Minkorrekt Folge 29 „Torten-Trocknungsfläche“

 

Die neuste Folge unserer Wissenschafts-Gala ist wieder lang geworden. Kein wunder, gab es doch einiges aus der Welt der Wissenschaft zu berichten.

Wir plaudern zunächst über freestyle-physics, einem Experimenten-Wettstreit an unserer Uni. Die diesjährigen Aufgaben findet ihr hier.

Nicolas war auf der Hacker und Maker Konferenz EHSM2014. Besonders hat er sich gefreut Mitch Altman kennenzulernen.

Hockaktuell ist unsere Rubrik „Previously on stem cell research“ heute. Nature zieht endlich das dubiose Paper zurück, versteigt sich aber in Rechtfertigungen. Wir diskutieren und rufen (mal wieder) zur Revolution auf.

Thema 1: „Der Duft von Malaria“ – Mücken können Malaria-Infizierte riechen. Aber nicht irgendwelche, sondern besonders die, welche Malaria Erreger in einem speziellen Reifegrad tragen. Ein älteres Paper mit genmanipulierten Mücken wird auch noch erwähnt .

Thema 2: „Gestern Drucker, heute keine Tabletts und morgen Skynet!” – Reinhard berichtet über die Zukunft in der Computerarchitektur. Ein fader Beigeschmack bleibt: Ist Reinhard von HP gekauft? Wird er in Zukunft weiter Werbung laufen? Wir sind gespannt…

 

Experiment der Woche: „Kuchen richtig schneiden“ – Jeder kennt das Problem (und der Hersteller gibt auch noch eine irreführende Anleitung) was mindestens so schlimm ist wie der Gefrierbrand: Die Torten-Trocknungsfläche! Ein Paper von 1906 zeigt uns wie man Torten wissenschaftlich richtig schneidet. Unser Video dazu findet ihr hier. Autor ist der Universalgelehrte Sir Francis Galton.

Song der Woche: „Kugel: Volumen und Oberfläche (Mathe-Song)“ von Johann Beurich. Erhöht noch heute Eure Street-Credibility und kauft den Song bei iTunes.

Thema 3: „Nanodiamanten vs. Bakterien“ – Wie der Name sagt: Diamanten vs.

Bakterien. KO in Runde 3.

Thema 4: „nature…Wissenschaft in hart!” – Diamanten noch härter machen mit Zwillingen im Kristall.

Was machen eigentlich Studenten in der Vorlesung. Neben Reinhards Anekdoten und Basteltipps gibt es auch ein wissenschaftliches Paper dazu. Die Internetplattform „Backstage“ für mehr Interaktion in der Vorlesung sieht sehr interessant aus.

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19 Gedanken zu „Minkorrekt Folge 29 „Torten-Trocknungsfläche“

  1. Zum Thema generierte Papers schaut euch mal http://diehimmelistschoen.blogspot.de an. Da hat ein von einem Konferenzveranstalter genervter Wissenschaftler – Pseudonym Herbert Schlangemann – ein generiertes Paper eingereicht, wurde angenommen und sogar zum Chairman ernannt. Alles schön dokumentiert in dem Blog. Und solltet ihr einen hinreichend abgedrehten Humor haben, recherchiert mal, was es mit “der Schlangemann” auf sich hat – Vorsicht, das Video ist nicht NSFW – macht das ganze aber noch witziger.

  2. Dass spiele noch auf relativ alten PCs laufen liegt glaube ich daran, dass die meisten Spiele aktuell für Konsolen entwickelt werden und dann auf den PC portiert werden. Auf Konsolen sind Entwickler ja immer an die über Jahre gleich bleibende Hardware gebunden. Solche Spiele laufen auf meiner Schrottkiste immer noch ziemlich gut und ich bin immer wieder erstaunt, dass aktuelle Titel noch ansehnlich laufen. Wenn ich dann allerdings einen “PC only” Titel wie zB Metro 2033 auf “hübsch” spielen möchte komme ich ziemlich schnell an die Leistungsgrenzen meines Rechners. Ich denke also, dass man auch aktuelle Grafikkarten ausreizen kann.

