Minkorrekt Folge 152 “Wärmflaschenzeit”

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Ihr wollt ein kleines Geschenk mit dem ihr Leuten eine Freude macht und noch etwas lernen könnt? Oder ihr wollt einfach nur fckafdler mit Fachliteratur bewerfen? Dann schaut euch doch mal “Kleine Gase große Wirkung” an.

Das Video zum Raumanzug von Neil Armstrong findet ihr hier.

Thema 1:Kohlenstoffkonto” – Wie viel Kohlenstoff gibt es eigentlich auf der Erde und wieviel davon nimmt an der Beeinflussung unseres Klimas bei? Sagen wir mal so, kleine Änderungen können eine große Wirkung haben.

Thema 2:Lösungsorientiert…du Arsch!” – Man kann an der Art wie wir mit unserem Partner streiten sehen ob wir eine lange glückliche oder eine noch recht frische Beziehung führen.

Experiment der Woche:Eiswasser“ – Ein Klimaleugner hat letztens ein eindrucksvolles Experiment mit Eiswürfeln und einem Wasserglas veranstaltet….wir schauen uns das mal etwas genauer an.

Chinagadget der Woche: Bart Aufgang-Matte

Musik:Greta Thunberg speech EDM Remix – Bombs Away vs Tankyu (HOW DARE YOU)” schuld ist Nicolas

Thema 3:Siliziumwärmflaschen” – Für die erneuerbaren Energien brauchen wir Speicher um zeitlich vom Wetter unabhängig zu sein. Wie wäre es denn hier mal mit Silizium? Wir bräuchten nur eine gute Isolierung.

Thema 4:Zeit für eine neue Uhr“ – Atomuhren sind die genausten Uhren die wir haben. Vielleicht wird es aber bald noch etwas genauer wenn wir es schaffen eine Atomkernuhr zu bauen!

Schwurbel der Woche: Homöopathie zum aufmalen (von ganz vielen vorgeschlagen)

Tourtermine: Feiert mit uns die Wissenschaft live! Unser Tourplan ist vollständig und es sind noch einige Termine dazu gekommen.

Rausschmeißer:Thunberg Death metal” schuld ist Florian

Vielen Dank für euere Unterstützung! Support your Podcast! 🙂

(bei allen Links zu Amazon handelt es sich um Affiliate-Links)

Intro war: Genschers Balkonrede

92 Gedanken zu „Minkorrekt Folge 152 “Wärmflaschenzeit”

  1. Klimawandeldiskusion:
    Eigentlich ist doch nur folgendes relevant: der Mensch hat nach unserer Datenlage einen Anteil am Klimawandel. Dass es mögliche natürliche/andere ist Schwankungen gibt oder gab, ist kein Argument; es geht um den Anteil der Menschheit. Und der wirkt ein Vielfaches schneller als bisher dagewesenes. Und das sind Sachen die Du, Nikolas, ja genauso raushämmern kannst, wie Dein Gegenüber mit den Nasadaten.
    Sehr anschaulich (ja, ich zitier mitunter aus Comics) : https://xkcd.com/1732/
    Ebenso wahr ist: bisherige Klimaschwankungen hatten immer irgendwo Dürren, Hungersnöte und Artensterben zur Folge. Wer das riskiert, geht eben den Weg der Mammuts.
    Nur Mut! Mehr faktenbasierte Polemik, wenn ich bitten darf! Zum Schwurbel findet Ihr ja auch starke Worte.

  2. Zum Thema: Skeptiker überzeugen, aber wie?

    Hallo Ihr,
    Skeptiker kommen öfter mal mit dem Argument, “Ja, aber bewiesen ist dies oder jenes ja nicht ganz,… seid Ihr Euch da 100% sicher?…” usw.

    Diesen Argumenten kann man sich manchmal relativ leicht zur Wehr setzen, mit einer Art paradoxer Intervention: Beispiel gefällig?

    Haltet den Skeptikern einfach sofort einen Stift, Schlüssel o.ä. vor ihrer Nase in die Höhe und fragt: “Was denkst Du, wird passieren, wenn ich loslasse?”
    Wenn als Antwort kommt, “Na, es wird herunterfallen” habt ihr die Skeptiker bei den Eiern. 😉
    Gegenantwort Eurerseits: “Bist Du Dir sicher? Schwerkraft ist nur ein theoretisches Konzept, nicht bewiesen, vielleicht fallen ja alle Dinge bei einem bestimmten Luftdruck Dienstag Mittags evtl. doch nach oben? Woher willst Du das wissen? Genau so argumentiertst Du in den Augen von Menschen die Wissenschaft oder Chemie oder Physik mögen, wenn Du behauptest Wasser könnte ja vielleicht doch Informationen speichern….” usw. usf.

    Ihr könnt das sicherlich besser ausformulieren und rüberbringen.
    Ansonsten weiter so, macht Spaß Euch zu zu hören.

    Viele Grüße

    Tom

  3. Vielen Dank für den tollen Podcast, ihr habt da seit langer Zeit etwas sehr gutes am laufen. Mir gefallen auch die neuerdings aufwendig produzierten Videos sehr gut.

    Ich habe (hoffentlich konstruktives) Feedback zur Kategorie “Schwurbel der Woche”:

    – Ihr wiederholt euch: Des Content ist sehr repetitiv und vorhersehbar. Fast immer dabei sind zum Beispiel: “Mein Gott!” “Das kauft doch niemand, oder?” “Oooochhhh…” “Alter, ist das kaputt.” “Warum?”

    – Low effort: In den ersten Podcastepisoden mit “Schwurbel der Woche” habt ihr die Leute noch angeschrieben, Antworten und Gesprächsverläufe vorgelesen und zusammengefasst, seid in den Dialog gegangen. Inzwischen macht ihr euch nur noch über die Produkte lustig. Das ist für mich kein Mehrwert.

    – Preaching to the converted: Mir kommt es so vor, als würdet ihr hier ein Thema bedienen, dass in eurer Bubble automatisch Zuspruch findet. Niemand wird überzeugt. In dieser Hinsicht seid ihr in der gleichen Situation wie ein Homeopath auf dem Esoterik Kongress oder wie der Rechte beim AFD Stammtisch. Man redet über “die anderen” und grenzt sich ab, aber ein Dialog findet nicht stat.

    Deswegen habe ich das Gefühl, dass ihr hier den Konflikt nicht voranbringt. Würdet ihr Leute aus der Schwurbelszene interviewen, ihnen Briefe schreiben oder Firmen/Organisationen/Menschen darauf aufmerksam machen, dass sie ihren Namen für eine schlechte Sache hergeben – das fände ich gewinnbringend und würde mir das auch gerne im Podcast anhören.

  4. @Reinhard: Bezüglich pendeln mit der Bahn im VRN-Gebiet könnte sich der sogenannte eTarif lohnen. Da checkt man sich zu Beginn der Fahrt in der App ein und am Ende wieder aus. Die Kosten berechnen sich dann nach der Luftlinien-Entfernung. Bei einer Einzelfahrt kann das schon etwas günstiger sein. Der große Vorteil ist aber, dass es bei den Kosten ein Monatslimit von 90,- € gibt. Mehr wird nicht abgebucht, auch wenn man mehr fährt. Hat sich bei mir auch in der Übergangszeit zum JobTicket mehr als ausgezahlt. Leider ist die App teils etwas buggy, aber ansonsten echt nützlich.

    https://www.vrn.de/tickets/ticketuebersicht/etarif/index.html

    • Ah das mit dem Kostenlimit hatte ich nicht verstanden. Ich dachte das wäre der maximal nutzbare Betrag 😀
      Danke für den Tipp
      Reinhard

    • Ohja, dieser Geografische Fauxpas ist mir auch direkt aufgefallen. Ich muss aber zugeben, dass ich ohne Wehrdienst (Oberpfalz) und Studium (Kurpfalz) und ehemaliger Wohnort der heutigen Ehefrau (Vorderpfalz) die Unterschiede auch nicht gekannt hätte. Insofern beneide ich Reinhard, da es uns leider nicht vergönnt war, uns eine Kiesauffahrt (vgl. Resturlaub) in der Pfalz zuzulegen.
      Aber im Rheinland zu wohnen hat seine Vorteile – So darf ich wenigstens morgen zur ersten methodisch inkorrekten Intim-Show. Vielleicht ist die Show in Leverkusen nicht so gut besucht, weil Chemiker nicht so gut mit Physikern können… Nötig hats die Region jedenfalls: https://www.natuerlichlebenkoeln.de/

  5. Kleine Klugscheisserei: Die Oberpfalz ist ein bayerischer Regierungsbezirk und hat mit der Region Pfalz, in der Reinhard zuhause ist, nichts zu tun. Vorderpfalz, Südpfalz und Westpfalz schon, sie sind Teile der Pfalz. Die Kurpfalz, in der Reinhard jetzt arbeitet, dagegen nicht, sie grenzt nur an die Pfalz. Ganz schön verwirrend, ich weiß.

    • danke für die Richtigstellung. Dass die beiden es mit Geografie nicht so wirklich haben, das weiß man ja.
      Dass die Oberpfalz vom Neupfälzer Reinhard in die Pfalz verlegt wurde, tat schon ein bisschen weh…

      Grüße aus der Kurpfalz

      Stef

    • Jop das tut immer weh sowas zu hören (v. a. wenn man nur 10 km von dem besagten Weiden weg wohnt :P), dabei müssten Sie die Oberpfalz eigentlich von der DPG-Tagung kennen, Regensburg ist ja immerhin die Hauptstadt der Oberpfalz 😀

  6. Zu Diskussionen mit Schwurblern: nicht einschüchtern lassen, sondern gleich mal Fragen “Was ist die Quelle?”, und nicht nachgeben bis eine Primärquelle genannt wird.

  7. Das was ihr da bei Minute 33 so wortreich beschreibt (das Problem sich gegen Klimaleugnergeschwurbel zur Wehr zu setzen) hat einen Namen:

    Gish Gallop.

    Kommt ursprünglich aus der Evolutionsleugner / Kreationisten-Ecke.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gish-Galopp

    Das einzige was wirklich ein wenig hilft ist die Argumente bereits kennen und im Vorfeld entkräften.

