Mi237 – „Hotel der Wissenschaft“

Inhalt

00:00:02 Infos zur Tour
00:02:22 Intro
00:02:58 Wie ist die Lage?
00:06:21 Schwurbel in der TAZ
00:11:07 Spaß mit Diagrammen
00:23:19 Mietwagen und Leasing Autos
00:28:02 Kommentar zu Dick-Pics
00:35:29 Unterstützer:innen
00:38:18 Thema 1: Das Salz in der Wasserstoffsuppe
01:10:38 Thema 2: Der eine Ring
01:28:03 Schwurbel der Woche

Wir melden uns aus dem Hotelzimmer in Mainz, danach ging es zum Gig nach Darmstadt 🙂 Danke an alle, die bei den Shows dabei waren, es waren zwei hammer Abende!

Nicht so hammer ist der Schwurbel aus der TAZ: Hier wird Altersdiskriminierung noch getoppt durch das Zitieren einer Geomantin (?) Wenn Wasseradern in die falsche Richtung fließen passieren halt Autounfälle …

Das Buch „Lügen mit Zahlen“ ist ein spannendes Nachschlagewerk darüber, wie Statistiken manipuliert werden können. Eine schöne Folge dazu gibt’s auch aus dem Jahr 2006 von Quarks & Co.
Ergänzend dazu ein Paper zu negativen Diagrammen.

Drunter, drüber, an den Seiten: bei Leasingautos schauen wir ganz genau hin!

Dick-Pics are real: vor allem ist das Versenden eine Straftat. Was in der letzten Folge untergegangen ist, wollen wir hier noch mal betonen. Jurist Steffen hat uns einen Kommentar zukommen lassen: nach § 183 Absatz 1 StGB sind exhibitionistische Handlungen nur für Männer strafbar. Hier ein Artikel zu Strafbarkeitslücken für weibliche Exhibitionistinnen.
Hilfeseiten, wie ihr die Bilder zur Anzeige bringen könnt, gibt’s hier:
Hate Aid
Dickstinction

Unterstützer:innen-Kommentare der Woche:
Andreas: „Akkumulierte Vergnügungssteuer für jede von Reinhard ausgesprochene Chemikalie

Laura: „Hier ein Bild des primären weiblichen Geschlechtsteils (°)

Thema 1 (Nicolas):Das Salz in der Wasserstoffsuppe“ – eine optimierte Elektrolyse (Aufspaltung einer chemischen Verbindung durch den Einsatz von elektrischem Strom) kann Wasserstoff direkt aus salzigem Meerwasser gewinnen. Da das Wasser durch dieses Verfahren nicht mehr entsalzt werden muss, können u. a. Energie(kosten) eingespart werden.

Thema 2 (Reini): Der eine Ring“ – Astronom:innen haben einen Ring um den Zwergplaneten Quaoar entdeckt. Im Gegensatz zu bisher bekannten Planetenringen liegt der neu entdeckte jedoch außerhalb des Roche-Limits (in der „Roche-Zone“ bleiben Ringe erhalten und werden nicht „zusammengeballt“). Das Paper erklärt, wie der Ring dennoch ein Ring bleiben konnte!
EDIT: Florian Freistetter hat eine Folge später, in Folge 238, einen Audiokommentar zum Thema Saturnringe zugesendet 🙂

Schwurbel der Woche:Schüsslersalze gegen Leichtgläubigkeit“ – es bleibt salzig! Es gibt nämlich Schüsslersalze, die in Tablettenform gegen diese leidige Leichtgläubigkeit helfen sollen.

Wichtige Adressen:

Hier findet ihr unseren Discord

Modisch inkorrektes Merch gibt es hier!

Hier findet ihr alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen.

Minkorrekt ohne Werbung bekommt ihr bei Steady.

Alle Werbepartner findet Ihr in diesem Linktree!

23 Gedanken zu „Mi237 – „Hotel der Wissenschaft“

  1. Hi! Kurze Ergänzung zu Thema 1: Bei der Stahl-Herstellung wird das Roheisen mit Sauerstoff versetzt (z.B. durch Aufblasen mittels einer Lanze), wodurch der zu hohe Kohlenstoffgehalt herabgesetzt wird. Dabei entsteht Kohlenstoffmonoxid. Das ist zwar giftig, kann aber weiterverwendet werden.