  3. Äh, ja, wo ist denn das Video zum Kuchenschneidenexperiment? Darauf war ich so neugierig. Da müsste es doch Styropor-Verpackungs-Reste, Torte von unten und reichlich Krümel zu sehen geben. (Und mit etwas Glück auch das sorgenvolle Gesicht von Nicolas.)
    Also hier und dort http://www.youtube.com/channel/UCa8qyXCS-FTs0fHD6HJeyiw ist es doch nicht, oder bin ich blind?
    Muss ich doch “fremdgucken”? https://www.youtube.com/watch?v=wBU9N35ZHIw&
    Übrigens: Reinhards Schluss vom Galton Board http://www.youtube.com/watch?v=6YDHBFVIvIs zum Tortendiagramm war wunderbar.

  4. Was die Beschäftigung der Studenten während der Vorlesungen angeht: bei uns gibt es ausgerechnet bei den Medienwissenschaftlern einen Dozenten, der konsequent jeden Notebook-/Handynutzer aus dem Hörsaal schmeißt. Sehr erfrischend.

    • Gerade erst fertig gehört, daher noch eine Extraanmerkung zur Gerätenutzung: Ein anderer Dozent aus der Medienwissenschaft versuchte die Einbindung des Publikums per Twitter. Das wurde dann für alle auf eine Leinwand geworfen und wäre auch interessant gewesen, wären da im ganzen Semester mehr als drei Fragen und “Guten Morgen!” gekommen.

      • Das wäre wirklich interessant gewesen! Sascha Lobo hat bei der republica in diesem Jahr so etwas ähnliches versucht. Fand ich interessant, hätte aber auch besser klappen können.

        Glück auf! Nicolas

  5. Schöner Podcast, war meine erste Folge!

    Was mir bei der Tortenschneiderei gefehlt hat, ist die Berücksichtigung des Tortenrandes (Umfang). Der kann sehr lecker belegt bzw. bestrichen sein (Buttercreme, Schoko- oder Zuckerguss, …) und dann bringt nur die “klassische” Schnittmethode eine faire Verteilung unter den Essenden 😉

  6. Zum Moorschen “Gesetz” (vielleicht besser Postulat) empfehle ich sehr die Lektüre des Originalpapers. Ich habe mir das mal über die Bibliothek in Papier besorgt, weil ich es online nicht gefunden habe – ist aber schon einige Jahre her. Bei Papern die jeder Zitiert lohnt sich das selber lesen, weil oft Randbedingungen vernachlässigt werden, wenn es von jedem zu jeder Gelegenheit zitiert wird. Das ist auf jeden Fall eines der kurzweiligsten Paper, die ich jeh gelesen habe, weil es durch lustige Comics aufgelockert wird.
    Der wichtigste Teil: Die Aussage von Moor geht weiter als “Die Zahl der Transistoren verdoppelt sich in einem Zeitintervall auf einem Prozessor”. Die Aussage in dem Paper geht nämlich weiter mit “… im Kostenminimum”. Das heisst es wird nicht einfach immer mehr Geld investiert um Prozessoren zu bauen sondern das ist auch der wirtschaftlich günstigste Punkt um leistungsfähige Prozessoren zu fertigen.
    Die Fertigungstechnik entwickelt sich also so weiter, dass ich nach Ablauf des Zeitintervalls für das selbe Geld die doppelte Anzahl Transistoren fertigen kann.
    Für Photovoltaikmodule zeigt sich ähnliches immer bezogen auf die produzierten kW-Peak Solarmodule und viele viele andere sog. “Price Experience Curves”. Diese werden herangezogen um zu sehen, wann mit dem Durchbruch von Technologien zu rechnen ist im Bezug auf die Einsatzkosten.

