Minkorrekt Folge 59 „Minenfeld“

Folge vom 29.09.15

Nicolas war beim „Tag der Luft- und Raumfahrt“ des DLR und hat da ganz spannende Dinge erlebt. Unter anderem hat er mit diesem Foto den Fotowettbewerb gewonnen von dem er nichts wusste.

padlock_openThema 1: „Wie – mein Timing stimmt nicht? Ich bin sogar zu schnell!“ – Schlagzeuger sind nicht 100% akkurat. Sie schwanken etwas im Timing und das hat nicht nur mit dem Alkoholkonsum zu tun! Forscher weisen fraktale Schwankungen in Timing und Lautstärke nach.

padlock_closedThema 2: „Der Tod trägt Goldkante“ – Ein Thema an dem Reinhard nicht vorbei gehen kann. Ein weiterer Schritt in Richtung Tarnanzug. Diesmal sogar mit Goldkante!

Experiment der Woche: „Der Orangenballon“ – Klugscheißerexperiment mit Nerv-Garantie. Lasst die Ballons auf jeder Party mit Hilfe von Orangen und Zitronen Platzen. Seht auch das Video zum Orangenballon und das Zeitlupenvideo. Achja, und vergesst nicht das Video zur feuerspuckenden Orange.

Chinagadget der Woche: Antibrum Spezial-Edition. Hört was die Chinesen mit unseren alten Feuerzeugen machen.

Musik: Tom Lehrer 1997 “That’s Mathematics

padlock_closedpadlock_openThema 3: „Großmutter, warum bist Du so viele Jahre alt?“ – Ein Minenfeld. Die Großmutter-Hypothese. Mehr sagen wir dazu nicht mehr. Gibt eh unterschiedliche Erklärungsansätze. Lest das eine Paper oder das andere. Oma, ich hab Dich lieb! Schön, dass es Dich gibt!

padlock_openThema 4: „Feynmans Dream“ – Die Position von einzelnen Atomen bestimmen. Und nicht nur Wenige sondern ein ganzer Haufen. Ein Traum von Feynman wird in diesem Paper wahr.

Die IG-Nobelpreise wurden verliehen! Schöne Tradition in unserer Show darüber zu sprechen. Hier noch das Video des Dinosaurier-Huhns.

Rausschmeißervideo: „I want to sing about Science

43 Gedanken zu „Minkorrekt Folge 59 „Minenfeld“

  1. Zu den Namen für Kinder:
    Kirk als erster Vorname für den Sohn war uns dann noch etwas zu hart, aber es ist immerhin Tiberius als dritter geworden ;-))

    • Keine schlechte Idee! Für meinen Sohn kommt das zu spät, aber vielleicht will Reinhard ja noch einen kleinen Tiberius in die Welt bringen…

      /nw

  2. supergeil das Thema mit der fraktalen Varianz. Und ist vielleicht die Antwort auf mein bisher unveröffentlichtes und ungeschriebenes Paper mit dem Titel “Can electronic music make you cry?“. Mir ist schon lange aufgefallen, dass selbst in elektronischer Musik scheinbar nur echt-menschliche Elemente echte Emotionen erzeugen können (abgesehen von abstrakten Stimmungen wie z.B. Kälte und Fremdartigkeit etc.). Jetzt, nach der Entdeckung der fraktalen Varianz (die ich noch nicht verstanden habe) stellt sich natürlich die nächste Frage: wird die nächste Generation von Midi-“Humanize“-Algorithmen in DAWs oder vstis diese fraktale Varianz eingebaut haben? Wie lange kann man Mensch und Maschine noch auseinanderhalten? 🙂

    übrigens, auch fast zum Thema:

    http://labs.echonest.com/click/?songId=SOGDUHP12A58A7A5E0&artist=boysetsfire&title=My+Life+In+The+Knife+Trade

    P.S. den frankierten RückUmschlag schick ich noch, ehrlich….