    Bei der Gewinnung des Roheisens aus dem Erz (im Hochofen werden große Mengen Koks (Kohlenstoff) eingesetzt, um das Erz (Fe2O3) zu reduzieren. Der Sauerstoff geht sozusagen aus dem Erz raus und verbindet sich mit dem Kohlenstoff. Dabei entstehen große Mengen Kohlenstoffdioxid und auch Kohlenstoffmonoxid.
    Theoretisch könnte man den Hochofenprozess durch eine wasserstoffgestützte Reduktion ersetzen. Dabei würde sich als Nebenprodukt (im besten Fall) nur Wasser bilden. Das wäre dann doch schöner als Kohlenstoffdioxid und Kohlenstoffmonoxid. Technisch gibt es da wohl aber noch Umsetzungsprobleme.

    LG
    Fabian

  2. Die Faszination des Zusammenklumpen von Partikeln lässt sich doch auch gut hier auf der Erde erleben.
    ‚Wollmäuse‘
    Roche Grenze wird dadurch bestimmt ob eine im Haushalt vorhandene Katze Zugang zur entsprechenden Zimmerecke hat oder noch unter den Schrank passt.

    Danke für die unterhaltende und wissenvermittelnde Folge!

  3. Übrigens, wenn die Serie der Verschiebungen von Mainz so weitergegangen wäre, wär der nächste Dezember-Termin auf meinen Geburtstag gefallen – aber nun ist die Serie durchbrochen. Mietwagen kann man auch für vergleichsweise kleines Geld ohne Selbstbeteiligung mieten – meist über Vermittler, die dann eine eigene Versicherung für die Selbstbeteiligung abschließen – damit ist einem der Zustand des Autos völlig egal. Und das funktioniert mit der Versicherung: hatte mal einen Unfall mit dem Mietwagen im SW der USA: als ich dann den Mietwagen mit nur einem Scheinwerfer und verbeultem kotflügel am Flughafen abgab, guckten die kaum drauf, meinten nur „you got full coverage? Have a safe home!“

    • Ich habe ja immer den Drang, so einen „full coverage“ Mietwagen kurz vor der Rückgabe anzuzünden.
      (Nein, nicht ernst gemein. Ich weiß, vorsätzliche Schäden sind nicht abgedeckt.)

  4. In ca. Minute 61 (gegen Ende vom Thema 1) sagt Reini „am Ende ist ja immer eine Gasturbine“. Aber vermutlich wollte er sagen „am Ende ist ja immer eine (Wasser-)Dampfturbine“. Den eine Gasturbine[1] verbrennt (Erd-)Gas (ähnlich wie eine Flugzeugturbine) um Strom zu erzeugen. Bei Gaskraftwerken ist dann in der Regel eine Dampfturbine[2] nachgeschaltet, um die entstehende Wärme ebenfalls zu nutzen. Das Ganze Thema ist übrigens in dem Podcast „Sag mal, Du als Physiker“ in Episode 7 von Staffel 8 (ab Minute 22) sehr gut erklärt.

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gasturbine
    [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Dampfturbine

  5. Moin,

    bei der Frage „Wo produzieren wir eigentlich den grünen Wasserstoff?“ ist mir folgender Gedanke gekommen: Wie steht eigentlich Island zu dem Thema? Mit den LNG Terminals bauen wir gerade die Infrastruktur auf, um große Mengen Gas per Schiff zu transportieren. Energiemangel ist in Island durch die Geothermie wirklich kein Problem und es ist dort gut beherrschte Technik.

    Gruß Simon

    • Energie kommt in Island nicht nur durch Geothermie, sondern größtenteils durch Wasserkraft. (75% etwa) Die Isländer haben sich aber zuletzt gegen ein paar Staustufen entschieden, weil sie die Natur lieber erhalten wollen.

  6. Hi ihr,
    zu Eurem Vergleich bzgl. Wasserstoff-Erzeugung mittels Stromerzeugung von einem Kohlekraftwerk zu einem von einem Dieselgenerator aufgeladenen E-Auto gibt es ein interessantes Experiment aus Australien:
    https://efahrer.chip.de/news/e-autos-mit-diesel-generatoren-laden-australier-haben-effizienz-check-gemacht_106081
    Tatsächlich ist das Ganze zumindest nicht schlechter vom Wirkungsgrad her, als direkt mit nem Verbrenner zu fahren.

