Minkorrekt Folge 140 “minkorrekt4future”

Folge 140 vom 26.03.2019

Der Planet geht den Bach runter und die junge Generation geht Freitags auf die Straße um für ihn zu kämpfen. In den letzten Wochen haben Sie dabei Unterstützung aus der Wissenschaft gekommen. Mit scientists4future haben sich über 23.000 Wissenschaftler hinter die protestierende junge Generation gestellt, bestätigt deren Sorgen und macht die Dringlichkeit einer nachhaltigen Klimapolitik deutlich. Die gesamte Bundespressekonferenz zum Thema findet ihr Dank Tilo Jung unter diesem Link. Die Zusammenfassung von Tilo gibt es hier.

Zum gleichen Thema hat die AFD angefangen einen abstrusen “Fragebogen” zu verteilen der nicht nur wissenschaftlich nicht haltbar ist, sondern sich aktiv gegen wissenschaftliche Erkenntnis richtet. Eine gute Analyse dieses “Klimaquiz” findet ihr im Blog Klimalounge.

Ein weiteres Thema das sowohl uns als auch große Teile der jungen Generation bewegt ist die geplante EU-Uhrheberrechtsreform. Selten wurde Lobbyismus und der Generationenkonflikt bei einem Thema so deutlich wie Artikel 13. Den empfohlenen Beitrag von Puls findet ihr hier und hier ist das Interview mit Axel Voss von heute+.

Thema 1:Der Zugvogel in unserem Kopf” – In unserem Gehirn finden sich winzige magnetische Partikel. Könnte das ein Hinweis auf einen eventuell vorhandnen Sinn für magnetische Felder sein?

Thema 2:Mehr als 1.21 Gigawatt!?!” – Manchmal kann man mit großen Messgeräten Sachen messen mit denen man so nicht gerechnet hat. Der Myonendetektor Grapes-3 konnte zum Beispiel nachweisen wie viel elektrische Energie in einer Gewitterwolke enthalten ist.

Experiment der Woche: „Blau Rot sehen“ – Die Farbkombination rot blau wirkt irgendwie komisch. Warum das so ist erklären wir euch heute in unserem Experiment.

Musik:Strange Charm: A Song about Quarks” schuld ist Fwschpa-Willi

Chinagadget der Woche: “Fizz-Saver

Thema 3:Liebe ist Duft” – Unser Geruch beeinflusst uns bei der Partnerwahl stärker als wir denken. Allerdings zeigt sich bei Gesellschaftlichen Zwangsbedingungen, dass unsere Soziale Komponente diese biologische Ausstechen kann.

Thema 4:Der 6 Millionen Dollar Baum“ – Künstliche Photosynthese kann bei bestimmten Aufgaben mittlerweile effektiver sein als das Vorbild aus der Natur.

Schwurbel der Woche:  Lernpaket freie Energie da wir auf so einen Schwachsinn keinen Affiliatelink setzen wollen hier der Link zu Reinhards neuem Buch.

Tourtermine: Feiert mit uns die Wissenschaft live! Unser Tourplan ist erstmal vollständig und es sind noch einige Termine dazu gekommen.

Rausschmeißer: “I Wanna Be An Engineer – (Billionaire Geeked Out Mix) by: Only Won – the Lyrical Engineer” schuld ist Peter.

Vielen Dank für euere Unterstützung! Support your Podcast! 🙂

(bei allen Links auf Amazon handelt es sich um Affiliate-Links)

63 Gedanken zu „Minkorrekt Folge 140 “minkorrekt4future”

  1. Am Wochenende noch live erlebt und jetzt schon wieder was zum Hören, das ist doch mal ein toller Service 🙂

    Wer sich für Fotos vom Auftritt in Stuttgart interessiert, hier gibt es ein paar:
    https://www.facebook.com/hendrik.schulz.104/posts/837242026622217

    Vielleicht melden sich ja auch noch die beiden anderen Herren (Kodak-Shirt bzw. große Kamera-Tasche 😉 ), mit denen ich mich so nett unterhalten konnte.

    Und ein besonders großes Danke an Reinhard und Nicolas, ich war beeindruckt, wie entspannt und offen ihr euch sowohl kurz vor als auch nach dem Auftritt mit uns allen unterhalten habt!

  2. Ich finde es traurig bis lausig, dass sich scientists4future auf eine reine Solidaritätserklärung gegenüber den jungen Menschen beschränkt, denn deren Bewegung fehlt vor allem eines (oder es wird in den Medien zumindest nicht kommuniziert): konkrete Handlungsaufforderungen
    Ohne diese werden die Streiks wohl wenig nachhaltig sein, als reiner Protest oder Nörgelei wahrgenommen und belächelt werden und sich leider allzu bald im Sande verlaufen.
    Ich sehe die jungen Menschen nicht in der Verantwortung selbstständig ein eigenes Konzept zu erarbeiten, die sind jung, unerfahren und leisten mitunter schon erstaunliches organisatorisches, aber ich denke es ist die Aufgabe der wissenschaftlichen Gemeinschaft diese Notwendigkeit zu erkennen und unterstützende Beratung anzubieten. Ich glaube auch, dass das möglich ist ohne jemandem das Ruder aus der Hand zu reißen.

  3. Bzgl. Experiment der Woche.
    Mir hat ein Farbenblinder mal erzählt, dass ihm eine Anaglyphenbrille(Rot-Cyan oder Rot-Grün) schon extrem hilft. Schaut halt doof aus.
    Wenn Kollegen an der Uni viel fotografieren (zB Materialanalyse, Astronomie), können die dich doch mal durch so einen entsprechenden Filterschauen lassen. Dann hast du vielleicht einen Hinweis, ob dir sowas helfen kann.

  4. 380m^2, also etwa so groß wie drei Schwimmbecken (sorry für die Verwendung einer nicht SI Einheit)? Na, ich denke mal, dass Gewitter ein wenig größer werden können. Ich könnte mir eher vorstellen, das es nicht möglich ist so kleine Gewitterzellen zu haben. Insbesondere, wenn sie 11km hoch sein sollen. Da gibt es übrigens tolle Videos von der ISS aus aufgenommen, die zeigen wie großflächig Gewitter werden können. 380km^2 passen schon würde ich sagen.

    Methodisch Inkorrekt halt 🙂

    Macht weiter so und viele Grüße

    • auch das mit den 2GW ist mit Vorsicht zu genießen… ich hab es mir grad nicht allzu genau durchgelesen, aber so ein Blitz überträgt irgendwas zwischen 1e9 & 1e10 Joule zum Boden … Das ist eine 100W Glühbirne für ein paar – man rechne sich’s aus wie viele – Monate!