  8. Weil Nikolas sich so über Politik wundert: Politik wird an hand von Umfragen bestimmt, nicht von Demonstrationen. Und Umfragen werden auch 2019 noch gemacht indem
    * während der Arbeitszeit
    * Festnetznummern angerufen werden
    * “representativ ausgewählt wird” (wie auch immer das 2019 am Festnetz gehen soll)
    Spätestens an der Stelle sollte klar sein, warum Politik sich anders bewegt als unsereins die Tatsachen wahrnimmt. Oder habt ihr je Antwort gegeben, wenn das Telefon klingelte und jemand sagte “Darf ich ihnen ein paar Fragen stellen”?

    Bonus: Die mit Abstand größte Wählergruppe sind die >55jährigen

  9. Da das mit den Fahrradhelmen wieder aufkam (und ich hier kein Equipment für einen Audiokommentar zur Hand habe eben auf dem althergebrachten Weg), habe ich das mal zum Anlaß genommen, das jetzt mal konkreter anzuschauen, weil ich schon mal vor ein paar Jahren einen Bericht gelesen habe, deren Argumentation auf einer Statistik basierte, die für mich als Argument pro Helm keinen Sinn machte.

    Also neu nach “Fahrradhelm Unfallstatistik” gesucht und https://survivalmesserguide.de/fahrradhelm-unfallstatistik/ gefunden, bei der im Prinzip das gleiche gesagt wird und wo es genauso wenig Sinn macht:

    Zum einen wird der geringe Anteil an helmtragenden Radfahrern in Deutschland angeprangert:

    > Dort [in den Niederlanden] tragen über 90% der Radfahrer Helm, während dies in Deutschland nur 15% tun.

    Zwar wird keine Quelle genannt, die Zahl ist aber identisch mit der, die ich in Erinnerung habe. Als nächstes wird dann oft (hier sehr viel später) auf den hohen Anteil von Helmlosen unter den Verletzten und Toten hingewiesen:

    > Mehr als die Hälfte der tödlich verunglückten Radler trugen keinen Helm.

    In dem Satz ist ein Link, der zu eine Pressemitteilung führt, in der das Wort “Helm” nirgends vorkommt. In dem großen PDF mit der eigentlichen Statistik kommt es zweimal vor, jedes mal im Zusammenhang mit Motorrädern (aber das nur am Rande 😉

    Statistik is a bitch 😉 Dass mehr als die Hälfte der tödlich Verunglückten keinen Helm trugen ist nicht überraschend, wenn mehr als die Hälfte der Radfahrer keinen Helm trägt. Wenn der Helm völlig egal ist, müsste der Anteil von Helmträgern unter den Toten 15% betragen, dann wäre aber der Anteil der Helmlosen bei 85%, was vermutlich dann auch in obigem Text so geschrieben worden wäre und nicht einfach mit “mehr als die Hälfte”. Davon ausgehend scheinen also überportional mehr Helmträger tödlich zu verunglücken als helmlose.

    Das ist sogar dramatisch schlimmer, als das, was ich Damals[TM] gelesen habe. Da war die Argumentation, dass 85% helmlos unterwegs gewesen seien und die Quote der Helmträger unter den Toten bei 15% läge. Da kann man nicht mehr sagen, dass dich ein Helm eher tötet als rettet, mehr als “ein Helm bringt gar nichts” kommt da dann aber auch nicht bei heraus.

    • ich habs ja nicht so mit Statistik, möchte aber aber als sowohl-Reiter wie auch-Rennradfahrer anmerken, dass ich immer mit Helm unterwegs.
      Meine eigenen Pferde sind totenbrav, allerdings bin ich ich schon zweimal mitsamt dem Pferd unglücklich gestürzt, 1 x Schlüsselbeinbruch und Helm im Eimer, und 1 x Schultereckgelenkssprengung Tossy 3 und Helm zwar noch heil, aber sichtbare Dreckspuren, und wurde aufgrund des Aufschlags dann natürlich entsorgt.

      Der Sturzweg ist bei Rad und Pferd in etwa gleich, die von mir erlittenen Verletzungen sind auch klassische Radunfall-Verletzungen.

      Fallen kann man immer, sich ordentlich dabei weh kann man auch immer, wenn man aber eine zusätzliche Kopfverletzung vermeiden kann, dann sollte man das tun. Das dumme an ner Kopfverletzung kann sein, dass man danach eine Matschbirne hat, und die Angehörigen dürfen das dann ausbaden, was ich für einen deutlichen gravierenderen Schaden erachte als dass es tödlich endet.

      • > Der Sturzweg ist bei Rad und Pferd in etwa gleich

        Das war vielleicht im 19. Jahrhundert mit den Hochrädern so, aber ansonsten wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen. Auch sonst sind das zwei verschiedene Paar Socken. Wenn man stürzt, dürfte es sich auch etwas unterschiedlich anfühlen, wenn man unter einem Pferd zum Liegen kommt oder unter einem Fahrrad.

        > als sowohl-Reiter wie auch-Rennradfahrer

        Die Statistiken, um die es hier geht, sind Unfälle im Straßenverkehr, d.h. du bist auch noch thematisch vorbei, solange du nicht mit deinem Rennrad bzw. Pferd am regulären Straßenverkehr teilnimmst und zumindest hier in München sind die Straßen vom Zustand her für Rennräder eher ungeeignet.

    • Auch ich fühle mich genötigt, hier meinen Senf zu zu geben.
      Es mag ja sein, dass es den Effekt gibt, dass Helme die Risikobereitschaft erhöhen. Den Effekt, dass sie bei einem Sturz Schutz bieten, gibt es sicherlich auch.
      Die Frage ist die nach der Stärke des Effekts. Hier vermute ich, dass der Schutzeffekt größer ist als der Risikoeffekt. In Summe wäre es deshalb sinnvoll einen Helm zu tragen.
      Aus der reinen Existenz des Risikoeffekts abzuleiten, dass man keinen Helm tragen sollte, ist zu kurz gedacht.
      Meiner Meinung nach ist Helmtragen immer sinnvoll. So wie nichtrauchen. Wir können diskutieren, ob rauchen trotzdem ok ist. Zum Beispiel wegen Selbstbestimmung und Recht auch as uf Unvernunft. Den Gesundheitsschaden leugnen sollte dabei aber bitte niemand.

      • > Es mag ja sein, dass es den Effekt gibt, dass Helme die Risikobereitschaft erhöhen.

        Habe ich nicht behauptet und ich habe auch keine Vermutung angestellt, allein schon, weil in der von mir verlinkten Seite keine konkrete Zahl der Unfalltoten ohne Helm genannt wurde, sondern nur allgemein von “mehr als die Hälfte”. Die andere Statistik, die ich erwähnte aber leider nicht mehr finde, zeigte letztlich keinerlei Effekt beim Helm.

        > Hier vermute ich, dass der Schutzeffekt größer ist als der Risikoeffekt.

        Und hier zitiere ich mal einen anderen Diskussionsteilnehmer in diesem Thread “zeig mir die Zahlen” 😉

        Ich finde das schon sehr erstaunlich. Auf der einen Seite wird auf Homöopathie rumgehackt, weil die Protagonisten so konsequent an den Fakten vorbeischauen und mit “da, da, da, ich hör dich nicht”-Schreien versuchen, die Argumente auszublenden, hier in diesen Kommentaren findet man aber im Prinzip die ganz genau gleichen Argumentationslinien wie bei der Homöopathie:

        – Bei mir hat’s geholfen
        – Ich bin überzeugt, dass es eine Wirkung hat
        – etc.

        Ich würde gerne an den Schutzeffekt von Fahrradhelmen im Straßenverkehr glauben, hätte dafür aber halt mal gerne eine Statistik gesehen, die das belegt. Ich habe bisher halt keine gefunden.

        • Ich bin gegen die Helmpflicht. Trotzdem trage ich einen Helm. Subjektiv würde ich nach 3 Jahrzehnten Fahrraderfahrung behaupten, dass Fahrer mit und ohne Helm sich im Risikoverhalten nicht unterscheiden. Es wird im Dunkeln ohne Licht auf der falschen Seite gefahren, das Smartphone beim Fahren bedient, bei Rot durchgefahren und erwartet, dass alle anderen Hellsehen können und 360° Sichtfeld mit Röntgenblick beherrschen und Bremsen dekorative Elemente sind. So ein Verhalten nehme ich jeden Tag wahr. Manche dieser Subjekte tragen Helme, manche nicht. Autofahrer lasse ich mal außen vor. Die machen dss alles auch, aber zu 100% ohne Helm.

          Es gibt bei YouTube jede Menge Videos von Crashtests mit Dummies auf Fahrrädern mit und ohne Helm sowie reine Sturztests. Wie übertragbar diese Tests auf reale Unfallsituationen sind, sei dahingestellt. Allerdings scheint ein Kopftreffer nicht allzu unwahrscheinlich. Dass so ein Aufprall ohne Helm gesünder sein soll als ohne, erscheint mir als ziemlich gewagte These. Mir ist völlig klar, dass mich der Helm lediglich vor Verletzungen schützt, die vom Kopf ausgehen und ein Unfall trotzdem tödlich enden kann. Es verbrennen auch immer wieder Menschen trotz (oder wegen?) Sicherheitsgurt und Airbags in ihren Fahrzeugen. Auf einem Fahrrad sind derart weitgehende Sicherheitssysteme aus diversen offensichtlichen Gründen kaum möglich, würden angesichts der Kosten aber auch nicht abgenommen. Die meisten Fahrräder sind ja schon so in einem erbärmlichen Zustand und viele gar nicht verkehrssicher. Bei der Diebstahlrate und der Aufklärungsqzote aber nicht ganz unverständlich.

          Wenn ich mit meinem Helm andren das Radfahren vermiese, ist mir das nur recht. Dieses Jahr schienen mir bei Gutwetter deutlich mehr Radfahrer unterwegs und davon verhielten sich nicht wenige merkbefreit, rücksichtslos und von Regeln der StVO völlig unbelastet. Die Autofahrer haben wenigstens noch Angst um ihren Lack und Punktestand. Außerdem scheinen mir viele um keine Ausrede verlegen, wenn es darum geht aufs Auto zu verzichten und wenigstens ab und zu mal das Rad zu nehmen: zu kalt, zu heiß, zu nass, zu weit, zu dunkel, vernünftiges Rad ist zu teuer und wird geklaut, man kann nicht genug transportieren, Kinder nicht mitnehmen etc. pp. Da macht ein optionaler Helm den Kohl nicht fett.

