Mi247 – „Wer bin ich für Dich?“

Inhalt

00:00:20 Intro
00:01:48 Begrüßung
00:03:21 Topfschlagen
00:19:13 Reha Ende
00:30:46 Pforzheim
00:41:28 Elsevier
00:50:57 Unterstützer:innen
00:51:36 Thema 1: “Spidergerm”
01:16:36 Snackable Science: Neutrinos
01:22:50 Thema 2: “Descartes ex Machina“
01:59:38 Schwurbel
02:11:39 Hausmeisterei

+++ GÜTERSLOH +++ Die Show findet nun endgültig … im Theater statt 🙂

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Nicolas! Wo wir schon beim Thema sind … Wo kommt Topfschlagen eigentlich her? Topfschlagen hat seinen Ursprung tatsächlich im 18. Jhd., damals bekannt als das „Hahnen-Schlag-Spiel“ – man schlug solange auf einen Steinguttopf mit einem (echten!) Hahn darin, bis der Erste den Topf zerschlug – der Gewinner durfte den Hahn darin behalten. Was soll man auch sonst auf einer Kirmes machen, wenn es keine Achterbahnen gibt …

Die letzte (intensive) Reha-Woche bei Nicolas steht an – nächste Woche nehmen wir dann wieder in der gewohnten Umgebung auf 🙂
Bis dahin hier ein paar Tipps für die Reha.

Gold. Geld. Gesellschaft – das ist Pforzheim! Reini war in der Stadt mit dem Beinamen „Die Goldstadt“. Denn Pforzheim war vor dem 2. Weltkrieg die Hochburg der Schmuckindustrie! Wieder was gelernt 😉

Nach dem Elsevier-Bashing letzte Woche haben wir die ein oder andere Zuschrift und Hinweise von euch bekommen – z. B., dass Editoren Elsevier verlassen!


Unterstützer:innenkommentar der Woche:
Johannes:
„Schwurbler dieser Erde, nehmt euch in Acht!
Denn hochleben soll die Welt der Wissenschaft!“

Thema 1 (Nicolas):Spidergerm“ – schon lange beschäftigen sich Forschende mit der Herstellung biologisch inspirierter Super-Fasern, das Problem war bisher die zu geringe Ausbeute von synthetischer Spinnenseide – mithilfe von Muschelfuß-Proteinen konnte man nun ein neues „Spinnenseiden-Fusions-Material“ in größeren Mengen herstellen, die zudem stärker und zäher sind – besonders für die Produktion nachhaltiger Textilien sinnvoll!

Snackable Science:Neutrinos“ – wie viele Neutrinos schießen eigentlich so durch uns durch? Jede Sekunde durchströmen 70 Milliarden die Fläche unseres Daumennagels!

Thema 2 (Reini): Descartes ex Machina“ – künstliche Intelligenz kann nicht nur Podcast-Beschreibungen oder Texte produzieren! Auf Grundlage von Rohdaten ist die „AI Descartes“ in der Lage, neue wissenschaftlich Formeln und Gleichungen zu erstellen!

Schwurbel der Woche:Orpanit Rechtfertigung“ – „nur unser Schwurbel schwurbelt richtig!“ Und: „Augen auf beim Organit-Kauf!“ Das passiert, wenn Schwurbler sich rechtfertigen 🙂

Hausmeisterei: Wir haben unser Merch aufgefrischt! Endlich gibt es einen Minkorrekt-Beutel mit der Blume der Wissenschaft (!) und ein neues Tassen-Motiv, für alle, die Wert darauf legen, ihren Globuli-Konsum der Welt zu zeigen.

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10 Gedanken zu „Mi247 – „Wer bin ich für Dich?“