      Dass in der Gewitterwolke selbst enorme Energien stecken, das ist eine andere Sache! Nur in deren Genuss kommen wir leider, bzw. eher zum Glück, nie 😉

      • Auch wenn ich von den Folgen und auch dieser immer gut unterhalten werde und sie mit Vergnügen auf dem Weg zur Arbeit höre: Dieser Beitrag war echt zum Fremdschämen. Joule (siehe oben) kam gar nicht vor, Von Leistung und Energie wurde wie von Synonymen geredet und auch die Einheit Volt wurde fragwürdig eingeordnet. Und ja, 380m^2 wird auch den fachfremdesten Laien in Erstaunen setzen. Liebe Doktoraes: Das geht besser, auch bei mangelnder Vorbereitung. Mit viel Glück erreicht man dann “Sendung-mit-der-Maus”-Niveau.

    • Ja, ich würde auch sagen, dass es eher Quadratkilometer sind, zumal die Gewitter in Indien stärker sein werden als bei uns (näher am Äquator) und auch bei uns bin ich selbst schon mit einem Segelflugzeug in ein Gewitter der Größenordnung 50km Durchmesser geraten wo es überall hochging, wie im Fahrstuhl ist an der Stelle falsch, da ein Fahrstuhl eher selten 15 m/s macht. Durch Ausfahren der Bremsklappen und des Fahrwerks sowie quasi in den Sturzflug zu gehen war das Flugzeug dann zu einem leichten Sinken zu bewegen. Da ist schon ordentlich Wumms dahinter.

      Das Flacherdmodell mit den Unterschriften der Herren Doktoren macht sich übrigens recht gut neben dem Globus. Grüße aus Karlsruhe.

  5. Hallo Ihr Lieben ! Ich möchte vorweg schicken dass ich ein begeisterter Hörer Eures Podcasts bin. Er begleitet mich zur Arbeit und auf Dienstreisen und ich habe dabei schon viel Neues gelernt. Ich bin selbst Chemiker und freue mich wenn die wissenschaftliche Betrachtungsweise auf die Welt mehr Bedeutung bekommt. Euer Kommentar zur Urheberrechtsreform hat mich allerdings sehr befremdet und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zum Einen ist es gute naturwissenschaftliche Tradition, dass sich aus nüchterner Betrachtung von These und Antithese die Synthese ergibt. In Eurem Kommentar kam leider aber nur die These vor und alle, die eine andere Ansicht dazu haben, wurden als dumm oder veraltetet dargestellt. Richtig ist, dass bei diesem Thema auf beiden Seiten mit sehr viel Nebelkerzen geworfen wird, weil es um sehr viel Geld geht. Ich habe in den letzten Wochen insbesondere von Seiten der Gegner soviel groben Unfug zu hören und zu lesen bekommen, dass es einem rational denkenden Menschen die Schuhe auszieht. Klar ist auch, dass wie immer bei EU Gesetzgebung (siehe DSGVO) das ganze Werk wieder voller unbestimmter Rechtsbegriffe sein wird, die dann in den Folgejahren von Juristen für viel Geld in eine Form gepresst wird. Ich persönlich kenne einige freischaffende Künstler die sehr froh über dieses Urheberrechtsreform sind. Und die als dumm zu bezeichnen ist ignorant. Warum kommen diese Standpunkte der Betroffenen wohl so selten vor ? Ich nutze selbst YouTube sehr intensiv und wundere mich oft darüber wie dreist dort sehr oft gegen das Urheberrecht verstoßen wird. Wenn jemand einen Song komponiert oder sonst eine künstlerische Leistung erbringt, dann ist das genauso viel wert wie eine wissenschaftliche Arbeit und dem gebührt Respekt und natürlich das Recht von der Leistung zu profitieren. Leider hat sich im Internet seit seiner “Erfindung” die Meinung durchgesetzt, dass alles umsonst sein muss. Diese Art der Entwertung persönlicher Leistungen finde ich ganz traurig. Aber darum geht es eigentlich weder der einen noch der anderen Seite. Wenn Ihr schon von Lobbyismus redet dann bitte auch vom Lobbyismus eines dreisten Konzerns wie YouTube der sein Geschäftsmodell gefährdet sieht und nach guter alter Imperialismusmentalität alle finanziellen Mittel einsetzt um schon Zwölfjährige (zum Beispiel meinen Sohn) die die Komplexität des Themas noch gar nicht verstehen können, für seine Zwecke instrumentalisiert und sie mit Halbwahrheiten und Lügen füttert. DAS ärgert mich wirklich und schon darum muss dem Einhalt geboten werden. Ich habe meinen Kindern nachdem Sie aufgestachelt von den ganzen Halbwahrheiten nach Hause kamen, beide Seiten der Medaille schön ausgewogen erläutert (soweit man das als Normalwissenschaftler angesichts des Juristensprechs überhaupt kann) und habe ihnen danach selbst überlassen wie sie darüber denken. Ach übrigens ich habe auch schon mehrere Fachbücher geschrieben und von “Gewinnen” des Autors die der Verlag abschöpft kann, wenn man nicht gerade einen Bestseller schreibt, keine Rede sein. Selbst das Finanzamt hat an den paar Kröten kein Interesse gehabt ;-). Übrigens sind nicht alle die nicht mehr dreißig sind automatisch dumm und gehören zum Rentnerland. Also lange Rede kurzer Sinn, aus mir unverständlichen Gründen habt Ihr in diesem Diskurs die objektive Betrachtungsweise sehr deutlich verlassen und die Rolle der Internetkonzerne bereitwillig eingenommen. Denen geht es aber nicht um die Freiheit des Internets , und auch nicht um die Meinungsfreiheit sondern darum mit möglichst wenig Kosten den größten Reibach zu machen und dafür natürlich auch in Deutschland keine Steuern zu zahlen. Ich bin mir aber sicher dass ebenso wie die DSGVO, die ein bürokratisches Monstrum und selbst nach der Bewertung mir bekannter Juristen schlicht undurchführbar ist, auch dieses Gesetzesvorlagen aus Brüssel zuverlässig in einem Desaster enden wird. Das Internet gefährden können die mit Sicherheit nicht.
    Ansonsten hoffe ich noch auf viele fruchtbare Podcasts und werde Eure Show in Münster besuchen. Bis dahin werden wir ja sehen ob das Internet abgeschaltet wurde oder Youtuber zu Tausenden im Knast gelandet sind 😉
    Viele Grüße Roger

    • Also zum einen glaube ich nicht, dass Nicolas und Reinhard pauschal gegen die Urheberrechtsreform als solche sind. Sehr viele Kritiker sind es auf jeden Fall nicht – die Debatte dreht sich fast ausschließlich um Artikel 11 (meiner Ansicht nach schon ziemlich dumm) und Artikel 13 (in meinen Augen eine Katastrophe).
      Und was das angeht: insbesondere für Artikel 13 gibt es so wenig Positives hervorzuheben, dass man eigentlich keine These/Antithese-Argumentation führen muss (insbesondere, da dass ja kein Politikpodcast ist).

