Minkorrekt Live: Wir sind mit „Das M!perium schlägt zurück“ auf Tour! Tickets bekommt ihr hier – möge die Wissenschaft mit euch sein!
Alle Werbepartner findet ihr in diesem Linktree!
00:00:00 Intro
00:10:59 KI in der Forschung
00:28:38 Göttingen
00:36:40 Kommentare
00:50:57 Thema 1: “Kaffeepause für Tiefschlaf”
01:13:37 Science Snack
01:22:04 Thema 2: „Unglaubliche Entdeckung!“
01:51:44 Hausmeisterei
01:52:48 Outro
01:54:08 Audiokommentar Lukas
KI in der Forschung: Der ganze Hype um die KI macht auch vor der Experimentalphysik nicht halt. Hier findet ihr das erwähnte Paper zur Entdeckung eines neuen Versuchsaufbaus für einen Gravitationswellen Detektor der von einer Ki „erdacht“ wurde.
Feedback zu Forschung die man lassen sollte: Wir haben da einige Mails nach der letzten Folge bekommen, unter anderem zur Spiegelbakterien und der Asilomar Konferenz. Wenn euch das interessiert, dann hört in die entsprechende Folge von Pandemie rein.
Audiokommentar:
Thema 1 (Nicolas): „Kaffeepause für Tiefschlaf“ – Kaffee macht uns nicht nur morgens wach, sondern er hält unser Gehirn auch wach selbst wenn wir schlafen. Dieser Effekt ist erstaunlicherweise in jungen Jahren ausgeprägter als im Alter.
Science Snack: „The ABC of mobility“ – Wissenschaftler haben untersucht wie sich die Menschen in verschiedenen Städten fortbewegen, Öffis, Auto oder Muskelkraft. In den interaktiven ABC-Diagrammen die dabei entstanden sind könnt ihr schauen welche Stadt eurem Bewegungsbedürfnis entspricht.
Thema 2 (Reini): „Unglaubliche Entdeckung! Wird dieses Thema ihr Leben verändern?“ – Zeiten ändern sich und damit auch unser Nachrichtenkonsum. Gerade die technische Veränderung der letzten 30 Jahre lässt sich in der Form wie Überschriften gestaltet sind wunderbar beobachten.
Hausmeisterei: Wir sind auf Tour und einige Termine sind ausverkauft. Trotzdem lohnt es sich, da hin und wieder mal zu schauen, ob es nicht doch noch Tickets gibt. Manchmal werden einzelne Tickets doch noch kurzfristig frei.
Minkorrekt live: Das sind die nächsten Termine:
14.06.2025 Heilbronn
15.06.2025 Neu Isenburg
12.07.2025 Berlin (RESTKARTEN)
13.07.2025 Berlin
14.09.2025 Bielefeld
uvm! Alle weiteren Termine gibt es hier!
Outro: Intro aus Folge 78: “Die unendliche Geschichte„
Wichtige Adressen:
Unsere Live-Termine und Tickets für unsere neue Show findet ihr hier!
Zu unserem Newsletter könnt ihr euch hier anmelden!
Folge uns gerne auf Mastodon, Instagram oder YouTube!
Hier findet ihr unseren Discord
Modisch inkorrektes Merch gibt es hier!
Minkorrekt! ohne Werbung bekommt ihr bei Steady
Hier findet ihr alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen!
Wer Göttingen sagt, der muss auch Mathematik sagen: https://theconversation.com/how-one-german-city-developed-and-then-lost-generations-of-math-geniuses-106750
Hm, war das Halbwissen-Herumwabern beim Thema KI früher noch ganz unterhaltsam, so wird es langsam zäh und uninteressant für mich.
Wie wäre es denn mal mit einem Gast oder zumindest einem Einspieler eines Experten zu dem Thema? Florian fragt ihr ja auch bei Astronomie-Themen an.
Eine KI kann kommerzielle Rollenspielsysteme wie DSA oder D&D nicht vollumfänglich leiten, weil die Regeln und das Setting dem Urheberrecht unterliegen. Die DSA Regeln und das Setting sind zwar bis zu einem gewissen Grad öffentlich dokumentiert, aber insb. bei den Regeln nur so, dass das nur als Nachschlagewerk dient, das ohne die Bücher quasi kaum nutzbar ist. Beim Setting ist der Verlag etwas großzügiger (s. Wiki-Aventurica ). Das Gros des Settings und der Regeln, die für ein lebendiges Spielleiten benötigt werden, sind nicht frei verfügbar. Wenn sich rausstellt, dass eine KI das dennoch gut leiten kann und offensichtlich auf die ganzen Regeln Zugriff hat (z.B
Wsil illegale Kopien der PDFs indexiert wurden), dürfte der Verlag eine gute Grundlage für eine Klage haben. Was eigentlich passieren sollte, ist, dass der Rechteinhaber selbst ein entsprechendes Projekt anstößt. Soviel Innovation traue ich der Branche aber nicht zu.
