Mi185 – „Zweidimensionalität des Papiers“

In den letzten Wochen haben wir viel gearbeitet und viel Zeit am Rechner verbracht. Wenn ihr Abend auch mal etwas Entspannung braucht, dann schaut doch mal auf unserem Twitchkanal vorbei.

Reinhard empfiehlt den Film „Biking Borders“ seines Bekannten Nono, der mit seinem Freund Max mit dem Fahrrad nach Peking gefahren ist um Geld für eine Schule zu sammeln. Falls ihr das Projekt unterstützen wollt könnt ihr das hier tun.

Thema 1: „Kippende Felder“ – Das Magnetfeld unserer Erde ist nicht starr wie man es erstmal erwarten könnte, sondern verändert sich in zugegeben sehr langen Zeiträumen. Wie das Feld früher aussah erklärt uns Nicolas mit dieser Studie.

Thema 2: „Ein Gatter sie alle zu rechnen“ – Um einen überlegenen Quantencomputer zu bauen brauchen wir eigentlich nur seinen universalen Grundbaustein. Für so ein CNOT Gatter haben ein paar Forscher jetzt einen vielversprechenden neuen Ansatz gefunden.

Experiment der Woche: „Das runde muss in das Eckige“ – Hier könnt ihr euch unsere vielleicht etwas ungenaue Beschreibung nochmal als Video bei Numberphile ansehen. Es ist echt faszinierend!

Musik: „We’re NASA and We Know It (Mars Curiosity)” schuld ist Nicolas

Thema 3: „Spielende Raubtiere“ – Ob unsere kleinen Stubentiger eine Gefahr für die Vögel in unserer direkten Umgebung darstellen hängt stark vom Fleischanteil in Ihrem Futter ab. Und wahrscheinlich auch noch davon wie viel wir vorher mit ihnen gespielt haben.

Thema 4: „Was ist Zeit(kristall)?“ – Forscher haben es geschafft einen Zeitkristall zu filmen. Was das überhaupt ist wird in diesem Video des Fermilab schön erklärt.

Schwurbel der Woche: Energie und Raumfahrtmedizin

Hausmeisterei: Der nächste Minkorrekt-Lifestream ist am heute Abend 23.02.21 um 18:00 auf Twitch.

Unseren Discord findet ihr unter: https://discord.gg/PZ3cTUdMNx

Merch gibt es hier: http://www.modisch-inkorrekt.de

Tourtermine:
Auch unsere Veranstaltungen sind leider von der aktuellen Pandemie nicht verschont geblieben und aktuell sieht es so aus, dass dieses Jahr keine Shows stattfinden können. Wir hoffen, dass es zu des nächsten Jahres besser wird.

Aktuelle Tourtermine und Links zum Ticketshop findet ihr oben unter Minkorrekt! LIVE

Wie die Abwicklung bei eventuell verschobenen Terminen genau abläuft, können wir euch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, da dies in der Hand der örtlichen Veranstalter liegt.

Rausschmeißer: „I Didn’t Write | „Because I Got High“ Science Parody | Vibrations #1” schuld ist Michaela

Vielen Dank für eure Unterstützung! Support your Podcast! 🙂

(bei allen Links zu Amazon handelt es sich um Affiliate-Links)

Intro war: Die Landung im Parkhaus

59 Gedanken zu „Mi185 – „Zweidimensionalität des Papiers“

  1. @Reini: Falls Du einen Mammutbaum sehen willst musst Du nicht nach Kalifornien, die gibt es auch hier. Auf mbreg.de gibt es ein Register wo Mammutbäume in Deutschland wachsen. Es stehen sogar einige in der Gegend um LU-Edigheim. Viel Spaß beim erkunden!

  2. Zu Thema 2: Eine absolute Leseempfehlung zum Thema Logikgatter ist von Charles Petzold „Code – The hidden language between software and hardware“. Das fängt bei Morsecode an und leitet dann erst das Binärsystem und boolsche Logik ab, um dann nach und nach Gatter einzuführen und immer größer werden zu lassen bis man einen (sehr!) einfachen CPU hat

  3. Das mit dem Knacken der Verschlüsselung ist schon ein Problem.
    Denn es wird sicherlich so sein, dass zukünftig dann Dinge per Quantenverschlüsselung verschlüsselt werden. Allerdings sammeln die Geheimdienste sich ja jetzt schon alles zusammen. Und was jetzt noch nicht entschlüsselbar ist, wird eben einfach aufgehoben und wird dann mit einem Schlag nicht mehr geheim für die sein.
    Es sind dann also die Altdaten, die dann ein offenes Buch sind.