      Was ist Sinn des Artikel 13? Artikel 13 soll verhindern, dass urheberrechtlich geschützte Werke ohne Lizenzierung von Plattformen verbreitet werden können – sonst haften auch die Plattformen.
      Das ist erstmal total verständlich – nur: wie soll die Lizenzierung ermöglicht werden?

      Für einige Mediengenres gibt es Verwertungsgesellschaften, mit denen man Lizenzvereinbarungen abschließen kann – dann hat man 99,9% aller Werke pauschal lizenziert und mit denen kein Problem. Aber das gilt längst nicht für alle Mediengenres – entweder, weil sie eher wenige Schöpfer aus dem Zuständigkeitsbereich vertreten oder weil es schlichtweg gar keine Verwertungsgesellschaften gibt, die sich zuständig fühlen (bspw. Computerspiele oder Tattoos/Körperkunst). Letztlich ist es so, dass die meisten nicht-riesigen Plattformen nicht in der Lage sein werden, für jeden möglichen Content eine prophylaktische Lizenzvereinbarung abzuschließen.
      Und ja, das ist verdammt Kacke, aber das ist ein essentielles Problem des Urheberrechts (übrigens schon lange – die Archive vieler Öffentlich-Rechtlichen leiden unter diesem Problem).

      Nun sind diese Plattformen aber dazu verpflichtet, alle technisch sinnvollen Maßnahmen zu unternehmen, um die Veröffentlichung nicht-lizensierter Werke zu unterbinden – sonst müssen sie dafür haften. Und zu den technisch möglichen Maßnahmen zählen halt auch Uploadfilter.
      D.h.: eine Plattform, die nicht in der Lage ist, prophylaktisch für fast alle möglichen Uploads eine Lizenzvereinbarung abzuschließen, muss u.a. Uploadfilter einsetzen. Bei sehr kleinen Plattformen könnten die theoretisch noch menschlicher Natur sein; bei großen Plattformen dagegen führt nichts an technischen Lösungen vorbei.

      Was ist das große Problem an Uploadfiltern in diesem Kontext? Zu allererst muss man sich klarmachen, dass Uploadfilter zwei Fehlerklassen (α- und β-Fehler) haben – α-Fehler sind die Werke, die irrtümlich nicht als geschützt erkannt werden (false negatives) und β-Fehler sind Werke, die irrtümlich als geschützt erkannt werden (false positives).
      Nun sieht das Gesetz aber keinerlei Strafen/Kompensationen für irrtümlich identifizierte und gelöschte Werke vor, sondern nur für irrtümlich veröffentlichte – d.h. es besteht sehr viel Anreiz, die α-Fehler zu reduzieren und kaum Anreiz, die β-Fehler gering zu halten – mit der Konsequenz eines Overblockings.

      Falls ich bis hierhin etwas grundlegendes falsch verstanden haben sollte, bitte ich um Korrektur 🙂 – falls nicht, ist der ganze Artikel 13 so offensichtlicher Bullshit, dass die Empörung dadrüber mehr als gerechtfertigt ist; die positiven Aspekte sind dann so gering, dass sie in meinen Augen keine Erwähnung verdienen. Es kann natürlich sein, dass ich hier einen ernsthaften Denk-/Informationsfehler habe – aber wenn nicht, dann gibt es da genauso wenig zu relativieren und ausgewogen darzustellen wie bei Granderwasser^^

    • Es geht eben nicht nur um Memes, Youtube und große Plattformen, sondern z.B. um JEDE Seite die länger als drei Jahre existiert, also auch diese hier!
      Mit der neuen Regelung ist ein direkter Kommentar von dir wie auch von mir nicht mehr möglich. Jeder Kommentar könnte ja irgendwas urheberrechtlich geschütztes (bewusst oder unbewusst) beinhalten.
      Das das Internet in der bisherigen Form tot ist ist leider kein doofer Spruch sondern wahr.

    • Das es von allen Seiten viel Unsinn zu hören / lesen gab stimmt. Was du jedoch über die DSGVO schreibst verwundert mich. Die DSGVO schreibt kaum Dinge vor, die nicht schon vorher über Bundesdatenschutzgesetz bzw. Rechtssprechung so in Deutschland geregelt war. Der Hauptunterschied ist, dass die rechtlichen Anforderungen sehr klar formuliert sind und erhebliche Strafen definiert wurden.

      Ansonsten ist Datenschutz vergleichsweise einfach. Daten einfach nur im Umfang erheben / bearbeiten / speichern wie es für die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben bzw. zur Auftragserfüllung notwendig ist. Das Problem welches sich ergibt ist einfach, dass Viele keinerlei Kontrolle über ihre eigenen Prozesse haben und damit auch nicht über eigene und fremde Daten.
      Wenn gewisse Physiker gerade laut “SAP” gedacht haben ist das Zufall 🙂
      ########################################

      Zum Urhebergesetz,
      das du als Autor kaum Kohle siehst liegt unter anderem daran, dass Verlag und Handel ein Großteil der Einnahmen einstreichen. Die Urheberrechtsreform stärkt in Zusammenhang mit Ausschüttungen an Verwertungsgesellschaften diesen Zustand nachdem diese Praktik durch Gerichte auf nationaler Ebene unterbunden wurde.
      Automatisierte Filterung ist ansonsten einfach abzulehnen, vor allem da durch die EU gleich im Anschluss “Terrorfilter” durchgeprügelt werden. Bei entsprechend unscharfer Definition von Terror und ohne Möglichkeiten gegen ungerechtfertigte Filterung bei Urheberrechtlichem Material oder poltischen Inhalten vorzugehen…

  6. Minkorrekt ist seit Jahren mein absoluter Lieblingspodcast. So viel sei vorangestellt. Doch wann immer Ihr politisch werdet, wird das Eis leider dünn und Ihr neigt selbst zu Simplifizierungen.
    Fridays for Future toll zu finden: wohlfeil, daher geschenkt. AfD scheiße finden: vollkommen ok. Doch dann vergaloppiert Ihr Euch leider in Eurer Aufgeregtheit. +280 Mrd. EUR Kosten (bisher!) für die Energiewende sind keine Peanuts. Denn am Ende trifft es vor allem die sozial Schwachen, für die sich die Energiekosten massiv erhöht haben. Übrigens auch den Mittelstand – immerhin der größte Arbeitgeber im Land.
    Und leider wurde das Geld nicht verwendet, um tolle Alternativen zu fördern und/oder zu erforschen (man stelle sich vor, wo synthetische Photosynthese oder die Kernfusion stünde, wenn man das Geld in deren Erforschung gesteckt hätte), sondern vornehmlich, um einigermaßen sinnfreie Maßnahmen (sprich: Einspeisung von Wind, Sonne und Wasser) massiv zu subventionieren. Dummerweise taugt das leider nicht für eine Grundsicherung, weshalb wir (wegen Atomausstieg) massiv CO2 in die Atmosphäre pusten. Siehe auch hier: https://www.welt.de/wirtschaft/article190788643/Teuer-und-ineffizient-Deutschland-bei-Energiewende-abgehaengt.html

    OK. Kann man jetzt sagen, dass das Weltwirtschaftsforum Kapitalisten-A*****öcher sind.
    Dann nehmen wir eben den hier: https://forschergeist.de/podcast/fg066-klimaneutralitaet/ – immerhin Member des Club of Rome.

