Mi204 – „Club der Nanotechnologen“

Zu Beginn der Folge sprechen wir über Klatsch und Tratsch in der Wissenschaft und wie wichtig das für eine gute Wissenschaftskommunikation sein kann.

Reinhard war mal wieder zu Gast beim Loffi und „Das Ziel ist im Weg“ … die Folge erscheint aber wahrscheinlich erst im Januar.

In den Kommentaren zur letzten Sendung lernen wir noch etwas über CO2 bezüglich Zimmerpflanzen (mit einer kleinen Korrektur) und über die DNA bei Zwillingen.

Thema 1:Die weihnachtliche Lüge“ – Wie lange sollte man Kinder an den Weihnachtsmann glauben lassen? Kann es ihnen oder dem Verhältnis zu den Eltern schaden wenn man es Ihnen sagt oder lange verschweigt? Darüber diskutieren wir.

Thema 2:Sheldon hatte recht“ – Die Größenverteilung der Lebewesen im Meer ist nicht zufällig sondern folgt einem mathematischen Gesetz…das die Menschen in den letzten 200 Jahren ordentlich aus dem Gleichgewicht gebracht haben.

Experiment der Woche: „Schwebende Flamme“ – Wir verstopfen die Düse eines Feuerzeugs ein wenig und lassen dadurch die Flamme schweben.

Thema 3:Nano 3d Drucker“ – Ihr glaubt euer 3D-Drucker hat eine hohe Auflösung? Dann schaut euch dass mal an, hier wird im Nano-Maßstab gedruckt.

Thema 4:Eine Klasse für sich“ – mRNA kann nicht nur Covid19 sondern auch Zecken.

Schwurbel der Woche: Der Schwurbel der Woche ist diesmal ein schönes recht ausführliches Interview mit dem Anthroblogger Oliver Rautenberg.

Seinen Blog findet ihr unter https://anthroposophie.blog

Hausmeisterei:

Wir nehmen Bewerbungen als Min:ion noch bis zum 6.12.21 entgegen und versuchen das ganze bis zum Jahresende abzuschließen.

Der nächste Minkorrekt-Lifestream ist am 06.12.21 auf Twitch.

Unseren Discord findet ihr unter: https://discord.gg/PZ3cTUdMNx

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Tourtermine:

Aktuelle Tourtermine und Links zum Ticketshop findet ihr oben unter Minkorrekt! LIVE

Wie die Abwicklung bei eventuell verschobenen Terminen genau abläuft, können wir euch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, da dies in der Hand der örtlichen Veranstalter liegt.

Rausschmeißer: „Die Gedanken sind quer”  von BuddyBudsen @BodoMdB

Intro war „Was hat die Impfung je für und getan?!?“

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47 Gedanken zu „Mi204 – „Club der Nanotechnologen“

  1. Thema Hygienefilter

    Ich fand die Aussage von Frau Gebauer auch bedenklich. Im ganzen Satz ist das aber nicht ganz so schlimm, wie von euch dargestellt: „Durch die strikten Testungen wirken unsere Schulen in der Pandemie wie ein Hygienefilter für Kinder und Jugendliche.“

    • Hallo Matthias
      In dem Artikel steht was von ca 3000 Menschen über 14Jahre, aber weißt du etwas darüber, wie representativ die Befragung gelaufen ist? Da könnten einige Verzerrungen drin sein, die man vielleicht nicht berücksichtigt hat. Ich vermute zu den Menschen, die sich nicht haben impfen lassen, könnten z.b. Menschen mit psychiatrischen Störungen (Depressionen Angststörungen) gehören, die vielleicht auch nicht an einer solchen Befragung würden teilgenommen haben, oder Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen bzw mangelnder Lesekompetenz. Wenn die Befragung nicht telefonisch, sondern digital durchgeführt worden wäre, dann würden diese Leute herausfallen, genauso wie diejenigen, die vielleicht älter sind und Probleme mit den neuen Medien haben.
      Mit fällt es ähnlich wie Nicholas und Reini auch schwer, immer noch Verständnis für wirkliche Impfverweigerer (meine Mutter ist zb eine) zu haben, aber mich würde tatsächlich interessieren, wie viele das eigentlich genau sind?
      Gruß

  2. Datenpunkte meine Frau: „Hab da nie dran geglaubt. Das war immer eine Art Spiel zwischen mir und den Eltern“
    Datenpunkt ich: Hab auch nie geglaubt die Geschenke kämen vom Christkind oder dem Bärtigen. Fand’s aber immer lustig das sich der Onkel oder der Vater vom Kindergartenkollegen verkleidet hat und dieses Schauspiel aufgeführt hat.

  3. Hallo Nikohard,

    zum Thema 1, „Die weihnachtliche Lüge“
    Bei mir war es so, wie Reinhard es „angestochen“ hatte. Ich kann mich noch erinnern, das meine Eltern es laut ausgesprochen hatten, das ich langsam wirklich zu alt wurde, an den Weihnachtsmann zu glauben. Von selbst bekam ich keine Zweifel. Als sie mich aufklärten, sagte ich mir, wenn das nicht wahr ist, dann ist wohl an dem Anderen, mit der Religion auch nichts dran. Dafür hatte ich nämlich genau so wenig Belege finden können. Den heiligen Geist sollte es geben, Geister nicht, wurde mir auch erzählt. Das Kartenhaus brach zusammen und ich machte den ersten Schritt zum kritischen Denken (viele Weitere mussten folgen). Ich kann mich nicht erinnern, das ich danach einen Groll auf meine Eltern verspürte, oder mich angelogen fühle (bin Bj ’73) Hätte ich Kinder, würde ich ihnen nicht das Wunder der Weihnacht vorenthalten wollen. Für mich hatte die Weihnachtszeit einen wunderbaren Zauber, auf den ich mich schon im Sommer freute.

    Seid ganz lieb gegrüßt,
    dat Kerstin

  4. Zum 1. Thema: Ich weiß tatsächlich nicht mehr wann ich angefangen habe, an Christkind & co zu zweifeln. Allerdings kann ich mich gut erinnern, mit etwa 7 oder 8 Jahren „wissenschaftlich“ nachgewiesen zu haben, dass mein Vater den Nikolaus spielt: Ich habe dem Nikolaus einen Brief geschrieben, den zu meinem Stiefel gelegt und auf Antwort gewartet. Ich glaube, ich habe gar keine Antwort erwartet, was meine These, bestätigt hätte. Da der Nikolaus, gäbe es ihn, ja sicher antworten müsste… Ein Brief in der Handschrift meines Vaters, war dann aber natürlich noch eindeutiger… Und dann war ich auch nicht wütend auf meine Eltern, sondern glücklich, dass meine These sich bestätigt hatte.

    Liebe Grüße
    Marlene

  5. Gleich 2 Kommentare:
    1. Weihnachtsmann: Ich hätte eher Vorschulalter angenommen, ich war jedenfalls noch nicht in der Schule, mir wurde langsam klar dass es eher ein Spiel ist. Ich dachte aber noch mindestens 2 Jahre mein Vater glaubt daran und habe mir viel Mühe gegeben ihm nichts zu verraten.
    2. Schule.: Die Sprach- und Politiklehrer*innen in meinem Umfeld beklagen dafür dass nur noch Ressourcen für MINT Fächer da sind und sie nicht mehr wertgeschätzt werden. Viel von dem Schwurbel würde ja im Sande verlaufen wenn mehr Lesekompetenz und Rhetorik gelehrt würde. Manchmal liegt es vielleicht auch wirklich an den Lehrer*innen, aber das sind dann nicht die die überlegen was sie besser machen sollen sondern eher die „haben wir schon immer so gemacht“ Truppe. Kritisches Denken könnte man ja in allen Fächern machen.
    Im letzten SGU-Podcast haben sie über eine Befragung geredet die darauf hindeutet das Wissenschafts-fans eher anfällig für Pseudowissenschaft sind. Weil eben das kritische Denken fehlt und der Schwurbel ja wie Wissenschaft aussieht.

  6. zu den Gründen für’s Nicht-Impfen:

    Ich weiß, die Zahlen waren nur so dahingesagt, aber ich möchte doch darauf hinweisen, dass ca. 10%-Punkte der aktuellen 30% Nicht-Geimpften auf Kinder unter 12 entfallen.

  7. Impfungen und Testen

    Hallo ihr zwei,
    bei uns im Kreis Borken (Münsterland/NRW) läuft das impfen und testen größtenteils komplett digital (also Anmeldung und Co.)
    Hier gibt es eine Software Firma, die eine App bereit stellt (nicht nur für Corona)

    Unter https://corona.chayns.de/ kann man ganz einfach Impftermine und Testtermine buchen.

    Vor Ort checken man mit der App über einen QR Code ein. Das klappt wirklich sehr gut. Soweit ich weiß, erhalten die Betreiber der Impf- und Teststellen auch darüber ihr Geld.

    Nach einem Test erhält man das Testergebnis digital in die App gepushed.

    Also hier läuft es sehr gut und man kann aktuell viele Impftermine (Erst-, Zweit- und Booster-Impfung) und Testtermine buchen.

  8. Zu Thema 1 fällt mir ein, dass es irgendwo in der Entwicklung junger Menschen den Punkt gibt, wo die bleibenden Erinnerungen beginnen. Was davor war, erinnert man später nicht mehr, wobei bisher wohl noch nicht gut erforscht ist, welche Prozesse dafür verantwortlich sind, oder welchen Sinn das in der Entwicklung haben könnte. Wenn die Erkenntnis, dass die Weihnachtsgeschenke nicht von einer Phantasiegestalt geliefert werden, vor diesem Zeitpunkt bereits Teil der Erkenntnisse war, könnte man sich schlicht nicht direkt daran erinnern, was man gefühlt hat, als man das Faktum gelernt hat.

    TL;DR: Es gibt da eine Erinnerungsgrenze, die in eurer Betrachtung nicht erwhnt wurde, aber relevant sein könnte.

  9. Mein persönliches Weihnachts-fun-fact:
    Als mir klar wurde dass der „liebe Gott“ nicht verhindert hat, dass das Christkind am Kreuz gestorben ist, habe ich mit dem Glauben gebrochen. Da muss ich vier gewesen sein.

  10. Hallo zusammen
    zur DASA: die DASA Ausstellung in Dortmund kann ich auch wärmstens ans Herz legen. War dort vor ein paar Jahren mal und esgibt dort viele kleinere Aktionen, wo einem Maschinen erklärt werden und man auch selber unglaublich viel ausprobieren kann: Gabelstaplerfahren, sich in einem FlugzeugCockpit mit einem Piloten unterhalten, am Mischpult Musik zusammenschneiden, u.v.m.
    zum Thema eures Erfolges: ja für mich spielt der „Gossip“ auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Andere Wissenschaftspodcast sind teilweise so trocken sachlich, aber ihr seid dadurch sehr lebensnah. Mit eurem Humor dazu dann einfach sehr kurzweilig zu hören. Weiter so!!
    zum Thema Weihnachtslüge: ich habe früher immer sehr gerne die Serie Ally McBeal geschaut. Ist wegen der emotionalen Verstrickungen einer sehr exzentrischen Protagonistin und mancher Absurditäten nicht für jeden was, aber die Fälle, die von der Anwaltskanzlei vor Gericht verhandelt werden, sind quasi als Gedankenexperimente sehr interessant und regen zum Nachdenken an. In einer der Weihnachtsfolgen (Seeason 4, Folge 6) geht es genau um die von euch behandelte Frage: Ein Nachrichtensprecher wird entlassen, weil er einen TV Beitrag macht, in dem er den Kindern erklärt, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Sehr sehenswert. Und auch die anderen Weihnachtsfolgen können euch in den nächsten Wochen unterhaltsame Abende bescheren.
    Viel Spaß dabei!
    Wünsche euch allen frohe Weihnachten im Kreise der Menschen, die euch wichtig sind.
    Jenni

  11. wahnsinnig interessantes Interview mit Oliver. Ihr habt genau die Fragen gestellt, die ich auch gestellt hätte. Danke dafür.

    Eine physikalische Frage an euch oder die Mitleser hier würde ich gerne stellen:

    Wie stark muss ein Laser sein, damit man ihn auf der ISS in der Cupola sieht, vorausgesetzt, er ziehlt genau dorthin? Kann man sowas berechnen oder spielen da zuviele Einflüsse eine Rolle? Ließe sich das zumindest abschätzen? Reicht dafür ein Laserpointer, ein 1W-Laser oder muss es mehr sein?

    Liebe Grüße

  12. Hey ihr zwei.
    Klasse Folge und vor allem Klasse Interview. Könnt ihr das Interview vielleicht von der Folge getrennt nochmal hochladen? Ich würde das Interview gern ein paar Leuten schicken die auf Demeter und den Quatsch schwören. Und eine Bekannte überlegt ihren Sohn aus der Regelschule 1. Klasse zu nehmen und zur Waldorfschule zu bringen, weil er in der normalen Schule gemobbt wird (Sprachschwierigkeiten, etwas hinter den anderen Kindern, gesundheitlich nicht perfekt usw.)

    Ein schönes Wochenende.

    Grüße Stefan

    • Hallo!

      ich schliesse mich Stefan an. Würde das Interview gerne Leute senden, die den Rest eher nicht hören würden (selbst Schuld) und auch keine Ahnung von Podcatchern o.ä. haben. Mein enger Familienkreis ist immer noch von Demeter und Co überzeugt, das muss sich ändern.

      Gruss
      Sebastian

  13. Hi
    Thema 1:
    Reini hatte da wohl als Kind schon sehr früh den richtigen Riecher, dass da mit der Religion was nicht ganz zusammenpasst und zwar beim Thema Jesus und dem Leib Christi der wahrhaftig geworden sein sollte. Die WRINT Wissenschaft mit Holger Klein und Florian Freistetter hat das Thema interessanterweise neulich in Folge 1265 (zwischen Minute 57:00-1:04:30) infolge vorstellung eines kapitels von Florian Freistetters und Helmut Jungwirths neuem Buch „Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen“ kurz behandelt. Florian Freistetter erklärt dort kurz, wie das „Blut“ in den Leib Christi kam und was der Christliche Feiertag Fronleichnam damit zutun hat. Hier noch der Wikipediaeintrag zum verantwortlichen Bakterium welches das Brot manchmal rot erscheinen lassen kann. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Serratia_marcescens
    Diese Fakten wären wohl damals für klein Reini, der der Wahrheit auf der Spur war, auch schon interessanter gewesen als die Sonntäglichen besuche in der Katholischen Kirche. 😉
    Lorenz
    Ps: Geiles Intro… der Hammer

  14. Guten Morgen!
    Nur ein kleiner Hinweis, dass beim Link zum Werbepartner bei Coffee ein e fehlt. Da kommt man zu einer Seite, die einem die domain verkaufen will😊
    lg Karoline

  15. Ach ja zu Boosterimpfungen:
    Wenn ich das richtig verstanden habe gibts da ja nicht nur den Effekt des abnehmenden Impfschutzes, sondern auch noch den Effekt, dass bei Nachimpfungen der Impfschutz bei längeren Abständen länger anhält als bei kürzeren Abständen. Das scheint bei Impfstoffen so ziemlich immer der Fall zu sein.

    Zumindest bei seinem Hausarzt sollte es möglich sein auch mal ein längeres Gespräch zu bekommen, wenn man Sorgen vor der Impfung hat. Die Ärzte und Krankenschwestern haben auch so ihre Tricks um mit der Angst vor Spritzen umzugehen und somit dem Patienten möglichst viel Leiden zu ersparen.

  16. Das mit der Biomasse in Weltmehren und deren Größenspektrum riecht förmlich danach, dass es dahinter irgendeinen einfachen logischen Zusammenhang gibt.

    Das ist so wie bei den Keplerschen Gesetzen die ja auch sagen, dass ein angenommener „Fahrstrahl“ in kleinen Zeiten immer gleiche Flächen überstreift. Das hört sich ja auch völlig gaga an, bis man erkennt, das sich das aus der Newtonschen Mechanik einfach mathematisch ergibt.

  17. Es war wieder eine schöne Sendung.
    Das Interview fand ich interessant. Allerdings möchte ich doch auf den sehr deutlich Standpunkt der Waldorfschulen zum Thema Corona hinweisen.
    https://www.waldorfschule.de/ueber-uns/corona-faq/
    Das habe ich nochmal rausgesucht, da mir dieser kürzlich, auf meine kritischen Anmerkungen hin, vorgehalten wurde. Den Standpunkt finde ich dann eigentlich ganz okay und er steht ja schon ziemlich im Widerspruch zu Olivers Aussage.

  18. Hallo ihr beiden,

    bei der Konstanz der Biomasse zwischen den verschiedenen Größen hab ich spontan gedacht: ja klar, natürlich, die Größeren fressen ja immer die kleineren, und ein Größerer muss ja entsprechend viele Kleinere fressen, damit das Gesamtsystem stabil bleibt.

    Dann habe ich darauf gewartet, dass etwas in der Richtung als Begründung kommt und mich gewundert, dass es hieß, man wisse den Grund nicht.

  19. Zu eurem Thema Naturwissenschaften in der Schule:
    Das Schulsystem ist so stark differenziert und ortsabhängig, dass es kaum möglich ist, da Verallgemeinerungen zu treffen. Es hängt total davon ab, wo man zur Schule geht und auf was für eine. Ich hatte zum Beispiel „Naturwissenschaften“ als viertes Hauptfach von der 7-10 Klasse (als Alternative zu Französisch und Arbeitslehre), sowie separat gleichzeitig Physik und Chemie für alle. Und das war keine Schule mit besonderer Ausrichtung auf Naturwissenschaften, sondern einfach eine normale Gesamtschule in NRW wo das zumindest damals die Regel war. Und wenn es unbedingt ein Gymnasium sein muss, gibt es auch Gymnasien mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt.

    Daher finde ich es nicht korrekt zu sagen, Sprachen hätten mehr Gewicht in der Schule als Naturwissenschaften. Das ist so allgemein formuliert leider nicht zutreffend.

  20. Hallo ihr beiden,
    euer Interview zum Thema Anthroposophie hat ihr mir aus der Seele gesprochen, auch ich habe große Bedenken, was die augenblickliche Entwicklung betrifft. Am Ende aber habe ich mich gefragt, ob ich im Kontext dieses Interviews nicht auch zu den „Spinnern“ gehöre, denn ich sehe mich als ganzheitlich arbeitenden Menschen.
    Im Laufe seiner Entwicklung hat der Menschen immer beobachtet und in den Geschehnissen etwas Sinnhaftes gesucht. Dazu erstellt er eine oder mehrere Hypothesen, die aussagen, was er glaubt, wie es sein könnte. Diese Hypothesen müssen sich nun wissenschaftlich beweisen und/oder bleiben als Glaube, Religion, esoterisches Wissen bestehen. Manchmal, so wie jetzt mit Corona, mit ganz unterschiedlichen Auffassungen. So oder so wird ein fundamentales Bedürfnis nach Erklärung und Sinn befriedigt.
    Seit 25 Jahren versuche ich beruflich diese Pole ganzheitlich zu verbinden, indem ich Äquivalenzen aufzeige. Da, wo der eine vom Herzchakra spricht, sehen Sänger und Literaten den Punkt tiefster Emotionen, werden sogar Eide drauf gesprochen, während der Internist ein materielles Organ sieht, das für den Körper unverzichtbar ist. Wenn das Herz nicht richtig funktioniert sagt der Esoteriker, die Energien laufen nicht, du musst was tun, damit sich das ändert, der Literat spricht von Hoffnung auf eine neue Liebe und der Herzchirurg setzt einen Stent ein. Ich habe tätowierte Tiere auf meinem Herzchakra. Die Schamanin in mir sagt, dass sind Krafttiere, deren symbolische Energien und Kräfte mir helfen können. Die Psychologin in mir spricht von unterdrückten oder fehlende Persönlichkeitsmerkmalen, die aktiviert werden sollten. Diese Aspekte sollten im besten Fall miteinander arbeiten, nicht gegeneinander.
    Ich würde mich als wissenschaftsdurchdrungene Schamanin bezeichnen und mein Lieblingssatz ist: „Denk die Dinge zu Ende“. Aber manchmal reicht das nicht. Viele Menschen wollen oder können dem nicht folgen, Erklärungen sind ihnen zu kalt, es fehlt was. Letztlich ist es unser Gehirn, dass aus diesen unterschiedlichen Impulsen etwas macht. Das Ergebnis ist entscheidend von dem geprägt, was wir als unsere Realität wahrnehmen, aber beides ist (mehr oder weniger) entwicklungs- und lernfähig.
    Deswegen bin ich grundsätzlich auch optimistisch, was die Überwindung dieses Schwarz-Weiß-Denkens angeht und würde mich freuen, wenn auch meine Auffassungen einfließen könnten. Vielleicht startet ihr ja mal einen philosophischen Diskurs zu diesem Thema. Ich würde gerne mitmachen.

  21. Hallo liebes MinKorrekt-Team! Ich finde eure Beiträge supercool und motivierend! Danke dafür!
    Zur Schule, dem System und dem ganzen Rest- hinsichtlich der Kompetenz kritisch reflektieren zu lernen habe ich hier einen Kommentar:
    Während Mathe und Physik eher aussahen wie: „hier hast du ein paar Zahlen, und ein Rezept- wende es an, es gibt nur eine richtige Lösung“, erinnere ich mich an z.B. Deutsch und Ethik/ kath. Religionslehre (ich bin aus Bayern ;)) als wesentlich flexibler: mehr Spielraum für eigene Gedankengänge, Kritisieren und Argumentieren. Ich hatte aber überwiegend motivierte LehrerInnen… und nicht selten selbst Bock auf Unterrichtsbeteilligung, möglicherweise ist das ein Bias. 🙂
    Liebe Grüße
    Barbara

  22. Moin,
    danke für die Zusammenhänge zwischen Impfquote und Waldorfpädagogik.
    Nicht ganz neu, aber mit Hilfe des sehr interessanten Interviews noch einmal gut aufbereitet.
    Mir ist noch ein weiterer Zusammenhang untergekommen.
    Ich weiß leider nicht mehr, ob das meine eigene brillante Idee war oder ob ich das nur irgendwo gehört habe:
    Die Länder mit den schlimmsten Inzidenzen und den schlechtesten Impfquoten sind zufällig (?!) dieselben, die jahrelang das deutsche Pisa-Ranking angeführt haben (Bayern, Sachsen, Thüringen, Baden – Württemberg).
    Könnte ein Zusammenhang bestehen zwischen Paukschule und dem daraus folgenden Pisa-Erfolg und der Anfälligkeit für strunzdumme Schwurbelei?
    Es würde mich freuen, wenn ihr dieser Spur mal ein bisschen nachsehen würdet.
    Danke für euren Podcast und schönen Gruß aus dem Norden
    Folke

  23. Hi zusammen,
    ein Gruß von der Impffront!
    Booster-Impfungen sind generell nach 5 Monaten möglich, nach J&J bereits nach 4 Wochen. Dies gilt übrigens auch für unter 18-Jährige. Derzeit gibt es Biontech nur für alle unter 30 sowie für Schwangere und Stillende.
    Moderna ist auch ein guter Impfstoff – die Kommunikation des Gesundheitsministeriums hingegen ein Desaster: Der Ärzteschaft wurde nicht vorab informiert, dass man bitteschön mehr Moderna verimpfen sollte, weil nicht genügend BT vorhanden sei. Daher wurde primär Biontech verimpft, warum:
    1. Der Impfstoff ist bekannter und beliebter -> weniger Diskussionen mit den Impfwilligen -> schnellere Impfung
    2. Die Dosierung ist bei der Erst-, Zweit- und Drittimpfung gleich. Das bedeutet, ich kann mir eine Schale mit Impfstoff hinlegen und jeder (sofern über 12) bekommt die selbe Dosierung -> keine Verwechslungsgefahr. Habe ich 2 verschiedene Impfstoffe, muss schon mehr aufgepasst werden. Dazu kommt: Bei Moderna verwenden wir für die Booster die halbe Dosierung (gleiche Wirksamkeit, aber weniger UAW). Damit haben wir schon 3 verschiedene Sorten von Spritzen auf dem Tisch stehen. Kriegt man natürlich mit Farbcodes etc. gehandelt, aber das Risiko für Verwechslungen steigt.
    3. In einem Vial (angelieferte Flasche) für Biontech sind 6 oder 7 Dosierungen enthalten. Sind die Spritzen aufgezogen, müssen sie innerhalb von 6 Stunden verimpft werden. Das lässt sich auch für kleinere Praxen ganz gut handeln, ohne dass abends etwas verworfen werden muss. In einem Vial Moderna sind 20 Boost-Dosierungen (oder 10 Erststiche) enthalten, die innerhalb von 2 Stunden verimpft werden sollen. Hat man Pech, zieht man für die letzte zu impfende Person, die mit Termin kommt, noch einmal auf und hat dann 19 Dosierungen übrig. Verwerfen ist unschön, das Herumtelefonieren und Auf-der-Straße-Ansprechen kostet zusätzlich Zeit und Aufwand. Und der Impfstoff sollte innerhalb von 2 Stunden weg sein…
    In Baden-Württemberg wurden die Impfzentren geschlossen und sollten nicht mehr aufgemacht werden, mit der Begründung: Die niedergelassenen Ärzt*innen wollten das im Frühjahr 2021 ja alleine machen. Dann sollen sie mal! Dass dies bereits aus organisatorischen Gründen deutlich ineffizienter ist als die großen Impfzentren, gilt nicht als Argument. Seit Ende November wurde es wieder einfacher gemacht, dass die Ärzteschaft sich selbst kleine oder mittelgroße Imfpzentren organisieren kann und auch die Vergütung wurde wieder erhöht. Glücklicherweise gibt es viele Kolleg*innen mit ausreichend Organisations- und Geschäftssinn, die sich das Aus-dem-Boden-stampfen dieser neuen Zentren antun – effizient ist dies aber nicht. Ich war am Wochenende bei kleineren Impfaktionen beteiligt, bei denen wir schon alleine mit dem Organisieren von Impfstoff, Tupfern, Kanülen, Pflastern, Aufklärungsblättern, Hilfspersonal und Location ungeheuer viel Energie verbraten haben.
    Ansonsten wegen Impftermin: Kuckt auf die Seiten eurer Kommunen, da bekommt ihr sicher in den nächsten 2 oder 3 Wochen einen Termin. Es wird jetzt wieder besser werden mit der Verfügbarkeit!
    Zum Thema, ob das alles Schwurbler sind, die bisher ungeimpft waren: Zum Teil sicher, einige davon schlottern buchstäblich vor Angst, wenn sie tatsächlich zum Impfen erscheinen. Auf der anderen Seite begegne ich aber immer wieder v.a. jungen Leuten, an denen die letzten 1,5 Jahre tatsächlich irgendwie vorübergegangen sind. „Irgendwie hatte ich bisher keine Zeit“ „ich mag Spritzen nicht so“ „Mich wird das eh nicht treffen“ „ich hatte so viel um die Ohren“ Das sind Leute, die sich möglicherweise bisher für unverwundbar gehalten haben, aber jetzt doch durch persönliche Geschichten („mein bester Freund hatte es, dem gings echt schlecht“) berührt wurden und sich impfen lassen. Eine dritte Gruppe sind die Schwangeren und Stillenden: Junge, gesunde Frauen hätten sich ja vielleicht erst im Juni impfen lassen können. Irgendwann im Frühsommer wurden sie schwanger und wollen sich nicht in der Schwangerschaft impfen lassen. Dass das wissenschaftlich nicht stichhaltig (haha) ist, sei dahingestellt – menschlich kann ich es aber nachvollziehen, dass man dem Ungeborenen keine „neue Impfung“ zumuten möchte. Viele dieser Frauen kommen dann mehr oder weniger sofort nach der Entbindung zur Erstimpfung. Andere wollen auch noch warten, bis sie abgestillt haben – sicherlich keine gute Entscheidung, aber auch noch an der Grenze des Nachvollziehbaren.
    So, das war jetzt ein bisschen lang…
    Viele liebe Grüße an euch!

  24. Hallo Nicolas, hallo Reinhard,

    ich bin Vater von drei Kindern im Grundschul- und Kita-Alter (in Bayern).

    Wie so viele Eltern fühlen wir uns (nicht zum ersten Mal in der Pandemie) von den Regierenden und den Verwaltungen im Stich gelassen. Es geht um das Thema „Lolli-PCR-Pooltests“ in Kitas. Hier hat sich das zuständige Familienministerium in Bayern nun gestern mit dem grandiosen Vorschlag zu Wort gemeldet, eine Test-NACHWEIS-Pflicht in Kitas einzuführen. Statt einer vernünftigen Umsetzung von Lolli-PCR-Tests, wie sie bereits seit Beginn des Schuljahres in den (Grund-)Schulen praktiziert werden, hat man nun das Thema vollständig auf die Eltern verlagert.
    Diese können jetzt entweder dreimal die Woche mit ihren kleinen Kindern zur Teststation rennen oder versuchen, selber einen vernünftigen Abstrich bei den Kleinen vorzunehmen. Beides ist absolut nicht praktikabel. Letztlich wird es unserer Ansicht nach dazu führen, dass Eltern, die das beruflich vereinbaren können, ihre Kinder eher zu Hause lassen. Andere werden zwar einen Antigen-Selbsttest durchführen, aber ob das Ergebnis dann valide ist, kann natürlich aufgrund der erschwerten Probenentnahme und den ohnehin reduzierten Genauigkeiten dieser Tests keiner sagen.
    Somit verbessert dieses Vorgehen leider die Sicherheit für die Kinder in den Kitas gar nicht – es wird lediglich von den Eltern ein Zettel unterschrieben, der irgendeine Test-Durchführung nachweist.

    Wieder einmal wurden schlicht alle Empfehlungen und Erkenntnisse der Wissenschaft seit dem Sommer ignoriert. Es ist zum Heulen!

    Daher habe ich eine Petition erstellt und wollte Euch fragen, ob Ihr diesem Thema vielleicht eine gewisse Reichweite geben könnt. Die Petition fokussiert zwar auf Bayern, aber das Thema ist bestimmt auch in anderen Bundesländern unzureichend gelöst und könnte somit auch dort als Blaupause genutzt werden.

    https://www.openpetition.de/petition/online/pcr-pool-tests-in-bayerischen-kitas-jetzt

    Ich würde mich freuen, wenn wir auf diesem Wege weitere Unterstützer finden und etwas für unsere Kinder erreichen. Auf die Straße mit Fackeln und Mistgabeln, gehen wir als Eltern ja eher selten… dieses Feld wird ja von anderen Schreihälsen besetzt. Komischerweise finden die meist mehr Gehör…

    Ich hoffe sehr, dass wir alle gut durch den Winter kommen und wünsche Euch und der ganzen Minkorrekt-Community eine schöne Adventszeit und ruhige, entspannte Festtage!

    Danke!
    Macht weiter so!

    Beste Grüße aus Franken,
    Florian

  25. Hallo ihr Lieben,

    Reinhard, Zecken fallen nicht auf uns drauf. Sie halten sich an uns fest, z. B. wenn man mit dem Bein einen Halm streift, auf dem eine Zecke lauert.

    Bzgl. Thema 1 habt ihr meiner Meinung nach die Ergebnisse zu weit interpretiert. Vermutlich wisst ihr das auch, aber in der Folge klang es dennoch so, als wäre die Umfrage ein Beleg dafür, dass es keine Auswirkungen hat, ob man als Kind von der „Weihnachtslüge“ betroffen ist oder nicht. Ich sehe darin allerdings keinerlei verallgemeinerbare Aussagen, die darüber hinausgehen, dass Menschen das persönlich nicht schlimm finden. Ob das tatsächlich Auswirkungen auf die Betroffenen hat, kann damit nicht gezeigt werden, denn niemand weiß, wie sich die eigene Persönlichkeit im jeweils anderen Fall entwickelt hätte. Dafür müsste man eine Studie durchführen, die eine Gruppe weihnachtsmannbelogener Kinder gegen eine möglichst ähnliche Gruppe Kinder kontrolliert, die mit der Wahrheit aufwachsen.

    Letzter Punkt: Mein Problem mit der Werbung und der Steady-Sache ist, dass es keine Möglichkeit gibt, euch datensparsam zu unterstützen, ohne anschließend Werbung hören zu müssen. Steady ist 1. offenbar nicht versucht, möglichst wenig Daten über die Nutzenden zu erheben, und 2. auch ein Drittanbieter, dem ich kein Geld geben will, damit er Daten über mich erheben kann und zum Dank dafür auch noch einen Teil meiner Unterstützung an euch behält. Sprich ich würde euch gerne per Überweisung oder Lastschrift unterstützen und dann werbefrei hören. Das finde ich wirklich schade, dass das nicht geht. 🙁

    Danke an euch und auch Oliver für die Folge und das sehr aufschlussreiche Interview!

  26. Hallo Nicolas, hallo Reini,

    vielen Dank für den tollen Podcast, ich freue mich jedes Mal riesig, wenn eine neue Folge in meinem Feed auftaucht.

    Sorry für den folgenden Roman … kürzer habe ich’s nicht hinbekommen.

    Seit so deutlich wird, wie Impfskeptizismus und Homöopathie-Gläubigkeit zusammenhängt und insbesondere nach eurem Interview mit Oliver habe ich bei Diskussionen im Freundes- und Familienkreis recht offensiv die These vertreten, dass Homöopathie Scharlatanerie ist und ihre Akzeptanz in der Mitte der Mainstream-Gesellschaft schädlich. Als Antworten bekam ich natürlich Anektdoten zu hören:

    * Mein Großvater ist an Krebs gestorben. In den letzten Wochen litt er sehr unter Schmerzen. Laut Schulmedizin war er austherapiert. Nach Behandlung durch einen homöpathischen Arzt konnte er seine Schmerzmitteldosen deutlich reduzieren, insgesamt ging es ihm sichtbar besser.
    * Meine Mutter litt vor ein paar Jahren unter extremen Schmerzen am Trigenimus-Nerv. Nach Monaten der Rennerei von einem Arzt zum anderen lautete die Schulmedizin-Diagnose: Die einzige verbleibenden Möglichkeit wäre es, den Nerv zu durchtrennen! Viel Spaß beim Suppe-Essen, dann! Der einmalige Besuch bei einem Homöpathen hat innerhalb von Stunden Besserung gebracht und in wenigen Tagen die Symptome komplett geheilt.
    * Meine Nichte leidet stark unter Heuschnupfen. Manchmal hilft nur Cetrizin. Oft jedoch führt die Gabe des DHU-Heuschnupfen-Medikaments (https://www.heuschnupfenmittel-dhu.de/heuschnupfenmittel-dhu.html) schnell zu sichtbarer Mildering der Symptome (rote, juckende, tränende Augen, Schnupfen).

    Natürlich sind das alles Anektoten. Aber die haben mich dazu gebracht noch Mal etwas weiter zu recherchieren. Die Aussage aller Homöpathie-Gegner lautet ja nicht, die Medikamente seien unwirksam, sondern es ist keine Wirkung nachgewiesen, die über den Placebo-Effekt hinausgehen. Ich habe mich jetzt zugegebenermaßen nicht weiter in die referenzierten (und offenbar teilweise auch widersprüchlichen) Studien eingelesen, aber Wikipedia sagt da u.a. folgendes:

    > […] zeigt sich, dass bei den körperlichen Parametern signifikante Besserungen durch Placeboeffekte gemessen werden konnten […]
    > Die Analysen [bei Arthsosepatienten] zeigen, dass Placebo nicht nur die Schmerzen reduziert, sondern auch die Funktion verbessert und die gemessene Gelenksteifigkeit verringert. Die Effekte sind sowohl statistisch signifikant wie auch klinisch relevant.

    Die Studienlage ist nicht ganz eindeutig, aber es scheint doch so, dass die Existenz des Placeboeffekts nicht ausgeschlossen werden kann. Außerdem

    > In Studien, in denen die Patienten überzeugt sind, die wirkliche Behandlung zu bekommen (und nicht nur vielleicht), wirkt der Placeboeffekt stärker.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Placebo#Klinische_Relevanz

    In einem kurzen Artikel auf planet-wissen.de fand ich folgende Zitate zum Placebo-Effekt:

    > Auch der vermeintliche Preis hat Einfluss auf die Wirkung: Je teurer die Mittel angeblich sind, desto besser sprechen die Patienten darauf an.
    > Wenn Patienten von einem Schmerz-Placebo erwarten, dass es hilft, werden im Körper schmerzstillende Hormone freigesetzt. Gesteuert wird dieser Mechanismus vom Gehirn.
    > Ob er funktioniert, hängt ganz entscheidend von den Rahmenbedingungen ab, unter denen das Scheinmedikament verabreicht wird. Werden die Placebos zum Beispiel wortlos gegeben, wirken sie schlechter, als wenn der Arzt dabei auf den Patienten eingeht und ihm zum Beispiel Mut zuspricht.
    > Wenn ein enges Verhältnis zwischen Patient und Therapeut besteht, wirken Placebos oft besonders gut. Trotz ihrer positiven Wirkungen sind Scheinmedikamente auch ethisch umstritten.

    https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/medizin/psychosomatik/pwiederplaceboeffekt100.html

    (Leider fehlen hier die Quellen)

    Gehen wir also mal – for the sake of the argument – davon aus, dass der Placebo-Effekt existiert und dass es stärker ist, wenn die Patienten nicht wissen, dass sie womöglich Placebos kriegen. Außerdem ist er stärker, wenn eine Bindung von Arzt und Patient besteht und positive Ansprache hilft.

    Im Licht dieser Annahme wäre die Homöopathie der perfekte wirkverstärkende Rahmen für die Placebo-Gabe: Die Ärzte nehmen sich mehr Zeit für die Patienten, sie sprechen sogar mit ihnen! 😉 Die Mittel sind (für Zuckerkugeln) schweineteuer. Der Glaube an die Wirksamkeit der Zuckerkugeln wird durch KK-Bezahlung, Rezepte und Apotheken-Verkauf vertärkt. Rechtfertigt das nicht aktuelle Praxis? Wäre es wirklich gut, wenn Menschen mit Beschwerden Zuckerkugeln durch Antihistamine oder Opiate ersetzen?

    Vesteht mich nicht falsch: Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Homöopathen teilweise rote Linien deutlich überschreiten. „Wer heilt hat Recht“ heißt es ja oft. Aber selbstredend ist es fatal (auch im englichen Wortsinn), wenn Homöopathen behaupten, schwere Covid19-Verläufe mit Zuckerkugeln behandeln zu können (wie die dzvhae in ihrem Newsletter vom 6.12. der jetzt mysteriös nicht mehr online ist) oder Krebs. Wenn die Diskussionen, die gerade zu Recht geführt werden dazu beitragen, dass sich z.B. die DHU (aus welchen Gründen auch immer) in Zeitungsanzeigen für’s Impfen ausspricht (ok; viel zu spät, aber besser als nie), dann sieht das aus als würde zumindest teilweise Akteure in dem System für diese roten Linien sensiblisiert. Das ist gut.

    • Hi Niko,
      der Placebo-Effekt existiert, ist gut untersucht und in zahlreichen Studien belegt…das bestreitet auch niemand. Man braucht aber diesen ganzen esoterischen Quatsch der Homöopathie nicht für einen Placeboeffekt….alles was man dafür braucht sind Placebos und einen Arzt der sie verschreibt. Die Homöopathie wirkt halt nicht über diesen Placeboeffekt hinaus und auch das ist mehr als gut und wirklich erschöpfend untersucht. Anekdotische Evidenz wie sie in diesem Rahmen oft herangezogen wird ist leider ohne jede Aussage und hat wissenschaftlich keinerlei Wert. Magischer Glauben wie zum Beispiel die Homöopathie kostet uns am Ende als Gesellschaft viel zu viel um es einfach zu tolerieren…angefangen bei den tatsächlichen Kosten fürs Gesundheitssystem bis hin zu gesellschaftlichen Folgen wie die Impfgegner die gerade mit kruden Theorien lauthals durch die Städte laufen.

      Das die Hersteller von homöopathischen Mitteln plötzlich für Impfungen werben liegt einfach nur daran, das ihnen in der aktuellen Diskussion die Felle davon schwimmen…sieht man sehr schön im letzten Rundbrief der homöopathischen Ärzte.

      Lieben Gruß
      Reinhard

      • Hi Reinhard.

        > Man braucht aber diesen ganzen esoterischen Quatsch der Homöopathie nicht für einen Placeboeffekt…
        Stimmt. Aber das habe ich auch nicht behauptet. Ich habe die Frage gestellt, ob die Homöpathie nicht (zumindest für die, die dran glauben; für mich also leider (?) nicht) die optimalen Rahmenbedingungen für die Wirksamkeit des Placeboeffekts herstellt.

        > Anekdotische Evidenz wie sie in diesem Rahmen oft herangezogen wird ist leider ohne jede Aussage und hat wissenschaftlich keinerlei Wert.
        Stimmt. Auch das habe ich nicht behauptet. Für mich waren die Anekdoten im Familienumfeld nur der Anlass, mich mit dem wissenschaftlichen Hintergrund des Placebo-Effekts auseinanderzusetzen.

        > Magischer Glauben wie zum Beispiel die Homöopathie kostet uns am Ende als Gesellschaft viel zu viel um es einfach zu tolerieren…angefangen bei den tatsächlichen Kosten fürs Gesundheitssystem bis hin zu gesellschaftlichen Folgen wie die Impfgegner die gerade mit kruden Theorien lauthals durch die Städte laufen.
        Stimmt.

        Für mich stellt sich halt die Frage, wie ich mit der Homöopathie-Gläubigkeit in der Familie umgehen soll. Soll ich meine Nichte über die Hintergründe des bei ihr wirksamen Heuschnupfenmedikaments aufklären auf die Gefahr hin, dass die Zuckertabletten bei ihr die Wirksamkeit einbüßen und sie stattdessen dann Cetrizin nehmen muss? Soll ich meiner Mutter, wenn sie das nächste Mal Selbsmordgedanken (und das ist nicht übertrieben) hat, weil sie die Trigenimus-Schmerzen nicht mehr aushält vom Besuch des Homöopathen abraten?

        Es ist richtig, dass die gesellschaftlichen Kosten der Wissenschaftsfeindlichkeit schrecklich hoch sind. Von den (über den Daumen) 50% Homöpathie-Gläubigen in meinem Familienumfeld hat sich jedoch keiner auch nur kurz gefragt, ob er/sie sich impfen lassen soll. Alle geimpft & geboostert (soweit schon möglich), auch die 12-jährigen. Zumindest in meiner Famlienblasen scheint sich Wunderglaube und Vetrauen in die Wissenschaft dort wo’s drauf ankommt vereinbaren zu lassen. Es hat mich zugegeben auch ziemlich Überwindung gekostet, das so anzuerkennen.

        Ich kann mit der Aussage „Homöopathie unterstützt die Selbstheilungskräfte des Körpers“ leben. Das scheint exakt das zu sein, was man wissenschaftlich auch Placebos zuschreibt. Gleichzeitig impliziert es klare Grenzen für die Wirksamkeit von Homöpathie. Ich werde auch weiter entschieden protestieren, wo sich Homöopathie-Gläubige mehr anmaßen.

        Lieben Gruß
        Niko

        • „Ich kann mit der Aussage „Homöopathie unterstützt die Selbstheilungskräfte des Körpers“ leben. Das scheint exakt das zu sein, was man wissenschaftlich auch Placebos zuschreibt.“

          Das liegt daran, dass es Placebos sind. Homöopathie hat auch als Placebo keine besondere Stellung, sondern ist genauso gut und schlecht wie jedes andere Placebo auch. Ein Lolly nach dem Arztbesuch fördert auch die Selbstheilungskräfte des Körpers…genau wie Pusten oder ähnliches. Wie man mit seinen Verwandten umgeht die an sowas glauben, muss am Ende jeder für sich entscheiden. Ich für meine Teil finde es sehr wichtig auf so einen Quatsch wie Homöopathie hinzuweisen und darüber aufzuklären 🙂

          Lieben Gruß
          Reinhard

          • > Homöopathie hat auch als Placebo keine besondere Stellung, sondern ist genauso gut und schlecht wie jedes andere Placebo auch.

            Es sind halt Placebos, bei denen die Ärzte die sie verschreiben selbst an die Wirksamkeit glauben. Und oft sich mehr mit den Patienten beschäftigen, als die zur wirtschaftlichen Effizienz gezwungenen Schuldmediziner. Es sind Placebos, die außerordentlich teuer sind. Und all das kann zur Wirksamkeit von Placebos beitragen (wie im oben verklinkten WDR-Artikel beschrieben).

            In einer idealen Welt würde ich mir Schulmediziner wünschen, die – bei Beschwerden wo das angezeigt ist – nach einem halbstündigen Beratungsgespräch erstmal Placebos verschreiben, ohne den ganzen Schwurbelkram drumrum. Leider ist es einfacher einen Homöpathen zu finden, der sich Zeit nimmt. 🙁

            Liebe Grüße
            Niko.

          • Ich finde es sogar noch schlimmer und sehr gefährlich wenn Mediziner Homöopathie nicht im Wissen eines Placebos sondern im Glauben an Magie verschreiben! Wenn sich Ärzte mit Ihren Patienten nicht ausreichend beschäftigen, dann haben wir ein weiteres deutliches grundlegendes Problem in unserem Gesundheitssystem (das ist kein Vorteil den die Homöopathie bringt) das man zum Teil mit dem Geld lösen könnte, das jetzt für diesen Hokuspokus rausgeworfen wird.

            Der Begriff den du mit „Schulmedizin“ meinst, ist übrigens Medizin! Der Rest ist Hokuspokus 🙂

            Lieben Gruß
            Reinhard

  27. > Der Begriff den du mit „Schulmedizin“ meinst, ist übrigens Medizin! Der Rest ist Hokuspokus 🙂
    Stimmt.

    > Wenn sich Ärzte mit Ihren Patienten nicht ausreichend beschäftigen, dann haben wir ein weiteres deutliches grundlegendes Problem in unserem Gesundheitssystem […]
    Stimmt auch. Auch, dass man das teilweise mit Geld lösen könnte ist richtig.