          Klar wären Protektoren am ganzen Körper sicherer. Bei Stunts, Downhill und Freeriding kommen die ja durchaus zum Einsatz. Im Alltag ist einmehr als ein Helm aber nicht praktikabel. Und so selten wie schwere Kopfverletzungen bei Radunfällen auch sein mögen, es ist mit Abstand mein wichtigster Körperteil.

          Klar ist es schade, dass es so wenige belastbare Studien zu geben scheint, aber dann gleich mit Homoöpathie zu kommen, ist schon dreist, denn dazu gibt es sehr viele Studien, die ganz genau zeigen, dass da außer Placebo nichts ist. Aber auch minimaler naturwissenschaftlicher Verstand macht klar, dass das Prinzip an sich schwachsinnig ist. Dass dagegen ein Helm nicht gegen Kopfverletzungen schützen soll, erschließt sich mir nicht. Für jede Sicherheitsmaßnahme gilt, dass sie nur gegen bestimmte Gefahren schützt und nicht gegen alle möglichen.

    • Kurzer Einwand zu den “90% helmtragenden Niederländern”:
      Die gibt es wohl nicht. Bin gerade zurück aus Amsterdam und da hatte gefühlt gar keiner einen Helm auf (vielleicht ein paar Kinder). Eine kurze Googelei stützt meine Vermutung. Eher tragen 90% keinen Helm.

      Soll jeder machen, wie er denkt. Ich halte den Helm aber nach wie vor für sinnvoll und werde ihn auch weiterhin nutzen.

  10. Hallo ihr zwei,

    „kleine Gase – große Wirkung: der Klimawandel“ ist ein klasse Tipp und ist hier auch schon im Bücherregal angekommen. Das Buch macht einem erstmal bewusst, wieviele Faktoren überhaupt am Klimawandel beteiligt sind.
    Kleiner sidefact: das Buch wird demnächst von tremoniamedia verfilmt und spricht so sicherlich noch ein größeres Publikum an.

  11. Ich kann den Frust von Nicolas sehr gut nachvollziehen. So wundere ich mich z.B. darüber wie eine kleine Partei die es nur in einem einzigen Bundesland gibt, sprich die CSU, es doch immer wieder mit ihrer Trotzhatlung schafft das ganze Regierungsgeschehen zu bestimmen. Da ist es egal was CDU&SPD vorher ausarbeiten, die CSU sitzt wie ein kleines Kind da und sagt “nein wir machen nicht mit” und bekommt sehr oft ihren Willen. Die “große Schwester” CDU scheint da meist machtlos oder einfach nicht so0 stumpf und abgebrüht. Denn die CSUler wissen ja, dass sie genau für den Kram auch gewählt werden. “Bayern first” oder so ähnlich. So gibt es ja meines Wissens bei dem Klimapaket auch wieder Sonderregelungen für Bayern z.B. im Bezug auf Windkraftanlagen (dazu gab es was im Aufwachen-Podcast, ein Interview mit Söder). Wie kann so etwas durchgehen?

    Zum Thema Demonstrationen:
    Ich denke es gehen einfach bei Weitem nicht genug Leute auf die Straße. Mal grob überschlagen haben wir ~62mio Wahlberechtigte. Davon gehen ~38mio wählen. Wenn nun jetzt 100.000 oder von mir aus sogar 1mio Menschen auf die Straße gehen, dann ist das eben einfach nicht genug. Zumal die Leute auf der Straße zu einem Großteil wohl eh schon Grüne, Linke oder Kleinstparteien wählen und daher insbesondere der regierenden CDU keine Stimmen klauen. Also warum sollten die sich groß ändern?
    Hat sich irgendwer der Entscheidungsträger ernsthaft für die Artikel 13 Demos interessiert? Da waren auch tausendein der ganzen EU auf den Straßen, aber auch wenn einer davon war, muss ich ehrlich sagen: das war mehr für das Gewissen. Das Artiekl 13 (der dann gar nicht mehr 13 war) durchgeht, war mir vorher trotzdem klar (ja das ist Politikverdrossenheit).

    Hinzu kommt was Christian sagt: die “Stammwähler” sind doch mit dem Kurs zufrieden und würde man nur verschrecken, wenn man den Kurs zu hart ändert. Die Umfragewerte schwanken zwar etwas und die Grünen sind im Aufwind, aber dann doch lieber mit etwas mehr Rechtsruck versuchen die verloreren Schafe bei der AFD wieder einzusammeln, als auf den “links-grün-versifften” Kurs zu gehen. Solange man vorne bleibt, ist ja alles gut.

    Bei der Gelegenheit erinnere ich mich auch zurück an den “March for Science” in Köln vor ~2 Jahren(?). Das waren ja auch einige hundert Leute, aber eben auch nur einige hundert. Und Reinhard hat dies in seiner Rede dann auch, im Gegensatz zu den anderen RednerInnen, zum Ausdruck gebracht a la “Wir sind hier in einer Millionenstadt und hier stehen nur ein paar hundet Leute. Es müssten viel mehr sein…”. Der Rest war eher auf der Linie “wir haben hier ein Zeichen gesetzt”.

    Und was war nun rückblickend das Einzige was kurzzeitig wirklich etwas gebracht hat? Das Rezo-Video. Es hat Staub aufgewirbelt und die CDU auch mal in der größeren Medienlandschaft in Verlegenheit gebracht. Aber da waren es eben auch nicht “nur” einige 100.000 Schreihälse auf der Straße, da waren es einige Millionen Klicks. Und vielleicht wurde auch nur stumpf und naiv gerechnet: “38mio potentielle Wähler und 16mio Klicks (Stand heute, keine Ahnung wieviele es damals waren), ui das scheint ja doch viele zu interessieren.”

    Vielleicht da auch der Punkt, dass Rezo kein bekanntes Gesicht war, zumindest nicht für irgendwelche Politiker. Wenn sich Prominente (z.B. Böhmermann) oder insbesondere auch proiminetere Wisschenschaftler (z.B. Yogeshwar) hinstellen und Ihre Meinung sagen, dann wirkt das eben auch mal wie reine Lobbyarbeit, nur das sich dadurch nichts ändert. Da wird halt jemand in eine Talkrunde eingeladen um auch ja eine ganz bestimmte Position zu vertreten. In Talkrunden geht man doch nicht, um seine Meinung zu ändern. Wo kämen wir denn da hin, wenn das sinnvolle Diskussionsrunden wären? Und der Zuschauer, der diese Talkrunden um 22 oder 23 Uhr noch guckt, der wird sich auch kaum zu etwas überzeugen lassen.
    Aber dann kommt da jetzt so eine vermeintlich unbekannte Nase aus dem Volk, sprich so ein Rezo, und rüttelt mal etwas die Medienlandschaft wach. Da gab es plötzlich etwas Panik.

    Fazit:
    Wenn ich in meine Filterblase gucke, dann verstehe ich die Politik auch nicht und würde sagen “es denken doch alle so, warum kommen die Politiker einfach so so durch mit ihrem Klimapaket usw.”. verlässt man die Blase, stellt man leider schnell fest das es wohl doch viel zu wenig sind. Feldversuch hier in der Firma mit ca. 120 Leuten: zu den Freitagsdemos kommen ~10 Leute mit in der Mittagspause. Der Rest will lieber statt Brötchen&Demo vernünftig Pause machen…

    • Mit den Demonstrationen ist das halt so ne Sache. Wenn die Politiker sich in ihrem Weltbild bestätigt sehen, dann springen sie selbst auf die kleinste Demo auf. Pegida, mit wenigen tausend Leuten, kam vielen rechtsaußen bei CDU/CSU/SPD recht, da sie sagen konnten: “Die Leute wollen doch Abschottung und Ausgrenzung von Ausländern”. Das sind dann die gleichen, die jetzt bei Demos für Themen, die sie nicht unterstützen, sagen: “Das sind ja nicht mal 50% der Wähler die da protestieren. Die sprechen nicht für die Mehrheit.”

      • Das kommt erschwerend hinzu. Sind es rel. Wenige die die eigene Meinung bestärken = “das Volk will es”. Sind es Viele die eine nicht bestärken = “das sind Bots” oder “ab mit euch in die Schule, ihr habt ja keine Ahnung.”

  12. Hallo Jungs,

    ich kann dieses Geschwurbel der Schwurbler einfach nicht mehr hören und möchte mit einem einfachen Gedankenexperimenten zeigen, dass das Wegschmelzen von im Meer treibenden Eisbergen Auswirkungen auf die Wasserhöhe des Meeres hat.

    Gedankenexperiment:

    Denken wir uns ein Schiffchen, das über das Meer schippert und acht Fässer besten jamaikanischen Rums befördert. Die Fässer seien ein Meter hoch.

    Im ersten Fall ordnen wir die Fässer zu einem Würfel an, also unten vier und oben vier. Vereinfacht betrachtet liegt der Schwerpunkt dieser Spirituosenkonstruktion dann auf einer Höhe von einem Meter über Deck.

    In einem zweiten Fall stapeln wir die acht Fässer hingegen alle übereinander. Woraus sich ein neuer Schwerpunkt der Genüsse auf vier Meter Höhe ausbildet.

    Was soll nun die ganze Hochstapelei?

    Das Archimedische Prinzip sagt, dass die Gewichtskraft des verdrängten Mediums gleich der Gewichtskraft des verdrängenden Objekts ist. Wenn also die Gewichtskraft des Verdrängenden Objekts, aus welchen Gründen auch immer, sich ändern sollte, würde das Auswirkungen auf die Menge des verdrängten Mediums, in unserem Fall des Meerwassers, und damit des Meeresspiegels haben.

    Ein anderes, nicht minder berühmtes Gesetz beschreibt die Anziehungskräfte zwischen zwei Objekten. Handelt es sich bei diesen zwei Objekten einerseits um einen Planeten mit zwielichtigen Bewohnern und andererseits um einen auf ihm schippernden Luxusguttransporter, spricht der Volksmund auch gerne vom Gravitationsgesetz bzw. von Schwerkraft. Nein, es folgt jetzt keine Formel. Es reicht dem geneigten Leser völlig zu wissen, dass diese Anziehungskraft, aka Schwerkraft, vom Abstand der Objekte abhängt.