  4. Thema Reisen: Ich habe mal ein Auslandssemester in der Türkei gemacht. Nachdem mein Studium abgelaufen war, musste ich auf eine griechische Insel und dann wieder zurück fahren, um ein Touristenvisum zu bekommen und so länger im Land bleiben zu dürfen. Ich fand es damals auch beeindruckend, welchen Unterschied die paar Kilometer und eine Ländergrenze ausmachen können. In Griechenland gab es eine ganz andere Architektur, und die Straßen sahen auch viel aufgeräumter aus. Dafür kam dann aber gleich wieder die europäische Mentalität durch, ich hatte mich nur kurz auf einen Stuhl vor einem Bootsverleih gesetzt, und wurde sofort von einer verärgerten Frau vertrieben.

    Generell war es sehr spannend, eine ganz andere Kultur kennen zu lernen! Die Menschen sind dort sehr Gastfreundlich und Hilfsbereit. Busfahrpläne gibt es keine (man muss eine Nummer anrufen, um die in Erfahrung zu bringen, und naja ich spreche ja kaum türkisch …) und auf dem Rückweg nimmt der Bus auch eine andere Route als auf dem Hinweg. Menschen quetschen sich zu neunt in winzige Autos, und eine Dozentin hat mir meine Zukunft aus dem Kaffeesatz vorgelesen … naja ich könnte noch viele andere Beispiele nennen. Ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich die Menschen doch leben …

  5. Der Impuls bei der Katze ist doch bestimmt derselbe der Nicolas nachts zum Schrank mit Lakritz drängt.
    Wie wäre es also mit Lakitz auf der Abendstulle und einem Spielzeug im Nachttischschublade Nicolas? 😉

    Mal wieder eine sehr schöne Folge! Danke. Nur eine meine Mitbewohnerinnen der Gattung Hausstaubmilbe hat in überheblichem Ton ‚Ach ja?…..‘ gesagt als sie von der Zweidimensionalität des Papier hörte. ‚….Und DER regt sich über Flatearther auf?‘. Ich hab dann den guten alten AEG Vampyr geholt und die 2000 Watt sprechen lassen.

  6. Ihr werft an einer Stelle, an der auch die Glocken läuten, die Frage auf, wie Langstrecken-Weltraumreisen funktionieren kônnten.
    Becky Chambers hat in der sehr lesenswerten SciFi-Novelle „To be taught, if fortunate“ eine Weltraumexpedition beschrieben, und verwendet darin u.a. die Idee, den Mensch passend für so eine Reise umzubauen. Die Idee stammt lt. den Danksagungen von Lisa Nip.
    https://www.otherscribbles.com/#/tobetaught/
    https://www.media.mit.edu/projects/limitations-of-and-approaches-to-augmenting-the-human-body-in-space/overview/

  7. Danke für Thema 2,
    das hat mir meinen Tag gerettet und mich motiviert selbst ein bisschen zu recherchieren. Und ich hab dabei sogar ein paar Fragen für meine demnächst anstehende Prüfung (Theoretische Informatik) beantworten können 😀

    zB. ob es Probleme gibt, wo es „einfach“ ist einen Lösungskandidat in Probleminstanzen positiv (NP) und negativ (coNP) zu überprüfen, aber nicht „einfach“ ist die Probleminstanzen zu lösen (P)?

    Und nach aktuellem Kentnisstand/Vertraunswürdigkeit meiner Quellen könnte es die Primfaktorzerlegung sein. Primfaktorzerlegung ist in NP und in coNP, was allerdings noch nicht bekannt ist ob es in P ist. (aber geglaubt wird, dass es nicht in P ist, da noch kein „schneller“ Algorithmus für Primfaktorzerlegung veröfentlicht wurde für „Nicht-Quanten-Computer“). Deshalb auch „nur“ eine Antwort im Konjunktiv. Die Anwort hängt halt auch mit P vs NP zuammen.

    Anyway, tolles Thema! Macht weiter so!
    Grüße Benji 😀

  8. Hi, wie immer Danke für den Input aus den Welten der Wissenschafft für einen unakademischen Zuhörer.

    zum Thema Content-Filter:
    Ein mir bekanntes Beispiel ist Tilo Jung. Er stellt die Bundespressekonferenz online. Daraus bedienen sich dann Fernsehsender, wie die öffentlichen ARD und ZDF. Nun wurde damals sein Video, eigentl. Quelle des Beitrages gesperrt, da sein Material in den Nachrichten benutzt wurde und diese es geclaimed haben. Realer Irrsin. Hat sich aber immer zu seinen Gunsten geklärt.

    Zum Mars:
    Mittlereweile Ton, Video der Landung und Panoramabild in Farbe. Ich bin begeistert und stelle es in Kerbal Space Program nach.

    hf

  9. Zum Katzen-Content: Zumindest auf dem Land werden Freigänger auch regelmäßig > 10 Jahre alt – ich würde aber vermuten, das der Schnitt durch unerfahrene / junge Tiere gedrückt wird.

