Mi193 – „Pfeffermünztee“

Folge vom 15.06.2021

Wir reden zu Beginn der Folge über den Hashtag #IchbinHanna der sich auf ein, sagen wir mal, nicht gut gelungenes Video des BMBF bezieht und das Wissenschafts-Zeit-Gesetz thematisiert.

Nicolas erzählt zu einer Studie zum Home-Office und Spoiler…wir bewegen uns alle zu wenig.

Thema Home-Office und die Auswirkung soziale Medien. Ihr erinnert euch bestimmt noch an unseren Gast die genau zu diesem Thema eine Studie gemacht hat. Jetzt ist die Folgestudie gestartet und wir wollen eure Daten!

Thema 1:Ich pausiere für die Prüfung“ – Im Leistungssport weiß man schon lange, dass die Pausen mindestens genauso wichtig sind wie das eigentliche Training. Das gleiche gilt offenbar auch für unser Gehirn wenn wir etwas neues lernen wollen.

Thema 2:Mathe, Gaba, Gyrus“ – Gerade in jungen Jahren sind wir in der lage besonders gut und besonders schnell zu lernen. Diese Studie zeigt. dass es auch einen Einfluss auf die Entwicklung unseres Gehirns hat was wir lernen.

Experiment der Woche: „Linsensprenger“ – Ihr braucht ein wenig Gips, Wasser und eine Handvoll Linsen. Alles gut vermischen und dann könnt ihr zuschauen wie die Linsen den getrockneten Gips sprengen.

Thema 3:Zoom Fatique reloaded“ – Nicolas hat sich nochmal mit dem Thema Zoom Fatique beschäftigt und wir reden darüber was viele Konferenztools falsch machen und warum es für uns dadurch so unbehaglich wird.

Thema 4: „Sinnvoller Abstand“ – Wie genau beeinflussen sich eigentlich Off-Shore-Windparks und könnten wir davon beliebig viele vor die Küsten setzen? Im Prinzip schon, allerdings beeinträchtigt das die Ausbeute benachbarter Windparks selbst in einen recht großen Abstand noch erheblich.

Schwurbel der Woche: Osiris und Isis (unsere intergalaktischen Botschafter in der 7. Dimension)

Hausmeisterei: Der nächste Minkorrekt-Lifestream ist am Dienstag den 22.06.21 um 20:00 auf Twitch.

Unseren Discord findet ihr unter: https://discord.gg/PZ3cTUdMNx

Merch gibt es hier: http://www.modisch-inkorrekt.de

Tourtermine:

Aktuelle Tourtermine und Links zum Ticketshop findet ihr oben unter Minkorrekt! LIVE

Wie die Abwicklung bei eventuell verschobenen Terminen genau abläuft, können wir euch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, da dies in der Hand der örtlichen Veranstalter liegt.

Rausßschmeißer:The Ransomware Song

Intro war „Ich bin Hanna“

43 Gedanken zu „Mi193 – „Pfeffermünztee“

  1. Ich würde Reini schon zustimmen: Ich denke schon, dass sich die WiMis weniger anstrengen, wenn sie festangestellt wären – aber ich sehe das nicht negativ. Derzeit haben wir ja die Situation, dass WiMis defacto ausgebeutet werden. Die tatsächliche angeordnete Arbeitszeit liegt nämlich in der Praxis weit über den bezahlten Stunden; hier gibt es einige, die Vollzeit + Überstunden arbeiten, obwohl sie nur eine halbe Stelle haben. Und ich bin mir sehr sicher, dass gar nicht wenige WiMis sich das nicht mehr gefallen lassen würden, wenn sie in einem gesicherten Arbeitsverhältnis wären.

    Deshalb sehe ich das übrigens auch anders als Reini in einer der letzten Episoden: wenn ich um 16 Uhr Feierabend habe, kann ich auch Punkt 16 Uhr Schluss machen. Wenn ich für dich noch ein paar Minuten länger mache, ist das nett – aber daraus darf sich IMO keine Erwartungshaltung ergeben. Pünktlich Feierabend zu machen und Überstunden zu vermeiden ist nicht unhöflich oder egoistisch und wir sollten aufpassen, dass sich unsere Erwartungshaltung da nicht verschiebt. Man sollte meiner Meinung nach eher darüber ranten, dass 8h-Tage und oftmals unbezahlte Überstunden immer noch der Standard sind – und nicht über Menschen, die pünktlich Feierabend machen…

    • Hi Sandra,
      ich glaube du hast mich missverstanden. Mir ist bewusst und bei mir war es nicht anders, dass man als WiMi meist deutlich mehr arbeitet als man bezahlt wird..und ich glaube nicht, dass die WiMis weniger arbeiten würden wenn sie mehr Sicherheit hätten…die freiwilligen unbezahlten überstünden… resultiert zum Teil aus Zeitdruck zum anderen aber auch daraus, dass man etwas „für sein“ Thema tut. Ich habe mich in dieser Situation immer sehr geärgert wenn ich in der x-ten unbezahlten überstünde (wenn man es so rechnen will) etwas dringendes für meine Arbeit brauchte und dann an jemanden geraten bin der xy nicht mehr angefangen hat weil es 5 Min länger dauern würde. Klar ist es wichtig und richtig pünktlich Feierabend zu machen, aber ich denke sowas sollte jeder persönlich an die Situation anpassen.

      • Dann hatte ich dich anscheinend tatsächlich missverstanden.

        Bei den Überstunden hängt IMO das davon ab, was das letztlich für eine Arbeit ist.
        Klar, wenn es um das eigene Projekt geht, macht man das – zum einen, weil Trotz einem da primär selber schadet und zum anderen, weil es ja oft unterm Strich dann doch auch cool ist (selbst wenn das Tal der Tränen sehr lang sein kann).

        Bei uns ist es allerdings so gewesen, dass die Hauptüberbelastung meistens nichtmal durch eigene Projekte verursacht wurde, sondern bspw. durch das Abarbeiten vom Lehrdeputat des Profs, weil Ihro Eminenz sich zu fein für die niederen Studis war – und das Problem gab es nicht nur bei uns.