    Ich habe mir die Folge vom Kollegen Pritlove mittlerweile zwei mal angehört und es stimmt am Ende halt doch: wir als Land verändern nichts. Nada. Zero. Das ist natürlich keine schöne Erkenntnis, aber auch hier echauffiert Ihr Euch leider viel zu schnell – demonstrierende Kinder sind halt ein tolle Sache.

    By the way: die Produktion von Solaranlagen ist nicht von Deutschland nach China gewandert, weil wir kein Geld reinstecken, sondern, weil die einfach billiger produzieren.

    Versteht mich nicht falsch. Ihr macht einen guten Job, der Klimawandel ist real und die Menschheit muss etwas unternehmen. Nur sind die Dinge leider komplex (was zwei Doktoren nicht vor unüberwindbare Herausforderungen stellen sollte).
    Daher meine Bitte: Ihr freut Euch, dass die Jugend politisiert wird und erhebt das Thema (wahrscheinlich zu Recht) zum Wichtigsten für die Zukunft – als habt den Mut, brecht mit Eurer Tradition, macht eine Sondersendung, ladet Euch Gesprächspartner ein und betrachtet den Komplex differenziert und aufgeklärt, statt affektiv wegen eines AfDlers zu simplifizieren und sich zu verrennen – ich bin mir sicher, Ihr könnt das viel besser.

    • Na ja, zum Thema Tod der Solarbranche kann man lange philosophieren. Tatsache ist, dass die Branche hierzulande eine Zeit lang gefördert wurde. Man kann nun sagen, was war zu halbherzig, aber das führt m.E. am Problem vorbei: der Vorteil der ganzen high-end Zellen OPV, TFPV, etc. hat sich nicht bewahrheitet. Einfach und billig hat gewonnen. Dazu kommt, dass es nicht so besonders schwer ist, ausreichend gute Zellen herzustellen. Auch die Verbesserungen (Wirkungsgrad rauf, Materialeinsatz runter) sind gut implementierbar und skalieren in der Produktion. Dies wurde in China erkannt. Daraufhin hat die chin. Regierung beschlossen: Wir gehen bei Solarzellen an die Spitze. Dafür war dann auch jedes Mittel recht: Nullzinskredite, subventionierte Energie, etc. Man muss gar nicht soweit gehen und ihnen hässliche Methoden (keine Umweltstandards, schlechter Arbeitsschutz, Hungerlöhne) vorzuwerfen. Einige dieser Vorwürfe sind vielleicht trotzdem valide. Auf die eine oder andere Weise führt das dazu, dass China hier gewonnen hat und das war praktisch nicht zu verhindern. Inzwischen ist einigermaßen klar: dagegen hatten die Firmen hierzulande keine Chance, wenn sie irgendwann einmal Gewinn machen sollten. Sie haben sich dann versucht auf die high-end Sachen zu konzentrieren, das hat aber nicht funktioniert (brauchte niemand zu den Preisen). Das ist alles sehr schade, aber ich sehe nicht, wie das anders hätte laufen sollen. Ich arbeite seit 2010 auf Energie-Projekten und inzwischen scheint mir das Konsens zu sein bei denn KollegInnen.
      Trotzdem: Standhaft bleiben und weiterforschen.
      Glück auf

  7. Bei Thema 1 musste ich an eine Hidden Brain Folge[1] denken, wo es um die Sprache Kuuk Thaayorre[2] ging. Diese Sprache hat keine Wörter für links oder rechts, sondern benutzt Himmelsrichtungen. Lera Boroditsky berichtet, wie sie die Sprache lernt und irgendwann eine Art inneren Kompass wahrnimmt. Ich frage mich, wie der Versuch wohl mit Sprecher*innen einer solchen Sprache ausgegangen währe.

    [1] https://www.npr.org/2018/01/29/581657754/lost-in-translation-the-power-of-language-to-shape-how-we-view-the-world
    [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Kuuk_Thaayorre_language

  8. Starker Auftritt, euer Mintro!
    Gestern Abend habe ich meiner Frau noch gesagt, dass ich das Auto abschaffen will, leider musste ich meine Argumentation darauf aufbauen, dass dies hauptsächlich finanzielle Vorteile bedeutet…
    Na ja, egal wie wir es durchbringen, Hauptsache wir treten dieses “Abenteuer ohne Auto” an.

    • Dieses “Abenteuer” ziehe ich schon mehr oder weniger mein Leben durch. In (Groß)städten geht es problemlos im Alltag. Für Reisen nutzt man dann halt mal die Bahn. Auch wenn sie in dem Moment etwas nerft, auf das ganze Jahr gesehen ist es mMn stressfreier und günstiger als ein Auto.

      Daumen hoch zum Intro

    • Tip: Ich hab meiner Holden da etwas den Wind aus dem Segel genommen und mir einfach einen Tesla bestellt.

      Green Power forever ! :))
      (eigene große PV und so …)

  9. Also ich finde diese AFD-Klimafragebogen klasse, nach deren Argumentation leben auf der Welt 7,53 Milliarden Menschen, laut AFD Webseite haben die gute 30000 Mitglieder, macht also 100 / 7674575000 * 30000 … kurz rechnen … ah ja … 0.00039 Prozent der Weltbevölkerung.
    Also lass ich die AFD-Weltverbesserer einfach reden, was 0,0004% der Bevölkerung sagen ist mir sowas von egal …

  10. Man könnte mal ein Quiz für die AfD machen über die Auswirkung von Migration. Sowas wie “Wie viel % der Bevölkerung immigirieren pro Jahr nach Deutschland?” usw.

  11. Zu der Kategorisierung. Ich schätze mal das ist nach eCL@ss Kategorisiert.

    Statt in der Kategorie LKW zu bestellen nehmt doch lieber 330405 “Kernkraftwerk (komplett)”

    • Dass man die Nummern aus einer Excel-Tabelle suchen muss, statt in SAP einfach die Kategorie zu wählen, bestätigt meine Meinung über SAP.