  1. Hallo Zusammen
    Zu Thema 1
    Spinnen können nicht wie Raupen gehalten werden, da sie kannibalistisches Verhalten zeigen würden. Spinnenseideproteine kann man sich wie eine Hantel vorstellen. Dabei stellt die Stange eine stark repepitive Proteinsequenz, damit ungefaltet bzw. in einem regelmäßigen Muster gefaltet dar. Die Gewichte sind jeweils zwei verschiedene nicht- repetitive globulär gefaltete Proteinsequenzen (Anfang und Ende). Wenn das Protein in Lösung pH7 ist, dimerisiert es. Das Proteinende (C-Terminale Domäne) findet direkt sein Gegenstück. Es entsteht also ein (V) aus zwei Hanteln. Wird die Lösung angesäuert dann ändert sich die Struktur am Anfang des Proteins (N-TD) wodurch diese dann auch dimerisiert (V V V V->/\/\/\/\/\/).
    Das Problem dabei Spinnenseideproteine durch Bakterien herstellen zu lassen ist dass diese besonders große damit auch Schwere und eben repetitive Proteine sind. Dadurch sind die Bakterien „gestresst“ sie merken dass es nicht Körpereigene Proteine sind oder die Kapazität für bestimmte Aminosäuren ist ausgeschöpft. Eine weitere Challenge ist die Aufreinigung der Proteine.
    In Meiner Bachelorarbeit lief das so dass man die genetisch veränderten Bakterien hatte dann werden diese Schüttelkolbenkulturen kultiviert. Erreicht man eine gewünschte Bakteriendichte, dann wird durch Zugabe von IPTG (LAC Operon von Bakterien Thema für sich) die Proteinexpression angeschaltet. Anschließend werden die Proteine am nächsten tag „geerntet“. Hierfür wird die Bakterienlösung abzentrifungiert, anschließend wird das Zellpellet in einem neuen Puffer Resuspendiert. Nun werden die Zellen lysiert (mit Ultraschall draufbraten). Dann folgt ein weiterer Zentrifugationsschritt und man entfernt Zellfragmente und im optimalfall hat man dann seine Proteinlösung, aus der man dann das gewünschte Protein über Chromatographische Methoden Aufreinigt.
    Entschuldigt bitte die Rechtschreibung meiner Meinung nach alles richtig so.
    Ein Schönen Überblick über das Thema im Allgemeinen:
    DOI 10.1002/anie.200803341
    DOI 10.1038/NCHEMBIO.1789
    Polymerisation der einzelnen Proteine
    DOI 10.1038/ncomms3815
    DOI 10.1002/anie.201003795

    Endlich konnte ich Auch mal einen Beitrag leisten. Ich studiere gerade Master Biologie und höre den Podcast bestimmt schon 4-5 Jahre. Vielen dank für den Informativen und unterhaltsamen Podcast.
    LG Julius

  2. Bei Descartes ex machina musste ich an den Zentraldenker aus „Die Besucher“ denken. Danke dafür und alle weiteren geistigen Inputs, die Ihr uns Woche für Woche gebt.

    • Interessant war es. Allerdings heißt der gute Mann Descartes und wird Dekart ausgesprochen, also mit dem t am Ende, sonst wäre es „Descart“. Grüße von einer französischen Literaturwissenschaftlerin 😉

  3. Ob Gott stolz auf uns Menschen ist?
    Da bin ich mir sicher.
    Krone der Schöpfung! Meisterstück!
    Vielleicht schaffen wir es ja auch noch andere Planeten zu ruinieren bevor hier die Lichter aus gehen.

  4. Eine Geschäftsidee

    Was hindert einen daran den Markt mit billig produzierten Organit, Globuli, etc zu fluten (zum echten Einkaufspreis produziert), und damit den Schwurblern das Wasser abzugraben?

    es dürfte sehr einfach sein, chemisch und physikalisch identische Produkte herzustellen, die nur einen Bruchteil der Schwurblerprodukte kosten und jeder quantitativen Vergleichsmessung standhalten. Man könnte das als Non-profit führen und die Gewinne an Bildungseinrichtungen spenden

  5. Ich versuch mich mal als philosophischer Laie am Thema 2:
    Ist es nicht für den Menschen oder die Menschheit und deren technische Entwicklung vollkommen unerheblich wer uns Erkenntnis, nicht interpretiert, vorenthält? Wenn uns die KI völlig unverständlich davon galoppiert hätten wir wohl wieder einen Gott den wir fragen können wenn die Ernte misslingt. Der gibt uns dann wenigstens Zeichen auf nem Bildschirm und wir müssen nicht mehr auf Wunder und deren päpstliche Interpretation warten. Aber letztendlich ist doch KI die wir nicht mehr verstehen nutzloses rauschen in einer Datenleitung. Ein Geheimnis wie jedes andere Rätsel des Universums.
    Oder Gott versteht unsere Probleme dann endlich mal und sagt uns wieder wo es langgehen soll 😉

  6. Ihr sagtet beim ersten Thema, dass laut PETA 15 Raupen für ein Gramm Seide benötigt würden. Irgendwie spiegelt das mal wieder die Übertreibungen von diesem Verein wieder. Hier: https://www.swiss-silk.ch/herstellung-geschichte-1/geschichte-der-seide/zahlen-und-fakten/ wird von 5 Raupen für ein Gramm Seide (bzw. 5000 Raupen für 1kg) gesprochen. Die deutsche Wikipedia gibt 12000 Raupen/1kg Seide an, die englische dagegen 3000 Raupen/1kg, der WDR sagt 4000 Raupen/1kg, laut ‚Vereinigung Schweizer Seidenproduzenten‘ (https://www.quarks.de/umwelt/tierwelt/so-viele-kokons-des-seidenspinners-werden-fuer-ein-seidenkleid-benoetigt/). Da scheinen mir die Angaben letztlich stark von Tierschützern gefärbt (oder aufgebauscht), denn je kritischer die Webseite mit der Angabe, desto höher die Zahl.

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