 4”, “Gaia Project”, 18xx in denen der Zufall vernachlässigbar ist

    • Gegen die Theorie, dass es ein Glücksspiel ist, spricht, dass in meiner Runde 80% der Spiele (dürften auch so 30 gewesen sein inzwischen) von einem Spieler gewonnen wurden. Und zwar auch vor dem draften schon (genaugenommen haben wir wegen ihm angefangen zu draften, weil wir dachten, das Glückselement reduzieren zu müssen – aber der Typ gewinnt immer noch 4 aus 5 Spielen, und das gegen Spieler die ebensoviele Partien gespielt haben. Und es ist auch nicht so, dass er immer mit derselben Strategie gewinnen würde, nein, er gewinnt mit einer, mit der ein anderer ihn zuvor erfolglos versucht hat, zu besiegen). Der Typ ist schlicht der beste Stratege, wenn es drum geht, in jedem Spielzug die richtige Balance aus Kurzzeit- und Langzeit-Investments zu finden und aus den gegebenen Karten die besten Kombinationen rauszuholen.

  28. Moin,
    bevor sich hier niemand für für Nicolas Forschung interessiert 😛 …
    … habe ich da ein paar Fragen zu:
    Wir hören von euch seit Jahren von toller Forschung und dazu wie lange (gute) Forschung dauert. Dazu gehören unter Anderem die Zeitangaben von der Einreichung über das Peer-Review bis hin zum Veröffentlichungsdatum in den entsprechenden Journalen.
    Was sich bei den Papern nicht/schwer herausfinden lässt ist, wie viel Zeit/Geld in die Forschung geflossen ist.
    Da du (Nicolas) dich gerne und viel mit (Arbeits-)Zeitmessung befasst, kannst du hier (exemplarisch) eine GROBE Angabe machen, wie viel Zeit in dieses Paper geflossen ist und ggf. auch wie teuer das für den Steuerzahler war?

    Ich sehe die Antwort direkt selbst als schwierig an, weil “verfälschende Annahmen” getroffen werden müssen:
    – Die Menschen, die Forschen sind gegeben (Investition in Ausbildung wird nicht gezählt).
    – (Bedampfungs-)Maschienen sind generell vorhanden.
    – Büroräume hätten auch bei Forschung ohne erfreuliches Ergebnis (“misslungener Forschung”) bezahlt werden müssen.
    – Werden auch SHK-Bachelor-/SHK-Master-/Doktor-Stellen mit einberechnet?

    Letztlich, um das vorweg zu nehmen, kann der Geldbetrag hier m.M.n. nicht “zu hoch” sein. 😉
    Dennoch interessiert mich die Einschätzung 🙂

    • Ergänzung zur Aufführung der Annahmen:

      – Zeiten in denen man nicht bezahlt wird (zuhause unter der Dusche / auf dem Rad / beim Kochen) aber dennoch gute Ideen hat.
      Quasi “nicht erfasste Arbeitszeit”.

  29. Zum “Genderwahnsinn” gab es bei Holgi und Florian vor einigen Folgen auch eine heftige Diskussion in den Kommentaren, die die beiden dann aber leider nicht fortgeführt haben.

    Meine Meinung: Wenn man das Gefühl hat, dass man mit “Studenten”, “Hörern” usw. die weibliche Teilmenge ignoriert, dann kann man ja “Studierende”, “Hörende”, “Wissenschaffende”, “Forschende” usw. sagen…
    Aber jetzt die weibliche Form wie “Physikerinnen” als “allumfassend” zu nutzen, ist meiner Meinung nach auch falsch. Und auch dieses langgezogene “Binde-i” oder wie man das nennt (“PhysikerInnen”) kann irritieren, da man es manchmal nicht hört und der Eindruck erweckt wird, dass es nur um Frauen geht (falls in der Forschungsgruppe mind. 1 Mann dabei war, könnte der sich ja übergangen fühlen).

    Und zu guter letzt: Zumindest in meiner “Bubble” gibt es keine Frau (aus verschiedenen Altersgruppen), die sich übergangen fühlt, wenn der “männliche Plural” verwendet wird….

    P.S: Jetzt kriege ich vermutlich gleich einen auf den Deckel, aber ich kann es nicht anders formulieren: Ich habe den Eindruck, dass seit der massenhaften Nutzung von Social Media die vermutlich(?) sehr kleine Menge von “Motzenden” viel zu laut gehört wird und (zumindest in manchen Fällen) ungerechtfertigterweise berücksichtigt wird. In Stellenanzeigen gibt es jetzt “m/w/d”, es wird über Frauenquoten diskutiert (in Firmen, in politischen Gremien,..), vermutlich bald über eine “Diverse-Quote” und was ist, wenn eine vierte und fünfte Minderheit eine Berücksichtigung einfordert? Soll es dann für alles Quoten geben? Besser wäre doch eine “Nominierung” nach Qualifikation, unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit… ich hoffe einfach, dass sich das spätestens beim altersbedingten Ausscheiden der “alteingesessenen Herren” aus solchen Gremien dann durchsetzen wird….