    Kommen wir zurück zu unserem obigen Szenario:

    Die Erde können wir uns, vereinfacht ausgedrückt, als eine Kugel vorstellen, dessen Masse in ihrem Schwerpunkt vereint ist. Die andere Masse wird gebildet durch unsere Jolle und der auf ihr befindlichen Schmuggelware. Wir erinnern uns; im ersten Fall hatten wir die Ware zu einem Würfel zusammen gestellt, so, dass ihr Schwerpunkt ein Meter über dem Deck lag. Im zweiten Fall hatten wir die Fässer alle übereinander auf acht Meter Höhe gestapelt und damit den Schwerpunkt auf vier Meter über Deck gehievt. Also drei Meter mehr Abstand zum Erdmittelpunkt, daraus resultierend eine geringere Anziehungs- und Gewichtskraft, weniger verdrängtes Wasser und in letzter Konsequenz auch ein niedrigerer Meeresspiegel. Heureka! Wir haben es also geschafft den Meeresspiegel allein durch Stapelarbeiten auf dem Schiff zu beeinflussen.

    Und auf was will der Autor nun hinaus?

    Das, was geschäftstüchtige Primaten auf hoher See vermögen, können Eisberge schon lange. Wenn Eisberge ihre Form durch Abschmelzen verändern oder sich einfach nur im Wasser drehen, verändern sie damit auch ihre Gewichtskraft, damit ihre Verdrängung und letztendlich auch den Meeresspiegel.

    q.e.d.

    ¯\_(ツ)_/¯

  13. Servus zusammen,

    gleich mal provokant gefragt… was habt ihr gegen Franken ? ich komme aus der Nähe von Nürnberg und würd ich gern mal hier Live sehen 🙂 btw… hier kann man klettern/bouldern und ich kann mich bis zum Grad 8a+ als Führer anbieten 😉

    Eine Frage zum Themas Klimawandel/Atomenergie hätte ich auch noch …

    Was passiert mit der Wärem welche aus dem Atomstrom entsteht .. heizt die nicht auch die Erde an … also ist Atomenergie nicht auch Klimarelevant und somit Erneuerbare Energie die einzige welche dies nicht ist?

    Viele Grüße macht so weiter… und wehe eure Folgen werden kürzer 😉

    Bernd

    • Erneuerbare Energie lassen da Klima leider auch nicht in Ruhe. Irgendwo muß die Energie ja ‘weggenommen’ werden bzw. verändert man die Landschaft.
      Und ja, Atomstrom produziert Wärme. Das tun Kohlekraftwerke auch (zusätzlich zu CO2) und auch Solarzellen oder Windräder produzieren Wärme.

      • Moin

        Die Energie bei erneuerbaren kommt ja aus der Sonne … also würde sowieso hier sein … Beispiel Wind oder Sonnenstrom… hier kommt also eigentlich keine Energie “zusätzlich” ins System die nicht eh kommen würde….

        Kohle da bin ich ganz bei dir …

        Genauso ist es auch wenn man Holz verheizt man führt dem System wieder Energie zu welche vorher entnommen wurde..

        Atomenergie ist die einzige die Energie wirklich “erschafft” (ja ich weiß eigentlich nur umwandelt)

        Gruß Bernd

        • Solarzellen beschatten den Boden bzw. haben ein anders Albedo als der normale Wald/Wiese/etc. Der Tag-Nacht-Temperaturwechsel ist über ihnen anders. Sie bieten anderen Bedingung für Tiere.

          Windräder beeinflussen bodennahe Winde, schreddern Vögel und Insekten. Irritieren z.T. Bodentiere durch die ständige großräumige Bewegung.

          Geothermie trägt Wärme an die Oberfläche, Gezeiten- und Wellenkraftwerk ‘bremsen’ das Wasser, Staudämme sind auch schon weithin bekannt für ihre Nebeneffekte usw usw.

          Sie sind alle nicht ohne Einfluss auf das Klima.

    • Ich wohne auch in Nürnberg und würde Euch gerne mal live sehen! I

      Ich könnte mir das Nürnberger Planetarium (wissenschaftliches Ambiente) oder das E-Werk in Erlangen (in Erlangen sind die naturwissenschaftlichen Fakultäten angesiedelt) gut als Auftrittsort vorstellen.

  14. Moin,
    @Reinhard bzgl. (E)-Tretrollern:
    Rhetorische Fragen:
    1) Wie weit sind deine Distanzen von zu Hause zum Bhf / Bhf zur Arbeit?
    … daraus ergibt sich ja das passende Gefährt 🙂
    Da E-Tretroller kaputtreguliert wurden …
    … Hast du dir mal die Klapp-Tretroller von Decathlon angesehen? Ich überlege aktuell eines der Modelle anzuschaffen – ist zwar ohne E-Unterstützung, aber zumindest mir einigermaßen großen Rädern und (Doppel-) Federung *yaaay*

    Wie gesagt, je nach Entfernung ist ein Falt-Rad besser geeignet.

    Anyways – danke und reinhauen 😀
    LG Dominik

    • ich glaube meine Entfernungen sind gerade so an der Grenze….ich werde mal verschiedene Sachen ausprobieren und berichten 🙂

      • In Mannheim sollte es doch eigentlich kein Problem sein, mit ÖPNV vom Hbf zur Hochschule zu kommen. Da fährt alle 10 min ein Bus, der in 4 min die Strecke zurück legt. Von da nochmal ca. 2-3 min zu Fuß auf dem Campus zum Maschinenbau.

        • Hi Florian,
          ne das ist tatsächlich kein Problem. Das. Problem ist eher die Strecke in Neustadt und, dass sich die kurzen Wartezeiten summieren. Würde ich in Neustadt auch den Bus nehmen (der wenn ich nicht nicht irre alle halbe Stunde bei uns vorbeifährt) dann würde ich auch in Neustadt in Summe ca. 10 min warten (einmal auf den Bus und einmal auf die Bahn). In Mannheim warte ich im Schnitt 4-5 Min auf die Bahn und fahre dann nochmal 5. Alles halb so schlimm, summiert sich nur und ich muss zweimal umsteigen…da ist die Wahrscheinlichkeit das irgendwas nicht funktioniert leider recht hoch. Am liebsten würde ich nur einmal den opnv nutzen müssen…also ohne umsteigen. Hier brauche ich dann eine Lösung in Neustadt zum HBF und in Mannheim zur FH…wenn ich diese Strecken selber zurücklege und nur einmal auf die Zeit der Bahn angewiesen bin ist die Strecke für mich deutlich leichter planbar 🙂 Bin mit dem Faltrad schon recht zufrieden, werde aber auch nochmal nen E-Scooter ausprobieren.

          Lieben Gruß
          Reinhard

  15. Zum Chinagadget: Ich leg ne aufgefaltete Zeitung ins Waschbecken…

    Und diese eure Rubrik ist halt auch nicht besonders ökologisch, mit dem Herstellen von dem Schrott und Versand…

  16. Hi,
    zu den Schwurblern.
    Oft kommen die ja damit, dass ihre Methoden nicht mit naturwissenschaftlichen Prinzipen bewiesen werden können. Dabei basieren viele dieser Ideen aber auf überholten wissenschaftlichen Modellen und Methoden. Dieselbe Naturwissenschaft welche also die Theorien nicht beweisen kann, ist also oft der Ursprung für eben jene Theorien und hat diese lange wiederlegt. Ein gutes Beispiel ist wie so oft die Homöopatie. Im 18.Jahrhundert als Hahnemann seine Theorien entwickelt hat war vieles von dem was er gemacht hat Stand der naturwissenschaftlichen Forschung und in seinem Kontext sind einige seiner Theorien auch konsequente Forschungsansätze gewesen. Viele Dinge die er als Vordenker mit anderen zuerst angewand hat, sind auch heute essentieller Bestandteil der modernen Medizin. Beispiesweise die Suche nach möglichst gut verträglichen, reproduzierbar hergestellten Arzneimittelen, im Gegensatz zu Methoden wie Aderlass, die aus dem Mittelalter kommed immer noch üblich waren.
    Ich finde man erkennt sehr schön wie aus ernst zunehmender Forschung Schwurbel wurde an der Art wie Verdünnungsreihen in der Homöopatie gemacht werden.
    In der jungen Chemie des 18. Jahrhunderts wurde sich darüber Gedanken gemacht wie man effizient mischen kann. Dafür wurde das Aufstoßen des Glaskolbens auf ein Kissen empfohlen, weil über die Anzahl der Aufschläge und die Fallhöhe eine vergleichsweise gute Reproduzierbarkeit gewährleistet werden kann. Das das heute wie Magie aussieht liegt daran, das Menschen die nicht wie Homöopatiegläubige auf dem Wissensstand des 18. Jh. stehen geblieben sind, heute die technischen Möglichkeiten nutzen, um effizient und reproduzierbar zu mischen. Das Mischen ist tatsächlich auch heute noch eines der essenziellen Probleme reproduzierbarer wissenschaftlicher Arbeit in Teilgebieten der Chemie ist. Heute verwendet man halt beispielsweise sowas:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%BCttelmaschine_(Labor)
    Ist genauer und man muss nicht stundenlang wie n bekloppter nen Glaskolben auf nen Kissen #hämmern. Wenn Hahnemann n bisschen weniger verblendet war wie seine Anhänger heute, hätte er vermutlich sowas empfohlen, hätte er’s schon gehabt.
    Das Problem ist also die magisch/religiöse/schwurblerische/ideotische Verklärung einer überholten aber sinnvollen Methode. Wie es leider so oft passiert: Lebensmittel Vorschriften in diversen Religionen (z.B. kein Schweinefleisch in heißen Ländern essen, wenn man keine Möglichkeit hat es zu kühlen: guter Tipp!) , der Äther (war mal n sinnvolles Konzept – heute aber Blödsinn), usw.
    Ich glaube es ist gut den Schwurblern erklären zu können wo ihre Methoden naturwissenschaftlich Sinn machen. Mit Zustimmung rechenen sie nicht. Dann kann man auch gut erklären warum der Schwurbel aussenrum Blödsinn ist und das Argument das kann die Naturwissenschaft halt nicht erklären ist auch geschwächt von der Aussage, das die Schwurbelei aus der Naturwissenschaft herrührt. Auch wenn für die wahrhaft Gläubigen keine Erklärung gut genug ist.
    Vielleicht hilfts ja bei ein paar der Naturwissenschafft nicht völlig abgewandten Grenzgänger*Innen

    Liebe Grüße,

    Jonas

  17. Zum Thema “Diskutieren mit Schwurblern”:
    Ich hab da mal irgendwo den Satz gelesen
    “Ein Spinner kann in 5 Minuten mehr Unsinn behaupten, als man in einem Wissenschaftler-Leben überprüfen kann.”
    Und so ist es auch. Ich habe sowas in meinem familiären Umfeld und noch kein gutes Rezept für den Umgang damit gefunden. Das Schlimme ist, dass der Unfug oft so einfach und einleuchtend daherkommt, dass die Zuhörer schnell dazu neigen sowas ungeprüft aufzunehmen. Mit nüchterner wissenschaftlicher Herangehensweise ist man da eher uncool.
    “Aber der Apfelbaum hat viel mehr getragen, nachdem er an Neumond geschnitten wurde”
    Ääääääämmmjaaa….
    Und das ist noch ein harmloses Beispiel.
    Ich bin dazu übergegangen, Science Busters Bücher in meiner Verwandschaft zu verschenken, allerdings nicht an die Fanatiker. Das ist sinnlos.