        Und was solche Sachen angeht hilft Rechtssicherheit meines Erachtens schon. Das ist natürlich kein Allheilmittel, und sozialen Druck wird es auch weiterhin geben – aber im Moment hängt man zu 100% vom Wohl und Wehe des Chefs ab, und das macht das Ausnutzen von Machtverhältnissen natürlich viel einfacher (mal ganz abgesehen davon, was das für Menschen mit Vagina oder der „falschen“ Hautfarbe auch heute noch in der Praxis bedeutet).

  2. re: Zeitverträge an der Uni

    Ich hatte mich jetzt mit Mitte 30 nochmal an der Uni auf eine Teilzeutstelle beworben. Die wollten mich nehmen. Ging aber nicht. Dummerweise hatte ich schon zweimal als Student eine HiWi-Stelle.

    Und ich hatte mich nicht mal für eine wissenschaftliche Stelle beworben, sondern Verwaltung (IT).

    Ganz tolles Gesetz haben wir da.

  3. Zu der Studie zur CO2-Ersparnis im Homeoffice, und Nicholas‘ Ungläubigkeit: unsere Personalablteilung hat erhoben wie viele Mitarbeiter (gesamt knapp 300) in Zukunft wie Arbeiten wollen. Fast genau ¾ wollen auch weiter 3 oder mehr Tage daheim bleiben! Dementsprechend planen wir jetzt um, weg von fixen Arbeitsplätzen (Ausnahme: Personen mit besonderen Anforderungen) und statt dessen flexibler Verteilung in den Räumen.

  4. Fühle mich erwähnt, weil mir das mit der Bogensekunde bei AAA aufgefallen war 🤗

    Gruß aus dem Fichtelgebirge
    Heiko H. aus G. (der Chairman)

  5. Hi @all

    Mein kleiner Beitrag und hoffentlich Anstoss zum anfangen des Umdenkens in der Mobilität.

    [Soweit ich weis, ist eine sehr ähnliche Idee auch im Wahlprogramm der Klimaliste in Rheinland-Pfalz gewesen.]

    Vornweg, die Idee ist für Ballungszentren/Städte. Mich nervt es einfach, wenn ich auf dem Weg nach Hause in einer Nebenstrasse nur noch Autos sehe und mir denke, wenn jede Wohnung ein Auto stellt, muss man doch mittlereweile stapeln. Dann fällt mir ein: ach ne, Tiefgarage im Wohnkomplex gegenüber macht das Problem unsichtbar.

    Ich lebe in Leipzig und bin seit mehreren Jahren Radfahrer (10km Entfernung zur Arbeit, durch die Stadt). Und Leipzig ist relativ gut ausgebaut, aber bei 10km kommt dann doch ab und zu ein Konfrontationspunkt zw. Auto und Rad.
    Und fast jede Nebenstrasse ist zugeparkt, oft mal Radwege mit Warnblinklicht blockiert und und und.

    Mein Konzept wäre eine mind. 50% Verringerung der Autos im Stadtraum.
    Wie? In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es Teilauto (soll keine Werbung sein,sicherlich gibt es in anderen Städten andere Carsharing-Firmen). Seit dem letzten Jahr oder so gibt es sogar den Zusammenschluss vom Tram/Bus/Carsharing in einer App des ÖPNV.

    Was wenn nun jedes 2. Auto weg wäre (kann ich mir momentan wirklich kaum vorstellen) und der größte Teil Carsharing ist? Man ist mobil auf Wunsch/Bedarf, muss sich nicht groß Sorgen machen so weit zum nächsten Auto zu kommen, und nutzt es auch nur im Bedarfsfall.
    Denn mal ehrlich, wie oft wird ein Auto genutzt, abseits des Pendelns? Für Großeinkäufe usw, stehen an festen Stationen auch mal Lieferwagen.
    Es ist auch ein Mischung aus „Car-to go“ (von A nach B buchbar) und festen Stellplätzen, um eine sichere Abdeckung zu leisten. Außerdem muss man sich nicht mehr um TÜV, laufende Instandhaltung usw. kümmern.
    Dadurch mehr Platz für den öffentlcihen Nahverkehr (Bus + Tram) und auch mal reine Radstrassen.

    Ich finde viele sind so „verwöhnt“ vom verfügbaren Auto vor der Haustür, das man um die nächste Ecke gehen garnicht mehr denken möchte. Tut auch der Gesundheit gut, mal bissel weiter gehen zum Auto.

    Für Ältere wäre dann über Telefon oder auch App eine Art Taxi (aber zum ÖPNV gehörend) verfügbar, um die Preise mal gerecht zu halten.

    Und ja, Corona macht das ganze gerade schwer vermittelbar, aber der Nahverkehr mit Tram und Bus muss in Städten neben dem Rad das wichtigste Fortbewgungsmittel für mittlere bis weite Strecken sein.

    Wer sein eigenes Auto haben möchte kann auch, aber das muss an den Wohnort gekoppelt sein und wird entsprechend der Umweltbelastung teuer. Mag jetzt eine radikale Ansicht sein, aber ja, das versprechen vom eigenen Auto ist in meinen Augen überholt und nicht mehr zeitgemäß für Städte.

    Grüße und weiterhin maximale Gesundheit für Alle.

  6. @Wissenschaftszeitgesetz:
    Ich arbeite auch an einer Uni, allerdings als Projektmitarbeiter in einer Verwaltungseinrichtung (Konzeption und Umsetzung von Drittmittel-finanzierten IT-Projekten). Daher gilt für mich das WissZeitVG nicht; ich kann also unbegrenzt befristete Verträge bekommen, solange es einen Grund dafür gibt. Und das passiert auch. Die Kolleg:innen, die denselben Status haben wie ich, sind im Prinzip „feste Befristete“, d.h. es werden im wesentlichen immer dieselben Leute für die Projekte verwendet und die hängen teilweise über 10-Jahre und mehr auf solchen 3-Jahres-Stellen, in der Hoffnung, dass mal ein Sessel frei wird, auf den sie aufrücken dürfen und in der Abhängigkeit der Förderinstitutionen, die oft erst zwei Wochen vor Vertragsende verlautbaren, ob es weitergeht oder nicht. Es passiert also irgendwie schon das, was dieses Propaganda-Video behauptet, was vermieden werden soll. Persönlich denke ich aber schon, dass es uns einen Tick besser geht, als den wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen. Optimal ist aber beides nicht.