    Lustig ist allerdings die Erwartung, das Katzen nur *kleine* Nagetiere und Vögel reinbringen… da können auch schon mal Kaninchen, Tauben und (so wurde überliefert) auch mal ne Krähe dabei sein. Wird auch alles durch die Katzenklappe reingetragen. Einmal war auch eine Fledermaus dabei…
    Wenn man also an diesem Jagdtrieb durch Futter was machen kann, wäre das schon eine gute Sache.

  10. Hallo, eine schöne Folge mal wieder.
    Zum Thema Fahrradreisen und Gastfreundschaft:
    Ich habe vor 2 1/2 Jahren eine Fahrradtour durch den Schwarzwald gemacht und dabei hatte ich eben auch so ein Erlebnis. Ich hatte in einer etwas abgelegenen Wirtschaft etwas gegessen und ein Bierchen getrunken und kam dann etwas mit der Kellnerin ins Gespräch. Da ein Gewitter aufzog durfte ich dann einerseits nach Feierabend dann noch etwas länger in der Gaststube bleiben und als die Kellnerin und der Wirt dann gingen hinter dem Haus auf einer Bank unter dem Dachvorsprung übernachten, also so ein bisschen, natürlich vielleicht nicht so extrem, gibt es so etwas wie Hilfsbereitschaft auch in Deutschland.

    Zum Thema Kryptographie in Zeiten von Quantencomputern: Es gibt durchaus Verschlüsselungsalgorithmen, die auch auf normalen Computern funktionieren, die auch mit Quantencomputern nicht so leicht zu knacken sind. Ein Freund von mir hat dazu mal einen Vortrag gehalten: https://media.ccc.de/v/gpn19-93-post-quantum-sicherheit-stand-der-dinge

    Zum Thema Katzen als Freigänger: Aus meiner Erfahrung (und die muss natürlich nicht repräsentativ sein) ist die häufigste Todesursache von Freigängerkatzen der Autoverkehr.

  11. Wenn bei der Marslandung der Status aufgekommen wäre, dass der Fallschirm „gezündet“ hätte, wäre das eher nicht so gut. Mal davon abgesehen, hatte das Kontrollzentrum in der Phase nur „tones“ vom landenden Rover, der hat also über verschiedene Frequenzen signalisiert, wie der Gesamtstatus so ist. Zusätzlich haben sie noch über Doppler-Messungen die größeren Geschwindigkeitsveränderungen mitbekommen, aber für genaue Telemetrie war die Bandbreite (Mars-Erde direkt) dann doch zu wenig. Und dann kam da noch dazu, dass bummelig 2 Minuten vor der Landung der Rover keine Sichtverbindung mehr zur Erde hatte. Aber eine gewisse NASA hatte da freundlicherweise einen Satelliten (eigentlich sogar zwei: MRO, Maven) bereitgestellt, der einerseits den Rover hören konnte und das andererseits der Erde mitteilen.

    Die eigentliche Landung war übrigens auch nicht der Zeitpunkt, als das Gejubel anfing, sondern die Ansage „Tango Delta“ (NATO-Alphabet: T D) war der Zeitpunkt, als der Rover Boden unter den Rädern hatte. Die erste von mehreren Checks war dann kurz danach mit „nominal“ auch geschafft. Wer sich also über den kurz nach „Tango Delta“ applaudierenden Menschen belustigt, liegt nicht ganz richtig.

  12. Das Hirn ist schon was Tolles. Ich hab die Diskussion um den Wiesendanger nicht mitbekommen, dementsprechend hat mein Kopf versucht, das Wort in der Kapitelliste zu interpretieren. Erst als Denglish: Wiesen-Danger (Gefahren auf dem Oktoberfest?), dann als Wiesend-Anger (kleine Grasfläche für große Rindviecher mit Rechtschreibschwäche?).
    Au Weia!
    Gruss, Hubertus

  13. Das Video vom Experiment (ich muss zugeben, beim hören hab ich gar nichts kapiert) ist unfassbar faszinierend. Und bei der Erklärung habe ich im Wortsinne die Augen aufgerissen.