    • Ich habe überlegt, ob man solche aufklärerischen Bücher vermehrt an Tauschregalen im öffentlichen Raum (Einkaufszentren, Busse, Jugendherbergen, …) streuen sollte, um Menschen fundiert über die Klimathematik zu informieren.
      Allerdings wird das schnell teuer und ich sehe leider sehr selten, dass sich jemand überhaupt mal ein Buch nimmt. Da müssten es wohl schon 1€-Büchlein im Pixi-Format sein, die sehr aufällig und ansprechend sind. Dann wäre man aber auch schnell bei Flugblättern angelangt, die kaum noch Informationen vermitteln können.

  18. Lieber Reinhard,

    ich stehe wie Du keiner Partei nahe. Wenn man sich jedoch noch parlamentarisch gegen die Klimakrise einsetzen will, muss die grüne Partei in Betracht gezogen werden, da sie durch ihre vergangenen Positionen zur Verantwortung gezogen werden kann.

    Teilaspekte von Parteipositionen, welche mir zuwider laufen, sollten mich nicht vom Wählen abhalten. Ich gehe nicht davon aus, daß Du Nichtwähler bist.

    Ansonsten würde ich kritisieren, daß wir einzelne Akteure und Gruppen, die sich parlamentarisch und außerparlamentarisch gegen die Klimaerhitzung / -krise einsetzen nicht “dittfurten”. (imho gegeneinander ausspielen)

    Grüße Jochen

    Judäische Volksfront Volksfront von Judäa
    https://www.youtube.com/watch?v=GryQiamGxpY

    • Hi Jochen,
      ich wünsche mir sehr, dass wir bei den Grünen in Zukunft ein Bekenntnis zu einem naturwissenschaftlichen Weltbild sehen. Aktuell habe ich leider die Befürchtung, dass es innerhalb der Partei nicht nur ein paar Stimmen sind die Wissenschaft für eine von mehreren Optionen halten sondern, dass es sich hier um ein Grundproblem handelt. Genau aus diesem Grund bin ich so unglaublich gespannt auf den nächsten Parteitag

      Gruß
      Reinhard

    • Hallo Reinhard, hallo Andreas,
      genau daran hab ich beim hören heute morgen auch gedacht. UNBEDINGT hörenswert, oder zumindest mal einen kurzen Blick auf https://heindl-energy.com/ werfen.

      Ich denke, dass sowas weit realistischer zu realisieren ist, alls ein gigantisch großes Gefäß mit über 1000°C dauerhaft zu isolieren.

      Darüber hinaus muss man sich natürlich auch Wirkungsgrad-Gedanken machen. Pumpspeicherwerke erreichen ja einen Wirkungsgrad laut Wikipedia von ca 75-80% und eine theoretisch unendlich lange Speicherdauer. Damit könnte man bei entsprechender Skalierung btw. auch einen Saisonspeicher realisieren.
      Einen Wärmespeicher ist hingegen sicherlich eine Kurzzeit-Anwendung.

      Die Wandlung von Wärme in Strom dürfte wirkungsgradtechnisch irgendwo bestenfalls etwas über bei einem jetzigen Kohlekraftwerk (~40%) liegen, aber ich schätze mal, bei 50% ist Schluss. Multipliziert mit dem Speicherwirkungsgrad bleibt da noch ordentlich Luft zu einem Pumpspeicherkraftwerk mit 80%. Aus Sicht des Ingenieurs sehe ich zwischen Gravity-Storage und Pumpspeicherkraftwerk wirkungsgradmäßig keinen Unterschied.

      Anyway – für Prozesswärme oder andere Anwendungen natürlich trotzdem eine mögliche Anwendung. Danke für euren Blick darauf.

    • An die “gravity storage” habe ich auch sofort gedacht, und es hat mich auch gewundert, dass Reinhard dieses Projekt etwas zu belaecheln schien.
      Aergerlich, denn bei genauerem hinsehen scheint dieses Projekt ziemlich “realistisch” zu sein und eine preiswerte Speicherung zu versprechen.
      Schwer einzuschätzen für mich: wie verbreitet der feste, rissfreie Fels tatsächlich ist.
      Bin jedenfalls gespannt, wann der demonstrator fertig wird..

      Und scheint mir in jedem Fall realistischer zu sein als die auch erwähnten versenkten beton-hohlkugeln, die ja doch recht klein sind, und sich in schwieriger/aggressiver/wartungsfeindlicher umgebung befinden. Und noch dazu gibt es in der gesamten Nordsee mit viel speicherbarem windstrom keine zufriedenstellende Wassertiefe (u.a. deswegen gibts ihn ja da den windstrom).

  19. Was ich als Baden-Württemberger ehrlich gesagt noch nicht wirklich verstanden habe, warum immer die Grünen bei der Klimapolitik so gut wegkommen.

    Wenn man noch einmal an die Jamaica Verhandlungen zurückdenkt, dann hätten wir doch heute genau das gleiche Resultat an Klimaschutzmaßnahmen, nur die FDP hat die Grünen vor den Protesten heute bewahrt. (Hier das Sondierungspapier als Ergebnis: https://www.klimabuendnis-hamm.de/wp/wp-content/uploads/2017/12/jamaika-sondierungspapier-Seite-8-11.pdf)
    In Bawü mit Grünen Ministerpräsidenten gab es dieses Jahr 1 installiertes Windrad und die Klimaziele für Bawü 2020 werden auch nur zu spektakulären 12% erreicht. (Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/Verfehlte-Klimaschutzziele-So-steht-es-um-den-Klimaschutz-im-Land,klimaschutz-in-baden-wuerttemberg-100.html).
    In den derzeitigen Koalitionsverhandlungen in Brandenburg war auch schon ziemlich schnell keine Rede mehr vom Kohleausstieg 2030.

    Ich stehe da ja voll hinter Fridays for Future: Keine im Bundestag vertretene Partei hat derzeit ausreichende Klimaschutzmaßnahmen. Es braucht also die Bewegung um weiterhin Druck auf alle Akteure gleichermaßen auszuüben sonst wird es bald ziemlich finster aussehen auf der Welt.

  20. Zum Klimadiskusion und Politik: Ja ich glaube, Nikolas du hast Politik nicht verstanden und ja ich glaube du Überschätzt die Masse.

    Ihr müsst euch auch vor Auge halten, das ihr in einigen Aspekten schon privilegiert seit, ihr habt relativ gut bezahlte Jobs und wohnt in einer Region die Infrastrukturell halbwegs erschlossen ist, was OPNV usw betrifft. Das gegen Beispiel ist jemand der auf den Land wohnt wo 1x am Tag ein Bus fährt und der gerade mal Mindestlohn verdient. Für den kann ein höherer Benzin- und Heißpreis schnell existenzbedrohend werden. Und in Regionen wie Ost Vorpommern fühlen sich die Menschen eh schon abgehängt. Wenn man ihnen jetzt auch noch die einzige Form der Mobilität unbezahlbar macht, das werden die Menschen nicht verstehen. Unterhaltet euch mal mit Menschen nicht aus den akademischen Umfeld kommen.

    Um zum Thema “Politik verstanden” zurückzukehren, die “for Future” Bewegungen müssen eigentlich nicht die Politiker überzeugen, sondern alle anderen Teile der Gesellschaft. Vor allen müssen die Menschen mitgenommen werden, auch die z.B. nur wenig Geld haben und weit weg von jeder Bahnstrecke wohnen. (jetzt kommt ein doofes Argument) aber ansonsten werden halt Populisten gewählt, die Versprechen das ist alles Quatsch. Die werden dann nicht nur gar nichts neues machen, sondern vorhandene Fortschritte auch wieder rückgängig. Siehe USA. Dazu kommt wenn um die eigene “finanzielle” Existenz geht hört bei den Meisten der “Klimaschutz” schnell auf. Und von so komischen Bewegungen wie “Friday for Hubraum” (oder wie die heißen) und der einer Anti-Winkraft Partei, fange ich jetzt gar nicht an.

    Zur Diskussion mit Populisten: gibt es ein Tolles Beispiel von Frau Merkel, als sie auf einen AFDler antwortet: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/angela-merkel-in-stralsund-wie-man-mit-fanatikern-redet-kolumne-a-1282376.html

    Schwerkraft Speicher … da gabs mal eine Folge von Omega Tau dazu: Folge 299.