    • “Can electronic music make you cry?“ ist ein ausgesprochen guter Titel! Schick uns die Studie, die will ich lesen! 😉
      Die immerwährende Frage ob wir auch diese menschliche Varianz nachstellen können. Sicherlich wird man das versuchen. Grundsätzlich ist das ja nicht schwer wenn man die Muster erstmal erkannt hat.
      Ich glaube man wird menschliches Denken und Handeln irgendwann perfekt simulieren können – spätestens dann wenn die Maschinen die Komplexität biologischer Systeme erreichen. Aber da wird es schnell philosophisch/religiös…

      /nw

  3. Das Experiment der Woche war wieder klasse! (Schönes Zeitlupenvideo)
    Kenne jetzt seit knapp 2 Monaten euren Podcast und höre euch sehr gerne zu.
    Toll, dass es Reinhard bei uns in Hessen so gut gefallen hat, auch wenn wir auf dem Großen Feldberg ordentlich nass wurden 😉
    Viele Grüße von Anne, Alex und dem Sekels-Anhang

  4. Einige subjektive, größtenteils uninteressante Anmerkungen zu dieser Folge:

    Thema “Namen für Kinder”: Tiberius steht ganz oben auf der Auswahlliste!

    Bei den Erzählungen vom DLR bin ich vor Neid wie ein Pinguin durch die Küche gewatschelt. Das klingt SO cool!

    Das Problem mit platzenden Ballons kann ich total nachvollziehen. Mir hat schon das Warten aufs Platzen beim Hören alles innerlich zusammengezogen. In freier Wildbahn kann ich Ballons nicht mal berühren…

    Den Schmerzfaktor des Bienenstichs im Nasenloch finde ich nachvollziehbar. Das schmerzhafteste, was ich bisher erlebt habe, war die Abheilphase meines Nostrilpiercings inklusive des versehentlichen Rauszupfens und Wieder-Einsetzen-Müssens.

  5. Zu der Frage, ob Computer Kunst erzeugen können: Es gibt im Bereich des Maschinellen Lernens einige halbwegs erfolgreiche Ansätze zur Erzeugung neuer Musik/Bilder/politische Reden, nachdem die Algorithmen (meist irgendeine Variation neuronaler Netze) auf existierender Musik/Bilder/politischen Reden trainiert wurden.

    – Musik: http://www.brandmaier.de/alice/
    – Politische Reden: https://medium.com/@samim/obama-rnn-machine-generated-political-speeches-c8abd18a2ea0

    Viele Grüße und vielen Dank für euren Podcast!

    • Mmmh… Eines der ersten Dinge die Computer perfekt simulieren können sind politische Reden? Ein Schelm der Böses dabei denkt! 😉

      Sehr interessant diese Studien. Gerade die Frage ob Computer etwas neues (!) erzeugen können interessiert mich sehr. Wo kommt die Inspiration her? Ist es eine einfache Variation des Vorhandenen die dann zu etwas Innovativem führt oder bedarf es eines kreatives “Geistes”? Spannend!

      /nw

      • Von “perfekt” kann man zwar definitiv noch nicht sprechen, aber das ist ja nur eine Frage der Zeit. 😉

        Bisher kommt “neues” wohl wirklich nur durch Variation des Vorhandenen zustande. Aber da sowas von Rechnern ja in der Regel relativ ressourcen-sparend machbar ist, ist die Frage eher, wie man die Bewertung der Ergebnisse automatisiert. Tausende “neuer” Songs, Bilder oder Reden lassen sich extrem schnell produzieren, aber welche davon ist tatsächlich gut? Wie bringt man einem Computer Ästhetik bei?

        Ein “kreativer” Geist würde als Algorithmus wohl bedeuten, bestehende Informationen über Qualität zu nutzen und sozusagen informiertere Entscheidungen über den nächsten Schritt, die nächste gute Variation zu treffen, anstatt nur über trial & error zu gehen. Aber die Varianz dieser Qualitätskriterien ist ja riesig.

        Viele Grüße!

  6. Die Studie zu “Großmüttern” fand ich schon interessant. Zumindest ist die Fragestellung eine interessante, wenn dies eine Ausnahme von der Regel in der Natur ist. Was allerdings etwas komisch ist, was noch alles erklärt wird und wie. Damit macht sich die Studie ein bisschen unseriös, zumindest von dem was ihr so erzählt. Mich hätte ein bisschen mehr interessiert, wie die Studie die Theorie, dass Großmütter wichtig für die Betreuung der Enkelkinder sind, bestätigt. Denn von dieser Theorie hatte ich schon früher einmal gehört.

    Und Nicolas, keine Sorge alles in Ordnung wie und was du dazu erzählt hast. Die Studie scheint einfach sehr spekulativ zu sein, wobei die ursprüngliche Fragestellung, wie schon gesagt, durchaus interessant ist.