  7. Ich weiß, ich weiß… Ich bin spät dran. Aber ich bin seit letztem Herbst Neuhörerin und höre mich grade quer durch die alten Folgen und muss etwas richtig stellen zum Thema Hall-Patch-Effekt.
    Ja, ich bin Maschinenbauerin.

    Meterial mit kleineren Körnern wird nicht härter, weil sich diese kleinen kristallinien Bereiche ineinander verkeilen, sondern weil ein ganz kurz angesprochener Gitterfehler in Kristallen das bewirkt.
    Es geht nämlich genau um diese Versetzungen! Diese Versetzungen sind nämlich, wenn sie sich im Kristallgitter bewegen, dafür zuständig, dass sich ein Material plastisch verformen kann, als irreparabel verbiegen oder ähnliches. Behindert man also diese Versetzungsbewegungen, dann verformt sich ein Material nicht mehr –> es wird härter!
    Jetzt braucht eine Versetzung, um sich zu bewegen, aber eine Kristallebene, die möglichst defektfrei bzw. “regelmäßig” ist. Stößt diese Versetzung gegen eine Korngrenze kommt sie nicht weiter und ist gefangen. Dann kommt die nächste Versetzung von hinten angerauscht und sößt gegen die erste. Das passiert so lange, bis das Kor quasi voll mit Versetzungen ist, die sich nicht mehr bewegen können, kann sich nicht weiter verformen und ist damit hart. Bei kleinen Körnern passiert dieser Mechanismus logischerweise schneller Das Korn ist schneller voll.
    Das ist der Hall-Petch-Effekt.

  8. Also beim Thema “Programmierkunst” (von euch kurz angerissen) ist das Gerät, das ich als zweites mein Eigen nennen durfte, einer der echten Höhepunkte: Der TRS-80 Modell 1. Auf den Markt gekommen anno 1977. Adressraum fette 64 kilo(!)byte im Vollausbau, davon 48kB RAM. Z80-CPU und 1.77 Mega(!)hertz. Bis zu 4 Diskettenlaufwerke (5.25″) mit maximal je 720kB … anfangs aber nur ein Viertel davon. HDD nicht möglich. Grafik … klar … 16 Zeilen á 64 Zeichen, einige davon als “Klötzchengrafik” und als Resultat 128×48 monochrome Klötzchen. Irgendwann kam eine “hochauflösende” Erweiterung dazu, die einzelne Pixel adressiern (oder eher überlagern) konnte. Grafik- oder Soundchip: Fehlanzeige. Aber CPU-generierter Mono-Sound.

    Erstaunlich ist, was da draus gemacht wurde … in den 16kB ROM steckte ein richtig leistungsfähiges BASIC, das dem des C64 schon damals um Längen voraus war. In den 48 kB RAM wurden ca. 4kB für ein Diskettenbetriebssystem verwendet (ok – das lief mit Overlays …) und im Rest dann die Anwendungen. Beispiele ? Eine Textverarbeitung, mitsamt dem Text (war genug für meine Diplomarbeit). Ausufernde Textadventures (Forbidden Planet, Asylum, u.v.a.m.). Und Arcade-Spiele … z.B. “Arcade Bomber Scramble”, und das nie wieder woanders entdeckte “Outhouse” (siehe http://www.microbee-mspp.org.au/forum/viewtopic.php?f=30&t=964 oder http://www.trs-80.org/outhouse/) letztere Seite gibt übrigens einen netten Überblick über die Vielfalt an Software für das System.

    Ich selbst hatte einen Nachbau auf einem Z80-Einplatinenrechner mit ECB-Bus (Z80H mit 8 MHz) und einer handgefädelten (!) “Grafikkarte”.

    Da es mittlerweile ganz gute TRS80-Emulatoren für den PC gibt, kann ich heute wieder Outhouse spielen 😉

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