Zu beiden Themen wo die Wissenschaft diskutiert sich selbst Grenzen zu setzen (Spiegelmoleküle und Asilomar-Konferenz) gab es in letzter Zeit tolle Folgen im Pandemia Podcast, den ich hier ohnehin nur sehr empfehlen kann. Die beiden Hosts Laura Salm-Reifferscheidt und Kai Kupferschmidt sind Wissenschaftsjournalist*innen und sprechen oft mit bedeutenden Forschenden in den jeweiligen Feldern und erzählen auch oft Geschichten über die Forschung selbst – ganz toller Podcast!
https://feeds.superelektrik.de/pandemia
Wenn hier aus 90er-Nostalgiegründen die MiniDisc erwähnt wird, hier eine kleine Anekdote: Unser Stamm-Supermarkt hat so ein kleines, schlecht sortiertes Technik-Regal, hier und da mit noch ein paar CD-Rohlingen in der Trommel. Dort lag JAH-RE-LANG eine einsame und verlassene, bespielbare Minidisc herum, wurde mal hierhin geschoben, mal dorthin. Ich weiß nicht mehr, welche zeitliche Schwelle überschritten wurde, aber irgendwann war sie MIR (ohne dass ich sie hätte be- oder abspielen können). Aber jetzt hat sie ihren Platz in meinem Bücherregal, direkt neben meiner allerletzten bespielbaren CrO2-Musikkassette (die Älteren erinnern sich).
Und wo wir gerade dabei sind: Zur 90er-Hifi-Folklore gehörte damals auch das DAT-Format. Als rein digitales Medium war es allen anderen Konzepten deutlich überlegen und war auch bei den Profis beliebt. Nicht allerdings bei der Musikindustrie, denn die mochte es gar nicht, dass man eine 1:1-Kopie einer CD erstellen konnte. Daher auch der Kopierschutz: Man konnte zwar eine Kopie einer CD erstellen, nicht aber eine DAT-DAT-Kopie davon. Die Kassetten wurden dann auch eher (mit ähnlichem Formfaktor) als Backup-Medien für Serversysteme verwendet. War ein bissi schade drum…
Viele Grüße
Jörg
Wenn ich aus eigener Erfahrung eine Sache über Koffein sagen kann, ist es, dass sich schnell Gewöhnungseffekte einstellen. Das gilt sowohl für die Toleranz bei stetigem Koffeinkonsum, als auch Entzugserscheinungen, wenn dieser ausbleibt. Im Methodenteil der Studie sehe ich das nur etwas lapidar erwähnt; „Regelmäßig 1-3 Tassen“ am Tag. Weder weiß man, wie groß die Tassen sind, noch wie stark der Kaffee ist, noch wie lange die Person kontinuierlich täglich Kaffee trinkt, noch, wie stark der Konsum schwankt. Das erscheinen mir doch etwas viele versteckte Variablen für eine aussagekräftige Studien. Aber Kaffee-Themen gehen halt gut im Wissenschaftsmarketing.
Ich find’s immer wieder faszinierend, wie sehr ihr die Erzählungen zu AGI und Singularität zu glauben scheint, die die ganzen Silicon Valley Techbros aufzubauen um den Hype um ihre wackelige Technologie und deren Börsenkurse weiter hoch zu halten. Dabei seid ihr sonst fast immer so wissenschaftlich unterwegs. Ich muss immer ganz schlimm das Gesicht verziehen und bin kurz davor, die Einleitung einfach zu überspringen.
(Ich meine speziell LLMs und Generative AI. Gibt schon guten Kram der auch unter den Sammelbegriff fällt und nicht für eitlen Bullshit die Welt verbrennt.)
Kleine Korrektur: Nicolas, du sagtest, Schokolade enthalte Koffein. Das stimmt nicht (von Kaffee-Schokolade mal abgesehen). Schokolade enthält Theobromin – das ist sehr ähnlich, aber nicht gleich.
Ganz liebe Grüße und wie immer danke für die dieswöchige Unterhaltung 🙂
zum thema Göttingen kann ich auch super das Buch Quantenlicht von Thomas de Padova empfehlen. da wird die Zeit von ~ 1920 bis 1930 durchgenommen mit Pauli Schrödinger Heisenberg Einstein u Co.