  12. Zum Thema Baukasten “freie Energie”, man könnte das Argument anführen das manche Menschen es nur lernen wenn es in der Brieftasche wehtut.
    Liebe Grüße und macht weiter so!
    Euer Fuchsgeist

  13. Zuerst entlarvt ihr die Machart des AFD Fragebogens. Dort wird bewusst mit der Verwendung von kleinen und dadurch harmlos aussehenden Zahlen der Eindruck von Harmlosigkeit erweckt.
    Ein paar Sätze später sagt Nicolas dann “ein halbes Prozent vom BiP wird ja wohl nicht zuviel fürs Klima sein”.
    Ist das nicht genau die Art von Lügen mit Zahlen, die gerade noch kritisiert wurde?

    Schade so ein Eigentor entwertet die gut gemeinte Argumentation.

    • Argumentation war doch aber:

      0,04% CO2 -> Geringer Anteil in der Luft, aber dennoch eine deutliche Wirkung.

      0,5% des BIP über zig Jahre -> Geringer Anteil, aber dennoch deutliche Wirkung.

      Wobei die Investitionen in die Energiewirtschaft so oder so stattgefunden hätten. Ob man nun Kohle, Atom oder erneuerbare Energien subventioniert ist für die Gesamtheit der verschobenen Beträge reichlich egal.

  14. Wenn wir doch bloß einen Planeten hätten an dem wir sehen könnten welche folgen der treibhausgasarm auf das Klima haben können … so wie die Venus
    zugegeben das Experiment nicht sonderbar anpassbar und die Ergebnisse können nicht eins zu eins übertragen werden, aber dafür ist das Erlebnis sehr beeindruckend.

  15. Ich habe mich gefragt ob es wirklich soziokulturell zu erklären ist das der Duft-Effekt in Israel nicht zu messen ist. In Israel gilt, dadurch das der Wehrdienst für Männer und Frauen gilt, dass Militär als größter Heiratsmarkt das Landes.Und gerade da werden soziokulturelle und regionale Herkunft bunt gemischt und man ist auch weit weg von der Familie. Es gibt aber möglicherweise eine andere Erklärung warum man den Effekt nicht messen kann. Das Rauschen ist größer. Der Israelische Staat ist ja recht jung und besteht hauptsächlich aus den Überlebenden Juden aus ganz Europa und ihren Nachfahren. Das bedeutet auch, dass die Gesellschaft genetisch diverser ist als z.B. Deutschland. Wenn man nun Zufallspaare nimmt um den Hintergrund zu bestimmen ist dieser auch diverser. Der Effekt selbst ist ja auch nicht so groß. Man müsste also in Israel ein größere Stichprobe nehmen oder einfach in ein paar Generationen nochmal die Studie durchführen.

    • Oder sich alternativ auf Subsets der Gesellschaft beschränken, die alle mehr oder weniger aus der gleichen Region stammen – aber ja, der Gedanke ging mir auch durch den Kopf.

  16. Zum Experiment der Woche: ich fand, am Ende fehlt noch das letzte Fünkchen an Erklärung, warum denn nun das Blau als weiter entfernt wahrgenommen wird. Die chromatische Abberration als solche ist hierfür nicht direkt verantwortlich, sie alleine würde lediglich eine unscharfe Projektion auf die Retina bewirken. Vielmehr ist es der Umstand, dass durch die chromatische Abberration trotz eigentlich selbem Abstand zur Bildebene die Akkommodation, der “Autofokus” des Auges nachkorrigieren muss.

    Bei der Akkomodation im Auge wird die Linse durch feine Muskeln verformt, wodurch wir unterschiedlich weit entfernte Objekte scharf stellen können. Im Laufe unseres Lebens lernt das Gehirn, welche Muskelzugkraft welcher Ferneinstellung entspricht. Schauen wir ein nahes Objekt an, spannt sich der sog. Musculus ciliaris an und verformt entsprechend die Linse. Unser Gehirn verknüpft mit der Zeit eine höhere muskuläre Spannung mit dem Eindruck eines näheren Objekts. Durch die chromatische Abberration gibt es nun für Blau und Rot zwei unterschiedliche Akkomodationseinstellungen: um das Blau scharf zu stellen muss der Muskel etwas mehr anspannen. Dies interpretiert unser visuelles System als größere Entfernung im Vergleich zum Rot, das bereits bei geringerer Muskelkraft scharfgestellt wird.

    • Ach bin ich deppert, klassischer Verdreher. Sofort dazu die Korrektur: der M. ciliaris muss für das Rot mehr anspannen. Dies interpretiert das visuelle System als geringere Entfernung. Darum wird das Rot als vordergründig wahrgenommen. Um das Blau scharfzustellen muss der Muskel sich mehr entspannen, daher wird dieses als weiter entfernt wahrgenommen.

      • Ich habe mal eine Ergonomie-Vorlesung gehört, in der der Prof davon ausging, dass die Wahrnehmung von roten und blauen Sinneseindrücken viel elementarer ins Gehirn eingreift. Seine Theorie war folgendermaßen: Schon in unserer Frühgeschichte haben Menschen (wie auch andere Wesen) die Erfahrung gemacht, dass blaue Sehwahrnehmung mit weit entfernten Dingen korrespondiert (Himmel) und rot mit nahen und oft gefahrbehafteten Situationen (Blut). Dadurch stuft das Unterbewusstsein ebenfalls blaue Gegenstände als weiter entfernt ein als rote Gegenstände. und versucht, die Fokussierung entsprechend zu “biasen”. Zur Illustration gab es folgendes Beispiel: Vor etlichen Jahren hatte BMW Instrumente im Armaturenbrett verbaut, die bei Nacht rot beleuchtet waren. Später kam man davon ab, weil man in Experimenten feststellte, dass das Fahren bei Nacht mit rot beleuchteten Instrumenten messbar anstrengender und ermüdender war als mit blauer oder grüner Beleuchtung.

        • Bei der Cockpit-Beleuchtung geht es doch um etwas ganz anderes. Rote Cockpit-Beleuchtung hat den Vorteil, dass man deutlich weniger geblendet wird und die Augen sich beim Blick nach draußen schneller anpassen. Anderenfalls würde man draußen nur schwarz sehen, sofern es nicht stark beleuchtet ist.

          Mich persönlich nerven auch blaue, grüne oder gar weiße LEDs ungemein, sodass sich nach Möglichkeit ausschalte oder abklebe. Früher als man für Bereitschaftsleuchten und ähnliches noch rote LEDs genutzt hat, hat mich das deutlich weniger gestört. Zunehmende Kurzsichtigkeit steigert den Effekt meiner Meinung nach noch.

          Mit greller weißer Beleuchtung könnte man einem Fahrer sogar vorgaukeln, er würde gar nicht ermüden. Allerdings glaube ich nicht, dass die fehlende Müdigkeit auch die Konzentration und Reaktionsfähigkeit verbessern würde. Übermüdete Fahrer würden sich ähnlich wie unter Alkoholeinfluss einfach nur gnadenlos überschätzen. Nicht dass dies bei Fahrer deutscher Protzmobile nicht sowieso schon ein Problem wäre.

  17. Zum Thema SAP: Seid doch froh, dass Ihr nur die Einkäufe darüber abwickeln müsst und nicht Euren Output (Paper, Poster, …) einzeln erfassen müsst! 😉

  18. Bitte um Info wann du bei der Karlich Show auftrittst Reinhard !

    Das ist ja prinzipiell DAS Mega-Trash-Format bei dem unterbelichtete, übergewichtige Arbeitsverweigerer über Ausserirdische diskutieren … oder wer das ungewollte Baby nehmen muss.
    Aber wenn du dabei bist würd ich den Trash sogar mal einschalten 🙂

    • Also die Aufzeichnung ist am Mittwoch….wann das ganze ausgestrahlt wird weiß ich leider noch nicht 🙂

      Gruß Reinhard

  19. Die Aussage, dass es in der Verwaltung für nahezu alles Rahmenverträge gibt, ist schlichtweg falsch. Ich arbeite an einer Hochschule im Bereich der Verwaltung und wir müssen den Großteil der Beschaffungen ausschreiben. Das ist auch gut so, denn das Vergaberecht wurde nicht erfunden, um Wissensschalter zu drangsalieren, sondern um Korruption und Vetternwirtschaft entgegenzuwirken.
    Es spräche in eurem Fall übrigens nichts dagegen, einen Rahmenvertrag für Diamantsubstrat zu schließen. Die Ausschreibung für einen Rahmenvertrag ist aber vermutlich etwas aufwendiger als für eine gewöhnliche Beschaffung.

    • Dem muss ich mich anschließen – und was mich noch ein wenig mehr ärgert. Ich verstehe, dass die Vergabepraxis an Unis umständlich ist, aber es klingt in eurer Darstellung ein wenig so, als mache die Verwaltung die Vorschriften um euch zu ärgern und zu drangsalieren. Die Uni macht das aber, weil das Vergaberecht das schlicht so vorschreibt, und der Rechnungshof der Uni sauber einen auf die Finger gibt, wenn er mal zur Kontrolle kommt und dei Vergaberichtlinien nicht eingehalten wurden. Und wenn das ein Konkurrent macht, der bei einer AUsschreibung nicht zum Zuge kam, kann es dazu noch echt teuer werden,.
      Also, dass es ärgerlich und aufwändig und nervig ist – word.
      Dass die Verwaltung aber tut, um Euch zu ärgern ist schlicht Unfug. Sie tut es, weil das Gesetz es ihr so vorschreibt – nicht mehr und nicht weniger.

      Ich hab 2 Jahre in der Beschaffung einer großen Universität gearbeitet, und wir haben sicher nichts getan, weil wir es den Wissenschaftlern extra kompliziert machen wollten….

  20. Ohne jetzt das Hirnmagnetfeldpaper gelesen zu haben, nach all dem was ich über Magnetfelder weiß (hab mal in einer Firma als Elektroingenieur gearbeitet die Magnetfeldmessgeräte herstellt) ist es wahrscheinlich deutlich einfacher einen Raum ohne ferromagnetische Werkstoffe zu gehen und da einfach 2 Helmholtzspulenpaare ineinander zu stellen und dann einfach in der Mitte zu messen und die Felder so zu regeln, dass die Überlagerung aus Erdmagnetfeld und dem Magnetfeld der Spulen genau den Wert erreichen den man haben will. Das Erdmagnetfeld ist ja nicht so unglaublich stark.

    Übrigens den Strom von Blitzen misst man fast flächendeckend. Da es ja Blitzortungssysteme gibt welche über das Magnetfeld die Position von Blitzen bestimmen, kann man über die Stärke des Magnetfeldes auch Rückschlüsse auf den Strom schließen.

  21. Zum “Schwurbel der Woche”, ich hab letztens im Supermarkt Knäckebrot mit “belebtem Wasser” auf der Zutatenliste gesehen. Hab ich dann natürlich nicht gekauft. Dem Hersteller wollte ich in dem Moment eigentlich auch mal ne Mail schicken…

  22. Das mit dem Franzis-Verlag ist übrigens nicht das einzige Beispiel. Die hatten auch mal “EMP-Bomb” Bausätze mit denen die eine Strahlenwaffe mit irgendwelchen kruden Konstruktionen mit Scheinwerferreflexionen und Blitzentladungen bauen wollten. Das ist relativ schnell verschwunden, was übrigens die Gläubigen nur in ihrer Meinung bestärkte.

    Ich vermute einfach, dass die kein gutes Lektorat haben. Deshalb scheinen auch die Lernpakete nicht so wirklich prickelnd zu sein.

    Andererseits ist aber die Idee die die eigentlich verfolgen möchten, interessant. Ich glaube wir bräuchten Verlage für physikalische Güter. Als Elektroingenieur würde ich zum Beispiel gerne Dinge entwickeln die vielleicht auch andere Leute gerne haben würden. Das Problem ist nur, dass ich mich nicht darum kümmern möchte dass das produziert und vertrieben wird. Auch möchte ich nicht unbedingt das finanzielle Risiko tragen, denn viele Bauteile kriegt man erst so richtig billig wenn man 10⁴ davon abnimmt.

  23. Zu SAP: Kategorien aus einer Excelliste suchen? Ist nicht euer Ernst! Man kann sich direkt dort wo man die Warengruppe eintragen muss auch alle zur Verfügung stehenden Warengruppen in SAP anzeigen lassen. Das ganze dann noch durchsuchen und gut ist.

    Ich bestelle für meine Arbeit regelmäßig diverse Teile (Maschinen, Messgeräte, Betriebsmittel, Schulungen, …). Mache mir mit den Warengruppen keinen großen Stress. Die häufigsten sind vermutlich Prüfmittel, Instandhaltung Maschinen / Anlagen, Dienstleistung Fremdfirmen, Werkzeug, Vorrichtungen. Eure Diamanten hätte ich spontan als Betriebsmittel verbucht. Und im Zweifel ist es einfach immer Büromaterial 😉

    Worüber man sich aufregen kann: Denglisch, nicht sauber skalierende Fenster oder auch unterschiedliche buttons für “ausführen” 🙂

  24. Was der Verlag denkt? Geld.
    Hab euch nach zwei Jahren Pause wieder gehört wegen des Aufwachen Podcast. Wenn man Kapitelmarken verwenden kann und mit 1.3 facher Geschwindigkeit hören kann, spart das auch Zeit ^_^.

  25. Ich finde (künstliche) Photosynthese ja auch spannend und schöne Forschung. Und schön, dass man (in bestimmten Anwendungen) die eigentlich lausige Solareffizienz der Pflanzen überschreitet.
    Bei diesem Paper finde ich aber, dass der Begriff “künstliche Photosynthese” nur in dem Maße stimmt, dass es um CO2-Konversion mit solarer Primärenergiequelle geht. Sie beschreiben eine Kombination von state-of-the-art Solarzellen mit state-of-the-art PEM-Elektrolyse und eine state-of-the-art Membranadsorption in einer Schichtstruktur. Das ist wissenschaftlich schön. Aber es hat nicht viel mit dem Bild zu tun, welches in Menschen entsteht, wenn sie Photosynthese hören und stellt schon gar keine “blattähnliche” Struktur dar.

    Diese komplexe Schichtstruktur ist auch ein großer Nachteil. Ich denke nicht, dass dies technisch so umgesetzt würde. Es ist in einem großtechnischen Prozess viel einfacher und flexibler, die einzelnen Verfahrensschritte getrennt (aufeinander abgestimmt und energetisch eng integriert natürlich) zu optimieren, aufbauen und warten zu können (auch wenn es vielleicht etwas theoretische Effizienz kostet).

    Der zweite Nachteil der Konzepts ist die Verwendung von PEM-Elektrolyse bei Raumtemperatur für die CO2-Elektrolyse. Sie hat zur Zeit eine miserable Strom+Leistungsdichte pro Fläche (< 10 mA/cm2 im Papier). Das sieht man auch im Flächenbedarf. 122 m2 für 0.4 t/d CO ist ein riesiger Flächenbedarf, speziell wenn man nicht in die Höhe bauen (stapeln) kann. Eine Festoxid-Elektrolysezelle kommt heute auf grob die 20-100fache Stromdichte mit sogar höherer Effizienz). Aufgrund der Betriebstemperaturen kann sie aber natürlich nicht in einer Schichtstruktur mit den anderen Verfahren kombiniert werden (s. meinen vorherigen Punkt).

    Dritter Punkt: Die Kostenabschätzung berücksichtigt nur Materialkosten, vernachlässigt den Rest der Herstellungskosten für die vorgeschlagene PEC. Die Meinung, diese fallen nicht ins Gewicht, halte ich für … unrealistisch, vor allem in Anbetracht des Flächenbedarfs. 😉 Da würde mich nen Faktor 10 nicht überraschen.

    Noch ein Kommentar zur STF(Solar-to-Fuel)-Effizienz aus dem Papier: wenn ich es richtig sehe, ist in diesem Fall CO das Fuel. Das ist auch etwas irreführend finde ich, weil CO kein Fuel ist, wie man das üblicherweise versteht. CO selbst ist wunderbar weiter zu verarbeiten zu allerlei nützlichen Dinge, aber es ist nur ein Zwischenprodukt, was nicht aus dem chemischen Prozess rauskommt (allein weil es sehr toxisch ist). Es ist nicht vorstellbar, das als Brennstoff irgendwo außerhalb der chemischen Industrie zu verwenden. Der Vergleich mit dem biologischen System ist daher auch unsinnig, weil das kein CO produziert. Würde in dem Papier Glucose produzieren, wäre die Effizienz ebenfalls deutlich niedriger als 14%.

    State-of-the-art ist übrigens nicht abwertend gemeint. Wir haben ja auch keine Zeit mehr, auf Produkte zu warten, welche auf Basis aktueller Grundlagenforschung entstehen (sollen). Die sind super, nach 2050 Dinge noch besser zu machen. Also machen. Aber wir müssen massiv CO2 in den nächsten 20-30 Jahren einsparen und in Anbetracht von Investitionszeiträumen (schon allein ein Auto ~ 10 Jahre, großindustrielle Anlagen ~30 Jahre) kommen wir nicht umhin, Technologie einzusetzen, die jetzt oder in spätestens 10 Jahren großtechnisch verfügbar sein wird.
    Dieses aus der Politik & Wirtschaft kommende "Wir entwickeln und fördern ja neue Technologien" ist in diesem Zusammenhang nichts anderes als eine bequeme Verschiebung auf später.

  26. Zu dem AFD-Fragebogen: auch wenn man die Zahlen über CO2-Konzentration und Anstieg so nimmt, wie sie angegeben sind: eine Erhöhung von 3 auf 4 Moleküle pro 10000 Moleküle ist ja eben auch ein Anstieg von 25%. 😉

  27. “Schwurbel der Woche” finde ich eine super Kategorie. Das solltet ihr beibehalten. Würde da gerne mal was zum Thema “Globuli” hören. Oder habt ihr darüber schon mal ausführlich in einer Folge gesprochen?

  28. Hallo zusammen.

    Leider kann ich nichts zu den wissenschaftlichen Themen beitragen, da ich nur ITler bin. In dieser Funktion muss ich mich aber mal zum Thema “SAP” äußern. Ich bin seit 13 Jahren SAP Berater, Entwickler und Betreuer. Die Hälfte der Zeit als Unternehmensberater und seit gut 6 Jahren Inhouse. SAP als Lösungsanbieter kann absolut nichts dafür, dass scheinbar die Software bei euch ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Endanwender eingeführt wurde. Auch für bekloppte und umständliche Prozesse im Unternehmen an sich kann die Software nichts. Die Produkte der SAP sind so gestaltet, dass sie es einem möglichst großem Kundenkreis recht machen machen sollen und liefert entsprechende vorkonfigurierte Prozesse aus (inkl. Werteliste etc). SAP Software ist in Sachen Lizenzen schon sehr kostspielig und um dann wenigstens Implementierungskosten zu sparen, wird dann teilweise bei der Einführung darauf verzichtet die Software an die Bedürfnisse des Unternehmens anzupassen – bei knapp 1000 EUR/Tag Beraterkosten auch kein Wunder. Das Ergebnis sind dann Oberflächen mit Feldern, die keiner braucht, Wertehilfe mit 100en von Auswahlmöglichkeiten, die auch keiner braucht, Prozessschritte, die keiner versteht und/oder braucht usw. Dazu kommt dann noch, dass die Software ohne vernünftige Schulungen ausgerollt wird und die Anwender dann zusehen dürfen wie sie klar kommen. Diesen Ersteindruck kombiniert mit den teils absolut hässlichen Oberflächen der SAP bekommt man nie wieder ausgebügelt. Dabei liefert die SAP seit Jahren auch webbasierte Oberflächen für viele Prozesse aus, die sich nicht verstecken brauchen. Auch auch die werden nicht implementiert und man greift der Einfachheit halber auf die alten Oberflächen zurück. Man darf als Anwender auch eines nie vergessen: das was man in so einer Software tut, wird niemals so einfach sein wie das Posten eines Tweets bei Twitter o.ä. Es werden teils sehr komplexe Prozesse abgebildet, die entsprechend viel Input brauchen damit sie korrekt ablaufen. Ihr habt es ja selbst erwähnt: die Auswahl der Warengruppe hat z.B. Einfluss darauf auf welches Sachkonto die Kosten gebucht werden, was wiederum bei der Erstellung der Bilanz etc. eine Rolle spielt. Nichtsdestotrotz kann man es so gestalten, dass eine Bestellung nicht zu einem zeitraubenden, frustrierenden Erlebnis mutiert – wenn man nur will.

    Sry für das Geschwafel aber mir blutet jedes mal wieder das Herz, wenn ich höre, dass Anwender von einer Software gefrustet sind und es ohne Weiteres vermeidbar wäre. Ich bestand bisher bei jedem meiner SAP Projekte darauf persönlich mit den Endanwendern zu reden und diese teilweise auch im Alltag zu begleiten (teils noch mit der alten Lösung, die abgelöst wurde). Das Feedback daraus hab ich dann mit den Anforderungen abgeglichen, die teilweise nur aus dem Mgmt kamen. Die Umsetzung unsinniger Anforderungen hab ich dann schlichtweg verweigert inkl. aller Streitereien mit Projektleitern. Natürlich waren nie alle glücklich mit der neuen Software, aber wenn man hier da ein paar Zuckerlies einbaut um den Anwendern das Leben zu vereinfachen kann man die Akzeptanz schon massiv fördern.

    Grüße,
    Chris

  29. Hey ihr Süßis,

    dies ist meine erste Folge, die ich mir von Euch reingezogen habe und bin begeistert. Vielen Dank für die witzige Unterhaltung und den wissenschaftlichen Input. Ich kann einige Kommentare hier überhaupt nicht nachvollziehen, mit der “Sendung mit der Maus” hat Euer Podcast nur wenig zu tun. Ich denke es ist klar, dass es schwierig ist fachübergreifende Literatur zu präsentieren. Meiner Meinung nach geht es hier einfach um anregende Themen und das aktualisieren wissenschaftlicher Schwerpunkte und Neuerungen. Wer genauer und tiefgründiger aufgeklärt werden möchte, der ziehe sich doch bitte den Stock aus dem Rektum und lese die entsprechende Literatur dazu. Immerhin machen sich hier zwei sympathische Wissenschaftler die Mühe, wöchentlich tolle Paper vorzustellen und das sogar für umme! Soviel dazu, und ja, mir ist es egal ob sich jetzt Leute bezüglich meiner rektalen Äußerungen angegriffen fühlen. Nehmt es bitte nicht persönlich, sondern chillt einfach mal (ein bisschen Umgangssprache kann schließlich nicht schaden).

    Dann zum Thema MHC. Ich finde es immer wieder sehr spannend darüber zu lesen und die aktuelle Forschung zu verfolgen. Da fragt man sich tatsächlich wie es um uns mit dem freien Willen bestellt ist ;). Aber was ich auch sehr interessant finde sind die Studien von Wedekind et al. Diese Forschergruppe hat gezeigt, dass die Partnerwahl über die MHC-Gene durch die Einnahme von Kontrazeptiva beeinflusst wird und somit die natürliche Selektion gestört ist. Wenn man jetzt mal bedenkt, wie viele Frauen die Pille nehmen (im Schnitt 50%), ist es kein Wunder, wenn nach Absetzen der Pille zwecks Reproduktion die Beziehungen auseinanderbrechen. Und tatsächlich ist auch aus genetischer Sicht, die unter hormonellem Einfluss entstandene Beziehung zweier genetisch ähnlicher Partner nicht gerade von Vorteil. Den Nachkommen steht dann weitaus weniger genetische Vielfalt zur Verfügung in Bezug auf immunrelevante Gene. Folglich werden Kinder mit weniger robusten Immunsystemen im Vergleich zu den Nachkommen zweier genetisch sehr verschiedener Partner gezeugt. Es bleibt auf jeden Fall spannend!

    Liebe Grüße,
    Eure Karo

  30. Ich habe zwar keine dieser Brillen, dich ich leihweise weggeben könnte, aber es schon seit längerem Handy-Apps, die einem mittels Augmented Reality die Farben umgefiltert auf dem Bildschirm anzeigt.

    Das erste mal davon gelesen habe ich vor fast zehn Jahren bei Dan Kaminsky: https://dankaminsky.com/2010/12/15/dankam/

    Die App gibt es heute immer noch und kostet so um die 3 USD. Es gibt aber auch kostenfreie Varianten, z.B. http://colorblindpal.com/. Vielleicht kann die Nikolas ja einmal ausprobieren, bevor er über den Kauf einer teuren Brille nachdenkt, die technisch das gleiche leistet aber im Gegensatz zur App nicht individuell konfiguriert werden kann. Ein weiterer Vorteil wäre, dass man nicht ständig eine Brille tragen müsste, sondern die App nur bei Bedarf nutzen könnte.

  31. Endlich die Bestätigung für meine Vorliebe, mit dem Kopf in Richtung Norden zu schlafen. So stören einem die Erdstrahlen nicht den Schlaf, weil der Kopfmagnet mit dem Erdmagnetfeld harmonisiert ist. So können die südlich ausgerichteten Quanten ihren energetischen Spin auf mein Kristallzentrum übertragen und ich fühle mich am Morgen fit wie ein Fackelträger bei Vollmond.
    Mal ernsthaft: Ich frage mich, ob starke Magnetfelder über die magnetischen Partikel im Gehirn einen spürbaren Effekt haben. Gerade im MRT könnten vielleicht störende Seiteneffekte auftreten, die zusätzlich zu Enge und Lärm berücksichtigt werden müssten.
    Unangenehm wäre auch die Vorstellung, dass durch die extremen Magnetfelder eine physische Beschädigung entstünde, durch die der mögliche Magnetsinn irreparabel beschädigt wird. Auch wenn es offensichtlich eine sehr schonende Untersuchung ist und vermutlich niemand auf diesen Sinn angewiesen ist, wäre es interessant, den Parameter “war schon mal in einem starken Magnetfeld” in derartige Studien mit aufzunehmen. Wahrscheinlich sind die Partikel aber tatsächlich viel zu klein für jeglichen “Hirnsmoothieeffekt”.

  32. Bezüglich eures Kampfes gegen die Esoterik: Ich war auf einer eurer Veranstaltung und es war sehr unterhaltsam, allerdings glaube ich, dass ihr in eurer Filterblase (zu der ich ja auch gehöre) da offene Türen einrennt. Keiner, der den Kauf von Esoterikprodukten erwägt, geht zu einer Minkorrekt-Show. Wir saßen da alle fröhlich beisammen und haben uns gegenseitig unserer richtigen Meinung versichert. Deswegen wurde kein Wasserwirbler weniger verkauft. Aber Spaß gemacht hats.

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