    Und passend dazu:
    Sollte man mal mit leeren Akku liegenbleiben, dann hat der ADAC auf dafür eine passende Lösung!
    https://www.inside-digital.de/news/hyundai-adac-mobile-charger-hilfe-fuer-elektroautos-ohne-energie

  7. Hallo!

    Ein kurzer Einwurf zur Idee, mit unendlich viel Energie könne man alles lösen und auch ineffiziente Prozesse einfach Ligen lassen.

    Bitte nicht vergessen, wo die Verluste hingehen – in die Umgebungswärme. Wenn ihr einen Prozess Offschore von einem eigenen Windpark versorgen lasst und der Prozess hat eine Effizienz von 33%, dann wandeln 2/3 der Windkraftwerke Wind in Heizwärme um. Ganztägig.

    Effizienz ist auch mit Fusionskraft noch Trumpf!

    • Bei Fusionskraftwerken stimme ich Dir voll zu! Ganz allgemein dürfen wir nicht beliebig viel Energie umsetzen, da sonst die Abwärme selbst irgendwann die Erde aufheizen kann.

      Das gilt aber nur für Energie die noch nicht „im System drin“ ist. Windenergie wird am Ende auch zu Wärme, unabhängig davon ob ich zwischen rein einen Teil davon in Strom umwandle. Selbiges gilt für PV, sofern man diese nicht auf Flächen stellt die viel Licht zurückstrahlen.

      Kernfusion oder -spaltung sind typische Beispiele für Energie die eben nicht bereits im System ist und damit schlussendlich direkt erwärmend wirkt. Das gilt dabei nicht nur für die direkte Abwärme bei Prozessen sondern für die Gesamtmenge der umgewandelten Energie. Zumindest solange nicht Dinge hergestellt werden die auf geologischen Zeiträumen stabil sind.

      • Naja – die Energie, die die Menschheit in technischen Prozessen umsetzt ist im Vergleich zu dem, was die Erde an Sonnenenergie empfängt (und am Ende irgendwie und irgendwann wieder als Wärmestrahlung in’s All pustet) eher verschwindend gering – das Problem mit dem CO2 ist ja, dass die Abstrahlung von Wärmestrahlung in’s All dadurch zu stark behindert wird. Die Wärme die wir direkt erzeugen dürfte m.E. im Schwankungsbereich der Sonneneinstrahlung untergehen …

  8. Hilfestellung zum Titel für Thema 1:
    Elektrolyse = Aufspaltung = Teilung
    Salzwasser = Meer

    Jetzt bräuchte man nur noch eine Referenz zu einer bekannten Geschichte, wo einer ein Meer teilt.

    Viele Grüße!

  9. Hi,
    und danke für euren Podcast, toll das Ihr den macht.

    Zu dem Thema Photovoltaik in der Wüste sollte man auch diese neue Arbeit anschauen. Es kann nämlich sehr gut möglich sein, dass die Solar-Panele einen eher negativen Effekt auf das Klima haben. https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2020GL090789

    Wie so oft wird jede Technologie die Natur verändern, egal ob Windkraft, Kernkraft, Wasserkraft oder die Solarenergie.

  10. @Hamburg, Waitzstr. Wie immer ist die einfache Erklärung besser als alles Geschwurbel. Die Waitzstraße eine schmale Einbahnstraße in der man rechtsseitig teilweise vorwärts in Parktaschen einparkt. Direkt davor kommt ein schmaler Fußweg und direkt danach folgen die Schaufenster der kleinen Läden.
    Als Zusatzinfo muss man noch wissen, dass Othmarschen einer der reichsten Stadtteile Hamburgs mit viel altem (und das ist hier wörtlich gemeint) Geldadel ist.
    Hier fahren also viele sehr alte Menschen mit sehr, sehr großen Autos in eine sehr schmale Straße.
    Möglicherweise ist der Zusammenhang hier eher zu suchen
    Quelle: Ich habe in der Waitzstr eine Zeitlang gearbeitet.