    Gleichzeitig spricht es aber auch meinen inneren 12jährigen an, weil der gute Mann in jedem zweiten Satz „sheet“ oder „sheet of paper“ sagt und es sich in meinen ignoranten Ohren jedesmal nach „shit“ anhört. „Then I take this shit and …“

  14. Kein wissenschaftlicher Bezug sondern zu den Katzengeschenken:
    Ich hab selber keine Katze mir hat aber mal eine Katze ne Maus auf dem Balkon hinterlassen. Ich war erstaunt wie sehr so ein kleines Tier stinken kann wenn man vom Urlaub zurück kommt und es einige Tage zur vollen Duftentwicklung nutzen konnte 😀

  15. zu der frage, wie man mit strahlung in der Raumfahrt umgeht, gibt es eine ziemlich spannende Idee. Bei Tschernobyl hat sich nämlich ein Pilz entwickelt, der einen ähnlichen Prozess zur Energieumwandlung betreibt, wie man es von der Photosynthese her kennt. Allerdings macht er das nicht mit dem Sonnenlicht, sondern benutzt dafür radioaktive Strahlung. Es gibt die Idee den in die Außenhülle von Raumkapseln einzuarbeiten. Und zwar lebend. Das hat den vorteil, dass man wenig davon braucht, also er kaum auf das Startgewicht Einfluss nimmt und er mit der Strahlenbelastung mitwachsen kann.

    https://www.youtube.com/watch?v=–HaBPjRCbE

  16. Hallo ihr beiden
    wie immer eine interessante und sehr unterhaltsame Sendung. Lieben Dank dafür.
    Allerdings eine kleine Verbesserung zu Thema 1
    die Pyramiden in Ägypten sind deutlich früher gebaut worden als der genannte Mammutbaum alt ist. Die Cheops-Pyramide (oder auch die große Pyramide genannt) in Gizeh ist ca 2600 vChr gebaut worden, also vor 4600 Jahren. Ändert aber nichts daran, dass Mammutbäume echt verdammt alt sind.
    lg Jenni

    • Guten Morgen
      Wenn man sich vorstellt,dass selbst Cleopatra auf Pyramiden geschaut hat, die um die 2000Jahre alt waren…
      Verrückt…

  17. ach und noch ne Frage: Wann startet eure Twitch Session mit den Fotos? Ihr hattet im Podcast glaube ich nur von Freitag gesprochen, also 26.2., aber keine Uhrzeit mitgeteilt. Oder ich habs überhört.

  18. Also, ich weiß nicht, ob das mehr als bloß inhaltlich an dem Thema liegt, aber beim Zeitkristall habe ich irgendwie ein Deja-vu. Kann es sein, dass Ihr das schon mal hattet?
    Inklusive Wilczek und so?

  19. Zum Thema 1:
    Die Autoren haben hier aus den Untersuchungen fossiler Bäume festgestellt, dass vor rund 42000 Jahren das Erdmagnetfeld geschwächelt hat, wodurch mehr geladene Teilchen auf die obere Atmosphäre aufgetroffen sind, was zu einem Anstieg des C-14-Anteils in der Atmosphäre geführt hat.

    Diese Arbeit sollte doch nun auch Auswirkungen auf die Altersbestimmung mittels der Radiokarbon-Methode haben. Oder anders formuliert: Würde dies nicht bedeuten, dass fossiles organisches Material, welches aus der Zeit von vor 42000 Jahren stammt, dann bislang falsch datiert wurde, d.h. fälschlicherweise jünger datiert wurde, als es tatsächlich ist?

  20. Zu Katzen Lebensdauer habe ich auf die schnelle das gefunden:
    „Straßenkatzen erreichen gerade einmal ein Durchschnittsalter von 4 – 5 Jahren. Deutlich besser sieht es bei Freigängern aus, die geimpft sind und für die gesorgt wird. Hier liegt der Durchschnitt bei 10 – 12 Jahren. Die größte Lebenserwartung haben jedoch Wohnungskatzen. Bei optimaler Haltung können sie mit einem Alter von 15 Jahren rechnen. “
    Quelle:https://www.mera-petfood.com/de/katze/ratgeber/wissenswertes/katzenalter/#:~:text=Stra%C3%9Fenkatzen%20erreichen%20gerade%20einmal%20ein,gr%C3%B6%C3%9Fte%20Lebenserwartung%20haben%20jedoch%20Wohnungskatzen.

    P.S. Unsere Freigängerin wurde ca 23

  21. Einige Ergänzungen zum Themenblock „Quantencomputer“ (mit „Kryptographie“ meine ich im folgenden „kryptographische Verfahren“ im Allgemeinen, also quasi eine Obermenge von „Verschlüsselung“):

    a) NAND ist nicht das einzige Gatter, mit dem sich alle anderen Gatter nachbilden lassen, sondern das ist ebenfalls mit NOR möglich.

    b) Mit dem Shor-Algorithmus kann man nicht jegliche heute verwendete Verschlüsselung angreifen, sondern nur bestimmte asymmetrische Verfahren (z.B. RSA oder Diffie-Hellman), die in der Praxis vor allem für die Usecases „digitale Signaturen“ und „Schlüsselaustausch über einen unsicheren Kanal“ verwendet werden.