  7. Hallo ihr beiden!

    Ein Tip für den Umgang mit Gips:
    Niemals (in Worten Niemals!) das Wasser in den Gips kippen, sondern den Gips langsam, unter stetigem Rühren in das Wasser rieseln lassen. Man hat bei diesem Verfahren ein gutes Gefühl dafür, wann es genug Gips hat und es bilden sich keine Klumpen.

    Beste Grüße,
    Christoph

  8. Hallo zusammen. In Sachen Forschung in der Schule kann ich berichten, dass es tatsächlich schon anfängt. Und das in der Regelgrundschule. Meine Große (7 Jahre, 2. Klasse) hatte im Sachkunde Unterricht bereits Aufbau und Auswertung von Experimenten. Zugegeben, es ging nur um die Lösung von Feststoffen in Wasser (Salz, Zucker, Sand usw.) aber das im sachlichen Aufbau. Erwartung, Beobachtung und Analyse wurden thematisiert. Vielleicht sind wir auf einem guten Weg.

  9. Wie mal eine schöne Folge. Danke dafür! Gerade die Home Office bezogenen Themen finde ich hochinteressant. Ich bin nun seit März letzten Jahres ununterbrochen im Home Office. Obwohl ich ziemlich optimale Bedingungen habe (eigenes Zimmer, gescheites Equipment, etc.), wünsche ich mir doch 1-2 Bürotage pro Woche zurück. Zum Einen fehlt mir einiges an Bewegung (20km Pendelstrecke mit dem Rad allein schon) und zum Anderen geht es mir auf den Keks wirklich 8h am Tag stumpf auf den Monitor zu glotzen. „Früher“ waren Meetings die Gelegenheit auch mal ohne Rechner was zu arbeiten. Ich habe auch deutlich mehr Meetings als früher. Was im Büro in 5-10 Min bei einem Kaffee nebenher besprochen wurde ist nun ein 30-minütiges Meeting. Auch Workshops empfinde ich trotz Einsatz von diversen Tools als weniger effizient als das gemeinsame Arbeiten an Flipcharts und Co. Zudem erwische ich mich eigentlich bei fast jedem Meeting dabei, dass ich nebenher noch was anderes arbeite, was natürlich auch eine gewisse Doppelbelastung ist. Bei dem Thema ob nun mit oder ohne Video besser ist, bin ich noch unentschieden. Bei sehr großen Runden mache ich meine Kamera aus und auch die eingehenden Streams der anderen. Bei kleineren Runden bin ich wieder zum Video zurückgekehrt um doch mal die Reaktion der anderen sehen zu können (es gab einen Aufruf in unserer Firma Video doch hier und da mal weg zu lassen um schlichtweg Strom zu sparen). Was ich jetzt in Meetings mache, bei denen ich eher wenig Redeanteil habe, sind irgendwelche leichten Arbeiten (nicht am Rechner): hab gestern z.B. Pizzateig geknetet oder ein Lego-Modell zerlegt (Technic-Modelle zerlegen ist die Pest). So habe ich selbst bei mittelmäßig sinnvollen Meetings das Gefühl was geschafft zu haben. Oder ich wähle mich per Smartphone ein, sodass ich beim Telefonieren herumlaufen kann.
    Was mich noch am permanenten Home Office stört: ich befinde mich zu 100% in meiner fachlichen Blase. Vorher im Büro habe ich immer mal mitbekommen woran auch andere Kollegen arbeiten. Da ist man dann auch mal spontan in Gespräche verwickelt worden, die eigentlich fachlich gar nicht in der eigenen Domäne lagen aber trotzdem oder vllt gerade deswegen sehr interessant waren. Für die Post-Pandemie-Phase plant meine Firma mit einer Mindestanwesenheit von 3-5 Tage pro Monat. Ich hoffe das klappt so, denn damit könnte ich mich sehr gut anfreunden.

  10. Danke wie immer für eine interessante Folge.
    Zu dem Thema mit den online Meetings, egal mit welchem Anbieter, habe ich eine ganz einfache Lösung zumindest dafür gefunden sich nicht so beobachtet zu fühlen. Kleinere Bildschirme. Ich mache die Meetings einfach immer übers Smartphone oder Tablet dann sehen die Leute weniger groß aus davon abgesehen kann man so nebenher noch am Laptop etwas schreiben und man starrt nicht ständig direkt in die Kamera bzw. die Gesichter derer die noch anwesend sind. Außerdem kann man die Leute so auch tatsächlich einfach mal schnell zum Kaffee holen mit nehmen. Lockert das ganze doch sehr auf und man ist am Ende weniger genervt und gestresst. Vorgemacht hat mir das tatsächlich mein Sohn der meinte so kann man während dem Online Unterricht sich viel besser konzentrieren da man ja in einer Klasse auch nicht ständig alle anguckt. Und was soll ich sagen super Idee. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen. Ansonsten hoffe ich auch das wenigstens ein paar Dinge bleiben. Homeoffice zb aber auch solche Dinge wie einem nicht unfassbar auf die Pelle rücken beim anstehen davon geht es nämlich auch nicht schneller. Was größer Firmen und homeoffice angeht gibt es zum Glück auch ein paar Beispiele die da vorangehen und bei denen es das auch schon vor der Pandemie gab und die das ganze jetzt nur ausgeweitet haben. Es scheint also zu klappen hoffentlich macht das schule und nicht wie hier ja üblich das ich muss meine Mitarbeiter immer überwachen.
    Macht weiter so

  11. Ich sag heute noch „Pfeffermünztee“ und musste erst überlegen, warum ihr das erwähnt… okok, ich bin auch Schweizer und leb hinterm Bodensee