Ich war heute mit dem Zug in Göttingen um mein neues Auto abzuholen. Auf dem Weg von Bahnhof Richtung Autohaus komme ich am Stadtfriedhof vorbei. Ich denke daran, dass ich mal etwas von einem Rondell der Nobelpreisträger gehört habe. Ein bisschen Zeit hatte ich übrig, also ging ich auf dem Friedhof und schaute mir das Rondell und ein paar der Grabsteine voller Ehrfurcht an. Auf dem weiteren Fußweg denke ich, dass euch das auch gefallen würde.
Auf der Rückfahrt höre ich euch und die Geschichte von Reini, der auch kürzlich hier war.
Ist das alles nur Zufall, Verschränkung von Informationen oder gar Quantenschwurbel?
Zum Thema 2: Es heißt das Korpus und die Korpora. Korpi ist falsch. Ich hatte gerade aufgeschreckr in der Studie geschaut (denn das bekommt man vom ersten Semester aneingebleut und) und da ist es zum Glück richtig. Wenn das aber in Reinis Quelle so stand, ist das leider ein Zeichen dafür, dass die nicht sauber arbeiten, auch wenn es wie eine Bagatelle klingt.
Ich war letzte Woche auf Konferenz, als ich den Teil ueber den Friedhof mit NobelpreistraegerInnen gehoert habe, und tauchte sogleich in ein Rabbit Hole ein.
Vielleicht kann das auch all die Kommentierenden ein wenig versoehnen, die sich mehr Auseinandersetzung mit „KI“ wuenschen, denn: So eine Frage wie „wo sind die meisten NobelpreistraegerInnen begraben“ ist praktisch _perfekt_ fuer das Gegenmodell zu heuristischen Sprachmodellen.
Da die begrabenen Personen notwendigerweise tot und hinreichend beruehmt sind, haben sie in der Regel alle auch ein sehr gut gepflegtes Wikidata-Datenobjekt. Die 20 Friedhoefe mit den meisten dort begrabenen NobelpreistraegerInnen bekommt man daher durch diese Wikidata-Abfrage: https://w.wiki/EVU4
Dort liegen der Stadtfriedhof Goettingen und der Moskauer Nowodewitschi-Friedhof mit je 9 Personen gleichauf – in Moskau liegen sehr viele Physiker, die ihr alle kennen duerftet, aber auch Michail Gorbatschow als Friedensnobelpreistraeger.
Der Alfred-Nobel-Gedaechtnispreis für Wirtschaftswissenschaften wird „erst“ seit 1969 verliehen – wuerde man den ausnehmen wollen, ginge das natuerlich auch: https://w.wiki/EVU6
Das bezieht sich jetzt aber nur auf einen _Friedhof_, nicht auf Staedte – es kann ja mehrere Friedhoefe in einer Verwaltungseinheit geben, in der NobelpreistraegerInnen liegen. Mit https://w.wiki/EVU9 finden wir auch das heraus, und da wandert nun auch die Gemeinde Solna in Stockholm mit 9 Personen auf den gemeinsamen ersten Platz – denn Nelly Sachs ist z.B. als auf dem juedischen Friedhof von Solna begraben angegeben, was auch wieder Teil des Norra begravningsplatsen ist. Das koennte man auch nochmal aufloesen, aber ich habe jetzt schon zu viel Nachmittagspause in dieses Rabbit Hole versenkt 😀
Was ich unterm Strich sagen will: Das kommt in meine Sammlung typischer Abfragen, die mit symbolischer KI (denn darum geht es bei einem Wissensgraphen) deterministisch und ohne Konfabulation beantwortet werden koennen. Manchmal muss man die Ausgangsdaten korrigieren oder Mehrdeutigkeiten wie bei der Unterabteilung vom Friedhof aufloesen, aber da wird nie etwas durch Heuristik dazu„erfunden“ werden. Ein Sprachmodell kann sowas eventuell ausgeben, wenn es _genau diese gewuenschte Liste_ schon im Netz gibt, die per RAG abgerufen werden kann. Aber _neue_ Insights auf so einer Faktenbasis kommen wenn dann aus der regelbasierten Abfrage.
Ich höre gerade die Folgen nach, da ich die letzten 10 Tage verreist war und musste bei den ABC-Diagramnen ein wenig schmunzeln bei Nicolas Feststellung, dass sich die Leute in Waterford genauso verhalten wie er, da ich am Tag der Veröffentlichung der Folge in Waterford gewesen bin.