    Dagegen lassen sich symmetrische Verschlüsselung (z.B. AES) und kryptographische Hashverfahren (z.B. SHA256) mit dem von euch erwähnten Grover-Algorithmus angreifen, allerdings sind dort die Auswirkungen viel weniger schlimm. Der Grund dafür ist, da sich dort das Sicherheitsniveau durch den Quantencomputer-Angriff nur auf die halbe Schlüssellänge bzw. halbe Hashlänge reduziert. Das bedeutet ganz grob vereinfacht: In einer Welt mit Quantencomputern wäre AES-256 oder SHA512 ungefähr vergleichbar sicher wie AES-128 oder SHA256 in einer Welt ohne Quantencomputer. Zur Einordnung: Die Grenze für realistische Angriffe auf symmetrische Verschlüsselung liegt heute eher im Bereich 80-90 Bit Schlüssellänge (und selbst dann braucht man noch Supercomputer für den Angriff). Bei kryptographischen Hashverfahren muss wegen des sog. „Geburtstagsparadoxons“ die Hashlänge doppelt so lang sein wie die Schlüssellänge bei symmetrischen Verschlüsselungsverfahren, um ein vergleichbares Sicherheitsniveau zu erreichen („Sicherheitsniveau“ im Sinne von „Größenordnung der Anzahl an Rechenschritten die nötig sind für einen Brute-Force-Angriff“).

    Das Problem: Bei den asymmetrischen Verfahren, die man mit dem Shor-Algorithmus angreifen kann, reduziert sich das Sicherheitsniveau durch den Angriff nicht auf „die Hälfte“, sondern es fällt wirklich auf Null (vorrausgesetzt, man schafft es, hinreichend komplexe Quantencomputer zu bauen – und diese müssten dann nach heutigem Stand der Technik mehrere Zehntausend Qubits haben – davon sind wir heute noch sehr weit entfernt).

    c) Die gute Nachricht: Man braucht zur „Verteidigung“, d.h. für kryptographische Verfahren, die Angriffen mit Quantencomputern widerstehen, selber *keine* Quantencomputer. Die Forschung, die solche „quantencomputersicheren“ Verfahren entwickelt, läuft unter dem Schlagwort „Post-Quanten-Kryptographie“, dagegen gelten „Quantenverschlüsselung“ oder „Quantenkryptographie“ in der Kryptologencommunity eher als starke Indizien für Bullshit bzw. als unseriöse Buzzwords, mit denen manche Leute versuchen, nicht fachkundigen politischen Entscheidern Fördergelder aus den Rippen zu leiern.

    Es gibt durchaus auch heute schon nutzbare Implementierungen von Post-Quanten-Kryptographie – beispielsweise unterstützt OpenSSH schon seit einigen Jahren das Schlüsselaustauschverfahren „sntrup4591761x25519-sha512“ („sntrup4591761“ ist dabei der Post-Quanten-Teil), oder das Verfahren „XMSS“ für digitale Signaturen. Dabei gilt für XMSS allerdings eine Einschränkungen: Dieses Verfahren lässt sich nach heutigem Wissensstand zwar durchaus „sicher“ einsetzen, allerdings müssten sich dazu die Nutzer umgewöhnen, und ihre XMSS-Keys anders benutzen, als sie bislang ihre auf konventionellen Verfahren basierenden SSH-Keys verwenden. Konkret: Der Private Key eines XMSS-Schlüsselpaars ändert sich nach jeder Verwendung, und „den Private Key mehrfach im selben Zustand benutzen“ hebelt die Sicherheit des Verfahrens aus. Genau das würde aber passieren, wenn die Nutzer, so wie heute weit verbreitet, nur einen SSH-Key haben, dessen Private Key sie auf alle ihre eigene (SSH-Client-)Rechner kopieren, anstatt dass sie für jeden Account und Rechner, auf dem sie nen SSH-Client benutzen, ein eigenes Schlüsselpaar erzeugen.

    Wer einen genaueren Überblick über die Auswirkungen von Quantencomputern auf die Sicherheit von Kryptographie (nicht nur Verschlüsselung) haben möchte, dem kann ich folgendes Paper empfehlen:
    https://arxiv.org/pdf/1804.00200.pdf

    Als Kryptographie-Nerd bin ich hocherfreut darüber, dass ihr ein so abstraktes und „trockenes“ Thema wie Kryptographie in die Sendung gehoben habt – vielen Dank dafür! 🙂