  12. Hallo zusammen!
    Mit meinem Kommentar zu Thema 2 setze ich mich wahrscheinlich ganz schön in die Nesseln, aber wie ihr ja schon gesagt habt, ist die Gewichtung der verschiedenen Fachbereiche was Schulfächer betrifft ziemlich persönlich. Ich habe eine diagnostizierte Rechenschwäche, aber als ich Abi gemacht habe, gab es keine Leistungsausgleiche dafür. Mathe musste ich natürlich bis zum bitteren Ende belegen und unter den gleichen Voraussetzungen die Prüfungen schreiben wie meine Mitschüler*innen, obwohl ich nicht in der Lage dazu war. Das ist natürlich mein persönliches Pech, aber für mich wäre das Abwählen von Mathe eine Befreiung aus meiner persönlichen Hölle gewesen. Was exponentielles Wachstum ist, weiß ich aber trotzdem und sogar Bruchrechnen schaffe ich.
    Die Kritik, dass Naturwissenschaften in der Schule eine untergeordnete Rolle spielen, kann ich aus meiner eigenen Schulzeit nicht nachvollziehen, aber dass das kein hinreichendes Argument ist, ist mir klar. Ja, in manchen Schuljahren gibt es nicht alle naturwissenschaftlichen Fächer, aber das ist doch auch bei Gesellschaftswissenschaften so (zumindest in NRW). Dass so manch einem ein paar Kenntnisse in Politik oder Geschichte geholfen hätten, sehen wir vermutlich ähnlich. Generell gibt es in unserem Schulsystem, nun ja, viel Luft nach oben, aber diese anklingende Überhöhung von Naturwissenschaften und Mathematik den Sprachen und Gesellschaftswissenschaften gegenüber im Abschnitt von Thema 2 ähnelt schon den unsachlichen Antworten auf den Hashtag IchBinHanna, sobald jemand nicht von seinen Erfahrungen in Physik erzählt hat.

  13. In der Freak Show hat Tim erklärt, warum wir lauter reden.
    Dank Transkript kann ich das hier direkt zitieren:

    > Anwendung diese ganzen telefonieren anwendung gehen immer davon aus dass du quasi,kein monitoring brauchst für deine eigene stimme ich kenne keine einzige voice over ip software die eine,eine eine option hat mit direct monitoring,wo du quasi das mikrofon signal was du da reinquatscht auch wieder in deinen kopfhörer reinkriegst das heißt wenn du nicht so abgeschlossen sein willst,von deinem von deiner eigenen stimme was ja ein problem ist weil wenn ich nicht hörst fängst an zu schreien und so weiter kennen wir ja alle so leute die mit,kopfhörer auf anfangen zu singen und so,dann dann hilft es dir halt nur ein halb offenen kopfhörer zu haben wo du dich selbst auch noch hörst

    https://freakshow.fm/fs249-hemmungsloser-hinterhoftoilettensex?t=2%3A14%3A41

  14. Also das mit der schwierigen Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie ist auch in anderen Bereichen so. Ich hin zum Beispiel Ingenieur in der Nachrichtentechnik. Da wir in Deutschland ja einen Mangel an Ingenieursstellen haben, arbeitet ich inzwischen in der Programmierung von Computern, eine Arbeit die zu meiner Lehrzeit die Lehrlinge gemacht haben. Immerhin für 70k im Jahr.
    Als Ingenieur wechselt man auch alle paar Jahre die Stelle und da selbst Computerprogrammiererstellen selten sind, muss man dafür fast immer umziehen.
    Leute die dann resignieren landen in der Automobilindustrie und sitzen da dann halt zu absurd hohen Gehältern herum.

    Was wir halt bräuchten wäre ein Projekt welches die Leute inspiriert und qualifizierte Stellen schafft. Das müsste staatlich organisiert werden, gegen die Widerstände der Wirtschaft die ja kein Interesse an Innovation hat.

  15. Moin,
    zu Eurer Frage: Anzahl der (Zoom-) Meetings.
    Zur Einordnung – ich bin Bauingenieur (Tragwerksplanung // Statiker) in einem mittelständischen Unternehmen.

    Bei uns haben die Meetings Signifikant zugenommen. Wo vormals ein Termin (dann leider oft vor Ort bei dem entsprechenden Projekt) notwendig war gibt es nun Bauherren die jeden Tag zu unterschiedlichen Themen Meetings machen wollen.
    Dabei hören wir uns dann mehrstündige Diskussionen über die Farbe und Leuchtkraft von Hausnummern oder die Lautstärkepegel von Sommerstockbahnen an was uns als Tragwerksplaner nicht im Ansatz interessiert. Die Anwesenheit aller Planer wird damit begründet, dass sich ja, im Laufe des Gespräches, Fragen ergeben könnten.
    Dabei macht fast jeder bei uns (natürlich nicht bei allen Meetings) nebenbei noch diverse andere Dinge, oder zwei Meetings parallel, damit die Arbeit nicht komplett still steht.

    Beste Grüße & weiter so!

  16. Hallo Ihr Zwei,

    zuerst einmal DANKE für den tollen Podcast! Ich wollte mich mal als Germanistin zu Wort melden, die auch noch in einem Kommunikations-Job arbeitet, zu Wort melden. Und ich kann nur sagen: Ich teile Eure Meinung zum Thema Schwerpunkte in der Schule setzen. Ich denke, es ist wirklich wichtig, dass Menschen ein logisches Verständnis entwickeln und Mathe wirklich wichtig ist. Ich glaube, ich hätte es auch in der Schule toll gefunden, wenn mal aktuelle Studien diskutiert würden. In meiner Schulzeit (diese endete 2000 😉) hat das tatsächlich nur mein Geschichtslehrer getan. Und das fand ich super!!! Was ich als zweiten Schritt wichtig fände, wären Debatten Unterricht. Also, dass Schüler auch anschließend lernen, wie man verschiedene Themen vertreten kann, was man hierfür benötigt und auch, wie man erkennt, dass die eigenen Argumente ggfs revidieren muss. Durch Social Media sicher immer wichtiger. Ebenso wie das kritische Hinterfragen von Quellen.