  30. @Nicolas: Thema 1 das Problem dass das Material hydrophob ist. Ich habe das umgangen, indem ich im Vakuum mit Wasser geflutet oder nachträglich evakuiert habe. Dann sollte die Oberfläche vollständig benetzt sein, den die Luft ist dann weg.

  31. Für alle Interessierten ein paar Hintergrundinformation zum Thema Moore aufstauen aus landwirtschaftlicher Perspektive.
    Vom Grundsatz der CO2 Produktion und des Klimawandels ist da defintiv nichts einzuwenden.
    Es gibt Hoch- und Niedermoore, wobei Hochmoore Regenwassergespeisst sind und sich nur auf Niedermooren entwickeln können. Aufgrund des exterm geringen pH-Wertes (3-4) ist eine landwirtschaftliche Nutzung praktisch ausgeschlossen. Teilweise wurden in Europa dünnere Schichten Hochmoor abgetragen, um das darunter liegende Niedermoor landwirtschaftlich nutzen zu können.
    Niedermoore sind im Endeffekt ehemalige Teiche/Seen, welche über Jahrtausende organische Substanz angereichert haben, bis diese organische Substanz sich soweit aufgebaut hatte, das der See kein See mehr war. Daher sind Niedermoore in der Regel auch sehr flach. In einem nicht entwässerten Niedermoor können, aufgrund des Grundwasserstandes von 0cm unter Bodenoberkante, nur sehr wenige Pflanzen überleben (die meisten Pflanzen nehmen im Wurzelbereich Sauerstoff auf welcher über die Luft aufgenommen wird, daher sollte immer etwas Luft im Boden vorhanden sein). Nicht entwässerte Moore sind zwar natürlich, aber selbst unter einem ökologischem Gesichtspunkt nicht zwingend optimal, da mit einem Grundwasserstand von ca 30cm eine deutlich größere Artenvielfalt herrscht.
    Für eine landwirtschaftliche Nutzung (Grünland) wird ein Grundwasserstand von ca 60-90cm angestebt. In so einem Fall hat man einen Ausgleich der Interessen der Landwirte der landwirtschaftlichen Nutzung sowie eine Minimierung des CO2-Ausstoßes.
    kurz gesagt:
    Ein Moorboden besteht im Endeffekt aus abgestorbenem organischem Material (Pflanzen und Lebewesen) welches unter Luftabschluss nicht zu Humus umgesetzt werden konnte. Bei einer Absenkung des Grundwasserstandes wird das organische Material umgesetzt (von fleißigen Bodenlebewesen) und so werden die darin gebundene Nährstoffe frei gesetzt welche von den Pflanzen genutzt werden können.

    Eine pauschale Aufstauung der Moore ist leider nicht so einfach möglich. In die Vorfluter (Entwässerung der Moore) wird idR auch das Regenwasser von versiegelten Flächen eingeleitet. Zum anderen gibt es noch andere Bodentypen, welche Grundwasserbeeinflusst sind und entwässert werden.
    So ist zB. im östlichen Hügelland (Catena im Bereich der Ostseeküste in Schleswig-Holstein) ein Niedermoor häufig mit einem Gley vergeselschaftet.
    Ein Gley ist zwar auch ein Grundwasserbeeinfluster Boden, hat aber im Gegensatz zum Moor keinen besonders hohen Gehalt von organischem Kohlenstoff. Daher ist eine Entwässerung idR sinnvoll um die Böden landwirtschaftlich nutzen zu können. Die Entwässerung der Moore und Gleye ist nicht getrennt.

    Desweiteren gibt es viele im östl. Hügelland viele kleine “Gründe”, dies sind kleinere Senken welche teilweise einen Anmoorigen (erhöhter Gehalt an organischem C, gerigne Mächtigkeit dieser Schicht, unter 30cm) Boden haben und (im Falle der landwirtschaftlichen Nutzung) bei zu hohem Grundwasserstand auch entwässert werden. Dieses Wasser wird über die gleichen Vorfluter abgeführt, über welche auch das Wasser der Moore abgeführt wird.
    Generell sind die einzelnen Moore im östl. Hügelland auch relativ klein, da aufgrund der Stauchmoränen der letzten Eiszeit die Böden sehr klein strukturiert sind.

    Eine komplette Aufstauung der Vorfluter ist daher nicht sinnvoll und auch nicht zielführend. Es müsste eine neue Entwässerungsinfrastuktur geschaffen werden, sodass versiegelte Flächen, Gründe oder Gelye entwässert werden können. Bei der Entwässerung der Moore müsste man eine Steuerung einbauen, welche für einen optimalen Grundwasserstand sorgt.

    In anderen Regionen, in welchen einzelne Moore mit über 1.000ha Größe existieren, ist eine Umsetzung solcher Maßnahmen natürlich deutlich schneller, kostengünstiger und hat einen deutlich größeren Effekt.

    Ich hoffe ich habe einige Interssierten noch ein paar Einblicke gegeben welche Probleme mit einer Aufstauung der Moore auf uns zu kommen.