    • also ich finde schon, dass es enorm beeindruckend ist, was in den letzten Monaten Leute in Deutschland und international auf der Straße waren. Ich komme zum Beispiel aus Aachen und hier hat dieses Jahr die größte Demonstration, die Aachen je gesehen hat, stattgefunden und zwar zum Thema …..Klimaschutz. Natürlich sind es keine zig Millionen, dazu müssten auch die Gewerkschaften mal richtig zum Streik aufrufen. Aber es sind trotzdem schon echt ne Menge Leute, das Thema Klimaschutz bewegt ziemlich viele Leute und ich denke, das setzt auch die Politik unter Zugzwang. Warum sonst umarmt jetzt selbst ein Söder die Bäume.
      Aber das mit den “Privilegien” stimmt schon. Viele Leute haben allein gar nicht so richtig die Möglichkeit, sich Klimaschützend zu verhalten. Viele wollen, aber können nicht. Und da finde ich ist die Politik gefordert. Sie muss die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so gestalten, dass sich die Menschen nachhaltig verhalten können. Ich nehme mal ein Beispiel, aber es gibt natürlich mehrere Ansatzpunkte. Wenn man am Individualverkehr ansetzen will dann hätte die Politik z.b. die Aufgabe, ein gut ausgebautes kostenloses öffentliches Verkehrssystem zu gewährleisten. Nur so können viele Menschen überhaupt erst in die Lage gebracht werden, auf ihr Auto zu verzichten.
      Das hört sich jetzt vielleicht radikal an, aber wir stehen doch mit dem Rücken an der Wand. Es braucht radikale Maßnahmen. Wir können CO2 nur ausreichend reduzieren, wenn wir gesamtgesellschaftlich vom Individualverkehr auf gesellschaftlich geplanten Verkehr umsteigen. Ohne geht es nicht. Und dafür muss die Poltik die Rahmenbedingungen stellen. Aber das geht natürlich nicht mit so ne Bitte Bitte Mini Maßnahmen im Klimaschutzgesetz. Und so etwas ist nur gegen die Autolobby durchsetzbar, nicht mit ihr. Da diese aber nen verdammt guten Draht zu den meisten Poltiikern hat und denen die Taschen füllt oder mit Arbeitsplätzen erpresst, kommt dann eben so ein wirkungsloses Gesetz bei raus. Versteht mich nicht falsch, es kann auch nicht sein, dass die Menschen, die in diesen Bereichen, bei RWE oder wo auch immer, arbeiten, das Nachsehen haben. Sie bräuchten garantierte Ersatzplätze oder so, aber man muss sich eben entscheiden, was man will. Ob man wie die meisten in der Politik die Interessen der Autolobby, der Energielobby, der Industrie vertritt oder ob man im Interesse der Menschheit und der Umwelt den normalen Leuten, den Beschäftigten etc. dabei hilft, das Klima zu retten und dafür die Voraussetzungen schafft.

      Wenn ihr nen neues Motto für die nächste Show sucht, was haltet ihr davon, euch eingehender mit dem Klima zu beschäftigen? Ich fand schon die Show zum ganzen Schwurbel sehr sehenswert, aber zum Thema Klima würdet ihr bestimmt auch einiges sehenswertes zusammen bekommen.

      Und weil immer das Argument kommt von einigen Wenigen, Wissenschaft sei objektiv und deshalb neutral und dürfe nicht politisch sein. Doch muss sie, finde ich. Nicht nur beim Thema Klima. Wissenschaft ist doch nie wirklich objektiv und existiert nicht im luftleeren Raum. sie wird immer auch von außen beeinflusst. Schon allein durch die Auswahl der Studien, für die Geldgeber gefunden werden, verläßt man die Objektivität. Von der Veröffentlichungspraxis ganz zu schweigen. Ich kann euch nur darin bestärken, das weiter so zu machen.

  21. Ich hatte auch ein Problem mit den ÖPNV Tickets in der DB App. Das erste Ticket ist angeblich fehlgeschlagen. Darauf habe ich ein zweites gebucht. Das war erfolgreich, aber dann waren später trotzdem zwei Tickets in der App und wurden abgebucht. Daraufhin habe ich mich auch beschwert. Antwort kam, wenn auch langsam, aber erstmal mit der Rückfrage, welches der zwei gleichwertigen Tickets ich den nun genutzt hätte… In der S-Bahn wurde ich sowieso nicht kontrolliert. Aber ohne mich weiter über die Sinnlosigkeit dieser Rückfrage aufzuregen habe ich eine der zwei Tickets Nummern geantwortet und die 2,30€ brav zurück bekommen. Die Personalkosten haben das vermutlich um ein Vielfaches überschritten.

  22. Hallo zum letzten Thema mit den Uhren
    Uhren im Bereich von 10e-18 werden in der Geodäsie interessant um physikalische Höhen zu messen und insbesondere kontinentale Höhensysteme zu definieren. Dazu entwickelt die PTB in Braunschweig eine transportable optische Uhr und führt an verschiedenen metrologischen Instituten Vergleiche durch
    https://www.nature.com/articles/s41567-017-0042-3
    Damit sowas wie hier
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hochrheinbrücke
    nicht mehr passiert.

    Für die GNSS Messungen in mm Bereich wird die Phase des eingehenden Signals Ausgewertet und nicht primär die übertragene Navigationsnachricht. Es gibt vielleicht eine Handvoll Handys (Huawei, Xiaomi), die die Trägerphasenmessung nutzen und so eine Genauigkeit von etwa einem m erreichen. Der cm und mm braucht etwas mehr Aufwand, z.B. einen geodätischen Empfänger/Antenne und Daten eines Korrekturdienstes. Bei der Vermessung auf der Baustelle und im Kataster werden ein paar cm erreicht.

  23. Zum Thema Rasur und dem angesprochenen Rasierhobel eine Anmerkung, die zu eurem Dauerthema ökologisches und nachhaltiges Verhalten und Konsum passt:
    Ein Rasierhobel – übrigens auch Sicherheitsrasierer genannt – in Kombination mit der Verwendung eines Rasierpinsel ist nachhaltiger als die Verwendung von System- und insbesondere Einwegrasiern, da das Verbrauchsmaterial, nämlich Rasierklingen und Rasierseife oder Rasiercreme, ressourcensparender ist (weniger Material und Verpackungsmüll). Der Rasierhobel und der -pinsel sind Einmalanschaffungen, die nahezu unzerstörbar sind und ein Leben lang halten. Neben den einmaligen Anschaffungskosten (bei guter Qualität ab etwa 60 € für Rasierhobel und -pinsel) hat man ungefähre jährliche Verbrauchskosten von 5 € für Rasierseife oder -creme und 10 € für die Klingen. (Rasierpinsel gibt es mittlerweile auch aus synthetischem Haar, das dem üblicherweise verwendeten Dachshaar in der Schäumleistung nicht nachsteht, sodass auch Tierschützer:innen und vegan lebende Menschen diese sorgenfrei kaufen können.)

    Beste Grüße, Marc

    • Aus den beiden genannten Gründen Ökologie und Kosten bin ich auch seit ein paar Jahren auf die Rasierhobel umgestiegen und komme damit nicht schlechter zurecht als mit den System- und Einwegrasierern vorher. Von daher von mir ebenfalls eine klare Empfehlung, das wenigstens mal auszuprobieren. Das ganze gibt es ja auch in sehr günstig, zumindest für den ersten Test.

    • Rasierpinsel und Rasierseife kann man sich auch sparen. Stattdessen kann man etwas natives Olivenöl mit Wasser in einen Zerstäuber umfüllen. Das schüttelt man vor jeder Benutzung kräftig und sprüht es auf die Stelle, die man rasieren will. Im Gegensatz zu Seife trocknet das die Haut nicht aus sondern pflegt sie gleich mit und fühlt sich naxh dem Rasieren nicht strapaziert oder gereizt, sondern geschmeidig.

      Ein Rasierhobel (engl. Safety Razor) ist übrigens keine Männersache oder nur fürs Gesicht geeignet. Man kann damit bequem und sicher jede Körperstelle rasieren, egal ob Mann oder Frau.

      Einen Rasierhobel gibt es ab etwa 20 Euro. Rasierklingen gibt es ab 10 Cent pro Stück. Hier lohnt es sich aber ein paar Cent mehr auszugeben. Höherwertige Klingen scheinen etwas präziser zu sein und vor allem länger zu halten. Richtig falsch machen kann man aber eigentlich nichts, denn das ist eben sehr einfaches und bewährtes Prinzip.

    • Ganz meiner Meinung! Rasierhobel sind auch echt schicke Geschenke, edel und langlebig. Bei jemandem mit Bart immer gut aufgehoben.
      10€ für Rasierklingen ist mir fast zu hoch angesetzt. Ich habe mir ein 100er Set für 10€ gekauft, wechsel die Klingen alle 1-2 Wochen bei täglicher Rasur. Komme also wenns gut läuft 2-4 Jahre mit den 10€ zurecht.
      Man sollte allerdings am Anfang ein paar unterschiedliche Klingen probieren, da soll es unterschiede geben.

      Ein weiterer Vorteil, lose Klingen gibt es wirklich überall, egal in welchem und welchem Laden, da hat man es mit Mach3 und anderen Systemen schon schwerer…

  24. zum Thema “Zeitmessung”:
    Ein schönes Buch über die Arbeit von John Harrison und die Widerstände bei der Entwicklung einer genauen Uhr:
    Längengrad, von Dava Sobel, 1995
    ISBN 3442761069

    • Hallo, Dava Sobel wollte ich auch gerade empfehlen – ihr Buch hat in Sachen Wissenschaftskommunikation auch viel Aufmerksamkeit und Lob bekommen und Preise eingeheimst. Liebe Grüsse Silke

  25. Hallo,
    ein kurzer Kommentar zum Kohlenstoffkonto. Nicolas hat zwar die Gesamtmasse des Kohlenstoffs auf der Erde (1,85 Mrd. Gigatonnen) angegeben, aber wie ihr selbst sagt, ist das eine Zahl, die man sich nicht vorstellen kann. Menschen, die es nicht gewohnt sind, in Größenordnungen zu rechnen, tun sich damit wahrscheinlich noch schwerer.

    Dabei hätte eine einfache Abschätzung im Sinne Fermis schon einen recht guten Vergleich geliefert. Bei solchen Zahlen ist eine Relation zu anderen Größen nämlich immer sehr hilfreich. Anhand der Einheit (Milliarden Gigatonnen) kann man die Größenordnung ermitteln, nämlich 10^21 kg. Wenn man jetzt noch die Masse der Erde (~10^24 kg) im Kopf hat oder nachschlägt, hat man doch schon eine sehr gute Abschätzung, nämlich ein Tausendstel.
    Oder wer es genauer wissen will, schaut einfach kurzerhand bei WolframAlpha nach und findet dort 0,3 % = 3 ‰.
    https://www.wolframalpha.com/input/?i=1.845+billion+Gt+%2F+mass+of+the+earth

    Trotzdem fand ich die Folge wieder sehr unterhaltsam und lehrreich. Macht weiter so, ihr seid toll!