  22. Moin Nicolas,
    zu Deinen Überlegungen der Katzenernährung möchte ich anmerken, dass Katzen nun mal Raubtiere sind und eine proteinreiche, also sehr fleischreiche Ernährung. durchaus tiergerecht ist. Meine Frau (Tierärztin) beklagt sich regelmäßig darüber, dass manche Menschen ihre Katzen am liebsten zu Vegetariern machen wollen, das sei definitiv nicht gesund oder mindestens ähnlich aufwändig wie eine gesunde vegane Ernährung bei Menschen. Die Katzenfutterhersteller mischen gerne pflanzliches aus Kostengründen drunter. Hier muss man also aufpassen. Außerdem stellt sich bei der Studie für mich eine ganz andere Frage: Wenn die Katze weniger bringt, frisst sie ihre Beute vielleicht? Unsere Katzen bringen eigentlich höchstens Maulwürfe, da die anscheinend nicht schmecken, denn man sieht sie viel und erfolgreich Jagen. Sie sind aber auch Hofkatzen mit Stubengang.

  23. Guten Morgen,
    habe gerade mal die Seite vom Schwurbel der Woche durchgearbeitet – traumhaft! Besonders interessant finde ich, daß beim Quanten-Energie-Stein von „Schauberger Wasserwirbeln“ geschrieben wird. Ob das derselbe Schauberger ist, der damals für die Reichsflugscheiben die Repulsine entwickelt hat?
    Dies würde ja für die Seeriosität der Produkte sprechen ;-)))))))

    Danke – der Schwurbel der Woche ist für mich das Highlight von euch beiden!

    PS: Auch bei ebay gibt es ja ’ne Menge Anbieter esoterischen Unfugs – habe mir da allerdings erklären lassen müssen, daß Tachyonprodukte NICHT gegen mein Loch in der Aura helfen……

  24. Hallo,
    zum Thema Gentechnik:
    IMHO ist der Gleichstellung von „natürlicher“ Gentechnik durch zufällige Veränderung von DNA durch z.B. Strahlung mit Werkzeugen wie Crisper nicht richtig. Was mit Crisper möglich ist, z.B. das komplette herausnehmen, bzw. ersetzen von ganzen Sequenzen, würde in der Natur auch in ner Milliarde Jahre vermutlich nicht vorkommen.
    Wir sagen ja auch nicht, Atombomben sind schon ok, die Natur strahlt ja auch.
    Ich persönlich bin nicht generell gegen Werkzeuge wie Crisper, aber Menschen, die da skeptisch sind, als Argument die Evolution entgegenzuhalten, finde ich falsch.

    • Es geht ja nicht um natürlich im sinne von evolution oder natürlicher Mutation durch strahlung sondern darum, dass nachkommen die zb durch atomic gardening erzeugt wurden nicht als genanipuliert gelten…

  25. In geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen muss man meistens auch schon im ersten Semester Gruppenreferate halten. Das heißt, man kennt spätestens in der zweiten Semesterwoche genug Leute, mit denen man sich zu Lerngruppen zusammentun kann. Benotete Referate haben auch den Vorteil, dass die sich leichter digital abbilden lassen als Klausuren.

  26. Einerseits habt ihr natürlich recht, dass heutige Computer zwar im Fundament im Prinzip auf denselben Grundbausteinen basieren, wie die „Urcomputer“. Aber wenn man sich mal so einen heutigen Prozessor anschaut, ist das aus meiner Sicht nur die halbe Wahrheit. Da steckt schon extrem viel Magie hinter (die dann auch schon mal zu tollen Problemen wie https://de.wikipedia.org/wiki/Spectre_(Sicherheitsl%C3%BCcke) vor einigen Jahren führt). Insofern tue ich mich da etwas schwer.

  27. Zum Katzen-Content:
    Als Plan B vielleicht nur „Freigang“ in Form von beleintem gassi gehen, wenn Morty schon gut Freund mit dem Halsband geworden ist.
    Wär auch nicht der erste, sonst reine, Stubentiger der an der Leine mit Herrchen unterwegs ist.

  28. Ich habe da eine Frage – oder vielleicht einen Denkanstoß – zum Thema Gruppenarbeit in EduScrum. Nämlich: Wie starte ich eigentlich so eine Gruppe?

    Ich stelle mir mal vor, Reinhard hat gerade mich und vier andere in eine Gruppe gelost und uns ein Arbeitsblatt hingelegt. Was mache ich jetzt? Erstmal mich vorstellen, dann eine Aufgabe vorlesen und die anderen nach ihrer Meinung fragen?
    Aber damit mache ich mich selbst zum Moderator. Sind die anderen da eigentlich mit einverstanden?
    Außerdem: Was wenn ich die Aufgabe vorlese, und dann starren alle an und keiner sagt was? z.B. weil sich keiner blamieren will? Ich könnte die Aufgabe vorlesen und meinen Lösungsansatz erklären. Solange, bis ich nicht mehr weiter komme? Da kommt entweder raus, dass ich mich blamiere, oder das die Gruppe fleißig mitschreibt und am Ende alle sagen: „Es war so gut, dass wir den Alex hatten, der konnte das alles.“.
    Da ist es doch sicherer, nichts zu sagen und zu warten, bis jemand anderes die Initiative übernimmt.
    Obwohl ich selbst im Studium teil solcher Lerngruppen war, kann ich gerade nicht sagen, wie ich so ein Meeting beginnen würde. Oder erklären, welche Kommunikationsstrukturen es damals in unserer Gruppe gab.