    Eine kurze Abschweifung, weil es ums Schlagzeugspielen ging: Nicolas kennst den Film Whiplash? Kann ich empfehlen – auch für jene, die kein Schlagzeug spielt. (und es geht um einen Jazz-Schlagzeuger, aber trotzdem toll.)

    • Ja, genau das ist es was bei mir zu dieser Studie hängen geblieben ist. Die grundsätzliche Frage ist hoch interessant und der Nutzen der Großmütter in unserer Gesellschaft unbestritten. Die schlussfolgerungen in den Papern aber zum Teil sehr gewagt. Er “Möglichkeiten” als “Tatsachen” aus meiner Sicht.

      Der Film klingt fantastisch! Habe ich noch nicht gesehen, werde ich mir aber auf jeden Fall ansehen! Danke!

      /nw

  7. Der Preis des Ig-Nobelpreis beträgt “Ten Trillion” (als Zahl: 10000000000000) Zimbabwe-Dollar (third Zimbabwe dollar, ZWR). 2009 wurde der “fourth Zimbabwe dollar” (ZWL) eingeführt.

    Der Wechselkurs war einfach. Man strich 12 Stellen:
    1000000000000 ZWR = 1 ZWL

    Laut Internet sind 10 ZWL heute etwa 0,0246 Euro wert. Dafür kriegt man nicht mal mehr Lakritze aus dem obersten Fach. 😉

  8. Oh weh, das Mitleid beim Zuhören tut weh. Macht Euch keine Sorgen wegen der Großmütterstudie, auch Feministinnen sind in der Lage zwischen Eurer Meinung und von Euch wiedergegebenen Papern zu unterscheiden. Und biologisch darf man die Frage wozu ein Weibchen nach der Menopause gut ist schon stellen, Männer müssen sich ja deshalb nicht nach Biobuch benehmen.

  9. Die Zutaten für das Experiment der Woche findet man natürlich auf jeder guten Party. Das Problem: Physiker findet man dort selten. 😉

      • Ihr denkt wirklich, dass ein CT für Atome nobelpreisverdächtig ist? Eigentlich ist das letzte Thema von Reinhard ja nichts anderes, oder?

        • Hi Andreas,
          ja ein CT für Atome beschreibt das ganz gut. Ich glaube schon, dass das ganze nobelpreisverdächtig werden könnte, wenn es dazu führt dass wir irgendwann dazu in der Lage sind die atomare Struktur verschiedenster Materialien bis auf die atomare Ebene hin zu designen…und ein erster Schritt dahin ist ja erstmal das ganze in einem dreidimensionalen Volumen zu vermessen 🙂

          /rr

  10. IG Nobelpreis zur Blinddarmdiagnostic
    Ich weiß ja nicht, wie die Schulungen aussehen. Einen Patienten mit starken Bauchschmerzen ins Auto zu verfrachten, um die Diagnose zu verbesseren, scheint mir nicht unbedingt sinnvoll.
    Aber da vor vielen Krankenhäusern ohnehin Verkehrsschwllen sind, macht es sicher Sinn, Rettungssanitäter zu schulen darauf zu achten, welchen Schmerz der Patient beim Transport über die Schwellen beschreibt, um bestimmte Diagnosen zu erhärten, oder auszuschließen. Und natürlich kann der Arzt auch die Patienten fragen, die selbst gekommen sind.
    Nur so eine Idee eines Nicht-Mediziners

    Dirk

    • Ich glaub so ist es auch gedacht! Nicht Menschen diagnostisch über Schwellen fahren aber nachfragen ob ihnen in letzter Zeit was aufgefallen ist! 😉

      /nw

      • lustigerweise bin ich mal morgens als Beifahrer mit leichten Bauchkrämpfen ins Auto gestiegen und nach 2 1/2h autobahnfahrt in die Notaufnahme gekommen. Was war, Blinddarmentzündung.
        …musste kurz lachen als ihr die diagnoseidee erklärt habt.

  11. Hi Jungs,
    sehr interessant wieder. Das mit den fraktalen Tempi ist ja der Klopper. Danke fürs Servieren 🙂

    Eine Hausmeisterfrage noch: Wo kriegt man die Batman-Soudbites? Ist das was Freies?