    Viele Grüße von einem anderen Physiker 🙂

    PS: Mein Kumpel und ich fanden auch eure Show in Stuttgart sehr, sehr gut. Und ich fand es schön, euch mal persönlich zu treffen. Ich mag eure Art. Schon allein wie ihr ganz entspannt auf der Bühne euer Bier trinkt. 🙂

  26. Keine Ahnung ob das schon gesagt wurde, aber ich erinnere mich noch gut daran, als Jugendlicher mal ein Buch names “Längengrad” gelesen zu haben. Und, wer hätte es gedacht, da ging es um genau die Geschichte mit dem Preisgeld und der Uhrzeit 🙂

  27. Ich höre gerade: Nikolas berichtet wie schwer er es findet, die Gegenargumente für Schwurbler in akurater Qualität parat zu haben.
    Zum Thema Klimaschwurbel fällt mir da auch niemand ein, der sich der Diskussion mit Schwurblern stellt und bei dem man sich etwas abschauen kann. Aber zum Thema Flacherde auf Youtube gibt es da einige. Ich möchte SciManDan nennen, der am Tinfoil Tuesday und Flatearth Friday auf Flacherd-Schwurbel Theorien antwortet und Youtube-Paroli bietet.
    Da ich bei diesem Thema dasselbe Problem wie Nikolas hatte und manchmal schwer argumentieren konnte, weil ich die Antworten auch nicht 100% “erklärsicher” parat hatte, in meinem Umfeld allerdings Schwurbler hatte, denen ich nicht das Feld überlassen wollte. Auf seinem Kanal längere Zeit mit Videos gucken zu verbringen war gutes Training, deren Argumente kommen ja auch meistens aus fragwürdigen Videos und eher selten aus Textquellen. Ich glaube jetzt relativ gut für Diskussionen gerüstet zu sein. Mit besagter Person war es auch erfolgreich, der führt jetzt keine Flacherd Diskussionen mehr mit mir, glaubt jetzt allerdings Raumfahrt ist eine Lüge. Irgendwann gibt man dann doch ganze Personenkreise auf und entfernt sie aus dem persönlichen Alltag, weil es unglaublich anstrengend ist gefühlt immer gleiche Diskussionen mit wahnwitzigen Themenwechseln zu führen. Umso mehr Respekt hab ich für Leute wie SciManDan, der Youtube nicht den Schwurblern überlässt.
    Viele Grüße, ihr seid die Bestenen der Besten!

  28. Zum China-Gadget:
    Ich habe auch so ein Umhang. Ist super Praktisch, wenn man viel Bart hat und ihn ab und zu um mehrere cm kürzt. Habe vorher ein Handtuch über das Waschbecken gelegt, war aber immer unpraktisch. Möchte es nicht mehr missen.

    PS @Nicolas:
    Ich hatte dir am letzten Freitag vor dem Netz-Gebäude aus dem Auto Gewunken, solltest du dich gewundert haben 😉

  29. Bin noch beim hören, aber ich entgegne den Homöopathen in einer Diskussion immer mit Wissenschaft. Und zwar mit den Argumenten die ich schon mal per E-Mail geschickt habe.

    1. Das Verdünnen/Potenzieren funktioniert nicht. Habs ausprobiert und ab D7 bis D10 haut das nicht mehr hin. Deshalb gibt es auch bei Merck keine 10^-10 molaren Lösungen im Angebot – können die auch nicht so einfach durch Verdünnen herstellen.
    2. Durch den Dampfdruck schwirrt hier in der Luft eh schon alles rum. Am Wasser erklären auf Atropin oder ähnliches Übertragen, fertig.

    Die Argumentation bewirkt bei überzeugten Homöopathen zwar keinen Abfall vom Glauben, aber die Argumenten kommen für den Homöopahten aus einer völlig unerwarteten Richtung und diese im Allgemeinen wenig Ahnung von Adsorption und Dampfdruck haben, kommen da auch wenig Gegenargumente. Meistens kommt dann noch ein “bei mir funktioniert es aber, äh… immer.” Hinterlässt zumindest eine kleine Delle und man hat eine Chance auf den Sieg der Konversation.

  30. Mir hat Reinholds Erzählung zur Geschichte der Zeitmessung unglaublich gut gefallen, vielen Dank dafür! Sehr spannend, relevant fürs Allgemeinwissen und auf Grund der Anekdoten unterhaltsam. Da ich von dieser Art mir gerne mehr anhören würde, hier meine Idee: pro Folge stellt ihr abwechselnd ein naturwissenschaft-historisches Ereignis anstelle eines Paper vor.
    Beste Grüße!

  31. Zu eurem Vergleich des CO2-Gleichgewichts mit einer Badewanne, bei der aus dem Ablauf exakt so viel abfließt wie durch den teilweise geöffneten Hahn nachfließt, hab ich eine Anmerkung: ich glaube, das Beispiel hinkt, bzw. lässt sich leicht in ein “Gegenargument” verkehren – was es in Diskussionen gefährlich macht.

    Die Geschwindigkeit, mit der Wasser aus der Wanne läuft, hängt unter anderem vom Füllstand ab: je höher der Wasserspiegel, desto höher der Druck am Ablauf, und desto schneller fließt Wasser ab. Wenn ich also den Hahn ein wenig weiter aufdrehe, wird der Pegel natürlich erst langsam steigen, aber dann auch wieder ein Gleichgewicht finden, sobald durch den höheren Wasserdruck am Ablauf die Abflussrate wieder mit der Zuflussrate übereinstimmt. Die Wanne wird also gerade NICHT überlaufen (außer wir drehen massiv stärker auf, aber das Beispiel fordert ja explizit lediglich ein paar Tropfen mehr, diesen Fall schließe ich also aus).

    Wenn man das auf CO2 überträgt, gelangt man zu einem gefährlichen Fehlschluss, nämlich dass die höhere Emission ja gar nicht so wild ist – es steigt zwar erst mal die Konzentration in der Luft, und das ist auch messbar, aber irgendwann steigt sie eben auch nicht mehr weiter, weil die “Verbrauchsrate” durch Pflanzen etc. ebenfalls ansteigt (ist Blödsinn, klar, aber der Vergleich legt nun mal genau das nahe). Ist also alles unnötige Panik jetzt, man muss gar nix tun, nur abwarten bis das neue Gleichgewicht gefunden ist.

    Der momentane Stand der Wissenschaft weist hingegen auf das genaue Gegenteil hin: durch diverse Effekte wird sich die CO2-Emission bei steigender Temperatur ja vermutlich eher noch von selbst beschleunigen (in Eis gebundenes CO2 und Methan wird z.B. frei). Wie gesagt: das Beispiel verleitet zu einem dramatischen Fehlschluss…

  32. Moin!
    Ich bin Hausärztin und wollte was zur Diskussion um die Impfpflicht beitragen, denn hier ist eine differenzierte Betrachtung notwendig. Es gibt eine super Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) dazu:

    https://www.degam.de/files/Inhalte/Degam-Inhalte/Ueber_uns/Positionspapiere/DEGAM_Positionspapier_Impfpflicht_final.pdf

    Ich finde es wichtig wissenschaftlich zu argumentieren und sich nicht auf das gleiche Niveau der Impfverweigerer zu begeben. Aus den im Positionspapier genannten Gründen bin ich gegen eine allgemeine Impfpflicht, befürworte die Masernimpfung aber natürlich und versuche meine ablehnenden Patient*innen davon zu überzeugen.

    Zum Thema Probleme mit der Bahn, kann ich den Fahrgastverein “Pro Bahn” wärmstens empfehlen. Ich hatte zweimal sehr unschöne Erlebnisse mit der Bahn, bei beiden Malen bin ich komplett bei der Bahn selbst abgeblitzt. Nachdem ich Pro Bahn kontaktiert hatte, haben die auf wundersame Weise die Bahn dazu gebracht doch einzulenken. Tolle Leute da, und alles ehrenamtlich.

    VG,
    Jana

  33. Im Deutschlandfunk habe ich neulich einen Wissenschaftssendung über den Placebo-Effekt gehört. Dieser wird wissenschaftlich untersucht und kann medizinisch ausgenutzt werden. Fand ich spannend, vielleicht interessiert es Euch ja, schliesslich wirkt Placebo sogar über die Homeopathie hinaus.
    hier der Link zum Nachhören:
    https://www.deutschlandfunk.de/heilsame-erwartungen-in-der-medizin-placebo-wirkt.740.de.html?dram:article_id=455924
    Grüsse,
    Stephan

  34. Hallo ihr beiden Schwurbler! 😉

    Euer unnützes Wissen zum Thema Rassierer kann ich euch noch ein wenig erweitern.
    Es gibt bei den Feuerwehren den sogenannten Barterlass. In dem ist geregelt, dass Atemschutzgeräteträger keinen Bart tragen dürfen, da die Maske mit Bart nicht dicht zu bekommen ist.

    Grüßle

    • Hallo Mathias,

      ich möchte anmerken, dass die Petition, auf die der erste Link verweist, von Ulrike Fröhlich gestartet wurde, Vorstandsmitglied in der “Hahnemanngesellschaft – Arbeitsgemeinschaft klassisch homöopatisch behandelnder Ärzte”. Auf der website dieser Gesellschaft wird zwar angegeben, dass sie Forschung unterstützen, unter dem Punkt “Forschung” werden aber keine konkreten Projekte genannt.
      Unter dem Punkt “Projekte” ist vor allem Lobbyarbeit für Homöopathie zu sehen, aber auch kein einziges Forschungsprojekt der Hahnemanngesellschaft.

      Auf der website der Petition wird auf zwei Papers verwiesen, beide von Prof. Dr. Claudia Witt von der Charité in Berlin. So wie ich das sehe, wird in diesen Studien nur allgemein eine Korrelation zwischen homöopatischer Behandlung und einer Verbesserung von Krankheitsbildern festgestellt, ich kann jedoch keine Kausalität erkennen. Die Studien gehen nicht auf konkrete Krankheiten ein, es wird nur genannt, dass die häufigsten Krankheiten Kopfschmerzen, allergische Rhinitis (Heuschnupfen und Hausstauballergie) und atopische Ekzeme waren, also Krankheiten, die, soweit ich weiß, auch ohne Behandlung mit der Zeit abklingen können.
      Ich kann diese Studien letztendlich nicht beurteilen, ich bin kein Mediziner, aber zwei Studien ist doch bedeutend weniger als die über 100 Studien, die in dem Artikel auf tagesschau.de genannt werden.