    Wenn alle in der Gruppe so unsicher sind, sitzen wir da und schweigen uns an. Der Ansatz „Wir lösen das erstmal jeder für uns“ stellt sicher das sich keiner vor der Gruppe aus Fremden blamiert und das sich keiner zum Moderator ernennen muss. Ich vermute, so etwas passiert in Gruppen in denen (a) keiner weiß, wie man so eine Zusammenarbeit organisiert und (b) kein extrovertierter Mensch, der die Moderation an sich reißt, da ist.
    Wenn ich heute im Beruf solche Meetings habe, bin meistens ich derjenige, der die Moderation übernimmt. Und jedes Mal frage ich mich, ob die Kollegen das eigentlich in Ordnung finden. Ich tue es trotzdem, weil ich weiß, dass das Meeting sinnlos ist, wenn es keiner tut.

    Vielleicht brauchen Studenten in einem EduScrum-Modell dazu Hilfestellungen? Z.b. indem zumindest beim ersten Mal ein Ablauf vorgegeben wird und ein Moderator gelost wird? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es da Forschung zu gibt. Z.b. aus der Softwareentwicklung – wo SCRUM ja her kommt – zu der Frage, was eigentlich ein gutes Team ausmacht. Aus der Didaktik zum Thema, wie man Gruppenarbeit richtig macht oder aus der Psychologie was zu effektiver Kooperation? Kennt irgendjemand da was?

    • In dem Thema ging es zwar auch um Zeitkristalle, aber nicht darum, dass es jetzt gelungen ist einen tatsächlich zu Filmen.

  29. Zum Thema Quanten Computing: in BW gibt es gerade ein Forschungsprojekt im Bereich Quanten und Diamanten zur techn. Umsetzung: https://www.iaf.fraunhofer.de/de/forscher/quantensysteme/quantencomputing/qc-4-bw.html Vielleicht sind die Forschungsergebnisse / Deliverables auch für euch interessant.

    Und zum Thema Schokoküsse in Reinis Umgebung: https://www.trauth-herxheim.de/ Die sind mit Abstand die Besten und beliefern mWn sogar das Kanzleramt

  30. Cool alta yes yo hopsi dopsi! Hab grade Pause gedrückt, beim mitbasteln 😀 das gefällt mir! Weiß noch nicht wie’s ausgeht. Wenn ich den Anfang richtig verstanden habe, eine kleine Vereinfachung:
    Papier halbierend falten längs;
    Papier halbierend falten quer;
    Vereinfachung:
    *jetzt* eine Seite des Quadrats einzeichnen
    (Geht auch mit einem Lineal 😉 : von der jetzigen Ecke, die eigentlich die Mitte des Papierbogens ist √(5*5/2) cm also ca 3,5 in beide Richtungen messen und die Punkte verbinden);
    ein Schnitt an dieser Linie;
    Quadrat-ausschnibbel fertig.

    Ich hör mal weiter. Alles eh falsch verstanden vielleicht. Aber jetzt komm ich mir ganz kurz so klug vor! 🙂

  31. Hallo Ihr beiden,
    ich bin gerade beim Blättern durch eine Zeitschrift auf folgende recht unterhaltsame Schwurbelseite gestoßen: http://www.erdstrahlenhilfe.com/
    Um ehrlich zu sein, war mir nicht bewusst, dass wir in einer so gefährlichen Umgebung leben.
    Hier mal ein kleiner Teaser: „Global-Gitter: Diese Form der Erdstrahlung ist genauso wie das Curry-Gitter intuitiv schwerer fassbar als die oben beschriebenen Einflüsse von Wasser und Gestein. Elektromagnetische kosmische Strahlung (u.a. von der Sonne) trifft permanent auf die Erde und wird vom Erdmagnetfeld fokussiert und polarisiert. Durch Interferenzen und Resonanzen bilden sich stehende, hochfrequente Wellen, die die gesamte Erde umspannen. Die Strahlungsmaxima dieser Wellen lassen sich messen (muten). Der Arzt Dr. E. Hartmann hat dies das 1. Mal im Jahre 1951 getan und ein Netz von Reizstreifen entdeckt. Die Reizstreifen sind ca. 20 cm breit und bedecken die Erde in einem Gitter von 2,0m (Nord-Süd) x 2,5m (Ost-West). Die Kreuzungspunkte des Gitters sind besonders gefährlich. Dieses Gitter nennen wir heute Globalgitter.“
    Zum Glück gibt es jetzt endlich nach fast 1 Mio. Jahre menschlicher Evolution Abhilfe durch eine unglaubliche Innovation… die drei (!!) Tester (zwei Heilpraktiker und ein Baubiologe) wissen offenbar ganz genau, worüber sie da sprechen.
    Ich bin schockiert und amüsiert zugleich… immerhin ist das Gerät mit 169 Euro ein echter Schnapper. Und der Slogan „Keine Esoterik. Sondern Pure Physik!“ verspricht natürlich Qualität.
    Ich danke Euch für alle Eure Folgen (Podcast und Stream) und hoffe, dass ich Euch nach dieser Wahnsinnspandemie dann endlich auch mal „in echt“ zuprosten kann.
    So long…
    Grüße aus Bierfranken,
    Florian

  32. Hallo ihr zwei,

    weil Niklas immer hofft, dass die NASA (Reste von) Leben auf dem Mars findet: Vom „Großen Filter“ habt ihr aber schon mal gehört, oder? ^^

    „The main counter-intuitive conclusion of this observation is that the easier it was for life to evolve to our stage, the bleaker our future chances probably are.“
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Great_Filter

    Harald Lesch erklärt’s hier https://youtu.be/YFBVIr0E_5Y

    VG,
    Robert

  33. Hier ein Tipp, falls euch mal die Schwurbel der Woche ausgehen: https://lumina-balance.de
    Bei der „ganzheitlichen Naturfriseurin“ könnt ihr einen „energetischen Haarschnitt“ bekommen. Außerdem gibt’s noch „Ethno Health“, einen Klangraum, ein „Date mit deiner Seele“ und ACCESS COUNSCIESNESS®.

  34. Jetzt ist es passiert: Ich höre euch seit Juli 2021, weil mich zunächst das eine oder andere Thema interessiert hat. Ich habe jetzt in knapp 8 Monaten alle 185 Folgen nachgehört (und z. T. gesehen), einige der Twitch-Folgen konsumiert und auch Reinis Auftritt bei CRE genossen. Und jetzt muss ich tatsächlich warten, bis eine neue Folge rauskommt. :-0
    Mal sehen … vielleicht spare ich mir jetzt die 1,5fache Geschwindigkeit und das Skippen der Musik 🙂
    Macht weiter so – Spende folgt

  35. Zu den Freigängerkatzen…
    wir hatten mehrere Katzen, die alle Freigägnger waren. Die meisten wurden älter als 5 Jahre, mindestens 10 würde ich schätzen. Wenn die Katzen früher gestorben sind, wurden die entweder überfahren oder vergiftet. Also da lag eindeutig Fremdverschulden 😉 vor.
    Der letzte Kater wurde sogar 18 Jahre, hier achteten meine Eltern darauf, dass er vor allem im Winter nicht nachts draußen blieb.
    Und was die Präsente angeht: wenn die Katzen regelmäßig gefüttert werden, hält sich das in Grenzen. Ab und zu liegt aber schon mal ein „Geschenk“ vor der Tür. Dann solltest du das Lob nicht vergessen 🙂

  36. Hallo,

    eigentlich mag ich euren Podcast. Denn ich finde es prinzipiell gut, dass ihr euch mit Themen befasst, die euch interessieren, von denen ihr aber keine Ahnung habt.
    Vernünftig recherchiert, sind diese Themen für eure Hörer auf jeden Fall eine Bereicherung. Vernünftig recherchieren kann man Themen aber nur, wenn man sie auch versteht. Und ich meine damit nicht bis ins letzte physikalische Detail.
    Aber solche vergleichsweise leicht zu verstehenden Dinge wie z.B. Polarlichter komplett falsch zu erklären, ist leider kein Einzelfall eures Podcasts.
    Ohne mit der Wimper zu zucken erklärt ihr den Zuhörern, dass durch den Zusammenbruch des Erdmagnetfelds Polarlichter auch in Äquator-Regionen zu sehen sind. Und das ganze garniert mit dem Kommentar, dass daher wohl auch der menschliche Glaube an die Götter käme.
    Vom Entertainment-Faktor her ist euer Podcast topp. Aber allen wissenschaftlichen Informationen muss man leider mit extremer Skepsis entgegen treten. Schade.

    • Hallo Werkstatt Kreuzberg,
      wenn uns bei der Erklärung zu Polarlichtern ein Fehler unterlaufen ist, dann korrigiere diesen doch bitte und erkläre wie es richtig ist. In so einem Fall hätten alle was von dem Kommentar.

      Lieben Gruß
      Reinhard

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