  32. Zum Thema Lehrer*Innen an Förderschulen, ja klar gibt es die körperlichen Aspekte die Ihr beschreibt und die sind nicht ohne. Viel häufiger höre ich aber davon das die Schicksale der Kinder die Lehrer*Innen wirklich fertig machen. In dieser Schulform findet man halt häufig Kinder die in der zweiten Klasse schon Dinge erlebt haben die man seinem schlimmsten Feind nicht wünschen würde.

  33. Ich hab gerade den Teil über Schwurbel, Wissenschaft und Experiment gehört und dabei mir ist dabei aufgefallen was mir persönlich schon öfter in solchen Diskussionen irgendwie aufgefallen ist, was ich aber nicht auf den Punkt bringen konnte:
    “Normale Leute” wissen nicht wie eine aussagenlogische Implikation funktioniert.

    Für Leute die regelmäßig auf formalen Niveau logisch Argumentieren müssen (speziell Mathematiker, Informatiker oder Philosophen) ist klar das “Wenn A dann B” oder auch “A impliziert B” bedeutet “A gilt nicht oder es gilt B” (nicht exklusives oder).
    Vor allem wissen diese Leute, dass man das nicht einfach umkehren kann.
    Also macht man gerne den Fehler daraus das man beobachtet das B gilt, zu schließen das A auch gelten muss.

    Genau dieses Konzept spielt aber eine zentrale Rolle wenn wir über Experimente und deren Resultate reden.

    Angenommen wir würden mal die komplett zufällig gewählte Theorie postulieren: “Schwurbelwasser bildet besondere Eiskristalle.”

    Angenommen wir machen also das Experiment:
    (Angenommen) Wir nehmen ein paar Proben Schwurbelwasser.
    (Ja das Experiment ist hier schon Mist, weil keine Vergleichprobe, aber spielt einfach mal mit.)
    (Angenommen) Wir frieren die Proben ein und tatsächlich sind die Kristalle im Schwurbelwasser irgendwie besonders.
    (Angenommen) Das Ergebnis ist von uns und anderen genau so konsistent reproduzierbar.

    Viele Leute würden so ein Resultat sehen und daraus schließen: Ja das Wasser verhält sich besonders, also ist an dem Schwurbel was dran.
    Aber das ist ja eigentlich aber genau falsch herum.

    Unsere Ursprüngliche Implikation sagt: “Schwurbel funktioniert nicht, oder wir sehen besondere Kristalle”. (auch hier nicht exklusives oder).
    Zum leichteren Verständnis schauen wir mal auf die Liste aller möglichen Fälle in denen die Implikation gilt:
    1. Wir sehen besondere Kristalle und der Schwurbel funktioniert nicht
    3. Wir sehen besondere Kristalle und der Schwurbel funktioniert
    2. Wir sehen keine besondere Kristalle und Schwurbel funktioniert nicht

    Der einzige Fall in dem eindeutig irgendetwas feststeht, ist wenn wir keine besonderen Kristalle beobachten können.

    Also müsste man das Resultat anders formulieren:
    Wir haben besondere Kristalle gesehen, also besteht die noch die Möglichkeit das Schwurbel funktioniert.
    Das macht auch Sinn, denn für den Fall das Schwurbel nicht funktioniert lässt uns die Definition der Implikation die Möglichkeit offen, dass es andere Effekte gibt die zu besonderen Eiskristallen führen.
    Sinnvollerweise müsste man jetzt weitere Variablen identifizieren, und weitere Experimente machen um deren Einfluss ausschließen zu können.

    Das einzige Ergebnis bei dem wir direkt aufhören können weitere Experimente zu machen und sofort ein definitives Ergebnis haben, ist wenn sich gar keine besonderen Eiskristalle bilden. (Fall
    In dem Fall kann Schwurbel gar nicht funktionieren.

    Das so ein negative Ergebnis, der einzige Fall ist in dem wir sofort und ohne weitere Experimente eine definitive Aussage über unsere Theorie treffen können, ist für viele Menschen leider im ersten Moment etwas unintuitiv.
    Oder umgekehrt, dass ein positives Ergebnis nur ein erster Schritt ist und nicht zwangsläufig bedeuten muss das die Theorie stimmen muss ist leider oft genauso schwer zu vermitteln.

    Besonders spannend an diesem Thema finde ich das man damit den Bogen zurückschlagen kann von “Wie funktioniert Wissenschaft?” hin zu formalen Diskussionen mittels (Aussage)Logik und Axiomensystemen die ja eigentlich aus der Philosophie kommen.

  34. Hallo Reinhard,

    kannst du mir einen Gefallen tun? Bitte sprich nicht mehr von Mükrometern (oder ähnlichem), das tut in den Ohren weh… Du sagst ja auch nicht Mükroskop 😉 Ansonsten: Supergenialer Podcast!

    Viele Grüße
    Matthias

    • Auf moorfutures.de wollte ich auch gerade hinweisen. So ein Zertifikat ist vielleicht auch ein schönes Geschenk, bevor man wieder sinnlosen Kram hektisch zu Weihnachten einkauft.

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