      Alles in allem würde ich sagen ruhig bleiben, mit diesen Studien ist die Homöopathie noch nicht bewiesen.

      Alles Gute, mal wieder eine hervorragende Folge!

      Jonas

  35. Hey ihr beiden,
    tolle Folge mal wieder. Zwei Anmerkungen:
    1.) Ich habe kürzlich eine Buchempfehlung gelesen. Selbst habe ich es noch nicht gelesen, aber es klingt, als würde es passgenau auf Nicolas’ Problem – Wie diskutiert man erfolgreich mit erkenntnisresistenten Menschen? – eine Antwort bieten: https://www.drmodler.de/buecher/mit-ignoranten-sprechen/
    2.) Wenn Atomuhren die genauesten Uhren sind, die es gibt, woher weiß man dann, wie genau bzw. ungenau diese sind? Wie misst man, um wie viel deren Zeit von der tatsächlichen Zeit nach einem Jahr abweicht? Nimmt man dazu den Durchschnitt von mehreren Atomuhren?

    Viele Grüße, weiter so!

    • Hi Max,
      die Ungenauigkeit kann man bei diesen Uhren zum Beispiel an der breites des Mikrowellenspektrums ablesen das zur Anregung benutzt wird. Hier hat man durch mehrere Effekte keine klare harte Linie sondern eine die eine gewisse breite (FWHM) aufweißt. Man weiß also recht genau mit welchem Fehler die einzelnen Messgrößen behaftet sind und kann daraus die Ungenauigkeit der Uhr gegenüber einer theoretischen idealen Uhr ableiten.

      Lieben Gruß
      Reinhard

  36. Hallo, erstmal vielen Dank für die tolle Podcast Folge.
    Ich habe eine kleine Anmerkung zum letzten Thema. Reinhard erklärt das Prinzip der Cs-Atomuhr und spricht vom Magnetfeld, um die Cs-Atome nach Spin zu sortieren und einen spinpolarisierten Atomstrahl zu erzeugen. Dabei seid ihr euch nicht sicher, ob man ein homogenes oder inhomogenes Magnetfeld braucht. Die Antwort ist, dass das Magnetfeld auf jeden Fall inhomogen sein muss. Begründung: auf einen Dipol wirkt im homogenen Magnetfeld lediglich ein Drehmoment (vgl. Kompassnadel richtet sich entlang des Feldes aus), nicht jedoch eine Kraft. Man kann sich das so vorstellen, dass die Nord-Seite der Kompassnadel zur Süd-Seite des Magnetfeldes gezogen wird und umgekehrt. Die Kraft wirkt auf beiden Seiten in entgegengesetzte Richtung, jedoch mit gleichem Betrag, weshalb die resultierende Kraft null ist. Nur im inhomogenen Feld ist das nicht der Fall, weil die Feldstärke an einem Ende der Kompassnadel größer sein kann als am anderen. Dieses ganze Phänomen ist übrigens vollkommen analog zu dem unter Physikern bekannten Stern-Gerlach Versuch (im Prinzip genau das gleiche, nur mit Silber-Atomen), einem der grundlegenden Versuche der Quantenmechanik, in dem erstmals die Quantelung des magnetischen Moments von Atomen nachgewiesen wurde.

    Viele Grüße und weiter so,
    Chris

  37. Zur Klimadiskussion und Politik:

    Ja ich denke, dass Thema ist leider komplex.
    Von zwei Annahmen gehe ich einfach mal als gegeben aus:
    Durch Menschen verursachte CO2-Emission beeinflussen das Klima und wir können um Deutschland keine Mauer bauen und uns einfach abschotten.

    Dann bleibt die Frage, was können wir eigentlich politisch machen, um den weltweiten CO2-Ausstoß signifikant zu reduzieren. Den CO2 Ausstoß in Deutschland zu reduzieren (bis auf 0) wird die Welt nicht retten. Wenn wir unsere industrielle Basis ins Ausland verlagern wird auch nichts besser, weil wir dann jeden Einfluss verloren haben.
    Das einzige, dass wir tun können ist es, neue Technologien zu erforschen und zu entwickeln, mit denen wir der Welt zeigen können, dass Wohlstand auch anders geht. Die Hoffnung ist dann, dass uns die USA, China und Indien folgen.
    Das Dilemma ist nur, das Forschung und Entwicklung Zeit benötigen. Jeder der selber schon einmal kleinere System eingeführt hat weiß das. Und in unserem Fall müssen wir ein ganzes Land umbauen. So zu tun, als ob das in ein paar Jahren machbar wäre, ist nicht ehrlich.

    Achtung, der Klimawandel und deren Einflussgrößen kann wissenschaftlich nachgewiesen werden, alles andere ist meine Meinung, die aus einem bestimmten Blickwinkel / Fachkompetenz heraus für mich als wahrscheinlich empfunden wird. Politik muss sich aus vielen dieser Meinungen (Prognosen) ein eigenes Bild machen, Entscheidungen treffen und dieses Vertreten. Das ist in einer Demokratie Komplex, führt zu Kompromissen (manchmal auch zu Unfug) und gibt in einem Rechtstaat dem einzelnen das Recht sich vor Gericht gegen Entschlüsse der Mehrheit zu wehren. Ich freue mich, dass es viele Menschen in Deutschland gibt, die die Komplexität annehmen oder wenigstens ertragen und dass die Angstmacher mit ihren einfachen Lösungen noch nicht alles kontrollieren.

    Danke für den wunderbaren Podcast!

  38. Hallo, ich bin spät dran mit Hören, aber als Marbacher und frischgebackenes Mitglied im dortigen Tobias-Mayer-Verein muss ich zu der Längengrad-Bestimmung noch etwas ergänzen.

    Der Astronom Tobias Mayer (neben Friedrich Schiller der andere “große Sohn” Marbachs) hat 1765 posthum 3.000 Pfund als Preisgeld für seine astronomische Bestimmung des Längengrades erhalten. Er hat das, wohl zur gleichen Zeit wie Harrison, mit genau vorberechneten Mondbahnen und Tabellen gemacht, die die Position des Mondes vor fixen Himmelskörpern zu gegebenen Zeitpunkten enthalten. Durch die Parallaxe verändern sich diese beobachteten Abstände an verschiedenen Orten der Erde, was zur Längengradbestimmung in der geforderten Präzision offenbar ausreichte.
    Am besten schaut Ihr Euch das im neuen https://tobias-mayer-museum.de/ mal selber an.

  39. Hallo Nicolas,

    bzgl. Klimagegner bzw. eigentlich hauptsächlich aus persönlichem Interesse, versuche ich in letzter Zeit die Klimakrise im Grundsatz zu verstehen. Dabei finde ich eigentlich nur zwei Arten von Informationen:
    1. Populistische Informationen, die nicht wirklich tief gehen.
    2. Wissenschaftliche Informationen, die viel zu speziell sind.

    Was man gut findet, sind Informationen, dass es wärmer wird und dass es auch anders wärmer wird als bei den bisherigen erdgeschichtlichen Temperaturanstiegen, siehe das Paper aus einer der letzten Folgen.

    Was mich eigentlich interessiert ist:
    1. Warum wird es wärmer und was ist der Mechanismus dahinter?
    2. Wie wird sich das Klima weiter entwickeln?
    Hört sich erstmal komisch an, da 1. CO2 und 2. siehe irgendwelche Prognosen. Aber so einfach ist es nicht. Ich möchte da nochmal eine Ebene tiefer einsteigen und da werden die beiden Fragen sehr schnell verdammt kompliziert.
    Zu 1. ist schnell klar, dass es neben CO2 noch andere Ursachen für die Erderwärmung gibt, z. B. andere Gase oder auch einfach die Tatsache, dass die nicht regenerative Energieerzeugung exotherm ist. Wesentlich schwieriger wird es für mich vom Verständnis, wenn ich mir überlege, dass das Klima primär nicht vom CO2, sondern von Wasser beeinflusst wird. Die Menge an Wasser in der Atmosphäre und sein Aggregatzustand (fest, flüssig oder gasförmig) bestimmt das Wetter und entscheidet damit, ob es 10°C oder 20°C warm wird. Wenn es wärmer wird, verdunstet Wasser schneller und die Luft kann mehr aufnehmen. Und das bedeutet für mich, dass bei langfristigen Klimaprognosen das Wasser irgendwie drin vorkommen muss. Und ich kann mir nicht vorstellen wie das gehen soll, das ist zu komplex (oder ich zu doof).

    Das wollte ich mal etwas verspätet loswerden. Ich fühlte mich da angesprochen, da ich den Klimawandel auch nicht überblicke, nicht einmal in einer einfachen Version.

  40. Hey Ihr beiden!
    Dank eures Buchtipps (Homöopathie zum Aufmalen) weiß ich jetzt, warum 2 meiner Kolleginnen dieses Zeichen:
    ————
    — — —
    ————
    — — —
    ————
    (https://www.heilen-mit-symbolen.info/elektrosmog-symbol-zum-ausgleichen-unvertraeglicher-strahlung/)
    auf ihre Computer geklebt haben. Jetzt wird mir einiges klar… und die beiden haben naturwissenschaftlich studiert…

    Weiter so und viele Grüße!
    Sascha

  41. Hallo zusammen,

    Ich bin zwar mit dem Hören etwas im Rückstand, möchte aber dennoch meine Anmerkung loswerden. Ihr bedauert zum wiederholten Male, dass es keine Partei gibt, die sich am wissenschaftlichen Weltbild orientiert. Das stimmt so nicht ganz, es gibt mit der Partei der Humanisten[0] eine aufstrebende Kleinpartei, die sich evidenzbasierten Rationalität und humanistischen Werten gründet. Es wird versucht, alles, wozu sich auf Basis der Naturwissenschaften Positionen definieren lassen, evidenzbasierten zu begründen. Wo das nicht geht, sind die Basis humanistische Werte, Säkularität, etc.

    Schaut euch das Leitbild[1] und Grundsatzprogramm[2] mal an, die sind beide nicht ganz so lang wie die einzelnen Positionspapiere 😉

    Grüße aus Sachsen,

    Benedikt

    [0]: https://diehumanisten.de/
    [1]: https://diehumanisten.de/vision/leitbild/
    [2]: https://diehumanisten.de/vision/grundsatzprogramm/

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