    Liebe Grüße aus Köln,
    Melanie

    PS: Hihihi, Zahlen, die wie bei Tetris zusammenpassen – ich kenn das auch 😂

  17. Bei euren Überlegungen bezüglich Zoom und der Uni waren IMO viele wichtige Punkte dabei… Ich bin gerade in der interessanten Situation, dass ich zum einen sowohl Kurse halte als auch selber noch regulär Kurse besuche – und habe öfter die unangenehme Erfahrung gemacht, dass mich so einige Sachen total genervt haben, die ich aber bis dahin selber bei meinen Kursen gemacht hatte.

    Zwei Sachen sind mir da besonders aufgefallen…

    Erstens das Zeitmanagement: Man vergisst sehr leicht, dass die Studis auch noch andere Kurse besuchen. Wenns blöd läuft, hatten die vor mir schon drei Veranstaltungen und nach mir auch noch mal eine. Und weil die Menschen ja eh zu Hause sind, kann man den Tag ruhig komplett vollballern – „die müssen ja eh nur den Rechner einschalten“ (Originalzitat eines Kollegen). Ich kann ganz gut verstehen, dass die Studis bei mir Kamera und Mikro nicht anmachen, weil sie wahrscheinlich gerade mit dem Haushalt oder mit Mittagessen beschäftigt sind.

    Zweitens hadere ich ja persönlich selbst schon lange mit dem Format „Vorlesung“, aber während Corona ist das IMO ein allgemeines Problem, dass viele Menschen betrifft. In Präsenzveranstaltungen kann man sich noch der Illusion hingeben, dass das Theater da vorne irgendeinen Mehrwert hat – das fällt einem aber zunehmend schwer, wenn man eh schon am Computer sitzt und jeder 5. Satz ein: „Das müssen sie dann bei XYZ nachlesen“ beinhaltet.
    Ich bin für mich dazu übergegangen, dass ich die Vorlesungen nur noch pro Forma anbiete (und das sind auch mehr QA-Runden mit viel „Omma erzählt vom Krieg“), und den Rest als Zusatzmaterial (Audio- und Videoschnipsel, Infotexte, Rätsel etc.) anbiete.
    Das hatte bei mir zwei interessante Effekte: der erste war, dass ich weniger Zeit in die Vorlesungsvorbereitung investieren musste und mehr Zeit für die Qualität der Zusatzmaterialien und den individuellen Support aufwenden konnte – an sich naheliegend, aber ich ich hab unterschätzt, was für einen Unterschied das für mich macht. Und zum anderen wurden meine „Vorlesungen“ zwar schlechter besucht, aber dafür waren die Teilnehmer jetzt da, weil sie aktiv teilnehmen wollten (mit entsprechenden Konsequenzen bei der Interaktion). Im WiSe hat das so ganz gut geklappt; mal schauen, wie das jetzt im SoSe wird 😅

    Ich bin aber auch ähnlich wie anscheinend Reinhard auch ein Mensch, der kein besonders großer Freund von Meetings an sich ist. Für mich hat das Format oftmals eine unnötige Redundanz – man kann es drehen und wenden wie man will, aber mündliche Kommunikation ist einfach extrem ineffizient; der einzige Vorteil ist, dass sie relativ geringe Einstiegshürden hat und unkompliziert ist. Aber um Information zu verbreiten sind Meetings in den meisten Fällen IMO denkbar ungeeignet.

    Bei uns bei der AG Verdauung gab es vor Corona das System, dass wir bestimmten Fortschritt in unserem Wiki als „Milestone“ markiert haben (Protokolliert wurde ja eh), und dann hat das System automatisch eine E-Mail an alle AG-Mitglieder geschickt – obendrein war halt bekannt, wann man wen in der Kaffeeküche trifft und dann konnte man halt dort unförmlich darüber quatschen. AG-Meetings gab es zwar auch; aber eher so einmal alle 6-12 Wochen, um den Fortschritt insgesamt zu konsolidieren und über zukünftige Schwerpunkte zu quatschen.

  18. Habt ihr eine dezentrale Überraschungssicherheitskopie von dem Video des BMBF?

    Da es scheinbar Gegenwind gab sind die umgefallen und haben es gelöscht… :-/

    • Ich hätte mir ja statt dem Löschen mal ein kritisches Auseinandersetzen und Auseinandernehmen des Videos vom BMBF gewünscht. Hab es bisher leider auch nirgendwo gefunden …

  19. Hallo, da ihr über die alternative Nutzung von Straßenraum gesprochen habt (z.B. 2 Tage Zelten statt 2 Tage Autoabstellen) : Da gab es in Heidelberg/Kirchheim kürzlich einen derartigen Fall: „Idylle in der Parklücke – wem gehört die Straße“ 🙂

    Zitat: „Wenn man Parkflächen für irgendetwas anderes nutzt als zum Parken, macht sich scheinbar Wut breit. Das nehmen die Menschen einem übel.“

    Aber immerhin wird nun wohl über „Parklets“ diskutiert, also über die Gestaltung/Nutzung von Aufenthaltsräumen für die Allgemeinheit auf Parkplätzen/öffentlichen Flächen.

    https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-heidelberg-idylle-in-der-parkluecke-wem-gehoert-die-strasse-_arid,665935.html

  20. Spaced Repetition:
    Der Lerneffekt der spaced-repetition-Methode wurde zuerst 1932 in der Monografie Psychology of Study von C. A. Mace beschrieben: „Die vielleicht wichtigsten Erkenntnisse sind diejenigen, die die sinnvolle Verteilung der Lernperioden betreffen … Wiederholungen sollten in graduell zunehmenden Intervallen erfolgen, etwa in der Größenordnung von einem Tag, zwei Tagen, vier Tagen, acht Tagen und so weiter.“

    Im Jahr 1939 zeigte H. F. Spitzer die Wirksamkeit der spaced-repetition-Methode an über 3,600 Sechstklässlern in Iowa auf, die naturwissenschaftliche Fakten lernten.[2] Diese Forschung blieb unbemerkt. Erst in den 1960er Jahren untersuchten Kognitionspsychologen wie Melton[3] und Landauer / Bjork[4] die Anpassung des Wiederholungsintervalls als Methode zum Verbessern des Abrufs gelernter Inhalte. In dieser Zeit wurde auch die Pimsleur-Methode als erste praktische Anwendung der spaced-repetition-Theorie auf das Lernen von Sprachen bekannt. 1973 konzipierte Sebastian Leitner sein „Leitner-System“, ein Allzweck-Lernsystem auf der Basis von spaced repetition mit einer Lernkartei.