  11. Bei dem Thema Wasserstoff in der Wüste und Wasserstoff auf dem Meer und überhaupt Wasserstoff da machen wo kein Mensch wohnt habt Ihr meiner Meinung verkürzt dargestellt das der schlechte Wirkungsgrat bei der Herstellung von Wasserstoff ja nicht bedeutet das man die entstandene Wärme einfach so in die Umgebung ablassen muss sondern auch mit nutzten kann.
    Genau das ist das Konzept von Home Power Solutions im kleinen für Einfamilienhäusern wo die Wärme dann in einen (Wasser) Pufferspeicher überführt wird um das Haus zu heizen oder Warmwasser bereit zustellen. Ähnliches geht natürlich auch im großen Stiel so das der Elektrolyseur halt ans Fernwärmenetz angeschlossen ist. Hier zu kann ich die „Kassenzone“ Podcastst empfehlen:
    https://www.kassenzone.de/gp-joule-wie-funktioniert-der-markt-fuer-erneuerbare-energien/
    und dieser hier zum Thema Henne und Ei irgendjemand muss mal anfangen mit dem Nachfrage erzeugen fand ich auch sehr spannend:
    https://www.kassenzone.de/warum-ich-gruene-lkws-fuer-ueber-1mrd-euro-bestellt-habe-energiezone/
    Beide mit Ove Petersen der falls Ihr das Thema mal vertiefen wollt und eurem Publikum näher präsentieren wollt ein guter Gast wäre (ich kenn ihn nicht hab nur die Folgen der Kassenzone gehört und der Podcast wird sehr wenig Überschneidung mit eurer Hörerschaft haben und Ihr würdet mit eurem Background wahrscheinlich auch andere spannende Fragen stellen)

  12. Hallo zusammen,
    hier ein kurzer „Crashkurs Stahlherstellung“.
    Es gibt zwei wichtige Aggregate bei der Stahlherstellung, den Hochofen und das Konverterstahlwerk. Im Hochofen wird das Eisenerz zu Eisen reduziert, das Produkt ist Roheisen. Der Hochofen ist ein Gegenstromreaktor, das Erz wandert von oben nach unten, das Reduktionsgas CO von unten nach oben. Der Kohlenstoff hat im Hochofen drei zentrale Aufgaben: er ist Energieträger, Reduktionsmittel und gewährleistet die Durchgasbarkeit. Dabei wird die Eigenschaft des Kohlenstoffs ausgenutzt, dass er bei Atmosphärendruck nicht flüssig wird. Man sagt, der Koks trägt die Möllersäule, wobei der Möller Erz, Zuschlagstoffe und Koks umfasst. Unten im Hochofen wird Heißwind eingeblasen, der dann mit Kohlenstoff zum Reduktionsgas CO reagiert. Die oben beschriebenen Eigenschaften des Kohlenstoffs führen auch dazu, dass die Ausmauerung des Hochofens aus Kohlenstoffsteinen besteht. Das Roheisen ist aufgrund des Kokseinsatzes mit ca. 4,6% – 4,7% kohlenstoffgesättigt, daher sind die Kohlenstoffsteine sehr beständig. Eine Ausmauerung hält ca. 15 Jahre.
    Man kann also nicht einfach den kompletten Kohlenstoff durch Wasserstoff ersetzen, da sich sonst ein gasundurchlässiges, matschiges Erz-Eisen-Gemisch bildete. Außerdem wäre die Verwendung von Kohlenstoffsteinen nicht mehr möglich, da das Eisen Kohlenstoff aus den Steinen lösen würde.
    Schon heute wird zur Verringerung des Kohlenstoffbedarfs Wasserstoff als Reduktionsmittel mit in den Hochofen eingeblasen.
    Das kohlenstoffgesättigte Roheisen wird dann zum Stahlwerk transportiert, wo der Kohlenstoff durch Aufblasen von Sauerstoff wieder entfernt wird. Stähle haben definitionsgemäß Kohlenstoffgehalte von unter 2,06%, die meisten Stähle haben Gehalte zwischen 0,006% und 0,8% Kohlenstoff.
    Die Abgase von Hochofen und Stahlwerk werden aufgefangen, gereinigt und zum Betrieb von Kraftwerken oder Walzwerksöfen verwendet.
    Es wird also erst Sauerstoff entfernt, um aus dem Erz Eisen zu gewinnen. Danach wird wieder Sauerstoff zugegeben, um den überschüssigen Kohlenstoff wieder zu entfernen.

  13. Pingback: Mi238 – „Mö Mö“ | Methodisch inkorrekt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert