Mi202 – „Nobelpreis Sonderfolge 2021“

Nicolas berichtet zu Anfang unserer alljährlichen Sondersendung von dem Paper „I hope you die!“ in dem Wissenschaftler darüber berichten was Ihnen seit der Pandemie so alles an den Kopf geworfen wurde.

Wir reden außerdem über die Studie „Paranormale Phänomene 2021“ der GWUP.

Nobelpreis für Physik: „for groundbreaking contributions to our understanding of complex systems

Nobelpreis für Chemie: „for the development of asymmetric organocatalysis

Nobelpreis für Medizin oder Physiologie: „for their discoveries of receptors for temperature and touch

Experiment der Woche: Schlauchsauger

Nobelpreis für Literatur:for his uncompromising and compassionate penetration of the effects of colonialism and the fate of the refugee in the gulf between cultures and continents

Nobelpreis für den Frieden:for their efforts to safeguard freedom of expression, which is a precondition for democracy and lasting peace

Preis im Gedenken an Nobel für Wirtschaftswissenschaften:for his empirical contributions to labour economics“ und „for their methodological contributions to the analysis of causal relationships.

Schwurbel der Woche: Das Baunscheidtieren ist bei einigen Heilpraktikern wieder im Trend.

Hausmeisterei: Der nächste Minkorrekt-Livestream muss urlaubsbedingt leider ausfallen (diesmal wirklich).

Tourtermine:

Aktuelle Tourtermine und Links zum Ticketshop findet ihr oben unter Minkorrekt! LIVE

Wie die Abwicklung bei eventuell verschobenen Terminen genau abläuft, können wir euch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, da dies in der Hand der örtlichen Veranstalter liegt.

Intro war „der knappe Noblepreis“

SPONSOR:

Diese Folge von Methodisch inkorrekt wird euch präsentiert von Koro.

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30 Gedanken zu „Mi202 – „Nobelpreis Sonderfolge 2021“

  1. Moin Reini und Nicolas, habt ihr die Werbung oder zumindest die Kapitelmarke dafür vergessen? Oder den falschen, werbefreien Stream hochgeladen? In jedem Fall Danke für den Podcast

    • Moin ihr beiden,
      kurzer Kommentar zu früh erlernter Homeopathie bei Kindern: Meine Mutter ist bekennende Globuli-Anhängerin und lässt sich auch jetzt nicht davon abbringen. In Kindertagen wurde ich damit auch häufig erstversorgt. Allerdings ist meine Mutter bei anhaltenden Problemen zum Glück mit mir dann direkt auch direkt zum richtigen Arzt gegangen. Ich denke auch, dass das der Grund ist, warum das ganze bei mir nicht haften geblieben ist: Es ist halt wie ihr auch sagt, wenn’s nicht von selbst besser wurde musste man ohnehin zum Experten. Die Globuli wirkten eher analog zum Trostpflaster für die Schürfwunde, nur eben bei Erkältung. Ich denke der Placebo-Effekt wirkt hier auch super bei Kindern.
      Sie selber schwört immernoch auf die Zuckerkügelchen. Um da keinen Streit vom Zaun zu brechen schiebe ich das auf den Placebo-Effekt und sie versucht auch gar nicht das abzustreiten. Solange der Placebo-Effekt hilft, und sie echte Hilfe nicht ablehnt, besteht für mich kein Handlungsbedarf, abgesehen von freundlichen Hinweisen wem sie da gerade Geld in den Rachen wirft. Jahre später bin ich übrigens auch dahinter gekommen wo meine Mutter den Hokus-Pokus aufgeschnappt hat: Der Vertretungs-Hausarzt im Heimatdorf verschreibt Zuckerkügelchen bei kleinen Wehwehchen auf Rezept. Schade, wenn man selbst dem Experten nicht mehr trauen kann.

      Anders lief das Ganze letztes Jahr bei meinem Vater. Er (Sportlich extrem fit) hat tatsächlich mal einige Woche an Fehlbehandlung durch solche Mittel gelitten. Aufgrund einer Gelenkverletzung hat er selbstverschrieben Grünlippmuschel-Extrakt genommen. Soll da angeblich helfen. Als er dann auf einer Auslandsreise zunehmend Schmerzen entwickelte ist er bei der Rückreise direkt zum Arzt. Es stellte sich raus, dass er durch den üppigen Konsum am Meeresfrüchtebuffet in Kombination mit den hochdosierten Muschelextrakt eine Gicht entwickelt hatte. Danke dafür. Zum Glück war das für ihn der Weckruf das Ganze mal in Frage zu stellen. Er teilt jetzt meine Meinung zu dem Behandlungsmethoden meiner Ma und hat seine Ernährung stark umgestellt (Weniger Fleisch und Fisch, nebenbei fast Zuckerfrei).

  2. Kleiner Kommentar zu der Reise in die Schweiz und die Grenzkontrollen in Europa: Das Gebiet ohne konsequente Grenzkontrollen ist nicht die EU sondern der Schengener Raum.

    Zitat Wikipedia:
    Die Schengener Abkommen sind internationale Übereinkommen, insbesondere zur Abschaffung der stationären Grenzkontrollen an den Binnengrenzen der teilnehmenden Staaten. Dies sind im Kern die Mitglieder der Europäischen Union, jedoch ohne Irland, Kroatien, Rumänien, Bulgarien und Zypern. Durch Zusatzabkommen mit der Europäischen Union wurde der Anwendungsbereich auf Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz ausgedehnt. Der Gültigkeitsbereich des Abkommens wird gemeinhin als Schengen-Raum bezeichnet.

    • In Ergänzung: Die Schweiz ist aber nicht in der Zollunion. Daher finden Zollkontrollen stichprobenartig statt. Das hatte ich schon in beide Richtungen. Wobei gefühlt die deutschen mehr kontrollieren als die Schweizer. Zum einen Bargeldkontrolle bei Ausreise, als auch Waren (Luxusuhr?) bei Rückreise.

  3. Hallo ihr Lieben,
    kurzes Fedback zur Werbung in dieser Folge. Danke, dass ihr einiges an Feedback umgesetzt habt. Ich finde es gut, dass die Folge wieder mit einem Intro startet und so gleich wieder das Minkorrekt-Gefühl entsteht. Wo die Werbung zwischen Kapiteln plaziert ist, ist mir relativ egal, dass könnt ihr so machen, wie es am meisten Geld gibt.
    Auch finde ich gut, dass ihr die Werbung per Jingle vom Inhalt getrennt habt.
    Immernoch nicht besonders gut gefällt mir die persönliche Meinung und Empfehlung von Reinhard. Ich fand jedoch sehr gut, die Art und Weise und Stimmlage wie du die Werbung vorgetragen hast. Ein Vorschlag von mir wäre, dass ihr euch vorher aufschreibt, was ihr genau für einen Werbetext sagen wollt. Dadurch merkt man als Zuhörer gleich den Unterschied zu eurer freien Rede im Podcast.
    Die Werbung in dieser Folge ist auf jeden Fall ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Die erste Werbung war in der selben Art wie euer Podcast aufgenommen und ich glaube davon haben sich viele vor den Kopf gestoßen gefühlt, mich eingeschlossen.
    Eine eingespielte Werbung wäre noch besser, aber auch mit dieser Art Werbung kann ich leben. Probiert gerne noch andere Konzepte und Arten in den nächsten Folgen aus.
    Ich hoffe ihr könnt das zusätzliche Geld dann so verwenden, dass Minkorrekt noch geiler wird 🙂

    • Genau meine Meinung.
      Finde Werbung OK (lieben wird sie wohl niemand) aber das Intro gehört bei Euch einfach an den Anfang.
      Auch sonst stimme ich inhaltlich zu.

    • Volle Zustimmung auch von mir.
      Werbung in dieser Form passt total. Wenn euch das hilft Minkorrekt nach euren Vorstellungen umzugestalten und Freiheitsgrade ermöglicht, dann gerne. Danke für die Veränderung.
      Grüße Frank

  4. Kurz zum Schwurbel:
    Das Apotheken-A ist ein offizielles Verbandszeichen des deutschen Apothekerverbandes. Es ist geschützt und darf nicht einfach so von jedermann genutzt werden.

    • Hinter der Teemischungsseite steckt in der Tat eine Apotheke, es sollte also legal sein.

      Und zwar ist es die Hofapotheke St. Afra (Augsburg), »Ihre Apotheke mit dem zusätzlichen Service für Kräutertees und Homöopathie!«
      Ich glaube das sagt alles.

      Und falls nicht, hier noch ein Zitat aus deren FAQs:
      »Gern können wir auch Ihre naturheilkundliche Homepage auf unserer Seite verlinken, falls diese unseren rechtlichen Auflagen entspricht (Werbung von Apotheken für Heilpraktiker oder Ärzte ist in Deutschland leider nicht gestattet).«

      • Stimmt, gegen die Verwendung des As kann man dann nix sagen.

        Ich finde es immer wieder schlimm, fest zu stellen mit welcher Selbstverständlichkeit die Homöopathie im Pharmaziestudium verankert ist und dass die Artikel in Apotheken entweder verkauft werden, weil die Pharmazeuten selbst dran glauben oder weil es eben Geld bringt.

  5. Kleine Anmerkung zum Sonderpreis: Reinis Verallgemeinerung, dass der Mindestlohn keinerlei Einfluss auf die Beschäftigungsquote hat, gilt natürlich nur im Rahmen des Experiments. Das lässt sich leicht an einem deutlich höheren Mindestlohn von zB 50€/h verdeutlichen

  6. Hi, these warum die uboot / Kakerlaken Studie erst jetzt mit dem ig Nobelpreis ausgezeichnet wurde: da sie von 1971 ist (also genau 50 Jahre alt) und wahrscheinlich vom us Militär, wäre es naheliegend, dass sie jetzt erst veröffentlicht wurde. In den USA werden viele regierungsthemen nach 50 Jahren offen gelegt.
    LG

  7. Hey, ich suche den Link für den online Escape Room aus dem letzten Optisch Inkorrekt Stream. Sry, ist vielleicht der falsche Ort hier, aber ich schaue die Streams immer auf Youtube nach und da steht er nicht drin 😅

  8. Bezüglich der Aussage „Freizeitparks verlieren ihren Reiz für Erwachsene“:

    Dem würde ich vehement widersprechen. 😉 Wie bei allen anderen Sache auf der Welt, gibt es nämlich auch dort Fans / Nerds / Bekloppte. Alleine in Deutschland gibt es 3-4 große Communities in denen sich (vor allem) Erwachsene über Achterbahnen und Freizeitparks austauschen und auch gemeinsame Besuche und ganze Touren planen und durchführen. So war ich mit der Community „onride.de“ schon bereits 3 mal in den USA mit 50 anderen Fans auf je 2-wöchigen Achterbahn-Touren, bei denen wir jeden Tag einen (oder auch manchmal 2) Freizeitparks besuchen. In 2 Wochen USA schafft man dann in der Regel so ca. 15-18 Parks mit über 100 Achterbahnen. Meine persönliche Anzahl verschiedener gefahrener Achterbahnen liegt bei 729 (zu zählen auf „www.coaster-count.com“), wobei es da noch gut 500 Leute gibt auf der Welt, die mehr Bahnen gefahren sein dürften als ich (eingeschlossen Dunkelziffer von Leuten, die nicht auf coaster-count vertreten sind). Derzeit bin ich beruflich ein halbes Jahr in China und habe auch hier schon wieder einige Freizeitparks besucht und damit komme ich nämlich zu dem schönen Nebeneffekt dieses Hobbys: Man kommt in Ecken der Welt, wo man sonst wohl eher nicht hingefahren wäre. Sei es bei einer Frankreich Tour in die wunderschöne Champagne, in den USA in die „Fly-Over-States“ oder jetzt in China in Millionenstädte, die man vorher noch nie gehört hatte. Denn natürlich schaut man sich neben den Freizeitparks dann auch (zugegebenerweise vor allem Abends) die Städte / Umgebungen an. Leider wurde die für 2021 geplante Süd-Korea + Japan Tour wegen Corona auf 2023 verschoben, so dass es wohl nächstes Jahr stattdessen „nur“ eine Skandinavien-Tour geben wird 😉

    Falls ich irgendjemanden aus der Community neugierig gemacht haben sollte auf solche Touren, schaut gerne auf http://www.onride.de vorbei. Wer lieber persönlich Nachfragen will, kann mir auch auf Instagram (@gerNero) oder Twitter (@swNero) schreiben.

  9. Hallo ihr zwei,
    zu eurem Experiment ist mir direkt folgendes eingefallen: nach dem Prinzip funktionieren auch Heulschläuche als Spielzeug oder Musikinstrument. Ich durfte Sie selber schon hinter mir im Konzert erleben, als wir die Zeppelin-Sinfonie (für sinfonisches Blasorchester) von Thomas Doss mit ihm als Dirigenten aufgeführt haben.

    Das witzige daran ist, dass man verschiedene Töne erzeugen kann, je nachdem, wie schnell man die Röhre über seinem Kopf dreht. Der erste mögliche Ton ist der Grundton, der einer stehenden Welle entspricht (Ressonanz). Dabei gilt, dass die Wellenlänge des Tones dem doppelten der Rohrlänge entspricht. Dieser ist allerdings sehr leise oder meist gar nicht zu hören. Dreht man schneller, erzeugt man dann den erste Naturton, eine Oktave über dem Grundton. Dabei entsteht eine vollständige stehende Welle (also ein Wellenberg und ein Wellental) im Rohr, damit die halbe Wellenlänge gleichbedeutend mit doppelter Frequenz. Wenn man nun noch schneller dreht, ist der nächste Resonanzpunkt bei 2 Wellenbergen und einem Wellental, damit haben wir 1/3 der Frequenz des Grundtons. Ihr könntet also sehr wohl dieses experiment akustisch demonstrieren, nur befürchte ich, dass ihr mit einem dicken Staubsaugerrohr nicht so viele Töne hinbekommt. Übrigens, je dicker das Rohr, desto leichter kommt der Grundton.

    Ich selbst spiele Trompete und wie bei allen Blechblasinstrumenten wird dort dieser Effekt genutzt. Mit den Ventilen wird die Rohlänge verlängert, der Ton wird tiefer und durch schnellere Luft wird der Ton erhöht, man spielt einen hören Naturton. Die Kombination aus beiden ermöglicht das chromatische Spielen.

  10. Zu der Diskussion um den Medizinpreis:
    Ich gehöre zu denen die es als Enttäuschung empfunden haben, dass er nicht für die MRNA Impfstoffe vergeben wurde. Es wäre eben nicht neu „Trends hinterherzulaufen“ sondern eine Rückkehr zu Nobels Testament. Der Preis soll die Forschung auszeichnen die im letzten Jahr den größten Fortschritt für die Menschheit gebracht hat. Das ist sicher selten so eindeutig wie dieses Jahr in der Medizin.
    Ich verstehe das man gerne wartet um sicher zu gehen das es keinen Fehler in der Forschung gab, aber das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Nobelpreiskomitee hier die Zweifel an der Impfung befördert.
    Und ich finde es den diesjährigen Siegern gegenüber unfair weil die Berichterstattung auch in Wissenschaftssendungen war: der Preis geht nicht wie erwartet an die MRNA Impfstoffe obwohl […] sondern…
    Natürlich bist das keine Entscheidung der Öffentlichkeit sondern des Komitees am Karolinska Institut aber ich finde es schon OK da mal zu diskutieren ob sie zu weit von dem abweichen was sie als Richtlinie haben.
    (Genau wie ich auch dieses Jahr zu denen gehöre die kritisieren, dass noch immer kaum Frauen ausgezeichnet werden)

  11. Hallo zusammen,

    Um der Verwechslung der Abkürzungen bei Polymeren/Kunststoffen etwas entgegenzuwirken hier ein Hinweis. Das Ziegler-Natta-Verfahren wird für die Synthese von PE (Polyethylen) und nicht für PET (Polyethylenterephthalat) verwendet. PE wird heutzutage immer noch in vielen Verpackungen und Bauprojekten verwendet. PET ist da der klassische Werkstoff für Getränkeflaschen. Beide Kunststoff lassen sich Sortenrein gut recyceln (Zieht deswegen die Folie von euren Joghurtbechern und Wurstverpackungen immer ab – das sind unterschiedliche Kunststoffe 🙂 ). Bei PET-Flaschen wird für bestimmte Anwendungsfälle eine Schutzschicht aufgetragen. Dadurch können PET-Falschen mit Beschichtung nicht mit Flaschen ohne Beschichtung eingeschmolzen werden. Das ist auch der Grund, warum die einen Flaschen Pfand haben und die anderen nicht.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ziegler-Natta-Verfahren
    https://de.wikipedia.org/wiki/Polyethylen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Polyethylenterephthalat

    Übrigens! Das Ziegler-Natter-Verfahren wird in einem Chemiewerk nicht weit von Nicolas angewendet, und zwar in Scholven. Das weiß ich durch den einen oder anderen Kontakt dort hin.

    LG und Glück auf
    Sebastian

  12. Moin ihr Zwei,

    ich bin beruflich im Arbeits- und Gesundheitsschutz unterwegs und beschäftige mich in diesem Kontext gerade mit dem Stichwort „positive Pyschologie“ dies hat viel mit dem bewusste Empfinden positiver Gefühle zu tun. Bei eurem Gespräch über Meditation und Co musste ich sofort an diese Themen denken und wollte euch einfach mal dieses Stichwort zuwerfen. Eine gute Übersicht zu diesem Thema gibt folgende Quelle https://www.iga-info.de/veroeffentlichungen/igafakten/igafakten-11/
    (zur Info: In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) verfolgen vier Verbände der gesetzlichen Unfall- und Krankenversicherung ein gemeinsames Ziel: die Gesundheit im Arbeitsleben fördern.)

  13. Hallo!

    Kurzer Hinweis zu „Komplexen Systemen“:
    Komplexe != Kompliziert.
    Komplizierte Systeme sind welche, die aufgrund der Regeln / Prozesse nach denen sie funktionieren zwar verstehbar sind, aber viel Spass macht’s nicht. Beispiel: Die Wirkweisen von vielen Medikamenten sind „kompliziert“. Newtonsche Physik ist „einfach“.

    Komplexe Systeme zeichnen sich haeufig dadurch aus, dass die Regeln nach denen die Einzelteile funktionieren gerne „einfach“ sein koennen, durch das Zusammenspiel der Einzelteile aber sehr komplexes Systemverhalten entsteht, dass sich praktisch nicht mehr vorhersagen laesst (und oft chaotisch wirkt, nicht-lineare Verhaltensweisen hat usw.). Beispiel: Flugverhalten eines Vogelschwarms. Der einzelne Vogel folgt relativ einfachen Regeln, der Schwarm selber wird aber eine funky wabernde Wolke.

    Klima ist eben auch ein komplexes System – die einzelnen Elemente sind relativ gut verstanden (Thermodynamik, …), durch deren Interaktion wird das Gesamtsystem aber extrem komplex und nur in der Naeherung (und haeufig durch Simulation der Einzelkomponenten unter Einsatz von Supercomputern) machbar.

    Deswegen sind Komplexe Systeme haeufig bei der Physik angesiedelt – weil diese Einfache Regeln + Interaktion => Komplexes Sytemverhalten da recht ueblich ist, waehrend andere Disziplien sich gerne auf „komplizierte“ Systeme konzentrieren.
    (oder in der VWL/Finanzmathematik gerne mal ein komplexes System mit den mitteln eines einfachen oder komplizierten Systems beschreiben und dann damit auf die Nase fallen).

    Viele Gruesse!

    • Ein gutes didaktisches Beispiel für komplexe Systeme ist Langtons Ameise. Sehr einfache Regeln, kann man auch mit einem Kartenspiel und zum Beispiel einem Feuerzeug als Ameise jederzeit auf einer Party demonstrieren.

  14. Eure Antwort nach der Frage „kann man je alles wissen“, fand‘ ganz ich charmant, aber (bitte nicht böse sein), auch ein bisschen naiv. Das ist halt die klassische Frage der Erkenntnistheorie und der darauf aufbauenden Wissenschaftstheorie. Da gibt es einen ganzen Zoo an Antworten, je nachdem, welcher Schule man so anhängt. Ich finde es immer so schade, dass man das im Philosophie-Studium im Grundstudium lernt, es aber scheinbar bei Naturwissenschaftler*innen weitgehend unbekanntes Wissen ist. Dabei trifft das doch nun wirklich das Fundament eurer Arbeit. Kann nur empfehlen, da wenigstens mal eine Einführung zu lesen.

  15. Hallo Ihr beiden,
    vielen Dank für die 202. Bin noch nicht ganz durch mit der Folge, aber direkt nach Eurem Experiment bzw. Eurer Erklärung dazu muss ich sofort einschreiten.
    Und zwar liegt meiner Meinung nach der Grund für den Saugeffekt nicht in der erhöhten Geschwindigkeit am äußeren Ende (Bernoulli und so) sondern schlicht an der Zentrifugalwirkung. Wie bei einer Kreiselpumpe. Sei
    l die Länge des rotierenden Schlauches,
    omega die Winkelgeschwindigkeit,
    rho die Luftdichte,
    dann ist die Zentrifugalbeschleunigung a am Radius r gegeben durch a(r) = omega^2 * r.
    Der statische (Unter)Druck ergibt sich nun aus dem Integral
    rho*a(r) über den Radius des rotierenden Schlauches von 0 bis l integriert. In LaTeX formuliert also p = \int_{0}^{l} \rho \omega^2 r \; \text{d}\kern-0.05em r}.
    Ergibt (wenn ich mich nicht verrechnet habe)
    p = 0.5*rho*omega^2 * l^2
    Angenommen, du schaffst 2 Umdrehungen pro Sekunde, dann gilt
    omega = 4*pi/s
    Weiter sei rho = 1.225 kg/m^3, l = 1m.
    Dann ist p = 0.5*1.225 kg/m^3 * 16pi^2 / s^2 * 1m^2, also ca. p= 97 Pa.
    Der statische Druck beträgt also ca. 97Pa. Man sieht sehr schön, dass sowohl Drehrate als auch Länge des Schlauches quadratischen Einfluss haben.
    Die tatsächliche Strömungsgeschwindigkeit stellt sich dann ein, wenn der Druckverlust der bewegten Luft (hängt quadratisch von der Strömungsgeschwindigkeit ab) den statischen Druck kompensiert.
    Übrigens ist dieser Druckverlust (nur) proportional zur Schlauchlänge, während der statische Druck quadratisch mit der Länge wächst. Also sollte es keinen Sweetspot in der Länge geben.
    Ganz nebenbei: Im dickeren Rohr strömts besser.
    Sorry Reini, size matters 😉

  16. Ein paar Dinge, die mir beim Hören eingefallen sind:
    – Diels-Alder-Reaktion, nicht Adler. :‘-) (https://de.wikipedia.org/wiki/Diels-Alder-Reaktion)
    – Ein Problem beim Contergan-Wirkstoff Thalidomid ist, dass es sich von der gewollten R-Form in die ungewollte S-Form umwandeln kann (und umgekehrt). Deshalb entsteht automatisch ein Gemisch aus beiden Formen (Racemat). Dieser Vorgang kann durch Austausch eines Wasserstoffatoms durch Deuterium behindert werden.
    – In Folge S3E14 von Dr. House kommt eine Patientin vor, die wegen eines Gendefekts keine Schmerzen spürt. Da wird umrissen, welchen Aufwand sie täglich betreiben muss, um nach Verletzungen zu suchen.

  17. Höchstverehrten minkorrekten Herren,
    zu den allwinterlichen Erscheinungen auf den raumfahrtsbezogenen Publikationsmarkt möchte ich hiermit einen, hoffentlich auch in Ihren Augen würdigen Namen vor:
    Methodischen jahreszeitliche Hydrophanie
    Damit wären die der Sache wesentliche Elementen verbunden:
    * Methodik
    * Wiederkehr
    * Wasser
    * Erscheinung
    * Klugscheißigkeit

    Ihnen ergeben, hochachtungsvoll
    Craula Gnora aka. Pepe

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