  21. Wie Wissenschaft funktioniert lernt man weder in Germanistik noch in den Naturwissenschaften. Das lernt man in der Philosophie. NaturwissenschaftlerInnen lernen in ihrer Ausbildung die praktische Vorgehensweise des wissenschaftlichen Arbeitens in ihrem Fach. Die Reflexion dessen, was sie da eigentlich tun – „wie es funktioniert“ – findet (u. a.) in der Wissenschaftstheorie statt. Diese wird manchmal, aber leider zu selten in naturwissenschaftlichen Studiengänge vermittelt. Daher sind NaturwissenschaftlerInnen, die sich hinstellen und verabsolutierend einen von „der Wissenschaft“™ und wie es richtig läuft erzählen, manchmal etwas anstrengend; die haben selbst ein eher eingeschränktes, und manchmal naives Bild, das sie halt aus der praktischen Arbeit in ihrem Fach haben. Ausnahmen bestätigen die Regel.

  22. Hallo ihr beiden, ihr habt ja in der Podcast Folge angesprochen das es Leihgeräte von der Schule für Schüler gibt/gab, die aber nicht mit zusätzlicher Software (in eurem Fall Zoom)bespielt werden kann.
    Das hat zwei praktische Gründe wenn nicht sogar noch mehrere. SchülerInnen sind in der Regel DAUs und leider auch viele Eltern, es ist für die armen IT Verantwortlichen kaum zu schaffen, die Geräte nach dem Ausleihen wieder in einen „funktionsfähigen“ Zustand zurückzuversetzen, der ein vertretbares Zeitniveau betrifft (und damit auch Geld).
    Desweiteren unterliegen SchülerInnen einem erhöhtem Schutzniveau was Daten und Profile von SchülerInnen betrifft. Zoom ist ein Datenschutzalbtraum, ähnlich wie Teams und Skype usw.. Das zuzulassen verstößt gegen ein paar Gesetze und somit stellt sich die Schule bewusst zum Abschuss frei.
    Meiner Meinung nach, sollte man solche Dienste nicht mal „in Krisenzeiten“ verwenden, denn Daten die ein Konzern erst einmal über SchülerInnen gesammelt haben, löschen die auch nicht mehr.

  23. Also beim Bildtelefon habt ihr euch um ein paar Jahrzehnte vertan. Der öffentliche Bildtelefondienst begann in Deutschland schon 1936. Die Idee ist so alt wie das Fernsehen selbst.
    http://www.fernsehmuseum.info/fernsehen-bis-1945-fernsehsprech.html

    Ich glaube der Grund warum es sich so lange nicht durchgesetzt hat ist vielschichtig. Zum einen war es früher natürlich sehr viel teurer gegenüber Telefonaten, zum anderen gibt es ja mehrere Kommunikationsformen die vom Telefon abgedeckt wurden. Viele Telefonate sind in der Form, „Ich muss Dir ganz dringend was sagen“. Dafür braucht man kein Bild. Das Bild ist hingegen sinnvoller wenn man sich über das Telefon „trifft“, sprich wenn man in entspannter Atmosphäre miteinander plaudert.

    Ich denke, dass diese „Zoom Fatigue“-Arbeit möglicherweise in ein paar Jahren nicht mehr reproduzierbar sein wird. Es ist gut möglich, dass wir uns als Gesellschaft daran anpassen. Es wird Gesellschaftlich immer akzeptabler werden, dass man die Kamera auch einfach mal ausmacht, wenn man nicht gerade was sagt. So wie man auch heute schon, als höflicher Teilnehmer, sein Mikrofon abschaltet wenn man nichts sagt. Push to Talk ist meiner Meinung nach noch ein wichtiges Feature was in vielen Konferenzlösungen fehlt.

  24. Lieber Nicolas lieber Reinhard, ich habe einen Einwand zum großen Zanktapfel der letzten Sendung, der Anteil von Deutsch am Gesamtlehrplan.
    In Eurer Sprache formuliert:
    Deutsch = Sprache
    Sprache = Kommunikation

    Dazu ein wenig subjektive Empirie: Ich hatte in den MINT-Fächern auch immer miserable Noten. Außerhalb der Schule habe ich aber immer Menschen gefunden, die mir die Themen erklären konnten und mich so retteten. Das zeigte mir: Ich bin nicht blöd, sondern hatte MINT-Lehrer, die mehrheitlich nicht in der Lage waren, Sachverhalte allgemeinverständlich zu vermitteln. Und didaktische Fähigkeiten hängen mit Sprache und Kommunikation nun mal untrennbar zusammen. Deswegen, lieber Reinhard, finde ich es gerade von Dir als Fanal der Wissenschaftskommunikation verhängnisvoll, dass Du in diese Falle tappst und die Bedeutung von sprachlichen Fähigkeiten herabsetzt, denn da beißt sich die Katze in den Schwanz. Ihr beide seid mit Euren Fähigkeiten, Sachverhalte allgemeinverständlich zu erklären, große Ausnahmeerscheinungen! Wenn Ihr aber nach besserer Wissenschaftskommunikation ruft, sind sprachliche Qualitäten, Eloquenz, verdammt nochmal auch simple Rechtschreibung komplett unverzichtbar. Was in Mathe und Physik Pythagoras und Newton sind, ist im Deutschen eben Goethe und Schiller,

  25. Hallo Ihr beiden,

    zu den Leihnotebooks:
    Da es sich ja um Windows-Notebooks handeln dürfte, kann ich gut verstehen, warum man als Ausleiher nichts installieren kann/können sollte.
    Allerdings ist das auch nicht schlimm/notwendig, da es alles für die Schule notwendige, zB zoom, Webbrowser, 7zip, LibreOffice, PDF-Betrachter, LyX/Latex, VLC,…, als portable App gibt und nicht installiert werden muss.