    > das man zum Teil mit dem Geld lösen könnte, das jetzt für diesen Hokuspokus rausgeworfen wird.
    Sicher, dass der Hokuspokus teurer ist, als Medikamente?

    Meine Vermutung: Auf diese Frage gibt’s keine klar ja/nein-Antwort. In vielen Fällen ist der Hokuspokus teurer. In vielen Fällen sind die direkten Folgekosten von Hokuspokus höher. Und – wie sich grade zeigt – gibt es Milieus, in denen Hokuspokusgläubigkeit einen verheerenden intelektuellen Kahlschlag hinterlassen hat.

    Ich habe halt im Famlienkreis zwei Fällen, bei denen ich mit mir selbst ringe, wie ich damit umgehen soll. Für diese konkreten Personen kann ich keine Nachteile von Homoöpathie sehen:

    * Meiner Mutter wollte der Mediziner als letzte Möglichkeit den Nerv durchtrennen. Und der Zauberer hat sie geheilt.
    * Meine Cousine weiß nicht mal, was das für „Medikamente“ sind, die sie gegen ihren Heuschnupfen nimmt. Vielleicht kriege ich meine Schwester ja überredet, dass sie’s mal mit P-Tabletten probiert. Fände ich sehr spannend.

    In diese beiden konkreten Fällen ist IMHO der Hokuspokus besser als die Medizin. Klar, das sind Anektdoten. Daraus lässt sich nichts Allgemeingültiges ableiten. Für mich ist’s halt eine Einzelfallabwägung wert. Aber da werden wir uns wohl nie einig.

    Für mich selbst: Ich hoffe, dass ich nie in der Verlegenheit komme, dass ich das Gefühl habe Wundergläubigkeit würde mir irgendwie helfen. Dann bin ich am Arsch.

    Liebe Grüße, Niko.

  28. Bei dem Interview bezüglich Anthroposophie gab es so eine kleine Randbemerkung zur TCM, die mich etwas stutzig gemacht hat, weil sie implizit auf die selbe Stufe gestellt wurde wie Homöopathie. Daher muss ich mal ganz ketzerisch fragen, was das große Problem mit TCM ist (abseits von Leuten natürlich, die das als Ersatz für die „Schulmedizin“ ansehen und nicht als Ergänzung). Ist es nicht teilweise sogar besser z.B. zu versuchen Kopfschmerzen mit Akupunktur zu behandeln, statt nur Ibus zu verschreiben? Ich will jetzt damit keinen Glaubenskrieg anzetteln, sondern ich frage wirklich aus Interesse, da mir auch bei der Anthroposophie viele Dinge vor eurem Interview so garnicht bekannt/bewusst waren.

  29. Ich höre mir grade die Folge an und das Interview. Wahrscheinlich liest das eh niemand mehr, aber ich muss das jetzt einfach mal los werden.
    Ich bin selbst Waldorfschülerin und hab bis zum Realschulabschluss die Schule besucht. Weil sie zu klein war und keine Oberstufe damals hatte, habe ich mein Abitur dann auf einem Gymnasium gemacht.

    Zuerst einmal muss ich gestehen, dass ich das Interview noch nicht vollständig gehört habe, weil ich es emotional sehr schwer finde.

    Es ist natürlich schwer, sich solchen Vorwürfen und Fakten bewusst zu werden und niemand hört gerne, dass die vertraute Umgebung, die einem die ganze Kindheit über begleitet hat, dass das alles nur Schwurbel und Rassismus sei.
    Ich finde schon, dass ein Großteil der „Vorwürfe“ stimmen, bzw. annährend auch in meiner Situation zutreffend sind, und das finde ich sehr schwer zu akzeptieren.
    Es gab bei mir viele ewig-gestrige Lehrer, bei denen ich fast jedem Fakt zustimmen muss, die haben aber nie lange ausgehalten und wurden schnell von jungen, modernen Lehrern abgelöst.

    Aber es gibt schon ein paar wichtige Punkte, die ich zumindest was meine frühere Waldorfschule anging, nicht bestätigen kann.
    Wir hatten immer viel Naturwissenschaften, auch in der Unterstufe, angefangen damit, dass wir ab der 1.Klasse Gartenbauunterricht hatten, viel im Wald waren und viel über die verschiedenen Lebensräume gelernt haben.
    Wir hatten auch von Anfang an Werkunterricht, in dem ich viel gelernt habe, was mir auch heute noch nützlich ist.
    AB der ersten Klasse hat man auch Fremdsprachenunterricht, was ja bekanntlich jetzt nichts verkehrtes für die Entwicklung ist, und auch wenn ich lesen erst in der 2.Klasse gelernt habe, ich bin nie mit Bauchschmerzen in den Unterricht gegangen und zB am Ende der Sommerferien wollten alle wieder zurück zur Schule, weil wir dort auch Spaß hatten und einfach spannende Sachen gelernt haben.
    Wir hatten auch immer guten Matheunterricht und haben zB in Physik viele Experimente gemacht, die auch den Spaß an Naturwissenschaften vermittelt haben.
    Ich erinnere mich heute noch an einen Tag als wäre es gestern gewesen, es ging um das Thema Verbrennung und Feuer, wir sind mit dem Lehrer raus gegangen und er hat eine Deosprühdose in eine Feuerschale geschmissen, die ist natürlich voll explodiert und wir fanden das alle total krass.
    Und in Chemie, das war in der Mittelstufe, haben wir Alkohol selbst aus Weintrauben produziert und destilliert.

    So waren die Schüler-Lehrer-Beziehungen auch immer sehr gut und respektvoll, man hatte einen sicheren Raum, in dem man sich ausprobieren und aufwachsen konnte, ohne Leistungsdruck.

    Als ich die Schule gewechselt habe, hatte ich ziemliche Versagensängste, weil mir jeder eingebläut hat, dass das Gymnasium ja viel schwerer sei und ich dort erst mal total mit den Noten abrutschen würde.

    Das hat sich zum Glück nicht bestätigt, ich hatte immer gute Noten und studiere jetzt Medizin.
    Natürlich kommt so was auch auf jeden einzelnen Schüler selbst an, aber viele aus der damaligen Klasse studieren jetzt oder haben eine Ausbildung im Handwerk und verdienen sich momentan eine goldene Nase.

    Mein Fall mag vielleicht was anders sein, weil die Waldorfschule sehr klein und wirklich modern vom Unterricht her war.

    Vielleicht ist es mit der katholischen Kirche zu vergleichen, es muss sich unbedingt was ändern und die Institution an sich ist nicht mehr zeitgemäß, aber dennoch gibt es kleine Gemeinden, die versuchen, ernsthaft die Probleme anzugehen.

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