    VG!

  12. Zum CE-Zeichen sagte uns ein Arbeitsschutz-Dozent bei einer Schulung mal sinngemäß folgendes: Das bedeutet sicherheitstechnisch rein gar nichts. Das könnte genausogut “China Export” heißen. Daran musste ich die ganze Zeit denken 🙂

    Und dann war da noch die kinderlose Kollegin (Pathologin und Philosophin), die auf die Frage, ob sie es bedauere, keine Kinder zu haben, nur sagte: “Weißt Du, auch bei den Menschen gibt es Leute, die sich um Hardware und solche, die sich um Software kümmern.”

    Einfache Sätze, die mich aber bisher nie verlassen haben.

  13. So, und da ihr in dieser Nobel-Woche ja turnusmäßig Sendepause habt, nahm ich mir nochmal die #36 vom letzten Jahr vor. Die mit u.a. dem Herrn Hell. Stellt sich raus: erneut sehr interessant So gut wie zeitlos 🙂

  14. Eigentlich habt ihr ja nur positive Kommentare verdient aber euren Umgang mit den “Großmutter”-Papern finde ich einfach nur albern. Es gibt einfach den Effekt der Menopause und den versuchen Wissenschaftler zu erklären. In dem Fall werden halt Hypothesen über Computersimulationen getestet. Das hat ersteinmal nichts mit Sexismus zu tun sondern ist einfach nur Ergebnisoffenes testen. Wenn man anschließend die beobachteten Effekte zu erklären versucht, dann sollte das so Vorurteilsfrei wie möglich sein, vorallem aber sollte man sich nicht von seiner eigenen Meinung beeinflussen lassen. Wenn ich eine Theorie ausstelle, dann heißt das nicht dass ich das glaube oder vermute, sondern dass ich deren Möglichkeit testen möchte. Und natürlich kommt dann auch hier wieder der Druck zur Veröffentlichung hinzu…
    Aber um die lange Beschwerde kurzzufassen: Ihr wisst selber das Wissenschaft nicht immer super korrekt ist, aber nur weil man mit etwas nicht einverstanden ist muss es nicht gleich falsch sein. Und euer Kichern dazu fand ich manchmal echt etwas albern und eurem Podcast unwürdig.

    Aber zum Positiven: Mir fiel neulich beim Pilzesammeln auf, wieviel offener ich doch durch den Wald gehe und den Grund für jede Kuhle und jeden untypisch auftauchenden Baum etc. hinterfrage, seit ich euren Podcast höre. Dauernd denke ich, was könnte den hierfür der Grund sein? Und das obwohl ich doch vorher auch schon Wissenschaftsstudent war. Deshalb auch von mir ein kräftiges “weiter so!”

    • Vielen Dank für das Feedback. Wir wollten auch gar nicht die Leistung der Wissenschaftler geringschätzen. Ich fand das Thema ja auch sehr interessant, sonst hätte ich es nicht ausgewählt. Irgendwie habe ich das in dem Moment nicht sprachlich distanziert genug auf den Punkt gebracht und das führte zu den Lachern. Beim nächsten Mal dann hoffentlich wieder etwas würdiger… 😉

      Gruß!

      /nw

  15. Zu dem ersten Thema gibts auch ein Video von sixty Symbols auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=GyLeBMdI_HU. Was vielleicht für Nicolas Interesse sorgen könnte, ist der 2. Teil des Videos, indem aufgerufen wird ein bestimmtes Lied auf dem Schlagzeug zu spielen, und damit zu ihrem Nachfolgepaper beizutragen. Der Professor verspricht auch eine Namensnennung im Paper.

  16. Hallo ihr beiden,

    da ihr auch ein wenig über das AFM gesprochen habt, habe ich mal ein Paper rausgesucht, dass ich in meinem Oberseminarvortrag zur Rasterkraftmikroskopie vorgestellt hatte: http://www-inst.eecs.berkeley.edu/~ee230/sp08/giessibl%20Si%207×7%20AFM%202000.pdf

    Darin wird beschrieben, dass es möglich ist, einzelne Elektronenorbitale zu messen und darzustellen. Mein damaliger Prof. hatte mir zuerst nicht geglaubt, als ich ihm das Paper geschickt habe und er die Autoren gesehen hat, meinte er es sei glaubwürdig.

    Viele Grüße,
    Martin

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