  26. Zum Thema Naturwissenschaften in der Schule (Ich bin Jahrgang 1969 und ging von 1979 bis 1988 aufs Gymnasium) musste ich an meinen Lateinlehrer denken. Er hat die „Dominanz der Naturwissenschaften“ im Lehrplan beklagt. Und als ich mit einigen anderen Mitschülern Mitte der 80er eine astronomische Arbeitsgemeinschaft gegründet habe, hat der Lateinlehrer vor der gesamten Klasse gesagt, dass er es nicht gut findet, dass ich „die Zeit mit Astronomie verblödeln“ würde.

    Ja, das in “ “ sind jeweils Originalzitate des Lehrers. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es auch heute noch Lehrer gibt, die so denken.

  27. Mal als Feedback zu den sinnlosen Meetings.
    Ich muss sagen, seit Corona habe ich deutlich weniger Meetings, vor allem weniger sinnlose Meetings. Und seit Corona wieder langsam vorbei geht werden es mehr und laut meinem Chef müssen wir jetzt auch wieder jedes Meeting persönlich machen, weil das ja digital nicht möglich wäre. Und das obwohl das ein Jahr gut funktioniert hat. Nein, wir müssen uns wieder mit 15 Leuten bei 30 Grad in einen fensterlosen Raum quetschen als hätte es Corona nie gegeben.

    Und ich hatte auch das Gefühl die Zoom-Meetings waren kürzer und entspannter und weniger sinnlos. Wenn es doch mal lang und irrelevant wurde, konnte ich wenigstens nebenbei arbeiten, hat ja niemand gemerkt ^^

    Und ich muss auch mal was loswerden: Der Laberteil ist mein Lieblingsteil eures Podcasts, danach folgt die Musik (die hoffentlich trotz Urheberrecht erhalten bleibt). 🙂

  28. Ich stimme eurer Bemerkung über die Bildung im Bereich wissenschaftliches Arbeiten zu:

    Das Paradebeispiel in der Pandemie ist für mich der Mythos vom massenhaft falsch-positiven PCR-Test, der die Infektionszahlen künstlich aufbläht.
    Es geht nicht darum, dass man in der Schule lernen würde, wie genau ein PCR-Test funktioniert, und welche Effekte zu einem falsch-positiven Ergebnis führen. Es geht darum zu verstehen, dass professionelle Wissenschaftler solche Aspekte kennen und berücksichtigen. Das kann man auch im Physik-Unterricht lernen.

  29. Beim Hören der Diskussion um Homeoffice kommt mir noch ein Aspekt: ich unterstelle mal, daß die wenigsten Firmen, Ämter usw. mit Ökostrom laufen. Wenn nun idealistische Arbeitnehmer den aber daheim haben und dieser jetzt auch für die Arbeit genutzt wird, dürfte das doch auch einen positiven Effekt haben. Ob es dazu wohl Zahlen gibt?

  30. Hallo,
    wollte euch kurz mein Feedback zu Thema Online-Meetings und Home Office geben:
    Ich arbeite im IT Bereich in einem Internationalen Konzern. Bei uns war es schon so, dass wir vor Corona sehr viele Online-Meetings hatten, da wir in der Regel mit Kollegen aus anderen Ländern zusammenarbeiten. D.h. entweder sass jeder an seinem Schreibtisch und hat sich eingewählt, oder ein Teil sitzt in einem Meeting-Raum und der Rest wird per Kamera und großen Bildschirm dazugeholt. Letzeres ist eigentlich sehr unfähr für die entfernten Kollegen, da sie bei der Interaktion benachteiligt sind gegenüber den Kollegen im Meetingraum.

    Bezüglich dem Video und sich selbst sehen: bei mir ist die Kamera nur weniger als der Hälfte der Calls auch an. Wenn wir in der IT intern was machen, bleibt sie prinzipiell aus. Ich mache die Kamera an bei Gesprächen mit der Fachabteilung und wenn Häuptlinge dabei sind.
    In den letzten ~16 Monaten war ich ca. vier oder fünf mal im Büro. Was mir dabei am ehesten fehlt ist mitzubekommen, was die Kollegen machen, mit denen man nicht direkt zusammenarbeitet. Zwar gab es anfänglich virtuellen Kaffeerunden, das ist aber nach ein paar Wochen auch wieder eingeschlafen.
    Für die Post-Corona Zeit erwarte ich ein Model in der Richtung 3/2, d.h. drei Tage Büro, zwei im HO, oder umgekehrt. Bisher war es bei uns aber auch schon recht flexibel, Freitag war schon immer Homeoffice-Tag.

    Bezüglich Wissenschaftszeitgesetz:
    Es würde mich interessieren wie das bei Nicolas gelaufen ist, Hast du jetzt eine unbefristete Stelle und wie hat das bei dir geklappt, dass du nicht zwischen verschiedenen Unis hin- und her springen musstest? Falls das nicht zu persönlich ist.

    Viele Grüße
    Steffen

  31. Finde es auch schwierig mit den Unterrichtsfächern.
    Bin aber eher der Meinung, dass gerade Mathe und Naturwissenschaften zu viel Zeit gewidmet wird.
    Ich hab selber vier Jahre Chemie gehabt. Von den absoluten Grundlagen abgesehen weiß ich da nix mehr, weil es für mich null Alltagsrelevanz hat (IT).

    Warum brauchen wir in der Oberstufe noch Mathe? Die Kids haben dann 10 Jahre (ZEHN!!!) genossen.
    Wenn man es in der Zeit geschafft hat, ihnen die wichtigsten Grundlagen beizubringen, lernen sie es in der Oberstufe auch nicht mehr. Auch hier kann ich nichts mehr (trotz Informatikstudium).

    Warum schlägt man sich im Matheunterricht mit Dingen wie Differenzial/Integral rum, das auch wieder keinerlei Alltagsrelevanz hat? Warum wird stattdessen z.B. nicht mehr Wert auf Statistik und Stochastik gelegt, wofür die meisten Leute absolut kein Gefühl haben (was Corona bewiesen hat), wo aber ein Grundverständnis klare Relevanz im Alltag hat…

    Warum gibt es noch immer keine Lehrpläne mit verbindlichem 10-Finger-Kurs – etwas wovon JEDER in seinem Leben profitieren würde. Gleiches gilt für Dinge wie Medienkompetenz (wie recherchiere ich Quellen, wie erkenne ich Bullshit?) – ein Fach das imo durchgängig in allen Jahrgängen unterrichtet werden sollte.

    In der Schule sollten imo möglichst breite Grundlagen gelegt werden, anstatt in die Tiefe zu gehen.

  32. Und merk dir ein für allemal den wichtigsten von allen Sprüchen:
    Es liegt dir kein Geheimnis in der Zahl, allein ein großes in den Brüchen.

    Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Paralipomena 32.

  33. Ich bin erst jetzt dazu gekommen, Episode 193 zu hören und musste kurzweilig pausieren, um zum Thema Mobilität und Homeoffice ein Kommentar aus meinen Leben und meiner Perspektive zu schreiben.

    Vor nicht all zu langer Zeit, habe ich mir ein Fahrrad gekauft, da ich seit nun fast 20 Jahren kein Fahrrad mehr gefahren bin, hielt ich es für eine gute Idee. Einer der Gründe, weshalb ich 20 Jahre kein Fahrrad mehr fuhr, war hier mein Außendienst und die 50.000 bis 60.000 Kilometer im Jahr, welche ich mit dem PKW erledigen musste, um mein tägliches Brot zu verdienen. Für die Bahnfahrten hätte der Arbeitgeber die Kosten nicht übernommen und ich hätte alles aus eigener Tasche finanzieren sollen (Fun Fact: Die Kosten für die Fahrten mit dem PKW waren für den Arbeitsplatzgeber höher als eine Bahn Card 100). Mittlerweile habe ich einen anderen Beruf an einem stationären Ort und seit der Pandemie bin ich an meine Wohnung gebunden. Was soll ich sagen, ich genieße es. Der Stress unter Menschen zu sein ist nicht vorhanden und ich rege mich nicht über den Verkehr auf. Das Thema Straßenverkehrsordnung hat mich als Autofahrer täglich auf die Palme gebracht. Es gab keinen Tag, an dem ich im inneren nicht am liebsten die Autos anzünden wollte. Leute die absichtlich falsch in den Kreisverkehr reinfahren um schneller auf den Parkplatz zu kommen, SUVs die sich auf einen öffentlichen Platz (kein Parkplatz) stellen und somit Menschen mit Kinderwagen oder ältere Personen auf die Straße zwingen oder trotz Gegenverkehr überholen, weshalb ich schon mehrere male auf eine Grünfläche oder Acker ausweichen musste, sind nur die kleineren Übel auf der Straße.

    Während der Arbeit im Büro kommt es durch Lärm, dauernde Unterbrechungen von Kolleg*Innen die Smalltalk machen wollen und wenig Bewegung zu Stress und Frustration. Um das auszugleichen, griff ich zu Süßkram, damit ich den Tag überstehe. Seit ich durchgehend im Homeoffice bin, habe ich meine Kleidungsgröße von XXL auf L verkleinert und dabei habe ich noch kein Sport getätigt oder besaß noch kein Fahrrad, ich schlafe öfters durchgehend und bin zufriedener mit meinem Leben. Meine Ernährung ist ausgewogener und gesünder. Ich ernähre mich fast ausschließlich vegetarisch oder vegan, seltener etwas mit Fleisch. Ich koche fast täglich aus frischen Zutaten. Auf die Frage meines Arbeitgebers, ob ich mir vorstellen könne eine Hybridlösung zwischen Homeoffice und Präsenz zu nutzen, musste ich sofort verneinen, da dies eine Verschlechterung für mich und den Arbeitgeber sei. Wenn es nach mir ginge, würde ich nie mehr in das Büro fahren.

    Die Argumente, man käme vom Land und es ginge nicht anders, als mit dem Auto zu fahren, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es gibt viele Punkte, denen ich nicht widersprechen kann und diese auch nachvollziehbar sind. Ich wohne ebenso auf dem Land, schlimmer noch, in einem Tal und wenn ich den Ort verlassen möchte, bin ich gezwungen Höhenmeter zu machen. Die Stadt, in welcher ich einkaufe, liegt zum Teil ebenfalls in einem Tal, weshalb ich auf dem Rückweg nochmals Höhenmeter machen muss.
    Ich fahre aktuell in der sechsten Woche Fahrrad. Während in der Anfangszeit mich alles erschöpfte, fahre ich mittlerweile zehn Kilometer in die Stadt, mache meinen Korb und Rucksack mit meinem Einkauf voll und fahre zehn Kilometer nach Hause. Als Randnotiz muss ich anmerken, der Grund weshalb ich kein Rad mehr gefahren bin, war ein Arbeitsunfall auf einer Baustelle, wodurch ich starke Knieleiden bei Belastungen ertragen muss. Beim Hochfahren von Bergen schmerzt und brennt es im Knie, mittlerweile nehmen diese jedoch leicht ab. Ich bin alles andere als ein sportlicher Mensch. Ich lebte früher eher ein Rock ’n‘ Roll leben mit Hochprozentigen, Tabak, Pizza, Chips, Energy Drinks und Zocken.

    Ich bin froh über meine Entscheidung ein Fahrrad gekauft zu haben. Die Kosten für den Treibstoff des Fahrzeuges sind bereits durch den Erwerb ausgeglichen und ich merke, auf ein Auto kann ich verzichten, genau so wie auf Präsenzpflicht für die Erwerbsarbeit.

    Auch, wenn es etwas hart klingt und nicht die ganzen negativen Aspekte Teil der Pandemie wären, wünschte ich mir den aktuell Zustand dauerhaft für mich bestehend.

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